SAQ
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Cartes-fiches
Um eine ausgeglichene wirtschaftliche Entwicklung zu erreichen, verfolgt die Wirtschaftspolitik welches sechs klassischen Ziele:
- Stetiges und angemessenes Wirtschaftswachstum
- Vollbeschäftigung
- Stabilität des Preisniveaus
- Aussenwirtschaftliches Gleichgewicht
- Sozialer Ausgleich durch eine verbesserte Verteilung von Einkommen und Vermögen
- Schutz der Umwelt und der natürlichen Ressourcen
Wer betreibt Wirtschaftspolitik, wer sind die Entscheidungs- und Einflussträger?
- Parlamente und Regierungen
- Organe der Rechtsprechung
- Zentralbank
- Arbeitsmarktverbände (Gewerkschaften und Arbeitgeber)
- Produzenten-Organisationen (Industrie-, Handels-, Handwerks- und Landwirtschaftskammern)
- Supranationale Organisationen (z. B. Organe der Europäischen Union)
Um eine ausgeglichene wirtschaftliche Entwicklung zu erreichen, verfolgt die Wirtschaftspolitik welche sechs klassische Ziele:
- Stetiges und angemessenes Wirtschaftswachstum
- Vollbeschäftigung
- Stabilität des Preisniveaus
- Aussenwirtschaftliches Gleichgewicht
- Sozialer Ausgleich durch eine verbesserte Verteilung von Einkommen und Vermögen
- Schutz der Umwelt und der natürlichen Ressourcen
Was misst man mit dem BIP und was heisst es?
Bruttoinlandprodukt
Mit dem BIP misst man, wie viel Waren und Dienstleistungen in Unternehmen und Staat im Laufe eines Jahrs erzeugt und wofür sie verwendet wurden
Was misst man mit dem BNE und was heisst es?
Bruttonationaleinkommen
Das BNE beantwortet die Frage, wie viele Werte einer Volkswirtschaft im Laufe eines Jahrs neu zur Verfügung standen
Was misst man mit dem Volkseinkommen?
Mit dem Volkseinkommen misst man die Verteilung der geschaffenen Werte. Das Volkseinkommen beantwortet die Frage, wie die Einkommen auf Arbeit, Unternehmertätigkeit und Vermögen verteilt sind (funktionale Einkommensverteilung).
Was bedeutet Konjunkturabschwung?
In einem Konjunkturabschwung steigt die Gesamtnachfrage und damit die tatsächliche Produktion (das BIP) langsamer als das mögliche Gesamtangebot. Sobald die Gesamtnachfrage kleiner ist als das mögliche Gesamtangebot, entsteht konjunkturelle Arbeitslosigkeit; die Unternehmen benötigen dann nicht mehr alle Arbeitskräfte, um die Nachfragewünsche zu befriedigen
Was bedeutet der Konjunkturaufschwung?
In einem Konjunkturaufschwung wächst die Gesamtnachfrage schneller als das mögliche Gesamtangebot. Die tatsächliche Produktion (das BIP) nimmt zu. Die Kapazitätsauslastung der Wirtschaft steigt und die konjunkturelle Arbeitslosigkeit geht zurück (die Unternehmen benötigen mehr Arbeitskräfte, um die steigende Gesamtnachfrage zu befriedigen). Übersteigt die Gesamtnachfrage das Produktionspotenzial, steigt das Preisniveau immer schneller, d. h., die Inflationsrate nimmt zu. In einer Rezession sinkt die Inflationsrate, das Preisniveau steigt jedes Jahr weniger.
Im Konjunkturverlauf lässt sich ein Muster aus vier typische Phasen erkennen, welche?
• Aufschwung
• Hochkonjunktur
• Abschwung
• Rezession
Was ist der Unterschied zwischen nominalem und realem BIP?
- Nominales BIP: Bewertung zu laufenden Preisen → Mengen- und Preisänderungen wirken sich aus.
