Welternährung und Agrarmärkte
ETH Umweltnaturwissenschaften, 3. Semester
ETH Umweltnaturwissenschaften, 3. Semester
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Flashcards
Marktgleichgewicht:
- Wann ist es erreicht?
- Wieso sollte es angestrebt werden?
- Was sind die voraussetzungen?
1. Das Gleichgewicht (E) ist dann erreicht, wenn die Summe von Produzentenrente und Konsumentenrente maximal ist. --> angebotene Menge = nachgefragte Menge
2. Bestmögliche Lösung für alle Marktteilnehmer, niemand wird benachteiligt.
3. vollkommener Wettbewerb, keine externen Effekte, vollständige Information aller Marktteilnehmer
Welche Folgen hatte die Liberalisierung des Käsemarktes?
Vorallem der Handel musste effizienter werden. Die Margen nahmen ab. Nach Aussage von Jörin änderte sich nicht viel für die Bauern, ungefähr gleich viel für die Milch.
Was passiert wenn ein Markt von einem Monopolist beherrscht wird?
Wo ist der maximale Gewinn für den Monopolist möglich?
Der Monopolist legt die Preise nach seinem Willen fest. Konsumenten können weniger kaufen und müssen mehr zahlen --> Wohlfahrtsverlust!!! Konsumenten sind also an einem vollkommenen Wettbewerb interessiert.
Der max. Gewinn erreicht der Monopolist wenn diejenige Menge am Punkt, wo der Grenzerlös des Monopolist (gestrichelte Linie) die Grenzkostenkurve schneidet, verkauft. Aus diesem Punkt ergibt sich auch der Preis.
Was passiert wenn der Markt von einem Monopsonist beherrscht wird?
Welche Bauern sind von fehlendem Wettbewerb am meisten betroffen und wieso?
Welche Haushalte sind von fehlendem Wettbewerb betroffen?
Wieder die schwächsten. Können gerade ihre Grundbedürfnisse decken, wird dort ein Monopolist aktiv können sie nicht umschwenken. Viele Agrarprodukte sind Grundbedürfnisse deshalb dort extrem wichtig Monopole zu verhindern.
Welche negativen und positiven externen Effekte gibt es?
negative Externe Effekte: Schaden wird nicht vom Verursacher bezahlt. Würde man ihm die Preise jedoch anhängen, würden die Preise extrem steigen. (z.B. für Kleidung) --> Fehlendes Verursacherprinzip
positive Folgen: Alle haben einen Nutzen von einer Handlung, ohne dass jemand etwas dafür zahlt. z.B. bekommen Bauern Direktzahlungen für die Leistungen für die sie keinen Lohn erhalten (z.B. das Mähen von Wiesen bis in Juni herauzuzögern). Durch diese Zahlungen wird das Trittbrettfahrerproblem (wenn der das nicht macht muss ich auch nicht) gelöst.
Was wird unter einem opitmalen Ausmass eines externen Effekts verstanden?
Optimaler Grad des Schadens: Wenn man die Schädigung auf 0 zurückfährt wird dies extrem teuer. Optimum zwischen Schaden und Preis muss gefunden werden.
Optimaler Grad des Nutzens: um auch noch die letzte Bergwiese zu nutzen müsste man extrem viel Geld inverstieren. Auch hier Optimum zwischen Nutzen und Preis finden.
Was brachte die Agrarpolitische Reform von 1992?
trennung von Preis und Einkommenspolitik
für den öffentlichen Nutzen den Bauern erbringen werden sie durch den Staat bezahlt, dort gibt es politische Entscheide.
Private Güter (Produkte) werden durch Marktpreise bezahlt. (Fast) keinen Eingriff durch Staat.
Anfang der deregulierung des Agrarmarktes.
Exkurs: gib ein Beispiel wieso es wichtig ist, dass Agrarökonomen die Elastizitäten der Bauern abschätzen?
Monsanto verkauft ein Herbizid, welches keine Wirkung bei ihrem Saatgut zeigt. Allerdings sind die Pflanzen aus dem Saatgut nicht mehr fruchtbar. Bauern können also kein eigenes Saatgut herstellen. Müssen immer wieder bei Monsanto Saatgut kaufen solange sie das gute Herbizid nutzen. D.h. die Bauern haben auf Saatgut eine sehr geringe Elastiziät, da nur Monsantos Saatgut funktioniert. --> d.h. Elasitizität indikator für Monopolist
Welche beiden Marktdefekte gibt es bei asymmetrischer Information?
