ZNS

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ZNS


T. B.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Pharmakologie des zentralen Nervensystems (ZNS) auf Universitätsniveau. Sie behandeln die Wirkungen und Effekte von Substanzen wie GABA, Serotonin und Noradrenalin, sowie deren Rezeptoren und Transporter. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Medizinstudenten, die sich auf die Behandlung von Depressionen, Angststörungen, Essstörungen und ADHS vorbereiten. Sie bieten detaillierte Informationen zu verschiedenen Medikamenten, deren Nebenwirkungen und Wechselwirkungen, was für die praktische Anwendung und Prüfungsvorbereitung essenziell ist.
Flashcards
44
Students
3
Language
German
Category
Medical
Level
University
Created / Updated
01.12.2014 / 13.06.2022

Flashcards

Welche Mediatoren vermitteln welche Hirnfunktion?

Glutamat - Epilepsie, Narkose, Degeneration

GABA - Epilepsie, Narkose/Schlaf, Angst

ACh - Parkinson, Alzheimer

Dopamin - Parkinson, Schizophrenie, Hormonsekretion, Belohnung

Serotonin - Stimmung

Noradrenalin - Antrieb / Vigilanz

Histamin - Wachheit

Glutamaterge Synapse

Präsynapse

- Glutaminasen/Transaminasen

- EAAT (excitatory amino acid transporter) - Wiederaufnahme von Glu aus synaptischen Spalt

- VGLUT (vesicular glutamate transporter) - Transport von Glu in Vesikel

- Glutamin-Transporter - Aufnahme von Gln aus Astrozyten

Postsynapse

- Kainat-Rezeptor (Na+/K+)

- AMPA-Rezeptor (Na+/K+)

- NMDA-Rezeptor (Gq, mGluR)

Substanzen, die an Glutamatrezeptoren angreifen

AMPA-Rezeptor-Antagonisten

- hemmen zahlreiche ZNS-Funktionen -> Beeinträchtigung von Vitalfunktionen

--> kein klinischer Gebrauch

 

NMDA-Rezeptor-Antagonisten und Kanalblocker

- Ketamin - Anästhesie und Analgesie

- Memantin - bei Alzheimer und Parkinson

- Phencyclidin (PCP, angeldust) - schwere halluzinogene Effekte

GABAerge Synapse

Präsynapse

- Glutaminase/Transaminase

- Glutamintransporter

- GAD (Glutamatdecarboxylase) - Herstellung von GABA aus Glu

- VIAAT (vesikulärer Transporter inhibitorischer Aminosäuren)

- GABA-Transporter (Wiederaufnahme aus synaptischem Spalt)

Postsynapse

- GABAA-Rezeptor (Cl-)

- GABAB-Rezeptor (Gi)

 

GABAA-Rezeptor

- 5 UE (2alpha, 2beta, 1gamma)

- eine UE durchzieht Plasmamembran 4x (TM1-4)

- alpha-UE zeigen im Gehirn regional-spezifisches Expressionsmuster

Substanzen, die am GABAA-Rezeptor angreifen

Barbiturate

- öffnen GABA-Rezeptoren direkt

- zur Narkoseeinleitung und als Reservemittel bei Epilepsie

- früher Schlafmittel

Benzodiazepine

- erhöhen Affinität für GABA (selbstlimitierende Aktion, kein toxischer Effekt)

- Anxiolytika, Antiepileptika, zentrale Muskelrelaxantien, Schlafmittel (Hypnotika)

Z-Substanzen

- in der Wirkung ähnlich wie Barbiturate

Etomidat

- verlängert GABA-Wirkung

- Narkoseeinleitung bei kardiovaskulären Risikopatienten

- hemmt vorübergehend Steroidsynthese

Propofol

- vergrößert den GABA-induzierten Chloridstrom

- zur Narkoseeinleitung und -aufrechterhaltung

Benzodiazepine

Benzodiazepin - Agonist - intrinsische Aktivität - verstärkt Effekt von GABA - Anxiolyse

Flumazenil - Antagonist - keine intr. Aktivität - kompetitiert mit Benzodiazepin um Bindungsstelle - blockiert Effekte der Benzodiazepine

Beta-Carbolin - inverser Agonist - keine intr. Aktivität - reduziert Effekt von GABA - anxiogen

 

