WST20 Werkstoffkunde WST105 AKAD
Fragenkatalog
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Lernkarten
Welches sind die wichtigsten Eigenschaften des Kupfers?
– gute bis sehr gute Korrosionsbeständigkeit an Luft und in Wasser
– gute plastische Umformbarkeit
– nur schlechte spanende Bearbeitung möglich
– in bestimmten Legierungen hohe Festigkeiten möglich
Wodurch unterscheiden sich Blech und Stangenmessing?
Blechmessingbesteht aus α-Mischkristallen und ist bei 400 °C bis 500 °C spröde, bei Raumtemperatur weich und gut verformbar, jedoch schlecht spanbar. Stangenmessing ist 2-phasig (α+β-Mischkristalle), ist ebenfalls gut warmformbar, aber aufgrund des 2-phasigen Gefüges auch gut spanend zu bearbeiten
Welche Legierungen des Kupfers werden als Bronze Bezeichnet?
Als Bronze werden drei Arten von Cu-Basislegierungen bezeichnet:
Cu-Sn-Legierungen (Zinnbronze), Cu-Al-Legierungen (Aluminiumbronze) und die eher wenig bekannten Cu-Be-Legierungen (Berylliumbronze).
Wodurch unterscheidet sich Berylliumbronze von den anderen Bronzen hinsichtlich ihrer Härtbarkeit?
Berylliumbronze ist sehr gut ausscheidungshärtbar. Durch diesen effektivsten Härtungsmechanismus sind in diesen Legierungen deutlich höhere Festigkeiten und Härten möglich als in den beiden anderen Bronzen.
Welches sind die wichtigsten Kupfer-Gusslegierungen?
Die beiden wichtigsten Cu-Basisgusswerkstoffe sind Cu-Sn-Legierungen, die auch als Rotguss bezeichnet werden und Gussmessing (Cu-Zn). Gleichwohl können aber auch sehr viele andere Cu-Legierungen gießtechnisch hergestellt werden.
Wozu werden a) unlegierte b) Legierte Kaltarbeitsstähle und c) Warmarbeitsstähle verwendet?
a) Unlegierter Kaltarbeitsstahl:
Handwerkszeuge, landwirtschaftliche Arbeitsgeräte, Gesenke, Kaltschlagmatrizen, Meser, Handmeißel, Gewindeschneider, Endmaße, Prägewerkzeuge.
b) Legierter Kaltarbeitsstahl:
Holzbearbeitungswerkzeuge, Kaltwalzen, Stempel, Ziehdorne, Werkzeuge für Kunststoffverarbeitung, Schlagscheren, Messer, Prägewerkzeuge, Sägeketten.
c) Warmarbeitsstahl:
große Gesenke, Pressstempel, Schmiedestempel, Druckgießformen, Rohrpressdorne.
b) Tauchzeit ist ein Alternativbegriff für Haltezeit. Tauchzeit = Gesamtzeit vom Eintauchen bis zur Entnahme aus dem Härtebad.
c) Das Anlassen dient dem Ausgleich bzw. dem Abbau der Härtespannungen (zum Einfluss der Anlasstemperatur auf die Härte siehe auch Bild 1 auf S. 181 des Lehrbuches).
Was versteht man im Zusammenhang mit dem Härten unter Tauchzeit?
Tauchzeit ist ein Alternativbegriff für Haltezeit. Tauchzeit = Gesamtzeit vom Eintauchen bis zur Entnahme aus dem Härtebad.
Welchen Zweck hat das Anlassen der gehärteten Schnellbaustähle?
Das Anlassen dient dem Ausgleich bzw. dem Abbau der Härtespannungen (zum Einfluss der Anlasstemperatur auf die Härte siehe auch Bild 1 auf S. 181 des Lehrbuches).
In welchen Einzelschritten erfolgt die Herstellung von Sinterkörpern?
