Kunststoffe


Günter Reinke
Diese Lernkarten bieten eine umfassende Übersicht über die Eigenschaften und Verarbeitung von Kunststoffen, insbesondere im universitären Kontext. Sie behandeln Themen wie Polymerisation, Spannungen, Druck und Temperatur, wobei Begriffe wie Monomer, Polymer und Strukturformel zentral sind. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Studierende der Chemie, die sich mit den Grundlagen und Anwendungen von Kunststoffen vertraut machen möchten.
Karten
55
Lernende
6
Sprache
Deutsch
Kategorie
Chemie
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
09.10.2013 / 15.02.2017

Lernkarten

Erkläre den Begriff Residualmonomer (Restmonomer) und wo tritt er auf?

Grundsätzlich verbleibt Restmonomer nach erfolgter Polymerisation im Kunststoff .Er tritt erhöht bei fehlerhaft polymerisierten Werkstücken auf.

Eine Ursache für einen hohen Restmonomeranteil kann ein zu hoher Anteil von Monomer beim Anteigen sein. Restmonomer kann jedoch durch nachpolymerisieren oder durch Lagerung im Wasserbad (24 Stunden) verringert werden.

Was bedeutet: Ein Heißpolymerisat hat einen Polymerisatiosgrad von 3000?

Der Polymerisationsgrad gibt an wie viele Grundmoleküle sich zu einem Makromolekül zusammengeschlossen haben. Bei einem Polymerisationsgrad 3000 haben sich 3000 Grundmoleküle zu einem Makromolekül zusammengeschlossen.

Wie kann der Polymerisatiosgrad im Labor gesteuert werden?

hohe Temperaturen (bzw. starkes Licht oder hoher Druck):

-        hohe Reaktionsgeschwindigkeit = niedriger Polymerisationsgrad

niedrige Temperaturen (bzw. schwaches Licht oder geringer Druck):

-        geringe Polymerisationsgeschwindigkeit =hoher Polymerisationsgrad

Wenn man bei einem Heißpolymerisat mit niedriger Temperatur beginnt, öffnen sich wenige Doppelbindungen - die Ketten werden dadurch länger

Welchen Vorteil für das Endprodukt hat ein hoher Polymerisationsgrad?

Die Physikalischen Eigenschaften sind besser: je länger die Makromoleküle sind, desto mehr sind diese ineinander verschlungen

Der Kunststoff wird dadurch stabiler /widerstandsfähiger gegen mechanische Beanspruchung

Was versteht man unter dem Begriff Polymerisationskeim?

Nach der Startreaktion entstandene Grundmoleküle haben an ihren Enden freie Radikale, sogenannte Grundradikale. Grundradikale nennt man auch Polymerisationskeime  . Die Anzahl der Polymerisationskeime hängt ab von der Stärke der Energiezufuhr ab (Wärme, Druck, ultraviolettes Licht).

Erkläre den Begriff Polymerisationskontraktion. Von welchen Faktoren ist sie abhängig?

Polymerisations kontraktion :

Unter Polymerisationskontraktion versteht man die Volumenabnahme bei der Polymerisation. Die Polymerisationskontraktion ist eine Folge der Zusammenlagerung von Einzelmolekülen zu Makromolekülen. Die entstandenen Riesenmoleküle nehmen weniger Raum ein als die einzelnen Grundmoleküle. (Dichte Monomer 0,96 g/cm3, Dichte Polymer 1,2 g/m3)Die Volumenabnahme entsteht hauptsächlich dann, wenn

- der Kunststoffteig einen Überschuß an Monomer enthält.

Was versteht man unter a) thermoplastischer b) chemoplastischer Verarbeitung von Dentalkunststoffen?

Thermoplastische Verarbeitungsverfahren

Bei diesem Verfahren handelt es sich um eine Plastifizierung des Polymers durch Wärmezufuhr, die so weit geht, daß das Material zähflüssig in eine Form gedrückt werden kann. Temperatur und Verarbeitung nach Hersteller Angaben.

