Yoga - Philosophie - Sanskritausdrücke
Veda, Upaniṣad, Sāṃkhya, Yoga Sūtra, Buddhismus, Bhagavad Gītā, Vedānta, HYP / Tantra
Veda, Upaniṣad, Sāṃkhya, Yoga Sūtra, Buddhismus, Bhagavad Gītā, Vedānta, HYP / Tantra
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Mahābhārata
(Bhagavad Gītā)
"Die große Geschichte der Bharatas" im Umfang von 18 Büchern ist das bekannteste indische Epos. Man nimmt an, dass es erstmals zwischen 400 v. Chr. und 400 n. Chr. niedergeschrieben wurde, aber auf älteren Traditionen beruht. Es umfasst etwa 100.000 Doppelverse. Das Mahabharata ist sowohl Heldenepos als auch ein bedeutendes religiöses und philosophisches Werk, dessen Ursprung möglicherweise in vedischer Zeit liegt. Traditionell wird der mythische Weise Vyasa als Autor angenommen, der in der Geschichte selbst eine Rolle spielt. Der Legende nach soll er es komponiert und dem elefantenköpfigen Gott Ganesha diktiert haben. Im Laufe der Jahrhunderte kam es immer wieder zu Veränderungen und Weiterentwicklungen des Werks, denn vieles wurde lange Zeit nur mündlich überliefert. Die Rahmenhandlung beschreibt den Konflikt der Kauravas und der Pandavas, zweier verwandter Fürstenfamilien.
Bhagavad Gītā
(Bhagavad Gītā)
Gesang des Erhabenen. Die zentrale heilige Schrift des Hinduismus gilt für viele Gläubige als offenbarter Text (śruti), zählt 700 Verse und hat 18 Kapitel (adhyāyas). Sie gehört zum 6. Buch des Mahābhārata. Die Schrift nennt sich selber Upanischade, Wissen über Brahman und Lehrschrift des Yoga. Die Gita dokumentiert die Selbstoffenbarung Kṛṣṇas im Gespräch mit Arjuna.
Arjuna
(Bhagavad Gītā)
Eine der wichtigsten Heldengestalten im indischen Epos Mahabharata. Er ist Krishnas Dialogpartner in der Bhagavad Gita. Arjuna ist der Sohn des Himmelsgottes Indra und der Königin Kunti, welche mit dem Fürsten Pandu und dessen Nebenfrau Madri in einer polygamen Ehe lebt. Arjuna entwickelt sich zu einem hervorragenden Bogenschützen und von Agni bekommt er den magischen Bogen Gandhiva geschenkt. Zusammen mit seinen vier Brüdern lebt er in Vielehe mit Draupadi zusammen.
Kṛṣṇa
(Bhagavad Gītā)
Eine hinduistische Form des Göttlichen und wird meist als der achte Avatara von Vishnu verehrt. Für seine Anhänger ist er die Inkarnation des Höchsten. Die heiligen Schriften beschreiben Krishnas Körpertönung als vergleichbar mit einer frischen Gewitterwolke. Er hat stets die Bambusflöte Bansuri bei sich und trägt eine Pfauenfeder im Haar. Sein himmlischer Wohnort ist Goloka. Obwohl er im wissenschaftlichen Sinne nicht als historisch angesehen wird, gehen Hindus davon aus, dass er tatsächlich gelebt hat.
avatāra
(Bhagavad Gītā)
Abstieg. Im Hinduismus die Manifestation des höchsten Prinzips (Brahman) oder einen göttlichen Aspekt, der die Gestalt eines Menschen oder Tieres annimmt. Die Aufgabe des Avatar oder Avatara ist, der Menschheit in ihrem Streben zum Brahman hin Wegbereiter, Vorbild und Lehrer zu sein.
bhakti-yoga
(Bhagavad Gītā)
Yoga der Teilhabe, der Hingabe.
jñāna-yoga
(Bhagavad Gītā)
Yoga des Wissens, der Erkenntnis
karma-yoga
(Bhagavad Gītā)
Yoga des Handelns, der Tat.
svadharma
(Bhagavad Gītā)
Eigenes Dharma, das Gesetz der Seele, die persönliche Bestimmung, das individuelle Schicksal.
yogamārga
(Bhagavad Gītā)
Verschiedene Yogawege, in der Gita 18, für jedes Kapitel ein Mārga.
varṇa (4xD)
(Bhagavad Gītā)
Klasse, Stand, Farbe.
