VKM_I_Kap.1_2

Lernkarten für die Veranstaltung Verbrennungskraftmaschinen 1:

Lernkarten für die Veranstaltung Verbrennungskraftmaschinen 1:


M. P.
Diese Karteikarten bieten eine umfassende Übersicht über die Grundlagen und Prozesse von Verbrennungsmotoren. Sie decken Themen wie den Wirkungsgrad, verschiedene Motortypen wie Dieselmotoren und Ottomotoren, sowie spezifische Prozesse wie den Miller-Prozess und den Gleichraumprozess ab. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Studierende und Ingenieure, die sich mit der Funktionsweise und Optimierung von Motoren befassen, da sie detaillierte Informationen zu Prozessen, Energieumwandlungen und konstruktiven Merkmalen liefern.
Karten
72
Lernende
1
Sprache
Deutsch
Kategorie
Physik
Stufe
Andere
Erstellt / Aktualisiert
08.11.2013 / 26.07.2014

Lernkarten

1.5. Wesentliche Merkmale zur Einteilung von Verbrennungsmotoren

Aufzählung:

  1. Einteilung nach der Kolbenbewegung
  2. Einteilung nach dem Ladungswechsel
  3. Einteilung nach der Gemischbildung
  4. Einteilung nach der Zylinderanordnung
  5. Einteilung nach der Zündung
  6. Einteilung nach der Ladungseinbringung
  7. Einteilung nach der Kühlung
  8. Weitere Differenzierungsmerkmale

1.5.1. Einteilung nach der Kolbenbewegung

a)

b)

a) Hubkolbenmaschine

Über einen Kurbeltrieb wird ein von festen Brennraumwänden umschlossenes Volumen kontinuierlich vergrößert bzw. wieder verkleinert. Der Kolben stellt die bewegliche Brennraumwand dar. Im oberen Totpunkt des Kolbens ist das minimale Brennraumvolumen Vc vorhanden; im unteren Totpunkt (UT) hat sich der Brennraum um das Hubvolumen VH vergrößert. Der Kurbeltrieb wandelt die Gaskraft am Kolben in Rotationsenergie um, siehe Abbildung 1-21. Der Ladungswechsel erfolgt beim 4-Takt-Motor mit Hilfe von Ventilen, beim 2-Takt-Motor über eine Schlitzsteuerung.

1.5.1. Einteilung nach der Kolbenbewegung

a)

b)

Die Steuerung des Gaswechsels erfolgt ähnlich wie beim 2-Takt-Motor über Schlitze. Es sind gleichzeitig drei Kammern (Brennräume) im Einsatz. Dem ruhigen Lauf (vollständiger Massenausgleich möglich) und den höheren Drehzahlen gegenüber Hubkolbenmotoren stehen ein schlechterer Kraftstoffverbrauch und mehr unverbrannte Kohlenwasserstoffe (langgestreckter, ungünstiger Brennraum) gegenüber. Ein nachgeschalteter Katalysator ist aufgrund der Gegendruckempfindlichkeit problematisch. Eine Verwendung als Dieselmotor ist praktisch unmöglich, da wegen des höheren Verdichtungsverhältnisses der Brennraum äußerst ungünstig wird und das Bauvolumen stark zunimmt. Die Probleme mit der Dichtheit und Lebensdauer der Dichtleisten sind heute durch geeignete Materialien wie Siliziumnitrid weitgehend gelöst.

In den 70er Jahren stand der Wankelmotor vor dem großen Durchbruch, den Hubkolbenmotor abzulösen. Wesentlicher Gesichtspunkt war hierbei, dass über ein Baukastensystem (1, 2, 3 und 4-Scheiben-Wankelmotor) die gesamte Motorenpalette eines Fahrzeugherstellers abzudecken ist. Die damit erzielbaren hohen Teile-Stückzahlen ließen geringere Herstellkosten erwarten.

Die Energie-Krise 1973, die Studie des „Club of Rome" über die Begrenztheit fossiler Brennstoffe und die Anfang 1970 von den USA aus beginnende Abgasgesetzgebung stoppten dann allerdings den Wankelmotor. Denn es waren zwar die ursprünglich enormen Probleme hinsichtlich Lebensdauer und Fertigung weitgehend gelöst. Die bereits angesprochenen Probleme der HC-Emission und des dieselmotorischen Betriebes bestehen weiterhin und verhindern den Einsatz in neuerer Zeit.

