VO Methoden der Sozialwissenschaft - Vertiefung
Hirschle, Globisch Universität Innsbruck
Hirschle, Globisch Universität Innsbruck
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Cartes-fiches
Konkrete Ziele der qualitativen Inhaltsanalyse
Qualitative Inhaltsanalyse interpretiert Kommunikation mittels Gütekriterien und Kategorienschema. Sie wird zusammengefasst, explikatiert und strukturiert
- Systematische, regelbegleitete und theoriebegleitete Interpretation von Kommunikation
- Damit kann man Rückschlüsse auf bestimmte Aspekte der Kommunikation ziehen
- Erfüllung der Gütekriterien
- Objektivität, Validierung, Intersubjektivität
- Textinterpretation auf Basis eines Kategorienschemas
- Zusammenfassung
- Reduktion des Materials auf wesentliche Inhalte
- Erzeugen eines überschaubaren Textkorpus
- Explikation
- Herantragen zusätzlichen Materials an einzelne Textstellen -> Erweiterung des Textverständnisses
- Strukturierung
- Herausfiltern bestimmter Aspekte aus dem Material -> damit man diese nach vorher festgelegten Kategorien oder Kriterien systematisieren kann
Unterschied zwischen qualitativer und quantitativer Inhaltsanalyse
Quantitative Erhebungsverfahren sind standardisiert und deduktiv-nomologisch. Qualitativ ist klassifikatorisch, sinnrekonstruierend, theoriegeleitet und explorativ Kategorienschematisiert
- Quantitative Inhaltsanalyse
- Spezifisches Erhebungs- und Auswertungsverfahren im Rahmen standardisierter Methoden
- und im Rahmen deduktiv-nomologischer Methodologie -> Einzelfälle Werden vom Gesetz abgeleitet = vom Allgemeinen zum Besonderem
- Qualitative Inhaltsanalyse
- Klassifikatorische und sinnrekonstruierende Vorgehensweise
- Mehr theoriegeleitet als theoriegenerierend
- In explorativer Phase Textinterpretation auf Basis eines Kategorienschemas
Schritte der qualitativen Inhaltsanalyse am Bsp. Studie zur Arbeitslosigkeit bei Lehrern TEIL 1/3
1. Ausgangsmaterial wird bestimmt durch festlegen, Analyse der Entstehung und formale Charakteristika
Bestimmung des Ausgangsmaterials
- Festlegen des Materials
- 4 LehrerInnen
- Frage nach ersten Paxiserfahrungen
- möglichst anschauliche Textstellen
- Analyse der Entstehungssituation
- Freiwillige Teilnahme
- zu Hause
- offene und halb-strukturierte Interviews
- Formale Charakteristika des Materials
- Wörtliche, vollständige Transkription mit Kommentaren, Pausen und Fragen
Schritte der qualitativen Inhaltsanalyse am Bsp. Studie zur Arbeitslosigkeit bei Lehreren TEIL 2/3
2. theoriegeleitete Fragestellung in Richtung der Analyse
Fragestellung der Analyse
- Richtung der Analyse
- Aussagen über emotionalen, kognitiven, handlungsbezogenen Hintergrund der Befragten
- theoriegeleitete Fragestellung
- Rolle des "Praxisschocks"
- Einfluss auf Selbstvertrauen
Schritte der qualitativen Inhaltsanalyse am Bsp. Studie zur Arbeitslosigkeit bei Lehrern TEIL3/3
3. Ablaufmodell braucht Analysetechnik um Einheiten zu definieren und Kategoriensysteme rück zu überprüfen und damit zu interpretieren
Ablaufmodell der Analyse
- Analysetechnik/konkretes Ablaufmodell
- Strukturierende Inhaltsanalyse -> Theorie, Variablen, Dimensionen, Ausprägungen, Ankerbeispiele
- Definition der Analyseeinheiten
- Vorläufiges Kodierschema
- Kodierleitfaden
- Analyseschritte mittels Kategoriensystem
- Probekodieren der ersten 3 Interviews
- Revision von Kodierschema und -leitfaden
- endgültige Fassung des Kodierschemas
- Rücküberprüfung des Kategoriensystems an Theorie und Material
- Rekodieren der ersten 3 Interviews
- Abstimmung mit Kodiererinnen
- Kodieren aller Interviews
- Interpretation der Ergebnisse
Theoretische Hintergründe der Grounded-Theory-Methodologie
Der Hintergrund entsteht pragmatisch in America, genauer in der Chicago School und teilt die Grundannahmen der GT mit dem Symbolischen Interaktionismus