Dosisabhängige Wirkung

Anxiolyse - Muskelrelaxation - antiepileptisch - Sedierung - Schlaf - anterograde Amnesie

Pharmakokinetik

- lipophile Substanzen mit hoher Bioverfügbarkeit (>80%)

- hohe Plasmaproteinbindung (>80%)

Metabolismus

4 Subgruppen

- Diazepam-Typ - sehr langsam mit aktiven Metaboliten (bis zu 5d)

- Oxazepam-Typ - schnell

- Nitrazepam-Typ - langsam (t1/2 - 20-48h)

- Typ der tetracyclischen Benzodiazepine - sehr schnell

wichtige Substanzen

- Diazepam - 20-40h - ANX, ZMR, AEP

- Clobazepam - 10-30h - ANX, AEP

- Oxazepam - 6-12h - ANX, SCH

- Midazolam - 1,5-2,5h - AAN, SCH

- Lorazepam - 11-18h - ANX, SCH

- Flumazenil - 1h - BZV (Benzodiazepin-Vergiftung)

UAW

- reduzierte Aufmerksamkeit und Reaktionsvermögen

- Muskelrelaxation - führt zu Stürzen

- anterograde Amnesie

- paradoxe Wirkungen (Schlaflosigkeit, Erregung)

- Verflachung geistiger und körperlicher Leistungsfähigkeit

- Toleranz

- Abhängigkeit (psych. und physisch nach 4-6monatigem Gebrauch, bei hohen Dosen früher)

- reduzierte Libido, gestörter Zyklus

- erhöhter Appetit - Gewichtszunahme

- bei abruptem Absetzen: Angst, Zittern, Krampfanfälle, Psychosen

- schwer abzusetzen, auch schon nach mehrwöchiger Einnahme

- in Kombination mit anderen ZNS-dämpfenden Stoffen oder Alkohol können die Benzodiazepine eine lebensbedrohliche respiratorische Depression asulösen

Schlafmittel

wirken über GABAA-Rezeptoren

Z-Substanzen

- Zopiclon - 3-6h

- Zolpidem - 2h - günstiges Profil (gut schlafanstoßend, wenig anxiolytisch, geringe Toleranz, geringer Rebound)

- Zaleplon - 1-2h - bei Durchschlafstörungen (danach Ruhephase von 4h!)
 

Benzodiazepine

- Temazepam

- Brotizolam

- höheres Sucht- und Missbrauchspotential, hohes Rebound-Potential (Angst und Schlaflosigkeit bei Absetzen)

 

Antihistaminika

- wirken leicht sedierend

- anticholinerge Nebenwirkungen

- zugelassen bei Kindern ab 6kg KG

- Diphenhydramin

- Doxylamin

 

sedierende Antidepressiva

- Trimipramin

- Amitryptilin

- Langzeitbehandlung, geringes Suchtpotential, mehr UAWs

 

sedierende Neuroleptika

- Melperon

- bei psychiatrischen Grunderkrankungen

 

Sonstige

- Baldrian, L-Tryptophan, Melatonin (gering hypnotisch)

 

5-K-Regel

Einsatz nur bei klarer Indikationsstellung

Benutzen der kleinstmöglichen Dosis

Kürzest mögliche Behandlungszeit

Kein abruptes Absetzen

Beachtung aller Kontraindikationen

 

Anästhetika

Inhalative Wirkstoffe

- Lachgas/Stickoxydul (70% N2O,30% O2 )

- Isofluran (Flurane sind Flüssigkeiten mit niedrigem Verdampfungspunkt, Anteil ca. 0,75%)

- Desfluran

- Sevofluran

- Xenon

 

Intravenöse Wirkstoffe

- Thiopental

- Etomidat

- Propofol

- Ketamin

- Midazolam

Lachgas (Distickstoffmonoxid)

- schnelles Einsetzen/Abklingen der Wirkung (gute Steuerbarkeit)

- effektive Analgesie, schwache Narkose

- Kombination mit zweitem Anästhetikum

- am Ende der Narkose erhält Patient reinen Sauerstoff

- wird zunehmend durch Opioide ersetzt (Remifentanil)

 

UAW

- B12-Schädigung -> kann zu Knochenmarksdepression führen

Flurane

Isofluran

Desfluran

Sevofluran

Isofluran

- nicht gut im Blut löslich - kann schnell wieder abgeatmet werden

- schnelle Anflutung im Gehirn

- kein Exzitationsstadium

Sevofluran

- Einleitung mit Maske

 

UAW

- muskelrelaxierender Effekt - atemdepressiv

- Blutdruckabfall (senken peripheren Widerstand - Erweiterung der Gefäße -> nicht bei Raumforderung im Gehirn!)