Der Wankelmotor ist daher heute nahezu Geschichte. Mazda ist zurzeit der einzige Automobilhersteller, der Kraftzeuge mit Wankelmotor baut. Mit Wasserstoff als Brennstoff könnte dieses Prinzip wieder mehr Bedeutung erlangen, denn mit Wasserstoff kann man die deutlich schnelleren Verbrennungsreaktionen durch den lang gezogenen Brennraum kompensieren. Auch als sogenannter Range Extender für Elektrofahrzeuge könnte der Wankelmotor an Bedeutung gewinnen.

 

1.5.2. Einteilung nach dem Ladungswechsel

a) 4-Takt-Verfahren

b)

Vier Takte bilden ein Arbeitsspiel (zwei Umdrehungen der Kurbelwelle).

Die Volumenänderung des Arbeitsraumes bewirkt abwechselnd die Arbeitsleistung (Hochdruckteil) und den Ladungswechsel (Niederdruckteil). Die Steuerung erfolgt durch Ventile (seltener Flach- oder Walzenschieber). Dieser Motortyp ist der Standardantrieb für PKW und NFZ.

 

1.5.2. Einteilung nach dem Ladungswechsel

a)

b) 2-Takt-Verfahren

Ein Arbeitsspiel besteht aus zwei Takten (eine Umdrehung der Kurbelwelle).

Der Ladungswechsel erfolgt während sich der Kolben in der Nähe von UT befindet. Dabei spült die Frischladung das Abgas aus dem Zylinder. Die Frischladung kann im Kurbelgehäuse vorverdichtet werden (Kurbelkastenspülung) oder aber über ein Spülgebläse in den Brennraum gefördert werden. Ein Ventiltrieb ist nicht erforderlich. Der Ladungswechsel erfolgt meist durch Ein- und Auslassschlitze, wobei der Kolben als Steuerorgan dient (einfacher konstruktiver Aufbau).

Der 2-Takt-Motor hat grundsätzlich Vorteile bezüglich einfacher Bauweise, Laufruhe, Motorvolumen, Gewicht und Leistung. Dem gegenüber stehen Probleme beim Kraftstoffverbrauch (vor allem durch Spülverluste) und bei den unverbrannten Kohlenwasserstoffen in Verbindung mit der Kurbelgehäusespülung sowie der Schlitzsteuerung. Er wird deshalb heute fast ausschließlich nur bei Diesel-Großmotoren eingesetzt, bei denen man diese Probleme durch Ventilsteuerung beherrscht. Neuerdings bestehen wieder verstärkte Bemühungen, mit einem sog. High-Tech 2-Takt-Motor Vorteile wie Laufruhe und Leistungscharakteristik auch im PKW-Bereich nutzen zu können.

 

1.5.3. Einteilung nach der Gemischbildung

a)

b)

a) Äußere Gemischbildung

Die Gemischbildung erfolgt heute noch überwiegend außerhalb des Brennraumes durch Einspritzung in das Saugrohr (MPFI – Multi-point fuel injection). Nur bei Einfach-Motoren, z.B. für Rasenmäher, wird noch ein Vergaser verwendet.

b) Innere Gemischbildung

Die Gemischbildung erfolgt im Zylinder, indem gegen Ende des Verdichtungstaktes der Brennstoff fein zerstäubt eingespritzt wird und zuvor nur reine Luft und Restgas komprimiert wurde. Man unterscheidet die folgenden wesentlichen Einspritzverfahren, wobei abzusehen ist, dass zukünftig am Dieselmotor nur die direkte Einspritzung eingesetzt werden wird und beim Ottomotor die strahl- und luftgeführten Verfahren eingesetzt werden.

Beim Ottomotor liegen die Probleme bei der wesentlich kürzeren Zeit für die Verdampfung des Kraftstoffes und der sehr schwer zu kontrollierenden Ladungsschichtung. Diese bietet zwar Verbrauchsvorteile, aber auch noch generell schlechtere Abgasemissionen.

1.5.4. Einteilung nach der Zylinderanordnung

Im Laufe der Jahre wurden vielfältige Motorbauformen entwickelt, da die maximale Einbaulänge und die Schwingungsbeanspruchung der Kurbelwelle die Größe von Reihenmotoren beschränkten.

Aus heutiger Sicht ist neben dem Reihenmotor praktisch nur der V-Motor mit unterschiedlichen V-Winkeln von Bedeutung.