Vier Kasten: Priester und Gelehrte, Krieger und Fürsten, Kaufleute und Handwerker, Diener und Arbeiter. Brahmanen, Kshatriyas, Vaishyas, Shudras.
Śaṃkara / Madhva / Rāmānuja
(Vedānta)
Hauptvertreter des Vedānta. Śaṃkara = Advaitavedānta (Monismus ohne Hochgott), Madhva = Dvaitavedānta (Dualismus mit Hochgott Viṣṇu), Rāmānuja = Viśiṣṭādvaitavedānta (Modifizierter Monismus mit Hochgott Viṣṇu).
advaita / dvaita / viśiṣṭādvaita
(Vedānta)
advaita = Monismus (Atman = Brahman) - Wesensidentität von Atman, der individuellen Seele, und Brahman, der Weltseele. Dualität tritt demnach nur dort auf, wo avidya, Unwissenheit, herrscht. Die wahre Erkenntnis, die diese Unwissenheit überwindet, führt zur Advaita-Erfahrung und damit zur Befreiung, moksha.
dvaita = Dualismus (Hochgott Viṣṇu) - Atman ist vom Brahman ewig getrennt und nicht so wie im Advaita-Vedanta identisch.
Statt dessen seien alle Menschen Individuen (jivas), von denen jeder einen eigenen Geist habe.
viśiṣṭādvaita = Modifizierter Monismus (Hochgott Viṣṇu) - Er besagt, Gott existiere als Einziges, jedoch bliebe die Pluralität der Welt als eine reale Erscheinungsform Gottes erhalten und sei nicht, wie bei Shankaras Advaita, eine Illusion.
māyā
(Vedānta)
Illusion, Unwirklichkeit, Täuschung, Magie, Hexerei, unwirkliches Bild, Erscheinung.
viveka
(Vedānta)
Unterscheidungskraft; die Fähigkeit, das Wirkliche vom Unwirklichen zu unterscheiden.
mahāvākya
(Vedānta)
Grosser Ausspruch, grosser Satz.
Śaṃkara fasst seine Lehre in vier grosse Sätze aus zusammen:
aham brahmāsmi - Ich bin Brahman. (Brhadaranyaka Up. 1.4.10 / Yajur Veda)
tat tvam asi - Das bist du. (Chandogya Up. 6.8.7 / Sama Veda)
ayam ātmā brahma - Dieser Atman ist Brahman. (Mandukya Up.1.2 / Atharva Veda)
prajñānam brahma - Brahman ist Einsicht. (Aitareya Up. 3.3 / Rig Veda)
sat, cit, ānanda
(Vedānta)
Attribute des Atman. Zfs: saccidānanda.
sat = (reines) Sein, cit = (reines) Bewusstsein, ānanda = (reine) Wonne.
śarīra (3xS)
(Vedānta)
sthūlaśarīra - grobstofflier Körper
sūkṣmaśarīra - feinstofflicher Körper
kāraṇaśarīra - kausaler, ursächlicher Körper
jīvātman
(Vedānta)
Der lebendige Atman, d.h. die lebendige, persönliche Einzelseele. Gegenbegriff zum paramātman, zur Universalseele.
kumbhaka
(HYP / Tantra)
Atemrückhalt, Bewahren der Lebensenergie (d.h. prāṇāyāma).
In der HYP gibt es acht kumbhaka:
sūryabheda, ujjāyi, sītkārī, śītalī, bhastrikā, bhrāhmarī, murcchā, plāvinī.
mudrā, bandha
(HYP / Tantra)
mudrā = Siegel, Geste, Fingerstellung; bandha = Binden, Festmachen.