- Amerikanischer Pragmatismus -> John Dewey
- Fokus auf Handlung und Problemlösung von Situationen
- Situationen sind Kontexte, um Handlungen zu erklären
- Chicago School of Sociology
- Fokus auf Feldbeobachtungen und Intensivinterviews
- soziale Interaktionen und Prozesse als Forschungsgegenstand
- geteilte Grundannahmen der Grounded-Theory mit dem Symbolischen Interaktionismus
- Akteure handeln gegenüber sozialen Objekten aufgrund von Bedeutungen, die sie ihnen zuschreiben
- die Bedeutungen entstehen in Interaktionen -> sie werden im Interaktionsprozess modifiziert, objektiviert und werden zum Bedingungsrahmen menschlichen Handelns
Grundväter der Grounded Theory
Strauss Blumen sind Symbol für Lazarsfeld's Glaser und deren Skepsis
- Anselm Strauss
- Schüler von Blumer
- Symbolischer Interaktionismus
- Barney Glaser
- Schüler von Lazarsfeld
- Skepsis an standardisierten Methoden
Warum ist in der Grounded-Theory das Verhältnis zur Theorie idealtypisch für qualitative Sozialforschung
Idealtypisch ist der Untersuchungsbereich während des Forschungsprozesses
- Zu Beginn steht nicht eine Theorie, die untersucht werden soll, sondern ein Untersuchungsbereich
- während des Forschungsprozesses stellt sich heraus, welche Aspekte relevant sind
Bedeutung der Datenauswahl bei Grounded-Theory -> theoretical sampling
Im Laufe der empirischen Analyse werden theoretische Punkte zusammengestellt und dann entschieden was und wo's weitergeht
- Sample wird nicht zu Beginn der Untersuchung festgelegt
- Sample wird nach theoretischen Gesichtspunkten, die sich im Laufe der empirischen Analyse herauskristallisieren, erst nach und nach zusammengestellt
- dadurch entscheidet der Forscher, welche Daten er als nächstes erheben will und wo diese zu finden sind
Schritte der Auswertung in der Grounded-Theory-Methodologie
Fragen, vorläufige Zusammenhänge und Theorie verifizieren, damit verknüpft und integriert werden kann
- Generative Fragen stellen
- vorläufige Zusammenhänge herstellen durch die Kodierung
- Theorie verifizieren durch Überprüfbarkeit der vorläufigen Zusammenhänge
- Kodierung und Datenerhebung verknüpfen
- Theorie integrieren
Welche Rolle spielt in der Grounded Theory das Kodieren von Daten
Das Konzeptualisieren funktioniert durch offenes, axiales und selektives Kodieren
- Konzeptualisieren der Daten
- Verfeinern und spezifizieren der Fragestellung
- Haupttypen des Kodierens
- Offenes Kodieren -> vom Indikator zum Konzept
- axiales Kodieren -> vom Konzept zur Kategorie
- selektives Kodieren -> von Kategorie zur Kern-/Schlüsselkategorie
Grounded Theory: Interviewausschnitt zu Forschungsthema -> Zeile für Zeile offen Kodieren
Das offene Kodieren ist ein Verfahren das Phänomene benennt und Kategorien entdeckt und benennt
- Verfahren
- Daten "Aufbrechen" und untersuchen, anstelle von Vergleichen
- W-Fragen stellen
- Was geschieht im Text?
- auf welche Kategotien weist der Text?
- extensive sequentielle Analyse
- Variationsmöglichkeiten beim offenen Kodieren
- Zeile-für-Zeile
- Sätze oder Abschnitte
- ganze Dokumente auf einmal
- Bennenung der Phänomene
- Der erste Schritt der Analyse ist das Konzeptualisieren der Daten
- Z.B. Textstellen werden Konzepten zugeordnet
- Bsp. Der Küchenchef des Gourmet-Restaurants steht in der Küche und verfolgt aufmerksam die Küchenarbeiter -> die Konzepte sind "Informationsgewinnung" und "Beobachten"
- Der erste Schritt der Analyse ist das Konzeptualisieren der Daten
- Entdecken und Benennen der Kategorien
- Konzepte müssen gruppiert werden = Reduktion der Anzahl der Einheiten -> provisorisch kategorisieren
- Kategorien werden in Bezug auf ihre Eigenschaften, Dimensionen und Ähnlichkeiten gebildet
- Bsp. Farbe: Schattierung, Farbton, Intensität USW.