1.5.5. Einteilung nach der Zündung

a)

b)

a) Fremdzündung (charakteristisch für Ottomotoren)

Es findet eine örtliche Energiezufuhr von außen statt; meistens als Funkenzündung durch eine Zündkerze.

b) Selbstzündung (charakteristisch für Dieselmotoren)

Durch entsprechenden Verdichtungsdruck (30...55 bar) und Verdichtungstemperatur (600...900 °C) entzündet sich das Kraftstoff-Luft-Gemisch von selbst.

1.5.6. Einteilung nach der Ladungseinbringung

a)

b)

Die Leistung wird von der umgesetzten Kraftstoffmenge und damit wiederum von der im Brennraum befindlichen Frischluftmenge (Ladung) bestimmt. Man unterscheidet Saug- und Auflademotoren:

a) Saugmotor

Die frische Ladung wird durch den Unterdruck, der durch die Kolbenabwärtsbewegung erzeugt wird, direkt aus der Atmosphäre angesaugt.

Es gilt:  VL=VH

mit als Volumen der angesaugten Luft und als Hubvolumen.

Die Masse der Frischladung mL ist gemäß der idealen Gasgleichung abhängig von dem herrschenden Luftdruck pL und der Temperatur TL:

          mL= pL *VH /R * TL

b) Auflademotor

Zur Erhöhung der Ladungsdichte und damit der Motorleistung können verschiedene Verfahren angewendet werden:

  • Schwingsaugrohr (Saugmotor unter Ausnutzung der dynamischen Effekte im Saugrohr)
  • mechanische Verdichter (Flügelzellenpumpe, Roots-Gebläse)
  • Druckwellenverdichter (Comprex-Lader)
  • Abgasturbolader

 

1.5.7. Einteilung nach der Kühlung

a)

b)

Bei Verbrennungsmotoren wird ansatzweise ein Drittel der zugeführten Energie in Form von Abwärme frei. Die restliche Energie teilt sich annähernd zu gleichen Teilen in Nutzarbeit und Abgasenergie auf. Die Abwärme kann in verschiedener Art und Weise aus dem Motorblock entfernt werden, was unterschiedliche Motorkonzepte zur Folge hat.

a) Luft- oder direkte Kühlung

Luft wird über die mit Kühlrippen versehene Oberfläche des Motors geführt. Die Verrippung ist so auszulegen, dass erstens jede einzelne Rippe optimal die Wärme nach außen ableitet (Rippenwirkungsgrad) und zweitens auch eine möglichst gleichmäßige Temperaturverteilung am Brennraum vorliegt, siehe Abbildung 1-30.

Vorteile:

  • Kühlmedium kann nicht gefrieren  
  • Einfache, kostengünstige Bauweise
  • Wartungsfrei
  • Kurze Warmlaufzeit des Motors

Nachteile:

  • Aufgrund des schlechteren Wärmetransportes begrenzte maximale Leistung
  • Gleichmäßige Kühlung nicht immer gewährleistet (Problemzonen)
  • Schlechte Innenraumheizung
  • Lautes Motorengeräusch (Gebläsegeräusch und Kühlrippenschwingungen)

 

1.5.7. Einteilung nach der Kühlung

a)

b)

b) Flüssigkeits- oder indirekte Kühlung

Ein Kühlmedium (meist Wasser mit Frost- und Korrosionsschutz) entzieht dem Motor die Wärme. Aufgrund des günstigeren Wärmeübergangs von Wasser gegenüber Luft ist keine Verrippung notwendig. Dafür ist aber ein größerer Aufwand gegenüber der Luftkühlung erforderlich, siehe Abbildung 1-31. Nachteilig ist auch die größere Masse gegenüber der Luftkühlung beim Warmlauf des Motors, deshalb sind z.B. abschaltbare Kühlwasserpumpen u.Ä. in Entwicklung.

Der Thermostat hat die Aufgabe, den Kreislauf über den Kühler so zu regeln, dass eine konstante Kühlmitteltemperatur vorliegt. Die Wasserpumpe bewirkt nur zum Teil den Wasserumlauf. Die Thermosiphon-Wirkung (Wärmeaustausch durch Nutzung der natürlichen Konvektion) durch die Aufheizung des Kühlmediums im Motor bzw. dessen Abkühlung ist nicht zu vernachlässigen. Einige kleinere Motoren, insbesondere bei Motorrädern, arbeiten sogar ohne Pumpenunterstützung nur auf der Basis der Thermosiphon-Wirkung.

