WinterRapakivi_Di10
Di10
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Lernkarten
X 25-Ordnen Sie den Bodenhorizonten entsprechende Eisenoxide zu: Bv, Sd, Go, Gr, Bs.
Bv: Goethit (gelbbraun)
Sd: Lepidokrokit (orange)
Go: Ferrihydrit (braunrot)
Gr: Grüner Rost (blaugrün)
Bs: Ferrihydrit (braunrot)
X 26-Für welche Böden sind introvertierte/extrovertierte Fe/Mn-Anreicherungen typisch? Warum?
Introvertierte Fe/Mn-Anreicherungen:
Pseudogleye (periodisches Stauwasser) Bei Stauwasser entstehen reduzierende Bedingungen, die eine Verlagerung und Anreicherung von Fe2+ und Mn2+ zur Folge haben. Bei Rückgang des Stauwassers dringt Sauerstoff in die Aggregate ein, durch die Oxidation bilden sich im Aggregatinneren braunrote Oxide aus Fe3+ und Mn4+.
Extrovertierte Fe/Mn-Anreicherungen:
Gleye (permanentes Grundwasser) Im sauerstofffreien Gr-Horizont liegen Eisen und Mangan reduziert als Fe2+ und Mn2+ vor. Durch kapillaren Aufstieg gelangen die Ionen in den oxidierenden Go- Horizont, der luftgefüllte Poren besitzt, wo es zur Oxidation und damit zur Anreicherung von Fe3+ und Mn4+ an den Hohlraumwänden kommt.
X 27-Unter welchen Bedingungen bilden sich oberflächennahe Salz- Kalk- und Gipsanreicherungen, in welcher Reihenfolge erfolgt die Akkumulation?
Die Anreicherungen kommen durch Evaporation zu Stande, es wird daher ein warmes und niederschlagsarmes (arides) Klima benötigt. Ausfällung jedoch auch in kaltem Klima, durch Gefrieren des Wassers, möglich. Bei Kalk auch durch Erhöhung der Temperatur oder des pH-Wertes.
Die Abfolge der Anreicherung ist Kalk, Gips, Salz (zunehmendes Löslichkeitsprodukt).
X 28-Was versteht man unter Korngrößenklasse, was unter Textur?
Die Korngrößenklasse ist die Unterteilung von Bodenpartikeln nach ihrem Äquivalenzdurchmesser in die Fraktionen Sand, Schluff und Ton (beim Feinboden).
Die Textur ist die Bodenart, also die gesamte Korngrößenverteilung der Hauptbodenarten.
X 29-Benenne die Korngrößenklassengrenze von S,U,T.
Sand: 2000-63μm
Schluff: 63-2μm
Ton: <2μm
X 30-Was versteht man unter Lehm?
Eine Bodenart aus etwa gleichen Teilen S,U,T.
X 31-Von welchen Parametern ist die Korngröße eines Bodens abhängig?
Ausgangsmaterial und dessen Korngröße
Ausmaß der physikalischen und chemischen Verwitterung Korngröße der Neubildungen
Transportprozesse und Ablagerungsbedingungen
Faktor Zeit
Es wird der prozentuale Anteil der Fraktion in Abhängigkeit vom Korndurchmesser dargestellt. Der Verlauf der Kurve ist dabei kumulativ, sie endet stets bei 100%.
Beispiel Ut: die Kurve zeigt bei der Obergrenze der Tonfraktion einen Anteil von 12% an, bei der Obergrenze der Schlufffraktion 82% und erreicht die 100% im letzten Drittel der Sandfraktion.
X 33-Auf welche Bodeneigenschaften hat die Korngröße einen Einfluss, und führen Sie diesen kurz aus.
-Wasserverfügbarkeit: Korngröße hat Einfluss auf die Porengröße, daraus ergeben sich Matrixpotenziale, die darüber entscheiden, ob Wasser versickert oder durch Kapillarkräfte gehalten werden kann. Das pflanzenverfügbare Wasser (nutzbare Feldkapazität) hängt ebenso von der Porengröße ab.
-Bodenleben: Ist abhängig von der Durchlüftung und vom Porenvolumen.
-Bodengefüge: Wichtig für die Bearbeitbarkeit und Nutzung des Bodens.
-Druckfestigkeit und Verdichtbarkeit: Eignung als Bauuntergrund oder als Wegebaumaterial -KAK, Nährstoffverfügbarkeit, Sorptionsprozesse
X 34-Was verstehen Bodenkundler unter organische Substanz, Streustoffen, Huminstoffen?
Die Bodenkundler unterscheiden lebende Materie und abgestorbene Materie. Die Organische Substanz ist der Oberbegriff für alle abgestorbenen pflanzlichen und tierischen Stoffe in und auf dem Mineralboden und deren Umwandlungsprodukte. Sie wird nach dem Grad der Umwandlung unterteilt in Streustoffe und Huminstoffe.