- maligne Hyperthermie (selten)

- Desfluran hat stechenden Geruch - nicht zur Einleitung verwendbar

 

Intravenöse Anästhetika

- ideal zur Induktion, da schneller Wirkungseintritt (20s)

- schlechte Steuerbarkeit (außer Propofol)

Barbiturate

- Thiopental

- aktive Metabolite -> lange Nachwirkzeit, keine wiederholten Applikationen

- Methohexital

- Effekt einer Dosis ca. 5-10min - Umverteilung: zuerst stark durchblutete Organe, dann Fettgewebe

UAW

- Atemdepression, Blutdruckabfall, negative Inotropie, Senkung intrakraniellen Drucks, Induktion von Leberenzymen

 

Etomidat

- Effekt einer einzelnen Dosis: 3-5min

- kaum Herz-Kreislaufwirkungen

- unfreiwillige Bewegungen, postoperative Übelkeit

- hemmt Funktion der Nebennierenrinde (Kortisol)

 

Propofol

- sehr schnelle Metabolisierung

- totale intravenöse Anästhesie

- Langzeitsedierung auf ITS

- Sedierung bei interventionellen Eingriffen (Endoskopie)

 

Midazolam (Benzodiazepin)

- Effekt Einmaldosis: 15-80min

- Anxiolyse, Sedierung vor Eingriff

- Langzeitsedierung auf ITS

- Analgosedierung mit oder ohne Lokalanästhesie

- Herz-Kreislaufsystem erst bei hohen Dosen gehemmt

- bei Älteren paradoxe Erregungszustände

- Antagonist: Flumazenil

 

Ketamin

- Wirkung: 10-15min

- gute Analgesie (als einziges Injektionsnarkotikum)

- dissoziative Anästhesie (Alpträume - durch gleichzeitige Gabe von Benzodiazepin besser)

- Narkoseeinleitung und Analgesie (Notfallmedizin)

- kreislaufstabilisierend

- Atemdepression bis hin zm Atemstillstand

 

Allgemein

- Barbiturate, Etomidat, Propofol und Midazolam aktivieren GABAA-Rezeptoren

- Ketamin inhibiert NMDA-Rezeptoren

 

 

Antiepileptika

akute Therapie

- Benzodiazepine

- Diazepam, Clonazepam (1. Wahl)

- Phenoarbital (2. Wahl)

chronische Therapie der generalisierten Epilepsie

- Valproat (1. Wahl)

- Lamotrigin

- Ethosuximid

- Phenobarbital

chronische Therapie der fokalen Epilepsie

- Carbamazepin (1. Wahl)

- Lamotrigin

- Oxcarbazepin

- Valproat

- Phenytoin

Angriffspunkte der Antiepileptika

1. spannungsabhängige Na-Kanäle

- Carbamazepin

- Oxcarbazepin

- Lamotrigin

- Zonisamid

2. Ca-Kanäle

- Ethosuximid (T-Typ)

- Lamotrigin (High-Voltage-Activated-Channels)

3. Glutamatrezeptoren

- /

4. GABAA-Rezeptoren

- Benzodiazepin

- Barbiturate

5. Glutamat- und GABA-Stoffwechsel

- Vigabatrin

- Tiagabin

6. Synaptische Vesikel

- Levetiracetam (Protein SV2A)

7. Multiple Angriffsorte

- Valproat (1, 2, 5)

- Topiramat (1,3,5)

- Felbamat (1, 2, 3, 4)

- Gabapentin(2, 5)

- Pregabalin (2, 5)

 

Kanalblockierende Substanzen wirken in depolarisierten Neuronen

- Wirkung ist "use-dependent", d.h. der Kanalblock baut sich bei wiederholter und verlängerter Aktivität der Kanäle auf

 

Valproat

Mittel der ersten Wahl zur Behandlung von primär generalisierten Anfällen und von unklassifizierten Anfällen

UAW

- insgesamt gute Verträglichkeit, schwere Nebenwirkungen sind sehr selten aber möglich