Adverse Selektion: keine Unterscheidung von guter zu schlechter Qualität möglich --> Gesamtqualität nimmt ab --> Zahlungsbereitschaft für hohe Qualität vorhanden, allerdings findet Transaktion nicht mehr statt
Moral Hazard: keine Prüfung der Vertragseinhaltung möglich --> gute Vertragspartner ungerechtfertigt belastet, da Zuschlag für Risikonehmer erhoben wird
Nenne 4 Gütertypen und deren Grad der potenziellen Informationsasymetrie.
1. Neoklassisch-homogenes Gut: Qualität bekannt --> Grad = 0
2. Such- bzw. Inspektionsgut: Qualität kann sichtbar gemacht werden unter geringen kosten --> Grad: gering
3. Erfahrungsgut: Qualität erst nach Konsum sichtbar, oder unter hohen Kosten vorher (z.B. Restaurant) --> Grad: mittel
4. Vertrauens- oder Glaubensgut: Qualität nicht sichtbar (z.B. Medikamente)--> Grad: hoch
Wie wirkt sich die asymmetrische Informationsverteilung auf das Nachfrageverhalten aus?
Erkläre an einem Beispiel die adverse Selektion.
(Occasionsautos, nach Akerlof)
Auf dem Markt gibt es gleich viel gute Occasionen für 2400 Chf wie schlechte für 1200 Chf. Falls asymm. Infoverteilung kann Kunde Qualität nicht einschätzen --> nur noch bereit einen Mischpreis E zu bezahlen.
E = (0.5* 2400) + (0.5* 1200) = 1800
Zum Preis E will aber kein Anbieter gute Ocassionen verkaufen! Qualität nimmt ab, obwohl es Leute gibt welche bereit wären 2400 für eine gute zu bezahlen.
Wie kann das Problem der asymmetrischen Information überwunden werden?
1. Screening: verbessern des Informationsstandes durch Selbstinformation oder Einschalten eines Spezialisten
2. Signaling: Informationsübertragung wie z.B. Reputation. Information dass dieser Verkäufer gute Qualität hat wird von früheren Käufern zur verfügung gestellt. Reputation im Agrarmakrt sehr wichtig.
Wie kann eine Reputation aufgebaut werden?
- häufiges Verkaufen eines Produktes
- einfache Qualitätseinsicht
- Je länger ein Anbieter auf dem Markt ist
Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit der Marktmechanismus zu einer Verbesserung der Wohlfahrt beitragen kann?
1. Funktionierender Wettbewerb
2. Internalisierung externer Effekte
3. Ausreichende Information der Marktteilnehmer
Exkurs: Ist die Hochpreisphase für verschiedene Getreidesorten vorbei (Weizen, Mais, Soya)? (I/II)
In den letzten Jahren sehr volatile Preise auf einem hohen Niveau --> sehr volatil = schwierig vorauszusagen.
- Im Moment jedoch sehr volle Lager also guter Puffer --> keine starken Preisanstiege
- In USA 40% des Mais zu Ethanol --> treibt Preise nach oben, anders als bei Weizen
- Brasilien 3-4% höhere Soyaernte --> tiefere Preise
Exkurs: Wieso hat eine kleine Mengenänderung der Brasilianischen Ernte von 3-4% überhaupt einen Einfluss auf den Weltmarkt preis?
- Brasilien einer der grössten Produzenten --> 3-4% immer noch enorme Mengen auf dem Weltmarkt
- Preiselastizität auf den Agrarmärkten ist sehr gering! --> schon bei kleiner Mengenänderung ist eine Preisänderung zu spüren.
Wie unterscheiden sich das kurzfristige und das langfristige Angebot am Beispiel einer schlechten Ernte?
(elasitziät)
Grafik: dicke schwarze kurve = Nachfragekurve
Kurzfristiges Angebot: keine Zeit für Reaktion --> Kunden können nicht reagieren--> keine Elasitzität & Nachfragekurve senkrecht --> Preise steigen sehr stark für kleine Mengenänderung!
Langfristiges Angebot: länger Zeit für Reaktion --> Kunden können reagieren (z.B. umstieg auf anderes Produkt) --> grössere Elasitziät & Nachfragekurve nicht senkrecht --> Preise steigen nicht so stark für kleinere Menge
Nenne je 5 Bestimmungsgründe für Angebot und Nachfrage im Marktgleichgewicht.
Angebot:
-Preis des Agrarprodukts
- Preise anderer Agrarprodukte
- Preise der Inputs
- Technischer Fortschritt
- Witterungseinflüsse
Nachfrage:
- Preise der Produkte
- Preise anderer Produkte
- Einkommen
- Bevölkerungszahl
- Präferenzen
Wie hat sich das Gleichgewicht auf den Agrarmärkten in der Vergangenheit verändert und was wird es in Zukunft tun?