-Streustoffe: nicht oder nur schwach umgewandelt. Gewebestrukturen morphologisch erkennbar. Kurze Verweildauer im Boden.
-Huminstoffe: im Boden neu gebildete organische Verbindungen; stark umgewandelte (hochmolekulare) Substanzen ohne makroskopisch erkennbare Gewebestrukturen. Stabilisiert gegen Mineralisierung, lange Verweildauer im Boden. Braun bis schwarz gefärbt.
X 35-Wie sind Huminstoffe definiert?
Siehe oben. Huminstoffe werden außerdem unterschieden nach ihrem Löslichkeitsverhalten in Lauge. -Humine: in Lauge und Säure nicht löslich
-Huminsäuren: löslich in Lauge, Ausfällung bei Ansäuerung
-Fulvosäuren: löslich in Lauge und Wasser, keine Ausfällung
X 36-Welche Humusformen gibt es, wie werden diese unterschieden, erläutern Sie die Horizontsymbole.
Waldhumusformen: Mull, Moder, Rohhumus
Mull: L/Ah
Moder: L/Of/Oh/Ah bzw. Aeh
Rohhumus: L/Of/Oh/Ahe bzw. Aeh (mächtige L, Of und Oh Horizonte)
L=litter=Streu, kaum zersetzt
Of=organisch fermentiert: zerkleinerte Streureste, erkennbarer Huminstoffanteil Oh=organisch humifiziert: kaum makroskopische Streureste, Huminstoffe dominieren
X 37-Was bedeuten Mineralisation und Humifizierung?
-Mineralisation: Vollständige mikrobielle Zersetzung organischer Substanz zu anorganischen Stoffen (CO2, H2O, CH4, N2), dabei werden Nährelemente (Mg, Fe, N, S) freigesetzt und in mikrobielle Biomasse eingebaut. Die Redoxreaktionen setzen Energie frei, die die Mikroorganismen nutzen.
Die Mineralisation kann durch Aerobe Atmung, Anaerobe Atmung und Gärung erfolgen (sinkender Energiegewinn)
-Humifizierung: Aufbau von hochmolekularen Huminstoffen und Bindung organischer Substanzen im Boden, die zu einer Stabilisierung führen.
X 38-In welche Phasen wird der Abbau der organischen Substanz untergliedert? Bitte erläutern Sie die wesentlichen Merkmale.
1)Biochemische Initialphase: Biochemische Prozesse (Hydrolyse und Oxidation), die kurz nach dem Absterben einsetzen, ohne Zerstörung der Gewebestruktur. Mineralische Nährstoffe werden freigesetzt und ausgewaschen oder von Pflanzen aufgenommen.
2)Primärzersetzung: Mechanische Zerkleinerung der Streu durch Meso- und Makrofauna sowie Pilze, Zerstörung der Gewebestrukturen, Schaffung neuer Oberflächen. Einarbeiten der Streu in den Boden als Losung.
3)Sekundärzersetzung: Mikrobielle Zersetzung durch Mesofauna, Pilze und Bakterien (Verwesung). Hochmolekulare Verbindungen werden mit Enzymen in ihre Grundbausteine zerlegt. (Cellulose und Stärke-> Glucose; Hemicellulose-> Hexosen und Pentosen; Proteine-> Aminosäuren; Lignin-> aromatische Verbindungen)
Dadurch Aufbau mikrobieller Biomasse. 4)Mineralisierung und Humifizierung
X 39-Aus welchen chemischen Elementen ist die organische Substanz des Bodens im Wesentlichen aufgebaut? Nennen Sie typische durchschnittliche Gehalte.
C: 44-58% O: 42-46% H: 6-8% N: 0,5-4%
X 40-Reihen Sie die Komponenten der organischen Substanz nach der Abbaugeschwindigkeit: Lignin, Stärke, Cellulose, Zucker, Proteine.
Zucker>Stärke>Proteine>Cellulose>Lignin
X 41-Was versteht man unter der mikrobiellen Resynthese?*
Mikroorganismen sind am Wiederaufbau pflanzlicher Polysaccharide beteiligt und stabilisieren diese gegen weiteren Abbau.
X 42-In welcher Form kann organische Substanz im Boden stabilisiert vorliegen? Nennen Sie Beispiele.*
-als schwer abbaubare Huminstoffe
-als Ton-Humus-Assoziate/ organo-mineralische Verbindungen
-als eingeschlossene Anreicherungen im Aggregatinneren
X 43-Welche Stoffgruppen werden dem passiven Humuspool zugerechnet? In welchen Zeitrahmen findet hier eine Umsetzung statt?