Kühlmedium Öl: Motoröl hat neben der Aufgabe der Schmierung auch Bedeutung für den Wärmetransport innerhalb des Motors. Es hat den Vorteil, dass es höhere Temperaturen verträgt und im Motor notwendigerweise vorhanden ist. Nachteilig sind die Alterung und die Viskositätsänderung des Öles.

 

1.5.8. Weitere Differenzierungsmerkmale

Darüber hinaus gibt es weitere Merkmale wie z.B.:

Otto-/ Diesel

  • Zylinderanzahl
  • Hubvolumen VH
  • Leiztungs und Drehmoment

Aufgeladen/ nicht aufgeladen

Brennraumvolumen im OT (Vc) / Verdichtungsverhältnis

Zylinderblock

  • Kolben
  • Pleuel
  • Kurbelwelle
  • Kolbenstellung OT, UT

Zylinderkopf

 

  • Zündkerzen (Otto)
  • Einspritzdüsen
  • Einlass-/ Auslassventil
  • Einlass-/ Auslasskanal
  • Nockenwelle

Wasser-/ Luftkühlung

1.6. Technologie-Entwicklung

Die Technik-Entwicklung anhand von Gemischaufbereitung, alternativen Antrieben und Indiziermesstechnik soll die rasante Steigerung der Leistungsfähigkeit des Verbrennungsmotors darstellen. Waren es anfänglich vor allem Fortschritte durch neue Konstruktionen, Werkstoffe und Bearbeitungsverfahren, so steht heute die Computertechnologie mit ihren nahezu unbegrenzten Möglichkeiten im Vordergrund.

Ursprünglich wurde der Kraftstoff tatsächlich verdampft und damit gasförmig dem Motor zugeführt (Abbildung 1-33). Die Regelung des Luft-Kraftstoffverhältnisses erfolgte über Zusatzluft. Die späteren „richtigen" Vergaser saugten den Kraftstoff mit Unterdruck weitgehend flüssig in das Saugrohr. Die Verdampfung im Saugrohr war nur unvollständig. Um das Luft-Kraftstoffverhältnis genau und bei allen Betriebszuständen des Motors einzuhalten, wurde der Vergaser immer aufwendiger gestaltet (Abbildung 1-34).

1.6. Technologie-Entwicklung II

 

Mit dem Einsatz der Abgasnachbehandlung in Form von 3-Wege-Katalysatoren beim Otto-Motor stiegen die Anforderungen an die Gemischaufbereitung weiter an. Mit Vergasern ist dies nur begrenzt darzustellen, so dass der Siegeszug der elektronischen Einspritzung begann. Hierzu gehört auch die sogenannte Lambda-Regel mit Hilfe von Lambda-Sonden.

1.6.2. Alternative Antriebe

Arten von alternativen Antrieben

  1. Hybrid

  2. Alternative Brennverfahren

  3. Brennstoffzelle

1.6.2. Hybridantrieb

Welche Arten von Hybriden gibt es?

Die am weitesten verbreitete Hybridvariante ist die Kombination aus Verbrennungsmotor als Hauptenergiequelle und elektrischer Maschine mit einem elektrischen Speicher in Form einer Batterie. Abbildung 1-36 zeigt die ersten Fahrzeuge mit Hybridantrieb.

  1. Micro- 2-5kW
  2. Mild-4-20kW
  3. Full-Hybrid 15-80kW

Die Einteilung dieser Antriebe erfolgt in Abhängigkeit der elektrischen Antriebsleistung (siehe Abbildung 1-37).

 

 

1.6.2. Hybridantrieb

Welche Arten von Triebstrangtopologien gibt es?

  1. parallel
  2. seriell
  3. Leistungsverzweigt

Ein wesentlicher Einflussfaktor auf den Nutzen des zusätzlichen baulichen und kostenintensiven Aufwandes liefert das Fahrprofil, dem das Fahrzeug mit Hybridantrieb unterworfen ist. Der größte Gewinn stellt sich bei stetig wechselnden Geschwindigkeiten ein, da in diesem Fall Bremsenergie nicht als Wärme freigesetzt, sondern als elektrische Energie in die Batterien zurückgespeist wird. Der Rückspeisungsgrad hängt vom Ladezustand der Batterie ab und die Energie muss die Wirkungsgradkette (Generator- Umrichter – Batterie) durchlaufen. Auf Autobahnabschnitten machen sich das hohe Gewicht der Zusatzbauteile und die zusätzlichen bewegten Komponenten negativ gegenüber einem klassischen Verbrennungsmotor bemerkbar.

1.6.2. Hybridantrieb

Nutzen von Hybriden in versch. Verkehrssituationen?