Einzelschritte bei der Herstellung von Sinterkörpern:
Mischen der Rohstoffe, Vorpressen, Sintern, Nachpressen (Kalibrieren).
Welche Arten des Pulverpressens werden angewendet?
Arten des Pulverpressens:
Es werden koaxiales Pressen (siehe Bild 1 auf Seite 190 des Lehrbuches oberer Teil) und
isostatisches Pressen (siehe Bild 1, unterer Teil) unterschieden
Was versteht man unter Sintern?
Sintern ist das Glühen der Presskörper.
Welches sind die wichtigsten Anwendungsgebiete der bisher beschriebenen pulvermetalugischen Verfahren?
Anwendungsgebiete pulvermetallurgischer Verfahren:
– einbaufertige Sinterformteile,
– Tränkwerkstoffe,
– Metallfilter,
– Formteile aus hochschmelzenden Metallen,
– Spezialverbunde
Welche Werkstoffe werden vorzugsweise als hochleitende Werkstoffe eingesetzt?
Zu dieser Gruppe gehören reine Metalle und Legierungen mit der elektrischen Leitfähigkeit über 107S·m-1 (dem spezifischen elektrischen Widerstand kleiner als 100 nΩ·m). Das sind Kupfer und Aluminium sowie Silber, Gold und andere metallische Werkstoffe. Kupfer, Aluminium und ihre Legierungen sind mit Abstand die dominierenden Leiterwerkstoffe.
Nennen Sie die wichtigsten Eigenschaften von Kupfer als Leiterwerkstoff.
Kupfer als bedeutender Leiterwerkstoff der Elektrotechnik zeichnet sich aus durch
– sehr hohe elektrische und Wärmeleitfähigkeit;
– optimale Festigkeit, Zähigkeit, hohe Umformbarkeit;
– schlechte Zerspanbarkeit und Gießbarkeit;
– gute Korrosionsbeständigkeit;
– gute Legierbarkeit, Schweißbarkeit, Lötbarkeit;
– moderaten Preis;
– leichte Leitungsmontage.
Erklären Sie den Unterschied zwischen Cu-ETP, Cu-OF und Cu-HCP
Alle diese Cu-Sorten sind hoch leitfähig für Wärme und Elektrizität, ausgezeichnet umformbar, korrosionsbeständig. Sie unterscheiden sich im Restgehalt an Sauerstoff und Phosphor, was vor allem ihre Eignung zur Wärmebehandlung beeinflusst.
– Cu-ETP ist die sauerstoffhaltige Kupfersorte. Wegen der Wasserstoffversprödung ist
ihre Verarbeitung durch Löten, Schweißen und Glühen stark begrenzt.
– Cu-OF ist die hochreine sauerstofffreie nicht desoxidierte Kupfersorte. Sie darf ohne
Rücksichtnahme auf Wasserstoffversprödung wärmebehandelt, geschweißt, weich- oder hartgelötet werden. Sie findet insbesondere in der Vakuumtechnik, Raumfahrt und in der Supraleittechnik Anwendung.
– Cu-HCP ist die sauerstofffreie desoxidierte Kupfersorte mit einem niedrigen Restphosphorgehalt. Sie ist gut wasserstoffbeständig und daher gut schweiß- und lötbar. Der mischkristallin aufgelöste Phosphor reduziert etwas die elektrische Leitfähigkeit.
In welchen Bereichen finden hochlegierte Kupferlegierungen als Leiterwerkstoffe Anwendung?
Hochlegierte Kupferlegierungen sind reinem Kupfer in mechanischer Festigkeit, Elastizität, Abriebfestigkeit, Korrosionsbeständigkeit so wie Verarbeitungseigenschaften überlegen. Dagegen muss man eine deutliche Abnahme der elektrischen Leitfähigkeit in Kauf nehmen.
– Messinge haben im Vergleich zu reinem Kupfer eine höhere Festigkeit, die sich durch Kaltverformung weiter steigern lässt, eine höhere Rekristallisationstemperatur, bessere Gießbarkeit und Spanbarkeit. In der Elektrotechnik und Elektronik werden Messinge hauptsächlich für stromleitende Verbindungs-, Kontakt- und Installationsteile eingesetzt.