- Reales BIP: Preisveränderungen werden herausgerechnet → zeigt die Veränderung der tatsächlichen Produktion.
Ausgegebenes Bargeld – Kassahaltung – Bargeldumlauf:
Wie hängen die drei Begriffe zusammen?
Wo befindet sich das Bargeld jeweils?
Ausgegebenes Bargeld = gesamtes von der SNB ausgegebenes Bargeld
Kassahaltung = Bargeld, das sich bei Banken/PostFinance in der Kasse befindet → nicht im Umlauf
Bargeldumlauf = Bargeld, das sich beim Publikum befindet → im Umlauf
Alles ausgegebene Bargeld befindet sich entweder bei den Banken oder im Umlauf.
Welche 3 Funktionen erfüllt Geld?
- Zahlungsmittel → Güter/Dienstleistungen bezahlen
- Wertmassstab → Preise ausdrücken und Werte vergleichen
- Wertaufbewahrungsmittel → Kaufkraft in die Zukunft übertragen
Wie unterscheiden sich M1, M2 und M3?
M1 = Bargeldumlauf + Sichtguthaben
M2 = M1 + Spareinlagen
M3 = M2 + Termineinlagen
M1 enthält Zahlungsmittel, M2 zusätzlich Spargelder und M3 zusätzlich Termineinlagen.
Wie schaffen Nationalbank und Geschäftsbanken Geld?
Nationalbank: bringt Geld insbesondere in Umlauf durch
→ Kauf von Fremdwährungen/Wertpapieren
→ Kredite an Banken/Staat
Geschäftsbanken:
→ schaffen Buchgeld durch Kreditvergabe
Beispiel: Bank vergibt einen Kredit und schreibt den Betrag dem Konto des Kreditnehmers gut → zusätzliche Zahlungsmöglichkeiten entstehen.
Was ist die Hauptaufgabe der SNB?
Die SNB führt die Geld- und Währungspolitik im Gesamtinteresse des Landes. Hauptziel ist die Gewährleistung der Preisstabilität, unter Berücksichtigung der konjunkturellen Entwicklung.
Was bedeutet „SNB als Bank der Banken“?
Geschäftsbanken halten Giroguthaben bei der SNB. Die SNB versorgt den Geldmarkt mit Liquidität und kann Banken bei Liquiditätsengpässen Zentralbankgeld zur Verfügung stellen.
Wie setzt sich die Notenbankgeldmenge zusammen?
Notenumlauf + Girokonten inländischer Banken bei der SNB = Notenbankgeldmenge
Wie wirken expansive und restriktive Geldpolitik?
Expansiv: Zinsen ↓ → Kredite attraktiver → Konsum/Investitionen ↑ → Nachfrage ↑ → Konjunktur ↑ → Inflationsdruck ↑
Restriktiv: Zinsen ↑ → Kredite teurer → Konsum/Investitionen ↓ → Nachfrage ↓ → Konjunktur ↓ → Inflationsdruck ↓
Was ist der Unterschied zwischen Nominal- und Realzins?
Nominalzins = ausgewiesener Zinssatz.
Realzins = Zinssatz unter Berücksichtigung der Inflation.
Für Konsum- und Investitionsentscheidungen ist der Realzins besonders relevant.
Warum wirkt Geldpolitik nicht sofort?
Eine geldpolitische Massnahme wirkt zuerst auf Zinsen und Finanzmärkte, danach auf Konsum und Investitionen, danach auf Gesamtnachfrage und Produktion und erst später auf das Preisniveau.
Deshalb besteht eine Wirkungsverzögerung; im Skript wird für die Wirkung auf das Preisniveau eine Verzögerung von ungefähr drei Jahren genannt
Warum lohnt sich internationaler Handel auch, wenn ein Land alle Güter effizienter produzieren kann?
Entscheidend ist nicht nur der absolute, sondern der komparative Kostenvorteil.