--> Lebertoxizität, Pankreas- und Gerinnungsstörungen, Enzephalopathie

- Tremor

- reversibler Haarausfall

- polyzystisches Ovarialsyndrom

- Gewichtszunahme

- Teratogenität

Wechselwirkungen

- verdrängt andere Antiepileptika uas Plasmaeiweißbindung (Phenytoin, Carbamazepin, Phenobarbital)

- enzyminduzierende Antiepileptika (Carbamazepin, Phenytoin, Barbiturate) reduzieren t1/2 von Valproat

Carbamazepin

Mittel der ersten Wahl zur Behandlung von fokalen Anfällen und von sekundär generalisierten Anfällen

nicht bei Absencen und primär generalisierten Anfällen

 

UAW

- Müdigkeit

- Leukopenie

- Hauträtungen

- periphere Neuropathie

- kontraindiziert bei Arrythmie

Wechselwirkungen

- enzyminduzierend

- Erythromycin erhöht Carbamazepinspiegel

Oxcarbazepin

in Struktur und Wirkung ähnlich dem Carbamazepin

unterscheidet sich aber in Wirkung und Nebenwirkungen

- kein einfacher Ersatz von Carbamazepin durch Oxcarbazepin

Lamotrigin

bei fokalen Anfällen und sekundär generalisierten Anfällen

- positive Wirkung auf Stimmung und Ausgeglichenheit

UAW

- Schwächegefühl

- Kopfweh

- Hautreaktionen

Wechselwirkungen

- deutliche Wechselwirkung mit lebermetabolisierten Substanzen

- Halbwertszeit bei gleichzeitiger Gabe induzierender Substanzen (Carbamazepin, Phenytoin, Barbiturate) verkürzt

- Valproat verlängert t1/2

Phenytoin

bei fokalen Epilepsien

wegen zahlreicher unerwünschter Wirkungen Substanz zweiter Wahl

UAW

- Schwindel

- Ataxie

- Nystagmus

- Kleinhirnatrophie

- Hirsutismus

- Gingivahyperplasie

Wechselwirkungen

- deutliche Wechselwirkung mit anderen Antiepileptika

- nichtlineare Dosis-Wirkungsbeziehung

Ethosuximid

bei generalisierten Anfällen vom Absence Typ

(nicht bei generalisierten tonisch-klonischen Krämpfen)

UAW

- Schlafstörungen

- psychische Symptome

- Appetitlosigkeit, Übelkeit, Gewichtsabnahme

- Provokation tonisch-klonischer Krämpfe

Wechselwirkungen

- wenig Wechselwirkungen mit anderen Antiepileptika

Reserve-Antiepileptika

Gabapentin

- induziert Umwandlung von Glutamat in GABA in der Präsynapse

Tiagabin

- hemmt die GABA-Wiederaufnahme aus synaptischen Spalt (in Präsynapse und Astrozyten)

Vigabatrin

- hemmt die Umwandlung von GABA in Glutamat in Astrozyten

 

dopaminerge Synapse

- Synthese von Domapin aus Tyrosin in der Präsynapse (Tyrosinhydroxylase, Dopa-Decarboxylase)

- Transport in Vesikel über vesikulären Monoamintransporter

- Verschmelzung der Vesikel mit Plasmamembran - Ausschüttung von Dopamin

- Wiederaufnahme von Dopamin über Plasmamembrantransporter

 

Rezeptoren

- D1/D5 - an stimulatorisches G-Protein gekoppelt

- D2/D3/D4 - an inhibitorisches G-Protein gekoppelt

Parkinson

Leitsymptome

- Akinese

- Tremor (4-5/s)

- Rigor

 

Neurotransmitter

- Dopaminmangel

- führt zum Überangebot cholinerger Neurone

- führt zu Überangebot von GABA im Thalamus

Parkinson Therapie

L-DOPA

- wird über Aminosäretransporter über die Blut-Hirn-Schranke transportiert

- zusammen mit peripher wirkenden DOPA-Decarboxylasehemmern (Benserazid, Carbidopa) geben

- mehr L-DOPA gelangt ins Gehirn

- Reduktion peripherer Nebenwirkungen

- wirkt gegen Rigidität und Hypokinesie

- Effektivität nimmt nach 3-5 Jahren ab!

- Wearing off / End of Dose Akinese

- anfallsartige on/off-Phänomene

- Freezing

- Hyperkinesien / Dyskinesien

--> L-DOPA-Monotherapie nur bei Patienten >70 Jahre!