Vor- und Nachteile Hybrid?

Als Nachteile der Hybridkonzepte sind die zusätzlichen Kosten, der erhöhte Platzbedarf, aufwändige Steuerung der verschiedenen Aggregate und das nicht unerhebliche Zusatzgewicht aller Komponenten zu nennen. Die in Abbildung 1-40 vorgestellte Studie geht von einer Hybridisierungsrate von beispielsweise bis zu 36 % im Jahr 2025 in Europa aus. D.h. der Otto- und Dieselmotor bleiben voraussichtlich auch in den nächsten Jahrzehnten die entscheidende Antriebsquelle, wobei der technische Aufwand und die Variantenvielzahl stetig zunehmen werden.

1.6.2. Alternative Antriebe

b) Alternative Brennverfahren

Bei gleichem Entwicklungs- und Fertigungsaufwand liefert der Ottomotor die besseren (geringeren) Abgasemissionen bei einem höheren Kraftstoffverbrauch gegenüber dem Dieselmotor (siehe Abbildung 1-41). Wichtiges Entwicklungsziel am Ottomotor ist daher die Verringerung des Kraftstoffverbrauches bzw. die Verringerung der Abgasemission am Dieselmotor.

Zielkonflikt dieser Arbeiten ist jedoch, dass damit die jeweils vorhandenen Vorteile abnehmen und sich die Motorvarianten in ihren Eigenschaften annähern!

1.6.2. Alternative Antriebe

c) Brennstoffzelle

Die Problemfelder Abgasemissionen und Wirkungsgrad haben zur Entwicklung der Brennstoffzelle für Fahrzeugantriebe beigetragen. Aufwand und Kosten stehen aber bislang in einem ungünstigen Verhältnis, so dass die breite Einführung dieser Technologie noch nicht begonnen hat. Die Brennstoffzelle besteht aus einer Elektrolytmembran, die beidseitig mit Platin als Katalysator beschichtet ist. Außerdem ist auf jeder Seite eine gasdurchlässige Elektrode aufgebracht. Die Membran selbst ist eine nur Zehntelmillimeter dicke Folie, die die Reaktionsgase Sauerstoff und Wasserstoff trennt und nur für Protonen durchlässig ist. Die Protonen und Elektronen entstehen an der Anode durch Oxidation von Wasserstoff (2H2 => 4H++4e-). Hierbei entsteht an der Anode ein Gleichgewicht zwischen adsorbierten Wasserstoff-Molekülen und hydratisierten Wasserstoff-Ionen. Die Protonen, also die H+-Ionen, wandern durch die Membran zur Kathode, an der die Reduktion von Sauerstoff zu Wasser stattfindet (4H++O2+4e- => 2H2O). Die für die Reduktion nötigen Elektronen fließen durch einen äußeren Stromkreis zur Kathode. Die hierbei stattfindende Aufladung der Elektroden bezeichnet man als Elektrodenpotential. Die bei der Reaktion zwischen den beiden Elektroden erzeugte Potentialdifferenz ist die treibende Kraft der Brennstoffzellenreaktion und lässt sich im äußeren Stromkreis in elektrische Arbeit umwandeln. Damit lassen sich unter anderem der Elektromotor sowie Hilfsaggregate wie Kühlpumpe, Kompressor und Expander antreiben.

1.6.2. Alternative Antriebe

c) Brennstoffzelle, Prinzip

Ein wesentlicher Gesichtspunkt der Brennstoffzelle ist, dass Wasserstoff mit allen seinen Sicherheitsproblemen als Kraftstoff notwendig ist. Bei Methanol als Basiskraftstoff muss der Wasserstoff erst mit entsprechenden energetischen Nachteilen gewonnen werden (vgl. Abbildung 1-42). Wasserstoff als Kraftstoff ist neben der Brennstoffzelle natürlich auch für Hubkolbenmotoren geeignet.

Die erforderlichen Veränderungen des Motors sind bekannt und machbar. Die Emissionen sind deutlich niedriger als bei konventionellen Ottomotoren. Gleichzeitig ist der Motor im Vergleich zur Brennstoffzelle sehr kostengünstig. Die Probleme hinsichtlich der Infrastruktur und der Sicherheit sind jedoch mit der Brennstoffzelle vergleichbar.

1.6.3. Messtechnik - Indiziermesstechnik

Was ist das?

Die kontinuierliche Forderung nach geringen Schadstoffemissionen und Verbrauchseinsparungen kann nur durch Einsatz modernster Messtechnik erreicht werden. Als Beispiel sei hier die Indiziermesstechnik vorgestellt.

