Waldbewirtschaftung
UBRM
UBRM
-
- 1 / 60
-
Flashcards
Geben sie eine Definition von Volumen und Form einzelner Bäume! (10 Punkte)
• Nach Organen - Stockholz: Schaftholz + Astholz = Baumholz
• Nach der Dimension
Derbholz + Reisholz = Baumholz
Astderbholz + Astreisholz = Astholz
Schaftderbholz + Schaftreisholz = Schaftholz
Derbholz + Reisholz = Baumholz
Beschreiben sie das Kubieren von Schaftteilen! (10 Punkte)
Kubieren = Den Festgehalt von Baumstämmen ermitteln.
Huber: Es wird in der Mitte des Baumstammes gemessen: v = gm * l - meistens wird das Volumen unterschätzt.
Smalian: Es wird an beiden Enden des Baumstammes gemessen: v = go + gu * l / 2 - meistens wird das Volumen überschätzt.
Beschreiben sie die Winkelzählprobe! (10 Punkte)
Jeder Baum, der breiter als Sichtwinkel erscheint wird gezählt (einmal im Kreis drehen) . repräsentiert k m2/ha Kreisflächendichte. Man erstellt einen Sichtwinkel mithilfe eines Daumen, Messblättchen oder Zählrohres und rechnet ihn dann mit folgenden Formeln aus:
G [m2 / ha ] = z * k =N*k G… Grundfläche
N / ha = S k/g K… Winkel= Zählfaktor
V [Vfm / ha ] = k * S fh N.. Anzahl
V..Vorrat
Beschreiben sie die Ausformung und Vermessung von Rundholz! (10 Punkte)
Ausformung bedeutet Bildung von Sortimenten mit bestimmten Dicken- / Längen- und Qualitätsmerkmalen. (erfolgt im Bestand, Waldlager, Werk)
Die Ausformungsrichtlinien definieren Handelssortimente (Stärken-, Längen- u. Gütermerkmale von Stammabschnitten). Auf Grund der Internationalisierung ergeben sich jedoch Probleme für die Vergleichbarkeit von Messangaben.
Vermessung (von Rundholz):
1) Mittendurchmesser bei halber Nennlänge (abgerundet);
2) Nennlänge + 1 % (mindestens aber 6 cm)
3) Werksvermessung: meist vor der Entrindung
4) Probleme: Zuordnung der Güteklasse, Abwesenheit des Verkäufers
5) Rindenanteil:
• Messung in Rinde .
Vol. ohne Rinde (Rindenabzug) . Abzüge vom Volumen
Beschreiben sie die theoretische Ausformung eines Einzelbaumes! (10 Punkte)
Man schätzt die Sortenanteile durch Verwendung von Tabellenwerken: es gibt Sortentafeln für Einzelstämme und Bestände, Ziel ist die Schätzung des Wertes von noch stehenden Einzelbäumen bzw. Beständen
vfm . efm . Aufteilung ( . Bewertung )
Es gibt dafür in Österreich folgende Tabellenwerke: Fichte (4), Tanne, Kiefer, Lärche und Buche
Theoretische Ausformung eines Einzelbaumes: siehe z.B. Sortentafel für Fichte : Bhd=44 cm, h=35,2m
Anpassungsmaßnahmen an eine Klimaänderung können in der Waldbewirtschaftung auf unterschiedlichen Ebenen getroffen werden. (a) Nennen Sie drei wesentliche Ebenen (b) und nennen Sie für jede Ebene jeweils ein Beispiel für eine Anpassungsmassnahme.
• Bestand
. Waldverjüngung (oder Waldpflege, Holzernte)
• Forstbetriebe
. Planung (oder Forstschutz)
• Politik
. Riskmanagement (oder Infrastruktur und Transport, Baumschulen, Züchtung)
Welche zwei grundlegenden Strategien gibt es aus der Sicht der Forstgenetik mit dem Klimawandel umzugehen? (5 Punkte)
(a) Erhöhung der genetischen Angepasstheit
. Förderung der genetischen Spezialisten
(b) Erhöhung der genetischen Anpassungsfähigkeit
. Förderung der genetischen Generalisten (Erhöhung der genetischen Varianz)
Ist der österreichische Wald seit 1990 eine Quelle oder Senke für Kohlendioxid? Wovon hängt die Senkenstärke hauptsächlich ab? (5 Punkte)
Eine Senke. Die lebende Biomasse und der Waldboden entziehen der Atmosphäre CO2. In der Zeitperiode von 1990-2002 war der österreichische Wald eine Senke für 19 Prozent der österreichweiten Treibhausgasemissionen.