Ein Land spezialisiert sich auf Güter, bei denen seine relativen Kosten bzw. Opportunitätskosten geringer sind. Durch Spezialisierung und Handel können beide Länder profitieren.
Welche wichtigen Gründe gibt es für internationalen Handel?
- komparative Kostenvorteile
- unterschiedliche Faktorausstattungen
- unterschiedliche Präferenzen
- steigende Skalenerträge
- Produktlebenszyklus
Was erfasst die Zahlungsbilanz?
Sie erfasst sämtliche wirtschaftlichen Transaktionen zwischen Inländern und Ausländern während eines bestimmten Zeitraums.
Im Skript wird sie im Wesentlichen in Ertragsbilanz und Kapitalverkehrsbilanz gegliedert. Die Ertragsbilanz umfasst u. a. Waren, Dienstleistungen sowie Arbeits- und Kapitaleinkommen; die Kapitalverkehrsbilanz erfasst Kapitalbewegungen wie Direkt- und Portfolioinvestitionen
Was bedeutet „komparativer Kostenvorteil“ und warum führt er zu internationalem Handel?
Ein Land hat einen komparativen Kostenvorteil, wenn es ein Gut mit geringeren Opportunitätskosten herstellen kann als ein anderes Land.
Entscheidend ist nicht, wer ein Gut absolut schneller oder günstiger produziert, sondern:
Wer muss für die Produktion dieses Gutes auf weniger vom anderen Gut verzichten?
Komparativer Kostenvorteil – Rechenbeispiel
Schweiz kann produzieren: 12 Käse oder 6 Wein
Frankreich kann produzieren: 8 Käse oder 8 Wein
Wer hat den komparativen Kostenvorteil bei Käse und wer bei Wein?
Käse:
Schweiz: 6÷12=0,5 Wein
Frankreich: 8÷8=1 Wein
Schweiz hat den komparativen Vorteil bei Käse, weil sie nur auf 0,5 Wein verzichten muss.
Wein:
Schweiz: 2÷6=2
Frankreich: 8÷8=1
Frankreich hat den komparativen Vorteil bei Wein.
Komparativer Vorteil = niedrigere Opportunitätskosten = weniger vom anderen Gut aufgeben.
Was ist die Zahlungsbilanz?
Erfasst die wirtschaftlichen Transaktionen zwischen Inländern und Ausland während einer Periode. Jede Transaktion wird doppelt verbucht, deshalb ist die Zahlungsbilanz insgesamt rechnerisch ausgeglichen.
Was gehört zur Ertragsbilanz?
- Handelsbilanz → Waren
- Dienstleistungsbilanz → Dienstleistungen
- Arbeits- und Kapitaleinkommensbilanz → Löhne, Zinsen, Dividenden/Gewinne
- Kapitalverkehrsbilanz
Was gehört in die Handelsbilanz?
Import und Export von Waren.
Beispiel: Schweiz verkauft Maschine nach Deutschland → Export → Handelsbilanz.
Was gehört in die Dienstleistungsbilanz?
Grenzüberschreitende Dienstleistungen, z. B. Tourismus, Beratung, Versicherungsleistungen.
Deutscher Tourist übernachtet in der Schweiz → Dienstleistungsexport.
Schweizer Tourist übernachtet in Frankreich → Dienstleistungsimport.
Arbeits- und Kapitaleinkommensbilanz. Was gehört hier hinein?
Einkommen aus Arbeit und Kapital, z. B. Löhne, Zinsen, Dividenden und Gewinne aus Investitionen.
Merksatz: Ertrag aus Kapital = Kapitaleinkommen.
Was gehört in die Kapitalverkehrsbilanz?
Veränderungen von Kapital- bzw. Vermögenspositionen gegenüber dem Ausland, z. B. Direktinvestitionen, Portfolioinvestitionen und Kredite.
Beispiel: Schweizer kauft deutsche Aktien → Kapitalverkehrsbilanz.
Was ist der Unterschied zwischen aktiver und passiver Fiskalpolitik?