 

UAW

- Übelkeit (D2-Rezeptoren in chemoreceptor trigger zone, Behandlung mit peripher wirkendem D2-Antagonisten: Doperidon))

- Hypotonie - Behandlung mit salzreicher Diät und Stützstrümpfen

- Schizophrenie ähnliche Symptome -> Dosisreduktion, atypische Neuroleptika

- Verwirrtheit, Insomnie, Alpträume

- Hypersexualität
 

 

Dopamin Agonisten

Ergoline Dopaminagonisten (abgeleitet von Mutterkornalkaloiden)

- Lisurid

- Bromocriptin

- Cabergolin

- Dihydroergocriptin

- Pergolid

Nonergoline Dopaminagonisten

- Pramipexol

- Ropinirol

- Apomorphin

 

UAW:

- Übelkeit

- Hypotonie

- Verwirrtheit

- vermehrte Tagesmüdigkeit

- Fibrosen (bei Langzeittherapie)

 

Kontraindikationen

- Niereninsuffizienz

- Schwangerschaft

- Durchblutungsstörungen/Herzkrankheit

Monoaminooxidasehemmer

- Selegilin

- Rasagilin

Wirkung: irreversible Hemmung der Monoaminooxdiasen (MAO-B in Gliazellen), möglicherweise neuroprotektiv (beim Abbau von Dopamin entstehen freie Radikale -> oxidativer Stress)

Kontraindikationen

- Demenz, Psychosen, Antidepressiva-Therapie

- Ulzera

- Nieren-, Herz-, Leberinsuffizienz

UAW

- Hypotone orthostatische Dysregulation

- Dyskinesien

- Psychosen

- Angst, Erregbarkeit, Schlaflosigkeit

Muskarinrezeptor Antagonisten (Anticholinergika)

- Biperiden

- Bornaprin

- Metixen

- Pridinol

- Procyclidin

- Trihexyphenidyl

Wirkung

- wirken dem Ungleichgewicht aus zu viel ACh und zu wenig Dopamin im Striatum entgegen

- effektiv gegen Tremor

- mindern Hypersalivation

UAW

- Kopfschmerzen

- Schwindel

- Mundtrockenheit und andere anticholinerge Effekte

- psychotische Zustände

Kontraindikationen

- kognitive Störungen (ACh wichtig für kognitive Funktionen)

- Glaukom

- Prostatahypertrophie

- Magen-Darm-Stenosen

- Tachykardie

NMDA-Antagonisten

- Amantadin

- Memantin

Wirkung

- wirken möglicherweise glutamaterger Überaktivität in den Basalganglien (N. subthalamicus) entgegen

- Einsatz zur Monotherapie in der Frühphase

- Linderung L-DOPA-induzierter Dyskinesie- und Akinesie-Krisen

UAW

- Schlafstörung, Unruhe bis hin zur Psychose

- Hypotonie

- Leukopenie

Wechselwirkungen

- Wirkungsverstärkung bei gleichzeitiger Gabe von Anticholinergika

COMT-Hemmer

- Entacapon

- Tolcapon

 

Wirkung

- Einsatz in der Spätphase

- bei Wirkungsfluktuationen

- Einsparen von L-DOPA und Verzögerung von Langzeitnebenwirkungen

UAW

- kann Dyskinesien, Halluzinationen, orthostatischer Hyoptonie und Durchfall auslösen

Schizophrenie

Positiv-Symptome

- akustische Halluzinationen

- Paranoia

- Wahnvorstellungen

Negativ-Symptome

- Verlust von sozialen Interessen und Interaktionen

- verflachte emotionale Antworten

 

Allgemein

- Prävalenz 1%

- starke genetische Komponente, aber Auslöser (Stressor) benötigt

- Schizophrene können externe und interne Stimuli nicht filtern

- Überaktivität im dopaminergen Belohnungszentrum (mesolimbisches Dopaminsystem)

konventionelle Neuroleptika

Phenothiazine

Promethazin

- Antihistamin H1-Rezeptor Antagonist

- schwache neuroleptische Wirkung

- Einsatz als Antihistaminikum und als Beruhigungsmittel

 