- Memos schreiben
- Bsp. Küchenchef: die Phänomene "Informationsgewinnung" und "beobachten" werden zur Kategorie "Speisen-Dirigent"
Objektive Hermeneutik
Struktur mit objektiven Sinn erhält Gültigkeit durch strikte Anwendung
- Objektive oder strukturale Hermeneutik
- nicht subjektiver Sinn, sondern objektive Sinnstruktur in einer bestimmten Sprach- und Interaktionsgemeinschaft
- Gültigkeit der Analysen durch strikte Anwendung der hermeneutischen Kunstlehre
Was ist in der objektiven Hermeneutik "objektiv"
"Objektiv" bezieht sich nicht nur auf den Untersuchungsgegenstand, sondern zugleich auch auf das methodische Vorgehen
Wovon grenzt sich der Begriff objektiven Hermeneutik ab
Die empirische Analyse ist objektiv, grenzt sich von der Introspektion und fremdpsychischer Befindlichkeiten ab, weil sich-hineinversetzen unwissenschaftlich ist
- Die objektive Hermeneutik vertritt den Anspruch, dass die empirische Analyse "objektiv" zu erfolgen habe
- D.h. Mit Methoden der intersubjektiven Geltungsüberprüfung
- damit grenzt sie sich deutlich ab von den hermeneutischen Verfahren der Introspektion bzw. Des Verstehens fremdpsychischer Befindlichkeiten (subjektiv)
- das "sich-Hineinversetzen" in andere wird von den VertreterInnen der objektiven Hermeneutik als unwissenschaftliche Methode angesehen
- Die daraus resultierenden Interpretationsergebnisse sind nicht überprüfbar
Wieso setzt die Methodologie der Objektiven Hermeneutik die Regelgeleitetheit des sozialen Handelns voraus bzw. Was bedeutet diese Prämisse für die Strukturgeneralisierung eines Falles
Regelgeleitetes Handeln wird durch Handlungs-/Interaktionsprotokoll aufgezeigt, damit das Phänomen erklärt und verstanden wird. Strukturgeneralisierung entdeckt und beschreibt Strukturgesetzlichkeiten, die natürlichen Status haben
- Soziales Handeln ist regelgeleitetes Handeln
- Diese Regelgeleitetheit lässt sich durch das zu interpretierende Handlungs- und Interaktionsprotokoll aufzeigen
- damit ergibt sich der Anspruch, dass das zur Debatte stehende Phänomen nicht nur zu erklären, sondern auch zu verstehen ist
- Ziel der Strukturgeneralisierung ist die Entdeckung und Beschreibung allgemeiner und einzelfallspezifischer Strukturgesetzlichkeiten zugleich (generativen Regeln), die einen Naturgesetzen und -Tatsachen vergleichbaren Status haben
Wieso sind der "natürliche Charakter" und die Selbstläufigkeit des Datenmaterials für die sequentielle Analyse wichtig
Sequentielle Analyse ist natürlich und lückenlos, damit Phase der Rekonstruktion rekonstruiert werden kann, wobei vorstrukturierter Kategorien zerstören
- Natürliche, lückenlose Protokolle von wirklichen Handlungsabläufen benötigt man als Datenmaterial für sequentielle Analysen, in denen alleine eine vollständige Phase der Rekonstruktion einer Struktur rekonstruiert werden kann
- Kategorien vorstrukturierter Ereignisprotokolle zerstören die wirkliche sequentielle Struktur
Wieso steht Selektivität des menschlichen Handelns im Vordergrund und wie trägt die objektive Hermeneutik zur Erschließung bei
Selektivität rekonstruiert spezifischen Handlungsprozess und macht ihn damit zu etwas Fremden/Erklärungsbedürftigen
- Selektivität erschließen: die Interpretation von Handlungsprotokollen zielen darauf ab, den spezifischen Handlungsprozess zu rekonstruieren
- bei der Interpretation geht es darum, Vorgänge mit denen man zu tun hat, fremd zu machen
- Dinge, die uns als "normal" vorkommen, werden als etwas Erklärungsbedürftiges behandelt
Diskursbegriff nach George H. Mead
Mead pragmatisiert universe um Sprachereignis und Bedeutungszuweisung zu verknüpfen und Zeichen in Sprachspiele zu bedeuten
- Pragmatismus
- "universe of discourse"
- Verknüpfung von einzelnem Sprachereignis und kontextabhängiger Bedeutungszuweisung
- Zeichen haben nur Bedeutung im Kontext umfassender "Sprachspiele"
Diskursbegriff nach Jürgen Habermas