Aktiv: Staat beschliesst bewusst Massnahmen, z. B. zusätzliche Staatsausgaben oder Steueränderungen.
Passiv: Staat beschliesst nichts Neues; automatische Stabilisatoren wirken von selbst.
Rezession → Steuereinnahmen ↓, Sozialausgaben ↑ → Nachfrage wird gestützt.
Hochkonjunktur → Steuereinnahmen ↑, Sozialausgaben ↓ → Nachfrage wird gedämpft.
Welche wichtigen Wirkungen und Grenzen hat aktive Fiskalpolitik?
Multiplikatoreffekt: Staatsausgaben → zusätzliches Einkommen → zusätzlicher Konsum → weitere Einkommen → ursprünglicher Impuls wird verstärkt.
Crowding-out: Staatsausgaben/Finanzierungsbedarf ↑ → Zinsen können ↑ → private Investitionen ↓ → Wirkung der Fiskalpolitik wird abgeschwächt.
Time Lags: Massnahmen können zu spät wirken und dadurch die Konjunktur im falschen Moment zusätzlich verstärken.
Was ist der Unterschied zwischen horizontaler und vertikaler Umverteilung?
Vertikale Umverteilung:
→ zwischen Personen mit unterschiedlicher wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit / Einkommen
→ Beispiel: höhere Einkommen werden stärker besteuert, um Leistungen für tiefere Einkommen zu finanzieren.
Horizontale Umverteilung:
→ zwischen Personen mit ähnlicher wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit, aber unterschiedlichen Belastungen/Lebenssituationen
→ Beispiel: Zwei Familien verdienen gleich viel, aber eine Familie mit Kindern erhält zusätzliche Unterstützung.
Staatsquote vs. Fiskalquote
Was ist der Unterschied und wie wird sie berrechnet?
Staatsquote = Staatsausgaben / BIP × 100
Fiskalquote = Steuern + obligatorische Sozialversicherungsbeiträge / BIP × 100
Staatsquote = Ausgabenseite
Fiskalquote = Einnahmen-/Abgabenseite
Laufende Ausgaben vs. Investitionsausgaben
Wie unterscheidet man sie?
Laufende Ausgaben fallen für den laufenden Staatsbetrieb an, z. B. Personal, Sachaufwand und Zinsen.
Investitionsausgaben schaffen bzw. finanzieren längerfristige Werte, z. B. Bau eines Schulhauses, Spitals oder Infrastrukturprojekts.
Äquivalenz- vs. Leistungsfähigkeitsprinzip
Was ist der Unterschied?
Äquivalenzprinzip: Belastung orientiert sich an der erhaltenen staatlichen Leistung. → „Was bekomme ich?“
Leistungsfähigkeitsprinzip: Belastung orientiert sich an der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. → „Wie viel kann ich tragen?“
Konjunkturelles vs. strukturelles Defizit
Was ist der Unterschied?
Konjunkturelles Defizit: entsteht aufgrund der Wirtschaftslage, z. B. Rezession → Steuereinnahmen ↓ und bestimmte Staatsausgaben ↑.
Strukturelles Defizit: besteht auch bei normaler Wirtschaftslage und zeigt ein dauerhaftes Ungleichgewicht zwischen Einnahmen und Ausgaben.
Was ist der Primärsaldo und Gesamtsaldo?
Der Primärsaldo betrachtet den Staatshaushalt ohne Zinszahlungen auf bestehende Staatsschulden. Ein Staat kann deshalb einen Primärüberschuss und wegen hoher Zinszahlungen gleichzeitig ein Gesamtdefizit haben.
Was zeigt die Verschuldungsquote?
Sie setzt die Staatsschulden ins Verhältnis zum BIP:
Verschuldungsquote = Staatsschulden ÷ BIP × 100
Wichtig: Die absoluten Schulden können steigen, während die Verschuldungsquote sinkt, wenn das BIP stärker wächst.