Humifiziertes Material und Huminstoffe zählen zum passiven Pool. Die Umsetzung dauert hunderte bis tausende Jahre.
X 44-Aus welchen Bauelementen bestehen Huminstoffe, welche sind für die chemische Reaktivität entscheidend?
Kerne: Benzol, Pyridin, Chinon, Furan, Pyrrol, Naphtalin, Chinolin, Indol
Brücken: O, NH, N, CH2, CC
Funktionelle Gruppen: Carboxyl-, Hydroxyl-, Methoxyl-, Carbonyl-, Amino-Gruppen Die funktionellen Gruppen der Kerne entscheiden über die Reaktivität: -Säure/Base
-Kationen- und Anionentauscher
--Carboxylgruppen geben Protonen ab, wirken als Kationentauscher --Aminogruppen lagern Protonen an, wirken als Anionentauscher -Adsorbtion für Nähr- (Verlust) und Schadstoffe (Immobilisierung)
X 45-Definieren Sie Huminstoffe, Humine und Fulvosäuren.
-Huminstoffe: im Boden neu gebildete organische Verbindungen; stark umgewandelte (hochmolekulare) Substanzen ohne makroskopisch erkennbare Gewebestrukturen. Stabilisiert gegen Mineralisierung, lange Verweildauer im Boden. Braun bis schwarz gefärbt.
-Humine: in Lauge und Säure nicht löslich
-Huminsäuren: löslich in Lauge, Ausfällung bei Ansäuerung
-Fulvosäuren: löslich in Lauge und Wasser, keine Ausfällung
X 46-Welchen Faktoren beeinflussen den Gehalt der organischen Substanz im Boden?
-Alter des Bodens (schneller Anstieg der SOM, dann immer langsamer bis zum Höchstpunkt nach mehreren Tausend Jahren)
-Vegetations- und Klimazone (Tropen, Wüste, gemäßigte Zone)
-Umsatz- und Abbauraten
X 47-Für welche Bodeneigenschafen ist die organische Bodensubstanz entscheidend?
-Fruchtbarkeit des Bodens: Speicher für Nährstoffe durch Adsorption (KAK) und nachhaltige Freisetzung
-Entgiftung des Bodens: Schadstoffe werden immobilisiert durch Bindung oder Sorption an den Huminstoffen
-Bodenleben: heterotrophe Organismen gewinnen Energie aus der organischen Substanz, nutzen natürliche Wirkstoffe
-Bodenphysik: stabile Aggregatgefüge, hohe Wasserspeicherkapazität, Erwärmung durch dunkle Farbe, Vermehrung der Filter- und Pufferkapazität.
X 48-Was ist das Edaphon und wie ist es unterteilt?
Die Gesamtheit der lebenden aktiven Organismen unterteilt in: -Bodenflora: pflanzliche Organismen und Bakterien -Bodenfauna: tierische Organismen
X 49-Wie hoch ist ca. der Anteil der Bodenmikroflora in einem Oberboden eines Waldstandortes?*
etwa 5% des Edaphons
X 50-Von welchen abiotischen Faktoren wird das Leben im Boden bestimmt?
Sauerstoffgehalt, Wassergehalt, pH-Wert, Porenvolumen, Temperatur, Nährstoffverfügbarkeit, Schadstoffbelastung, Bodenchemie, Salinität
X 51-Welche Funktionen beim Abbau der organischen Substanz übernehmen Prokaryonten, Pilze, und Vertreter der Mesofauna und der Makro-/Megafauna?
-Makro-/Megafauna: Primärzersetzung, mechanische Zerkleinerung und Einarbeitung in den Boden -Mesofauna: ebenso Primärzersetzung
-Pilze: Abbau auch schwer abbaubarer organischer Substanz (Cellulose, Lignin, Huminstoffe) und setzen Nährstoffe (Mineralisierung) und niedermolekulare organische Verbindungen frei -Prokaryonten: Mineralisierung der organischen Substanz, auch anaerob
X 52-Welche besonderen Funktionen übernehmen Regenwürmer im Boden? Wie wird die Gruppe der Regenwürmer nach Lebensformen unterschieden?
Neben der Primärzersetzung und der Einarbeitung der Streu in den Boden, beteiligt sich der Regenwurm an der Bioturbation und bewirkt durch sein Tunnelsystem eine gute Bodenauflockerung- und Durchlüftung.
-epigäische Form: besiedelt die Streuschicht und Humusauflage (Lumbricus Rubellus)
-anözische Form: (Vertikalbohrer) fliehen zum Schutz und bei Trockenheit in tiefere Bodenschichten (Lumbricus Terrestris)
-endogäische Form: (Horizontalbohrer) besiedelt den oberen Mineralboden, und bildet ein Gangsystem in 3-5dm Bodentiefe (Apporechtodea Caliginosa)
X 53-Von welchen Gradienten wird das Vorhandensein und Leben von Mikroorganismen in Bodenaggregaten bestimmt?