Habermas kommuniziert über Geltungsansprüche, die objektiv, normativ und expressiv sind. Es entstehen Welbezüge sozialer Realität und daraus Ebenen
- Diskurs = Kommunikation über Geltungsansprüche des Handelns
- in objektiven (kognitiven), normativen (handlunskoordinierenden) und expressiven (identitätsbildenden) Diskursen entstehen 3 Weltbezüge = d.h. Reproduktionsmechanismen sozialer Realität
- Verständigung
- Handlungskoordinierung
- Sozialisierung
- den Weltbezügen entsprechen 3 Ebenen sozialer Realität
- Kultur
- Gesellschaft
- soziale Person
Diskursbegriff nach Michel Foucault
Foucault kommuniziert Prozesse als vernünftig, obwohl legitimes Wissen konkurriert, den Mensch beherrscht und Wissen/Macht strukturiert
- Kommunikative Prozesse sind Konstruktionsmechanismen sozialer Wirklichkeit
- Soziale Ordnung und Geschichten gehen aus Diskursen hervor
- die Vernunft (Aufklärung) beleuchtet im Diskurs nur eine Seite der sozialen Wirklichkeit
- Weil sie vieles als nicht-vernünftig ausblendet, obwohl es in den Diskurs hineinwirkt
- Foucaults Diskurse sind Prozesse, in welchen um legitimes Wissen konkurriert wird
- Sie definieren Wirklichkeit und schließen Nicht-Konformes aus
- sie tun Menschen und Dingen Gewalt an
- Diskurse beherrschen den Menschen
- Nicht der Mensch, als rationales Subjekt, beherrscht die Realität durch Diskurse
- Wissen und Macht als Struktur historischer Diskurse
Welchen Begriff von "Wirklichkeit" setzt die Diskursanalyse voraus
Wissen wird unbezweifelt zu sozialen Prozessen, indem Sprache transportiert wird
- Unbezweifelbares Wissen von der objektiven Wirklichkeit gibt es nicht
- Wissen und Wirklichkeit sind das Ergebnis sozialer Prozesse
- Je nachdem wie wir Sprache erfassen wird Wirklichkeit transportiert
- Diskurse bilden Wirklichkeit nicht ab, sondern bringen das zugehörige Wissen hervor
Lineare Regression interpretieren
- Entweder das Modell mit den meisten UVs oder mit dem größten R2
- Zusammenhang >0,05 = starker (positiver oder negativer) Zusammenhang -> z.B. 0,02 = schwach
- A hat den stärksten (positiv oder negativ) Zusammenhang mit AV -> 0,836
- C hat sehr kleinen positiven Effekt auf AV
- weitere UVs im letzten Modell
- Wenn Signifikanz einer UV durch zusätzliche UV verschwindet
- A wird durch B aus dem Signifikanzbereich gedrängt
Welche Bedeutung haben die Signifikanzsternchen für die Interpretation der Effektkoeffizienten (lineare Regression)
Die Sterne geben an, wieviel Aussagekraft/Signifikanz die Effektkoeffizienten jeweils haben -> dies wirkt sich auf die Interpretation aus
Was bedeutet es, wenn die Siginifikanz der UV2 im weiteren Modell durch das hinzufügen einer UV3 verschwindet (lineare Regression)
UV2 hat nur einen Scheineffekt auf AV -> die Effekte von UV2 und UV3 gehen auf dieselbe Information zurück
Was spricht dagegen auch für dichtotome/nominal skalierte abhängige Variablen das lineare Regressionsverfahren einzusetzen
- Lineare Schätzung geht von mehrstufiger Variable mit Intervallcharakter aus
- Binäre AV weist jedoch nur 2 qualitativ verschiedene Zustände auf
- Koeffizienten werden somit mit Wahrscheinlichkeitsinterpretationen interpretiert
- eine lineare Beziehung zwischen UV und AV ist bei Wahrscheinlichkeiten eher Spezialfall
- Schätzmethode (Methode der kleinsten Quadrate) ist nicht angemessen für AV, die nur 2 Zustände kodiert
Worin besteht der Unterschied bei der Interpretation der Regressionskoeffizienten der unabhängigen Variablen bei der logistischen und linearen Regression
- Bei der logistischen Regression gibt es keine einheitlichen Interpretationen für den b-Koeffizienten
- Die Stärke der Zu- und Abnahme der Wahrscheinlichkeit für das Eintreten von y variiert, wenn x um eine Einheit nach oben verschoben wird
- die Veränderung (b-Koeffizient) ist vom x-Achsenabschnitt abhängig auf dem man sich befindet
Habitushermeneutik