Vom Waldboden, weil er 44% mehr Kohlenstoff aufnehmen kann als die Waldbiomasse.
In welcher Weise ist der Artikel 3.3 des Kyoto Protokolls relevant aus der Sicht der österreichischen Waldbewirtschaftung? (10 Punkte)
Gemäß Art. 3.3 des Kyoto Protokolls müssen Veränderungen im Kohlenstoffvorrat durch Aufforstungen und Rodungen zwingend ausgewiesen werden. Über die aufgeforsteten Flächen muss ein Nachweis erbracht werden. Rodungen müssen angerechnet werden, wenn sie seit 1990 ausgeführt wurden. Über die gerodeten Flächen muss genau Buch geführt werden.
Der Wald spielt im Klimaschutz also eine wichtige Rolle, der mögliche Beitrag zum Erreichen des Kyoto-Zieles ist aber aufgrund der "Kyoto-Spielregeln" begrenzt.
Nennen sie 5 wichtige Eigenschaften welche sie zur waldbaulichen Charakterisierung einer Baumart in Österreich verwenden können. Fügen sie zu jeder Eigenschaft eine Baumart als typisches Beispiel an. (10 Punkte)
• Standortanspruch: kalkreich . Rotbuche
• Herkunft: subalpin . Spitzfichte / montan . Bergichte / submontan . Voralpenfichte
• Vermehrung: einhäusig . Fichte
Nennen Sie 5 typische (potentiell natürliche) Waldgesellschaften der hochmontanenStufe in Österreich! (5 Punkte)
• Buche auf Kalk
• Fichten-Tannen-Buchen-Wälder
• Fichten-Tannen-Wälder
• Fichten-Wälder
• Lärche-Bergahorn
Nennen Sie die charakteristischen Merkmale von Ökogrammen nach Ellenberg und skizzieren sie das Ökogramm einer Baumart! (10 Punkte)
Zeigen unter welchen Standortsbedingungen BA Vorkommen, wo ihre beste Wuchsleistung ist. (s. Frage 15)
• Weit schraffiert = physiologische Amplitude oder „Potenzbereich“
• Eng schraffiert = physiologischer Optimalbereich oder „Potenzoptimum“
• Dick umrandet = Bereich in dem die betr. Baumart bei natürlichem Konkurrenzkampf mehr oder minder stark zur Herrschaft gelangt „Existenzoptimum“
• gestrichelt umrandet = Existenzoptimum wird mit anderen Baumarten geteilt bzw. (bei Pinus) gilt nur für das südliche und östliche Mitteleuropa
Nennen Sie fünf mögliche Funktionen von Totholz im Rahmen der Waldbewirtschaftung und geben sie je ein Beispiel für dessen Wirkung! (10 Punkte)
• Lebensraum
. Spechthöhle
. Bruthöhle
. Überwinterungsquartier
. für Ameisen
• Bestandteil des Ökosystems Wald
Nennen Sie 5 relevante NTFPs (Non Timber Forest Products) heimischer Wälder! (5 Punkte)
. Pilze und Beeren: man darf nicht mehr als zwei Kilogramm pro Tag pflücken,
außerdem sind Sammelveranstaltungen verboten (Teilnahme und Organisation)
. Streunutzung:
o Aststreu (grüne Äste von Bäumen)
o Bodenstreu (Waldboden- Einbußen Lebens u. Zuwachskraft)
. Waldweide: weit verbreitet waren Ziegen und Schweine (Verjüngung verhindert durch Trittschäden, selektiven Verbiss)
. Harznutzung: Harzausfluss durch Verletzung von Rinde und Splint (Terpentin, Pechöl)
Nennen Sie 5 relevante Dienstleistungen (Ecosystem Services) heimischer Wälder! (5 Punkte)
• Holz als Rohstoff
• Sicherung der Trinkwasserversorgung
• Schutz vor Naturgefahren
• Kohlenstoffsenke gegen den Klimawandels
• Wirtschaftliche, soziale und kulturelle Funktion
• Wälder bieten Millionen Menschen weltweit Lebensunterhalt und Arbeitsplätze.Nährstoff und Wassserkreisläufe