Sauerstoff, Stickstoff, CO2, NOx, pH, Bodenwasser, Predation
X 54-Wo leben Bodenmikroorganismen in Böden? Bis in welche Porengrößen kommen Springschwänze, Haarwurzeln, Pilze und Bakterien vor?
Bodenmikroorganismen bewohnen Poren im Größenbereich 0,5-200μm Springschwänze bewohnen Poren im Größenbereich 150-5000μm
Haarwurzeln bewohnen Poren im Größenbereich 5-40μm Pilze bewohnen Poren im Größenbereich 2-70μm Bakterien bewohnen Poren im Größenbereich 0,5-5μm
X 55-Welche Bedeutung haben biologische Krusten in den Ökosystemen der Trockengebiete?
-Aufbau von Biomasse (Nahrung für Organismen)
-Stickstofffixierung (Düngung)
-Stabilisierung des Oberbodens (Verminderung der Erosion und der Besiedelung durch höhere Pflanzen)
-Ausscheiden von Schleimhüllen (Bindung äolisch transportierter Partikel)
-Verminderung der Wasserleitfähigkeit des Oberbodens (Erhöhung der Erosion)
-Veränderung der Bodenfarbe (Bodentemperatur)
X 56-Welche Funktionen übernehmen Bodenorganismen im Boden?
-Bioturbation
-Abbau organischer Substanz
-Nahrungs- und Nährstofflieferanten
-Veränderung der Bodenphysik und -Chemie
X 57-Wie können Bodenorganismen geschützt werden?
-Reduzierung der Bodenverdichtung und –Versiegelung -Reduzierung der Schadstoffbelastung
-naturnahe Nutzung der Flächen
-schonende Bodenbearbeitung
X 58-Was versteht man unter der Lagerungsdichte eines Bodens? Was ist im Unterschied dazu das spezifische Gewicht? Geben Sie eine Größenordnung für einen Boden mittlerer Lagerungsdichte.
Die Lagerungsdichte ist das Verhältnis der Trockenmasse zum Volumen des ungestörten Bodens. mittlere Lagerungsdichte: 1,4-1,6g/cm3
Das spezifische Gewicht betrachtet die vom Volumen eingeschlossene Gesamtmasse im Verhältnis zum Volumen.
X 59-Welche Bodenbestandteile wirken verkittend und beeinflussen damit auch das Hohlraumsystem des Bodens?
-organische Substanz
-Tonpartikel
-ausgefällte Ca, Mg-Carbonate
-Oxide/ Hydroxide
X 60-Benennen Sie Prozesse, die an Gefüge-Entstehung und Ausprägung beteiligt sind.
Chemische und physikalische Prozesse: -Flockung und Peptisation
-Quellen und Schrumpfen
-Kohäsion und Adhäsion
-Gefrieren und Auftauen (Hohlräume durch Eisbildung)
Biologische Prozesse:
-Wirkung der Wurzeln (Stabilisierung, Freisetzung organischer Substanz, Wurzelkanäle)
-Aktivität von Bodentieren (Höhlen und Gänge, Turbation, Ausscheiden stabilisierender Polymere) -Aktivität von Mikroorganismen (Lebendverbauung, Hyphen und Bindemittel, Abbau organischer Substanz, Humus als wichtiges Bindemittel)
Anthropogene Prozesse:
-Bodenbearbeitung und Düngung
X 62-Was ist der Unterschied zwischen Porenvolumen und Porenziffer?
Das Porenvolumen (oder Porosität n) ist das Verhältnis von Porenanteil (Vp) zum Bodenvolumen (Vg) während die Porenziffer (ε oder PZ) das Verhältnis von Porenanteil (Vp) zum Feststoffvolumen (Vf) ist.
X 63-Wodurch zeichnen sich sekundäre Bodenporen aus? Welche Prozesse tragen zur Entstehung von sekundären Bodenporen bei? (Stichworte)
Sekundäre Bodenporen sind Poren, die nachträglich im Boden entstanden sind, durch bodenbildende Prozesse wie:
-Quellung und Schrumpfung ton-schluff-haltiger Böden -Bioturbation
-Wurzel- und Tierröhren
-anthropogene Eingriffe (Pflügen)
Sekundäre Poren bilden oft das Grobporensystem (große Bedeutung für Luft- und Wasserhaushalt), können aber auch leicht zerstört werden.
X 64-Was versteht man unter Restschrumpfung?
Als Restschrumpfung bezeichnet man ein fortgeschrittenes Stadium der Schrumpfung, in dem die Schrumpfung nicht mehr im gleichen Maße proportional zur Wasserabgabe ist, sondern geringer ausfällt, da es zu Kornkontakten kommt.