Indizierung ist die Messung des Zylinderinnendrucks über der Kurbelwellenstellung. Die hierbei gewonnenen Erkenntnisse lassen wesentliche Rückschlüsse auf die Energieumsetzung zu und sind Basis für die Optimierung des Verbrennungsverlaufs und somit der Emissionen und des Verbrauchs.

Anhand der Entwicklung der Indiziermesstechnik (vgl. Abbildung 1-44) lässt sich anschaulich zeigen, wie die durch den Gesetzgeber vorgeschriebenen Schadstoffgrenzwerte einen entsprechenden Aufwand in der Entwicklung geeigneter Messtechniksysteme bewirken.

Kapitel 2:

2.1. Idealisierte Kreisprozesse 2-4

2.1.1. Der Carnot-Prozess 2-5

2.1.2. Der Gleichraumprozess 2-8

2.1.3. Der Gleichdruckprozess 2-10

2.1.4. Der Seiliger-Prozess 2-12

2.1.5. Aussagen über Tendenzen anhand des Gleichraumprozesses 2-13

2.1.6. Miller-Prozess (Atkinson-Prozess) 2-19

2.1.7. Alternative Prozessführung - Scuderi Split Cycle 2-21

2. Grundlagen des motorischen Arbeitsprozesses

Eine Verbrennungskraftmaschine dient der Gewinnung mechanischer Arbeit, indem sie die chemisch gebundene Energie eines Kraftstoffes durch Verbrennung in thermische Energie und diese wiederum in mechanische Energie umwandelt. Im Laufe dieses Prozesses finden also zwei Energieumwandlungen statt. Beide sind jeweils mit Verlusten behaftet.

Die Energieumwandlung läuft als

offener Prozess mit innerer Verbrennung ab, wobei sich das Arbeitsmedium im Zylinder periodisch erneuert.

 

2. Grundlagen des motorischen Arbeitsprozesses

Gib die zwei Arten der Kreisprozessrechnung an!

Man unterscheidet hinsichtlich der Simulationsgüte der thermodynamischen Vorgänge in einem Verbrennungsmotor zwischen zwei Betrachtungsweisen:

1. Idealisierte Kreisprozessrechnung: Vereinfachte, anschauliche Darstellung der wesentlichen Zusammenhänge. Man erhält mit geringem Aufwand Aussagen über Tendenzen.

2. Reale Kreisprozessrechnung: Alle wesentlichen innermotorischen Vorgänge und Verluste des realen Motorprozesses werden rechnerisch erfasst. Der erforderliche Rechenaufwand ist relativ hoch, für quantitative Aussagen aber unumgänglich. Mit den heute zur Verfügung stehenden Rechnerleistungen - auch von PCs - ist eine reale Kreisprozessrechnung bei der Abschätzung von Einflussgrößen Stand der Technik.

 

2. Grundlagen des motorischen Arbeitsprozesses I

Idealisierte Kreisprozesse: Zeige die Vereinfachungen

Idealisierte Kreisprozesse dienen dem Verständnis des motorischen Arbeitsprozesses und der qualitativen Beurteilung der motorischen Arbeitsprozesse. Sie zeigen anschaulich die grundsätzlichen Tendenzen der realen Prozesse und erfordern ein Minimum an Rechenaufwand. Es gelten folgende Vereinfachungen gegenüber dem realen Prozess:

  • Das Arbeitsmedium ist ein ideales Gas mit den Stoffwerten von Luft bei Raumtemperatur, d.h. isobare Wärmekapazität cp, isochore Wärmekapizität cv und Isentropenexponent k = const.
  • Der Kreisprozess ist geschlossen (d.h. Ladungswechsel wird durch Wärmeabfuhr ersetzt)
  • Die Verbrennung wird durch eine Wärmezufuhr ersetzt. Die chemischen und physikalischen Eigenschaften des Arbeitsmediums bleiben unverändert
  • Unberücksichtigt bleiben alle Wärmeverluste durch Wärmeübertragung (Kompression und Expansion erfolgen isentrop, also adiabat und reibungsfrei)
  • Unberücksichtigt bleiben Masseverluste durch Leckage

2. Grundlagen des motorischen Arbeitsprozesses I

Idealisierte Kreisprozesse: Zeige den Wirkungsgrad!

Gib die vier wichtigsten Prozesse an!