• Bodenbildung und Erhaltung
• Beständigkeit gegen invasive Arten
• Pflanzenbestäubung
• Klimaregulierung
• Schädlingsbekämpfung
• Schutz gegen Umweltverschmutzung
Nennen Sie die drei „Säulen“ der Nachhaltigkeit und geben sie je ein Beispiel mit Bezug zur Waldbewirtschaftung! (5 Punkte)
• ökologische Nachhaltigkeit (Langfristig)
• ökonomische Nachhaltigkeit (Mitteleinsatz)
• sozio- kulturelle Nachhaltigkeit (Verantwortung)
Ökologisch Ökonomisch Sozial
Klimaschutz, Ressourcenschutz, Artenerhaltung Dauerhafte Erwerbsgrundlage, effizientes kostenbewusstes Handeln, gesamte Lebenszyklus Betrachtung Wald als Erholungsgebiet für alle.
.Nur so viel beanspruchen wie erneuerbar
.Nicht über wirtschaftliche Verhältnisse
.Wenig soziale Spannungen, friedlich
Nennen sie die 6 Kriterien einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung im Sinne der MCPFE - Forstministerkonferenz zum Schutz der Wälder in Europa (10 Punkte)
1. Erhaltung und angemessene Verbesserung der Waldressourcen und ihr Beitrag zu globalen Kohlenstoffkreisläufen
2. Erhaltung der Gesundheit und Vitalität von Waldökosystemen
3. Erhaltung und Stärkung der produktiven Funktionen der Wälder (Holz- und Nichtholzprodukte)
4. Erhaltung, Schutz und angemessene Verbesserung der biologischen Vielfalt in Waldökosystemen
5. Erhaltung und angemessene Verbesserung der Schutzfunktionen in der Waldbewirtschaftung
6. (insbesondere Boden und Wasser)
7. Erhaltung und Verbesserung der anderen sozialen Funktionen des Waldes
Nennen Sie 5 allgemeine Anforderung an die Entwicklung und Anwendung von Nachhaltigkeits-Indikatoren in der Waldbewirtschaftung! (5 Punkte)
• Praktikabilität
• Kommunikation
• Sensitivität
• Validität
• Transparenz
Nennen Sie 5 mögliche Einsatzgebiete für Indikatoren einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung! (5 Punkte)
. als Berichtsinstrumente für die Beschreibung und Diagnose einer gegenwärtigen Situation
. als Kommunikationsmittel zur Erhöhung von Verständlichkeit und Transparenz komplexer Sachverhalte
. als Vorhersageinstrument für zukünftige Trends
. als Instrument zur Zusammenführung von Informationen und Interessen aus unterschiedlichen Bereichen
. als Instrumente der politischen Kontrolle
. als Prüfhilfe für die Effizienz von Programmen und Maßnahmen
. als Instrument im betrieblichen Controlling und in der Entscheidungsunterstützung
Nennen Sie 5 Aspekte einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung, welche auf die Erhaltung der Gesundheit und Vitalität von Wäldern eingehen! (5 Punkte)
• Wiederherstellung degradierter Waldökosysteme
• Minimierung des Risikos für Zerstörung und Beschädigung von forstlichenÖkosystemen
• Überwachung biotischer und abiotischer Faktoren (z.B Schädlinge, Krankheiten, Brände und Luftverschmutzung)
• natürliche Strukturen und Prozesse fördern
• Aufforstung / Wiederaufforstung mit Baumarten und Provenienzen die an den Standort angepasst sind
• Pestizide, Herbizide, Düngemittel, Verschmutzung mit Öl und Ablagerung von Müll vermeiden
• Erhaltung, Schutz, Verbesserung der Waldfläche