ZHAW JO12 HS Medienlinguistik (D.Perrin)

Medienlinguistik Vorlesung von D. Perrin

Medienlinguistik Vorlesung von D. Perrin


Pascal Michel
Diese Lernkarten bieten einen grundlegenden Einblick in die Medienlinguistik, einer Teildisziplin der Linguistik. Sie behandeln zentrale Begriffe wie Text, Sprache, Bedeutung und sprachliche Tätigkeiten, sowie die Analyse von Textsorten, Wortbildung und syntaktischen Strukturen. Die Karteikarten sind ideal für Studierende und Lehrende, die sich mit der Funktion und Verarbeitung von Texten in verschiedenen Medien auseinandersetzen möchten.
Cartes-fiches
81
Utilisateurs
32
Langue
Allemand
Catégorie
Culture générale
Créé / Mis à jour
04.12.2012 / 20.05.2016

Cartes-fiches

Medienbeitrag

Komplex aus sprachlichen und nichtsprachlichen Zeichen, von journalistischen Autoren gestaltet zur Präsentation in einem journalistischen Massenmedium.

Hypermediatext

Text aus sprachlichen und nichtsprachlichen Zeichen, die mit Hyperlinks so verknüpft sind, dass man sie über mehrere, wählbare Navigationssysteme erschliessen kann.

Text-Bild-Schere

Auseinanderklaffen der Bedeutung von sprachlichen Äusserungen und gleichzeitig wahrnehmbaren Bildern im Medienbeitrag.

Semantik

linguistische Teildisziplin, die sich befasst mit der Bedeutung sprachlicher Zeichen.

Bedeutung

Eigenschaft von Zeichen, bei ihren Benutzern bestimmte Vorstellungen von Weltausschnitten hervorzurufen.

Proposition

logische Aussage über einen Weltausschnitt, versprachlicht in einem Satz und wahr oder falsch in einer bestimmten Welt.

Textthema

benennbare oder erschliessbare Hauptaussage eines Textes.

Metapher

Verfahren, bei dem die Bedeutung eines Zeichens übertragen wird von einem vertrauten Weltausschnitt auf einen neuen.

Erklärstück

Medienbeitragsteil, mit dem Medienschaffende einen komplexen Sachverhalt für die Adressaten verstehbar darstellen wollen.

Psycholinguistik

linguistische Teildisziplin, die sich befasst mit dem Spracherwerb und der kognitiven Sprachverarbeitung.

Mentale Sprachverarbeitung

Gesamtheit aller geistigen Prozesse, die ablaufen, wenn Menschen Sprache verstehen, erinnern und produzieren.

Wissen

Gesamtheit der mentalen Rekonstruktionen, die ein Mensch oder eine Gemeinschaft abrufen oder erbringen kann.

Schema

mentale Reproduktion eines komplexen Weltausschnitts, die zusammenhängend aktiviert wird und die mentale Verarbeitung prägt.

Framing

Darstellung oder Deutung eines Wirklichkeitsausschnitts im Sinn kognitiv und sozial verankerter Deutungsmuster.

Kohärenz

Eigenschaft eines mental repräsentierten Textes über mitgedachte Ergänzungen in sich zusammenzuhängen.

Verständlichkeit

Gesamtheit von Merkmalen eines Zeichenkomplexes, die geeignet sind, bei den Adressaten das Verstehen zu fördern.

Pragmatik

linguistische Teildisziplin, die sich befasst mit den sprachlichen Tätigkeiten der Sprachbenutzer in konkreten Situationen.

Sprachliche Tätigkeit

Verhalten und Handeln mit der Sprache, eingebettet in nichtsprachliches Verhalten und Handeln.

Illokution

Eigenschaft einer sprachlichen Äusserung, gemeint und verstehbar zu sein als Ausdruck einer bestimmten Absicht des Autors. (Perlokution = Wirkung der Äusserung)

Sinn

Eigenschaft eines Kommunikationsangebots, gemeint und verstehbar zu sein als bedeutsam für die Adressaten. (Bedeutung + Absicht = Sinn)

Story

Kommunikationsangebot, das auf einen sozialen Zusammenhang verweist, indem es Textrollen, Schauplätze, Motive und Handlungen, Perspektiven und unerwartete Handlungen schlüssig verknüpft.

Storytelling

Gestaltung eines Kommunikationsangebots als Geschichte, um Sinn zu erzeugen.

Public Storytelling

wesentliche Form der Entstehung von gesellschaftlichem Sinn mittels Storytelling in öffentlichen Diskursen.

Soziolinguistik

linguistische Teildisziplin, die sich befasst mit dem Zusammenhang zwischen Sprache und Gesellschaft.

Sprachgemeinschaft

Gruppe von Sprachbenutzern, die von sich denkt, die gleiche Sprache zu benutzen.

Varietät

Subsystem einer natürlichen Einzelsprache, mit eigenen sprachlichen Merkmalen und eigener gesellschaftlicher Umwelt.

Sprachwandel

fortlaufende Veränderung einer Sprache oder Varietät und ihres Gebrauchs durch die Sprachgemeinschaft.

Stil

Ergebnis einer Auswahl an sprachlicher Varianten mit ähnlicher Bedeutung, aber unterschiedlicher kommunikativer Funktion.

Audience Design

Eigenschaft eines Medienbeitrags, auf ein bestimmtes Publikum zugeschnitten zu sein.

Phonetik

linguistische Teildisziplin, die sich befasst mit der Bildung der akkustischen Gestalt und der Wahrnehmung von Sprachlauten als physikalische Ereignisse. (Artikulation)

Phonologie

linguistische Teildisziplin, die sich befasst mit der Funktion der Laute einer bestimmten Sprache. (Inventar an Lauten)

Phon

materieller Sprachlaut, den eine Sprecherin in einer konkreten Situation artikuliert. (token)

Phonem

kleinste bedeutungsunterscheidende Einheit einer natürlichen Sprache. (types) Graphem = Phonem der geschriebenen Sprache.

Artikulation

Gesamtheit der Tätigkeiten der Sprechwerkzeuge beim Erzeugen von Lautsprache. (technischer Aspekt der Lautbildung, z.B Kehlkopf etc...)

Prosodie

Gesamtheit von sprachlichen Klangmerkmalen, die über ein einzelnes Phonem hinausgreifen. (Tonhöhe, Geschwindigkeit, Betonung etc...)

Sprechen

sprachliche Tätigkeit, bei der eine Vertreterin oder ein Vertreter eines Rundfunkanbieters einen spontan formulierten oder vorbereiteten Text bewusst als Teil eines Medienprogramms artikuliert.

Phrasieren

sprachliche Tätigkeit bei der eine Sprecherin, ein Sprecher die Sinnstruktur einer Äusserung mit prosodischen Mitteln hervorhebt. (Layout der gesprochenen Sprache.)

Morphologie

linguistische Teildisziplin, die sich befasst mit dem Aufbau, der Veränderung und Verknüpfung von Worten.

Morphem

kleinste bedeutungstragende Einheit der Sprache. (lexikalische Morpheme: "nah", benennen Weltausschnitt. Grammatische Morpheme wie "-en" benennen grammatische Bedeutung des Wortes.

Wort

"minimal free form" der Sprache, geschrieben zwischen Lücken. (Ein Wort kann aus mehreren Morphemen bestehen)

Étudier