(ganz grob, Angebot und Nachfrage)
In der Vergangenheit nahm das Angebot stärker zu als die Nachfrage --> Sinkende Preise
In der Zukunft wird die Nachfrage sehr wahrscheinlich stärker steigen als das Angebot --> steigende Preise
Was ist eine Transformationsfunktion? Was hat sie mit dem Agrarpotential zu tun? Welche Nachhaltigkeitskonflikte kann man aus ihr entnehmen?
Die Transformationsfunktion gibt an welche Gütermengenkombinationen bei gegebenem Input möglich sind. Dies wiederspiegelt das Agrarpotential (mit der Fläche, Düngereinsatz usw lässt sich soviel Weizen produzieren). Mehr Ressourcen (bei gegebener Technologie) --> grössere Produktionsmöglichkeiten & höhere Produktionsintensität
Nachhaltigkeitskonflite (Grafik rechts): Welche der beiden Kurven wird angestrebt?
Rote Kurve = Mehr Input --> es wird mehr produziert. Dadurch fallen die Preise --> einfacher für Menschen in 3. Welt an Nahrung zu kommen. Jedoch höherer Input --> mehr Umweltschädigung
Blau Kurve = weniger Input --> es wird weniger produziert. Ökologisch nachhaltiger und besser. Allerdings mit starken Preisaufschlägen verbunden und somit für die ärmsten sehr gefährlich.
Was ist an dieser Grafik interessant?
Schweiz zählt gemessen an der Bevölkerungszahl zu den grössten Nahrungsmittelimporteueren welt weit!
Der steigende Wohlstand in China führt zu einem steigenden Fleischkonsum. China importier deshalb viele Oilseeds um dann selbst Fleisch herzustellen. Sie Importieren also die landintensiven Agrarprodukte und veredeln diese dann zu Fleisch!
China wurde zu einem sehr grossen Importeur für Agrarprodukte, entgegen den Befürchtungen, dass China die Weltmärkte mit billiger Nahrung überschwemmt.
Wieso kommt es überhaupt zu Handel?
Komparative Kostenvorteile motivieren zum Tausch. Ein Land kann im Vergleich zum Weltmarkt billiger ein Produkt herstellen (dunkelgrüne Kurve deshalb weiter unten) und wird dies deshalb exportieren. Für ein anderes Land ist es teurer dieses Gut selbst (hellgrüne Kurve deshalb weiter oben) herzustellen und Importiert es deshalb.
Marktöffnung und somit freier Handel hat immer mehr Vorteile als nachteile <-- (aufpassen!)
Ein Land produziert zwei Güter. Erkläre anhand einer Grafik die Situation im Land bei geschlossenem und bei offenem Markt. Wo findet man Import und Export in dieser Grafik?
Grüne Kurve = Produktionsmöglichkeitenkurve, alle Güterkombinationen welche in dem Land mit den gegebenen Ressourcen hergestellt werden können
geschlossener Markt: Ausgehend von den Präferenzen der Bevölkerung im Land gibt es eine Indifferenzkurve. Schnittpunkt A gibt an wieviel von jedem Produkt das Land herstellen muss.
offener Markt: Durch andere Preise verschiebt sich die Indifferenzkurve. Aus Verhältniss von Preis Gut 1 und Preis Gut 2 lässt sich eine Tangente an die neue Indifferenzkurve legen, welche das bevorzugte Güterbündel D beschreibt. Dort wo diese Tangente die Produktionsmöglichkeitenkurve schneidet, ist das Güterbündel welches das Land bei offenem Markt herstellen sollte.
man kann daraus schliessen, dass die Liberalisierung vorallem für Industrienationen wie in Ostasien von Vorteil ist. Für Länder mit einer sehr schwachen Wirtschaft (Südasien, Sub saharan Africa) kann sie sich jedoch sogar negativ auswirken --> sehr gefährlich für diese Länder, bedürfen eines zusätzlichen Schutzes.
Jedoch über alles gesehen einen Einkommensgewinn.
Wie stehen ökonomische Freiheit und Wohlstand zueinander?
Je mehr ökonomische Freihiet deso mehr Wohlstand gibt es in einem Land.
Beides sind Länder mit sehr vielen Rohstoffen. Sie sind also nicht angewiesen auf einen freien Handel, sondern können mit dem Verkauf ihrer Rohstoffe schon sehr viel Wohlstand generieren.