Das Klassenspezifische aus der sozialen Praxis der Akteure lesen -> zeigt sich in alltäglichen Klassifizierungen und Bewertungen der sozialen Akteure -> Überführung von Konstruktionen 1. Ordnung in Konstruktionen zweiter Ordnung
Habitushermeneutik -> Methode des doppelten Bruchs (Bourdieu)
- Subjektiv Gesagtes rekonstruieren und verstehen
- Handeln erklären und zurückführen auf die soziale Welt (Milieus)
Habitushermeneutik -> Ablauf/Vorgehen
- Rekonstruktion der subjektiven Perspektive
- subjektive Konstruktionen mit sozialen Kontext (Milieus) verbinden -> verstehen und erklären
Habitushermeneutik -> Methodologie
- Gesellschaftliche Strukturzusammenhänge erkennen und erklären
- strukturentdeckende Methoden
- Einzelfallorientierung: Hermeneutik des Habitus -> der Habitus muss erschlossen werden
- typologische Differenzierung sozialer Milieus -> Wahrnehmungs-, Denk- und Handlungsmuster
- bsp. Befragung -> Interviews werden sequenzanalytisch analysiert
Kodieren in der Grounded Theory
- Offenes Kodieren
- Vom Indikator zum Konzept
- Prozess des Aufbrechens, Untersuchens, Vergleichens, Konzeptualisierens und Kategorisierens von Daten
- axiales Kodieren
- Vom Konzept zur Kategorie
- Verbindungen zwischen Kategorien und Sub-Kategorien werden ermittelt
- selektives Kodieren
- Von der Kategorie zur Kern-/Schlüsselkategorie
- Auswählen der Kernkategorie und systematisches In-Beziehung setzen mit anderen Kategorien
Visuelle Soziologie -> Differenz zwischen Text und Einzelbild
- Textsequenzen vs. "beim Bild alles auf einmal" -> alles präsent! Raum/Zeit
- Wort für Wort/Satz für Satz vs. Bilder ordnen und zerschneiden
Visuelle Soziologie -> Barthes (Gegner von Bourdieus Habitusfotografie)
- "studium"
- Haben alle alltäglichen Fotos -> Vorwissen (Gesten, Mimik etc.)
- "punctum"
- Ein punctum besitzen die Bilder, die aus der Masse herausragen -> z.B. besondere Bilder die unsberühren
- dies entsteht durch den sozialen Kontakt
Ablauf der Bildanalyse
Symmetrischer Bildblick -> Bildliniensystem vgl. Goldener Schnitt
- Begreifen, was uns ergreift = formale Analyse
- Zentrum weiß, Kopf von Person -> Diagonale Kontrastlinie durch das Bild ziehen -> Trauernde auf der Hauptachse
- unmittelbare und mittelbare Bildkontexte
- Betrachten des Motivs -> auf was wird auf dem Bild angespielt?
- Betrachten des Bildausschnitts -> Welche Bilder kennt man, die auf dieses Bild referieren
- Sozialmilieus und Handlungshorizont
- Warum ist der Ausschnitt/das Motiv gewählt worden
- Frontseite eines Magazins, Wettbewerb
Faktorenanalyse
- FA ist ein multivariates Verfahren zur Reduktion von vielen (manifesten) Variablen zu wenigen (latenten) Variablen, die als Faktoren bezeichnet werden
- Es soll möglichst viel Information (Varianz) der ursprünglichen Variable erhalten bleiben
Faktorenanalyse -> latente und manifeste Variablen
- Einstellungen/Werthaltungen sind als latente Konstrukte zu verstehen (z.B. Religiöser Glaube, Umweltbewusstsein, Politische Einstellung) -> Sie kommen nicht in einem einzigen Indikator zum Ausdruck und können daher nicht direkt gemessen werden
- Deshalb: Versuch mit Hilfe einer Reihe manifester Variablen das theoretische Konstrukt einzukreisen -> Bsp.: Glaube: Glaube an Gott, an den Himmel, an Jesus, an ein Leben nach dem Tod
Ablauf quantitative Inhaltsanalyse
- Formulierung der Fragestellung
- Bestimmung der Materialstichprobe
- Aufstellung des Kategoriensystems
- Definition der Kategorie
- Bestimmung der Analyseeinheit
- Kodieren
- Verrechnung (Häufigkeiten)
- Darstellung der Interpretation
Ablauf qualitative Inhaltsanalyse
- Festlegung des Materials
- Analyse der Entstehungssituation
- Formale Charakteristika des Materials
- Richtung der Analyse
- Theoriegeleitete Fragestellung
- Analysetechnik, konkretes Ablaufmodell
- Definition der Analyseeinheit
- Analyseschritte mittels Kategoriensystem
- Interpretation der Ergebnisse