Grundsätzlich ist man bestrebt, aus der zugeführten Wärmemenge qB, eine möglichst große Ausbeute an mechanischer Energie zu erhalten. Ein Maß für die Höhe der Ausbeute stellt der thermische Wirkungsgrad ηth dar.

Es gilt nun aus der Fülle der möglichen Idealprozesse diejenigen zu finden, mit denen in den gegebenen Grenzen der beste Wirkungsgrad erzielt werden kann. Je nachdem, welche Grenzen (Gastemperatur, Druck, Volumen) man einsetzt, erhält man verschiedene Idealprozesse.

Damit ergeben sich eine Reihe von möglichen Prozessführungen (z.B. Carnot-Prozess, Clausius–Rankine-Prozess, Gleichraum- und Gleichdruckprozess usw.). Im Folgenden sollen die vier wichtigsten Prozesse diskutiert werden; für die anderen Möglichkeiten wird auf die entsprechende Literatur verwiesen:

  • Carnot-Prozess mit dem theoretisch bestmöglichen Wirkungsgrad
  • Gleichraumprozess als Basis für den realen Prozess einer Kolbenmaschine (Verbrennungsmotor)
  • Gleichdruckprozess, er wird in der Literatur häufig als Vergleichsprozess für den Dieselmotor verwendet
  • Kombinierter Gleichraum-/Gleichdruckprozess

 

2.1.1. Der Carnot-Prozess

Der Carnot-Prozess stellt bekanntlich den Wärmekraftprozess mit dem höchstmöglichen thermischen Wirkungsgrad dar. Die Wärmezufuhr erfolgt bei höchster Prozesstemperatur und die Wärmeabfuhr bei niedrigster Prozesstemperatur, siehe Abbildung 2-2.

Der thermische Wirkungsgrad ist unabhängig von der Art des Gases und berechnet sich allein aus dem Quotienten der Prozessführungstemperaturen:

nth=1-T1/T3

2.1.1. Der Carnot-Prozess II

Zahlenbeispiel: Hoher thermischer Wirkungsgrad erfordert ein hohes TemperaturverhältnisT3/T1 und ein hohes Druckniveau p3/p1

Die Verwirklichung eines derartigen Prozesses mit einem solch hohen Wirkungsgrad ist praktisch jedoch kaum möglich. In der Realität sind folgende Annahmen nicht haltbar:

  1. Als Temperaturgrenze wird die Umgebungstemperatur angesetzt. Diese Grenze wird durch die Natur diktiert. Ein Unterschreiten dieser Temperatur (künstliches Fortsetzen der Expansion) ergibt keinen weiteren Arbeitsgewinn (2. HS der Thermodynamik).
  2. Jedoch selbst die Raumtemperatur als untere Prozessführungstemperatur anzusetzen, ist technisch nicht realisierbar. Aufgrund der Trägheit der Wärmeübertragung wären sehr lange Zeiten und sehr große Wärmetauscherflächen notwendig. Die obere Prozessführungstemperatur wird für Wärmekraftmaschinen durch die Eigenschaften der verwendeten Werkstoffe und Bauformen begrenzt, die nicht gleichzeitig hohen Drücken und hohen Temperaturen standhalten.
  3. Zu der Schwierigkeit eine isentrope Verdichtung zu verwirklichen, kommt vor allem noch das Problem der isothermen Verbrennung. Erfolgt, wie bei Verbrennungsmotoren üblich, die Zufuhr von Wärme durch eine innere Verbrennung, so würde dies für die isotherme Verbrennung bedeuten, dass eine Vielzahl von Teileinspritzmengen zwischen einzelnen Verbrennungsstufen zu verteilen wären, die eine gleichmäßige (oder in viele Stufen verteilte) Verbrennung des Kraftstoffes während der Expansion ohne Überschreiten der Grenztemperatur sicherstellen.

2.1.1. Der Carnot-Prozess

Probleme beim Carnot Prozess:

Die isotherme Expansion bedingt die Zufuhr einer relativ kleinen Wärmemenge, welche eine niedrige Nutzarbeit pro Arbeitsspiel zur Folge hat. Diese Problematik ist auch der Grund dafür, dass Rudolf Diesel den Carnot-Prozess in der Kolbenmaschine nicht verwirklichen konnte (zweites Patent: „gewisse Abweichungen vom idealen Prozess").