Beschreiben Sie kurz folgende Verarbeitungsverfahren Spritzguß

Spritzguss

Granuliertes Material wird in einem Zylinder, der von einer Heizspirale umgeben ist plastifiziert und unter hohem Druck innerhalb kürzester Zeit in die Hohlform gespritzt.(Spezialküvette)

Abkühlung und Härtung unter Druck innerhalb der Küvette

Material : Modifiziertes PMMA (Polyan)

Beschreiben Sie kurz folgende Verarbeitungsverfahren Stopf-PreßVerfahren

Stopf-Preß-Verfahren

Nach Herstellerangaben angemischter Kunststoffteig wird in den entstandenen Hohlraum der Küvette gelegt und man verdichtet ihn durch Druck (hydraulische Küvettenpresse). Wenn eine Polyethylenfolie zwischen beide Küvettenhälften gebracht wird, kann eine Zwischenpressung erfolgen. Nach dem Preßvorgang bügelt man die Küvette in einem Spannrahmen ein und polymerisiert den Kunststoff im Wasserbad. Das Prinzip ist sowohl für Prothesenbasen als auch für Kunststoffverblendungen von Kronen und Brücken (veraltet) gleich.

Beschreiben Sie kurz folgende Verarbeitungsverfahren : lnjektionsverfahren (chemopl.)

Injektions verfahren (Nachpreßinjektortechnik)

Bei einem Injektionsverfahren mit Heiß- oder Kaltpolymerisat wird die Mischung von Monomer und Polymer in die geschlossene Küvette durch Kanäle eingedrückt. Es ist ein entsprechendes Nachfüllreservoir vorhanden, das so lange plastisch bleibt, bis die Prothese vollständig polymerisiert ist. Da es unter ständigem Druck steht, wird die Schrumpfung während der Polymerisation durch nachgeführtes Material ausgeglichen. Dies wäre nicht möglich, wenn zuerst die Bereiche um die Einspritzkanäle polymerisieren würden.

  1. Beschreiben Sie kurz folgende Verarbeitungsverfahren : Gießverfahren (Fertigstellung Modellguss )

Gießverfahren

Als Gießverfahren ist das zur Komplettierung von Modellgußprothesen vielfach angewendete Einfüllen eines kaltpolymerisierenden Basiskunststoffs in einen Vorwall aus Gips oder Hartsilikon zu betrachten. Für die Startreaktion ist im Drucktopf Wasser von ca. 40 0C notwendig. Eine nähere Beschreibung des Vorgangs erübrigt sich, da das Verfahren allgemein bekannt sein dürfte.

Welche Vorteile hat die Naß-Druck-Polymerisation gegenüber der Polymerisation bei Atmosphärendruck?

  • Bessere Verdichtung des Werkstoffes
  • Größere Homogenität u. Porenlosigkeit u. Festigkeit
  • Hoher Druck erhöht den Siedepunkt des Monomers, dadurch werden Siedeblasen vermieden
  • Kontraktionslunker können nicht entstehen
  • Wasser dient als Überträger von gleichmäßiger Wärmeenergie auf den Kunststoff

Welche Auswirkung auf die Eigenschaft des Wachses hat ein hoher Anteil an Kolophonium? Warum enthalten Klebewachse einen hohen Anteil an Kolophonium?

Bewirkt Zähigkeit, Sprödigkeit, Klebrigkeit und erhöht den Erweichungspunkt.

Klebewachs muß sehr hart , spröde sein damit gut hält und man einen Bruch gut sieht.

Beschreiben Sie das Expansions- und das Kontraktionsverhalten von Wachsen. Welche Konsequenz für den Umgang mit Wachsen ziehen Sie aus dem Verhalten?

Je höher die Verarbeitungstemperatur des Wachses desto größer die Kontraktion beim Abkühlen. Zur vermeidung von Spannungen Wachse bei möglichst niedriger gleichbleibender Temperatur verarbeiten, zB. Elek.Wachsmesser oder Wachskonstanter

Beschreiben Sie zwei Möglichkeiten, wie Spannungen innerhalb der Wachsmodellation entstehen können. Wie können diese Spannungen vermieden werden?

Bei Plastischer Verformung

Wird Wachs erwärmt sind seine Molkeküle gegeneinander verschieblich. Es entstehen Spannungen.Der ausgleich der Spannungen ist Zeit und Temperatur abhängig.

Bei Formung aus der Schmelze

Das Wachs kann auch durch die Form der modellation an der Kontraktion gehindert werden zB. durch den Zahnstumpf in zirkulärer Richtung. Dadurch können Spannungen entstehen die eine Kontraktion der Krone nach dem Abhaben bewirken kann.

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