Chlorpromazin

- erstes Neuroleptikum

- gute Effekte auf Positivsymptomatik

- schlechte Effekte auf Negativsymptomatik

- in Dtl. nicht mehr im Handel

- hemmt folgende Rezeptoren:

- D2 - akut - +++ - anti-emetisch, revversible parkinso-ähnliche Symptome, Prolaktininkretion

- alpha1 - akut - +++ - Blutdruckabfall (peripher)

- H1 - akut - ++ - sedierend, anti-emetische Effekte

- M - akut - ++ - parasympatholytische Effekte (peripher)

- 5-HT - ++ - Gewichtszunahme

Thioridazin

- antidepressive Effekte

Perazin

- stärker als Chlorpromazin

- stark anti -emetisch

- starke extrapyramidale NW

- wenig sedierend

konventionelle Neuroleptika

Butyrophenone

Haloperidol

- gute Effekte auf Positit-Symptome

- schlechte Effekte auf Negativ-Symptome

inhibiert folgende Rezeptoren:

- D1 +

- D2 +++

- alpha1 ++

- H1 /

- M +/-

- 5-HT +

- stärkere Selektivität für D2-Rezeptoren als Chlorpromazin

- geringere unerwünschte Effekte am vegetativen Nervensystem

- weniger sedierend

- stärkere motorische Störungen (starke Blockade von D2)

 

Fluspirilen, Pimozid

- modifizierte Butyrophenone mit starker und langdauernder Wirkung --> ambulante Dauerbehandlung

- 1x wöchentlich intramuskulär injiziert

- häufig extrapyramidalmotorische Störungen

 

UAW konventioneller Neuroleptika

- Früh-Dyskinesie

- funktioneller Morbus Parkinson

- Akathisie

- persistente Spät-Dyskinesie (choreatisches Bild)

- malignes neuroleptisches Syndrom (sehr selten)

- vegetative Störungen

- Leberfunktionsstörungen

- Blutbildveränderungen

- zerebrale Krampfanfälle

- akute Vergiftung

- Prolaktininkretion

Atypische Neuroleptika

- heterogene Substanzgruppe

- Hauptwirkungsmechanismus nicht über D2-Rezeptoren vermittelt

- weniger extrapyramidalmotorische Nebenwirkungen

- Wirksamkeit gegen Negativsymptomatik

 

Clozapin (Dibenzodiazepin)

- Sedierung +++

- EPM-NW 0

- Antagonist am D4-Rezeptor

- effektiv gegen positiv und negativ-Symptomatik (5-HT2A)

- oftmals effektiv bei Patienten, die nicht auf konventionelle Neuroleptika reagieren

UAW

- anticholinerge Effekte (M)

- sedierend (H1)

- Agranulozytose bei 1% der Patienten

- kann zerebrale Krämpfe auslösen

- weitere z.T. schwere NW (Herzmuskelschäden)

Olanzapin

- Sedierung ++

- EPM-NW 0

Depression

Formen

unipolar

- reaktiv

- 75%, mit stresshaften Ereignissen assoziiert, kein familiäres Muster

- endogen

- 25%, keine äußere Ursache, familiäres Muster, oft schwer und lebensbedrohlich

 

bipolar

- Stimmung schwankt zwischen Depression und Manie

 

Hypothese zur Ursache

- Depression ist das Resultat eines Defekts und Manie das Resultat eines Überangebots der serotoninergen (5-HT) und noradrenergen Transmission

- dauerhaft reduzierte monoaminerge Transmission führt zu plastischen Veränderungen in Hirnregionen, die affektives Verhalten steuern

- plastische Veränderungen umfassen erhöhte Empfindlichkeit von prä- und postsynaptischen Monoaminrezeptoren

- Antidepressiva normalisieren die monoaminerge Neurotransmission und kehren die plastischen Veränderungen um

 

5-HT moduliert:

- Schlaf

- Essverhalten

- Sexualverhalten

- Körpertemperatur

- Erbrechen

- Nozizeption

 

Noradrenalin moduliert:

- kardiovaskuäre Funktionen

- Atmung

- Stressantworten

- Neuro-endokrine Funktionen der Hypothalamus/Hypophysen-Achse

- erhöht Wachheit und Aufmerksamkeit durch Stimulation des zerbralen Kortex

Serotoninerge Synapse

Präsynapse

- Aufnahme von Tryptophan über Plasmamembrantransporter

- Umwandlung von Trp in 5-HTP (Hydroxytryptophan) durch Tryptophanhydroxylase

- Umwandlung von 5-HTP in 5-HT durch DOPA-Decarboxylase

- Transport von 5-HT (Hydroxytryptamin) in Vesikel über VMAT (vesikulärer Monoamin-Transporter)