10 mudrās oder Verschlüsse zur Beherrschung der kuṇḍalinī in der HYP = mahāmudrā, mahābandha, khecarīmudrā, uḍḍīyānabandha, mūlabandha, jālaṃdharabandha,
viparītakaraṇīmudrā, vajrolīmudrā (sahajolī, amarolī), śakticālanīmudrā|
nāda
(HYP / Tantra)
Der innere Ton, nāda ist śakti und alles worin sich die tattvas auflösen, damit formlos und der höchste Herr (parameśvara). Laut der HYP soll man sich ganz auf den inneren Ton konzentrieren, so kann manas gebunden und überwunden werden, was zur Befreiung führt. Jenseits des Klangs ist Brahman.
tantra
(HYP / Tantra)
Werkzeug zur Ausdehnung oder Anspannung, Webstuhl, Grundprinzip, Essenz, System, Text (lat. texere = weben), Abhandlung, Doktrin.
Alternative zur herkömmlichen Weltsicht, sucht nicht den Weg aus der Welt, sondern den Weg in und mit der Welt. Religiöse Bewegung und geistige Gegenoffensive der niedrigen Schichten in Nordindien ab ca. 500 n. Chr. Verehrung weiblicher (Mutter-) Gottheiten, anknüfend an vorvedische Zeit.
śiva, śakti
(HYP / Tantra)
Darstellung und Vergegenwärtigung geistiger Prinzipien mittels sexueller Symbolik, da angenommen wird, die Polaritäten aktiv und passiv, bzw. weiblich und männlich, bildeten durch ihre Wechselwirkung das Universum. Shiva, das männliche Prinzip, gilt als passiv und Shakti, das weibliche Prinzip, als aktiv. So wie Shiva und Shakti im Ardhanarishvara (halb Mann, halb Frau) vereint sind, so ist auch die rechte, bzw. obere Hälfte jedes Menschen männlich und entspricht Shiva, während die linke bzw. untere Hälfte der Shakti entspricht.
kuṇḍalinī
(HYP / Tantra)
Die Gewundene, die Aufgerollte, die Schlange.
Im mulādhāra schlafende Schlangenkraft, die erweckt werden will.
nāḍī (3xS)
(HYP / Tantra)
Röhre, Kanal, Vene, Arterie, feinstofflicher Energiekanal.
iḍa, piṅgalā, suṣumṇā
mantra
(HYP / Tantra)
Werkzeug des Denkens, der Vorstellung. Sprechen heiliger Texte, Gebet, Lobgesang, heilige Formel. Auch: Mittel zur Heilung des Geistes.
yantra
(HYP / Tantra)
Werkzeug zur Kontrolle, für das Zurückhalten. Maschine, Kraft, Amulett, mystisches Diagramm. Einfaches maṇḍala.
maṇḍala
(HYP / Tantra)
Scheibe, Kreis, Ball, Rad, Zentrum, Umgebung.
Meditationsobjekte zur Erweckung der schlafenden Energie.
cakra, padma
(HYP / Tantra)
Kreis, Scheibe, Diskus; Energiezentrum. padma = Lotos, -blüte. Sinnbild für die Energieerfahrungen im Tantrismus, Hilfsvorstellungen für die Meditation.
mulādhāra
(HYP / Tantra)
Wurzelstütze
svādhiṣṭhāna
(HYP / Tantra)
Der eigene Ort, die eigene Basis.
maṇipūra
(HYP / Tantra)
Juwelenüberfluss, Fülle an Edelsteinen.
anāhata
(HYP / Tantra)
anāhatanāda = nicht angeschlagener Klang, ohne Berührung entstanden.
viśuddhi
(HYP / Tantra)
vollkommen rein, gereinigt.
ājñā
(HYP / Tantra)
Befehl, Anweisung, Autorität, Macht.
sahasrāra
(HYP / Tantra)
(Rad mit) 1000 Speichen
granthi (3xS)
(HYP / Tantra)
Knoten im Wurzel-, Herz- und Stirnchakra.
brahmagranthi, viṣṇugranthi, rudragranthi.
Lösen von BG führt zur Totalität. Lösen von VG führt zur Erkenntis des universalen Lebensprinzips. Lösen von RG führt zur Nicht-Dualität.