– Neusilber besitzt im Vergleich zu Messing erhöhte Korrosionsbeständigkeit und (nach Verformungsverfestigung) Festigkeit. In der Elektrotechnik findet Neusilber als Kontaktwerkstoff in den lötfreien Verbindungen, Schleifkontakten sowie als Hartlot Anwendung.
– Bronzen zeichnen sich gegenüber Messingen durch eine höhere Korrosionsbeständigkeit, Verschleißfestigkeit, Gleitfähigkeit aus. Sie sind aber teurer. In der Elektrotechnik werden vor allem Bronzen mit niedrigem Gehalt an Legierungselementen für mechanisch beanspruchte verschleißfeste Teile mit stromleitender Funktion eingesetzt: Kontaktfedern, Steckverbinder, Schleifringe usw.
Welche Anforderungen stellt man an Leiterwerkstoffe für Freileitungen? Welche Werkstoffe werden dafür eingesetzt?
– Anforderungen: hohe elektrische Leitfähigkeit, hoher Elastizitätsmodul, hohe Zugfestigkeit, gute Korrosionsbeständigkeit, niedrige Masse des Leiterwerkstoffs.
– Werkstoffe: hartgezogene niedriglegierte Cu-Legierungen (CuMg0,2) und Al-Legierungen (Al-Mg-Si „Aldrey“), häufig mit Stahlverstärkung.
Was muss man bei der Kontaktierung von Aluminium beachten?
– Wegen der niedrigeren Kriechfestigkeit von Aluminium und Oxidschichtbildung ist die Kontaktqualität von Aluminium-Verbindungselementen nicht besonders hoch. Schraub- oder Quetschverbindungen mit Aluminium müssen regelmäßig überprüft und nachgezogen werden.
– Zwischen Aluminium und Kupfer bildet sich bei Nässe ein galvanisches Paar, wobei Aluminium als unedleres Element aufgelöst wird. Deswegen müssen die Cu-Al-Kon-
taktstellen gut vor Nässe geschützt werden (z. B. lackiert).
– Wegen der „Purpurpest“ – der Ausbildung spröder intermetallischer Au-Al-Phasen im Kontaktbereich zwischen Aluminium und Gold – sind die direkten Gold-Aluminium-Kontakte zu vermeiden.
– Wegen der Oxidschichtbildung lässt sich Aluminium mit üblichen Methoden nicht löten.
Welche Anwendungen finden Edelmetalle in der Elektrotechnik?
Die wichtigste Eigenschaft von Edelmetallen ist ihre hohe Korrosionsbeständigkeit.
Deswegen findet eine Oberflächenversilberung oder -vergoldung als Schutz gegen
äußere Einflüsse insbesondere für elektrische Kontakte und Hohlleiter eine breite
Anwendung. Außerdem:
– Silber ist ein hochleitender Werkstoff für Anwendungen insbesondere in der Hochfrequenztechnik: für Kabel, Drähte, Litzen, Hohlleiter, für Elektroden bestimmter Arten von Keramik- und Glimmer-Kondensatoren und als Kontaktwerkstoff.
– Gold wird als Werkstoff für Bonddrähte, Leiterbahnen und Kontaktstellen für integrierte Schaltkreise verwendet.
– Platin ist hochschmelzend und verfügt über besonders stabile physikalische Eigenschaften. Es findet als Kontaktwerkstoff, als Werkstoff für Fühler in der Messtechnik sowie als Heizelement in chemisch aktiven Umgebungen Anwendungen.
– Palladium ersetzt oft Platin aus Kostengründen, z.B. in Kontakten.
– Andere Metalle der Platingruppe werden als Legierungselemente zur Erhöhung der
Festigkeit von Kontaktwerkstoffen eingesetzt.