- Wiederaufnahme aus synaptischen Spalt über SERT (Serotonin-Transporter)

- Abbau in Präsynapse und Astrozyten über MAO

 

Postsynapse

Rezeptoren

- 5-HT3 - Na-Kanal

- 5-HT1 - Gi-gekoppelt

- 5-HT2 - Gq - gekoppelt

- 5-HT4 - Gs - gekoppelt
 

Tricyclische Antidepressiva (TCA)

- nichtselektive Monoamin-Rückaufnahme-Inhibitoren (NSMRI)

Dibenzazepine

Dibenzcycloheptene
 

Wirkung

- antidepressive Aktivität: NA- 5-HT, 5-HT2A-Rezeptoren

- psychomotorische Stimulation: NA-Transporter

- Sedierung: H1-Rezeptoren

- Atropin-ähnliche Effekte: M-Rezeptoren

- orthostatische Störungen: alpha1

 

Nicht bzw. wenig sedierend (Indikation bei gehemmt/apathischem Syndrom)

- Clomipramin

- Desipramin

- Nortriptylin

- (Imipramin)

UAW

- erhöhen Suizidgefahr - insbesondere bei Therapiebeginn (Antriebssteigerung setzt vor Besserung der Depression ein) - nicht bei ängstlich agitierten Melancholikern einsetzen!

 

Sedierend (Indikation bei manischen Patienten / Schlafstörungen)

- Amitriptylin

- Doxepin

- Maprotilin

- Trimipramin

 

Pharmakokinetik

- stark lipophil

- gute Resorption und Bioverfügbarkeit

- großes Verteilungsvolumen

UAWs und Wechselwirkungen der TCAs

UAW der TCA

- akut: Interferenz mit vegetativem Nervensystem (lassen mit der Zeit nach)

- orthostatische Dysregulation

- Tachykardie

- trockener Mund und Nase, unscharfes Sehen, Verstopfung, Harnverhalt (Amitriptylintypi)

- Beruhigung

- gesteigerter Appetit und Gewichtszunahme

- sexuelle Dysfunktion

- Herzrhythmusstörungen

- TCAs sind bei Überdosierung giftig (Suizid)!!!

- Atropin-ähnliche Symptome

- Krampfanfälle

- Bewusstlosigkeit

- AV-Block

Wechselwirkungen

- sehr zahlreich, insbesondere mit zentral dämpfenden Mitteln (Alkohol)

- Antiarrythmika, die QT-Zeit verlängern

- anti-cholinerg wirkende Mittel (Anti-Histaminika, Neuroleptika, M-Antagonisten, Antiemetika, Mittel gegen Reisekrankheit)

- Antikoagulantien (Serotonin fördert die Plättchenaggregation, Reduktion des Serotoningehalts in Plättchen unter TCA)

- SSRI und andere Mittel, die über CYP abgebaut werden

- MAO-Hemmer und SSRI (Serotonin-Syndrom)

- Sympathomimetika (Lokalanästhetika)

 

Selektive Serotonin-Rückaufnahme Inhibitoren (SSRI)

- am häufigsten verschriebene Antidepressiva

- effektiv insebesondere bei milder und moderater Depression, Zwangsstörungen, Essstörungen, Störungen der Impulskontrolle

Substanzen

- Citalopram

- t1/2  33h, schwach aktive Metabolite

- Paroxetin

- t1/2 = 8-30h, Abbau zu nicht-wirksamen Metaboliten (pharmakokinetisch günstig)

- Escitalopram

- Fluoxetin (Prozac)

- t1/2 = 2-4d, wirksamer Metabolit mit t1/2 von 7d!

- Fluvoxamin

- Sertralin

- t1/2 = 26h, schwach wirksamer Metabolit

Wirkung

- inhibieren selektiv den 5-HT-Transporter (SERT)

- sehr geringe Affinität für NA-Transporter, M-Rezeptoren, alpha-Adrenozeptoren, H1-Rezeptoren und 5-HT-Rezeptoren

- keine UAW am vegetativen Nervensystem

- nicht sedierend

- bei Überdosierung weniger toxisch

UAW

- gastrointestinal (Übelkeit, Erbrechen)

- psychomotorische Unruhe, Angst, Schlafstörungen

- Störunge der Sexualfunktion bei beiden Geschlechtern

- Kopfschmerzen

- Hautausschläge

- extrapyramidal-motorische

- Sinusbradykardie

- erhöhte Blutungsneigung, wird verstärkt durch Cox-Hemmer und Antikoagulantien

- verstärktes Auftreten von Suiziden bei Jugendlichen, insbesondere nach abruptem Absetzen

Wechselwirkungen

- sehr ausgeprägt mit CYP-450 Enzymsystem (TCAs, Antihistaminikum Terfenadin, Clozapim, Theophyllin)

- serotonerger Effekt bei Kombination von SSRIs und Pharmaka, die ebenfallsl auf das Serotonin-System wirken (Clomipramin, L-Tryptophan, MAO-Hemmer)

weitere Rückaufnahme-Inhibitoren

Selektive Serotonin/NA-Rückaufnahme Inhibitoren (SSNRI)

- Venlafaxin

- auch bei Angststörungen und sozialer Phobie

- Duloxetin

- auch bei neuropathischem Schmerz

 

Selektive Noradrenalin Rückaufnahme Inhibitoren (SNRI)

- Reboxetin

- Antidepressivum, insbesondere für Aktivierung

- Off-Label Einsatz zur Steigerung der Aufmerksamkeit und Aufnahmefähigkeit

- UAW: Schlaflosigkeit, Miktionsstörungen

 

Monoaminoxidasen (MAO)-Hemmer

- Typ A Hemmer (NA, 5-HT, unspezifisch Dopamin, Tyramin)

- Moclobemid (spezfisch, reversibel)

- Tranylcypromin (unspezifisch, irreversibel)

- Typ B Hemmer (Phenylethylamin, unspezfisch Dopamin, Tyramin)

- Selegilin (spezifisch)

- Tranylcypromin (unspezifisch, irreversibel)

Wirkung

- schneller Anstieg des ZNS-Monoamin-Gehalts mit der Reihenfolge: 5-HT>NA > DA

- sofortiger Anstieg der motorischen Aktivität

- nach einigen Tagen Euphorie und Erregung, Stimulation psychomotorischer Aktivität

- Verbesserung der Stimmung kann Tage bis Wochen dauern

- bei apathisch depressivem Syndrom und nicht für ängstlich -agitiertes Syndrom mit Selbstmordgefahr!

UAW

- Benommenheit, Kopfweh, Schlaflosigkeit, Agitation, Tremor, Verwirrtheit, Hypertonie oder Hypotonie

Wechselwirkungen

- Käse-Reaktion

Tyramin in Käse und Rotwein -->Tyramin verdrängt NA aus Vesikeln -> sympathomimetischer Effekt

- TCAs

- SSRIs --> Serotonin-Syndrom (Hyperthermie, Agitation, Krampfanfälle)

 

Alpha-2-Adrenozeptor-Antagonisten

Mianserin

Mirtazapin

- aktivierende Wirkung

Wirkung

- verstärkte Monoaminfreisetzung

UAW

- Gewichtszunahme

- Mundtrockenheit

- Benommenheit

- Gelenkbeschwerden

Bipolare Störungen

Lithium

- beugt Stimmungsschwankungen und wiederkehrenden unipolaren Depressionen vor

- akut bei manischen Episoden

- gelangt über Na-Kanäle in Neurone und akkumuliert dort

- elektrochemischer Gradient für K wird reduziert (verlässt das Neuron)

- Li interferiert mit Signaltransduktionswegen (IP3, cAMP)

- extrem geringes therapeutisches Fenster: 0,5-1mM (über 1,5 toxisch)!

- besondere Gefahr bei Na- und K-Mangel wegen geringerer renaler Li-Ausscheidung

UAW

- Übelkeit

- Polyurie

- Hemmung der T4-Sekretion

- Gewichtszunahme

- Krampfanfälle, Koma

 

Carbamazepin, Valproat

- Antiepileptika

- bei akuten manischen Episoden und zur Prophylaxe wenn Lithium nicht effektiv ist

 

Chlorpromazin, Olanzapin

- Neuroleptika

- bei akuten mansichen Episoden

- Olanzapin auch zur Prophylaxe

Study