Um den Carnot-Prozess mit hohem Wirkungsgrad zu realisieren, ergeben sich somit vier wesentliche Probleme:

 

Die notwendige Expansion auf Umgebungstemperatur ist praktisch nicht realisierbar (siehe Abbildung 2-2)

  1. Die notwendige Expansion auf Umgebungstemperatur ist praktisch nicht realisierbar (siehe Abbildung 2-2)
  2. Die erforderliche hohe Spitzentemperatur bewirkt extrem hohe Gasdrücke
  3. Die Arbeitsausbeute pro Arbeitsspiel ist gering
  4. Die Verwirklichung einer isothermen Verbrennung ist kaum zu beherrschen

2.1.2. Der Gleichraumprozess

Erkläre pV Diagramm!

Beim Gleichraumprozess erfolgt die Wärmezufuhr bei konstantem Volumen. Er stellt mit der Gegebenheit des maximalen und des minimalen Volumens eines Kolbentriebes den Wärmekraftprozess mit dem höchstmöglichen thermischen Wirkungsgrad dar, siehe Abbildung 2-5.

Der thermische Wirkungsgrad des Gleichraumprozesses ist also abhängig von:

  1. Verdichtungsverhältnis ε
  2. Isentropenexponent κ(Eigenschaft des Arbeitsmediums)

2.1.2 Gleichraumprozess II

Anforderungen an den Motorprozess

Der Betrag der Wärmezufuhr qB im oberen Totpunkt ist ohne Einfluss auf ηth. Erfolgt die Wärmezufuhr vor oder nach OT, so wird ηth verschlechtert, da sich das effektive Verdichtungsverhältnis verringert. Aus dieser Information lassen sich folgende Anforderungen an den Motorprozess stellen:

  1. Möglichst hoch verdichten (begrenzt wird dies beim realen Prozess durch den Anstieg der Verluste und der thermischen und mechanischen Belastung mit zunehmendem Druck sowie beim Ottomotor auch durch klopfende Verbrennung)
  2. Verbrennung möglichst in der Nähe von OT (ideal im OT; real mit Verlusten gilt als Richtwert: etwa 7 ° Kurbelwinkel, nach dem oberen Totpunkt sollen 50 % der Energie umgesetzt sein)

 

– Wärmezufuhr – Expansion – Wärmeabfuhr) basiert auf dem Gleichraumprozess, es findet nur thermodynamisch die Verschiebung der Wärmezufuhr in den Bereich der Expansion statt. Die daraus resultierende Absenkung des Prozesswirkungsgrades ist somit der Einfluss einer endlichen Verbrennungsgeschwindigkeit.

 

 

 

 

 

 

2.1.2 Gleichraumprozess III

Einordnung des Prozesses

Grundsätzlich ist der Gleichraumprozess als klassischer Vergleichsprozess für den Verbrennungsmotor zu betrachten. Randbedingung ist hierbei eine isochore und damit im Allgemeinen auch unendlich schnelle Verbrennung.

Betrachtet man den Arbeitsprozess mit endlicher Verbrennungsgeschwindigkeit, so ergeben sich unter der Maßgabe einer isobaren Zustandsänderung zwei in der Literatur bekannte Varianten des idealisierten Kreisprozesses:

  • Seiliger-Prozess (Gleichraum-/ Gleichdruckverbrennung)
  • Gleichdruckprozess (reine Gleichdruckverbrennung)

Die Prozessführung (Verdichtung– Wärmezufuhr – Expansion – Wärmeabfuhr) basiert auf dem Gleichraumprozess, es findet nur thermodynamisch die Verschiebung der Wärmezufuhr in den Bereich der Expansion statt. Die daraus resultierende Absenkung des Prozesswirkungsgrades ist somit der Einfluss einer endlichen Verbrennungsgeschwindigkeit.

2.1.3. Der Gleichdruckprozess

Wärmezufuhr bei gleichem Druck: pV Diagramm

Aus entsprechenden thermodynamischen Ansätzen folgt mit dem Volumenverhältnis (oder Einspritzverhältnis)  phi

und dem Verdichtungsverhältnis e

für den thermischen Wirkungsgrad n

 

 

2.1.3. Der Gleichdruckprozess

Wärmezufuhr bei gleichem Druck: pV Diagramm

Der thermische Wirkungsgrad ist also abhängig vom:

  1. Verdichtungsverhältnis ε

  2. Isentropenexponent κ

  3. Volumen- bzw. Einspritzverhältnis φ

Der thermische Wirkungsgrad verringert sich mit zunehmender Wärmezufuhr, da die Wärme nicht im OT zugeführt wird (unvollständige Expansion).

Der Gleichdruckprozess wird in der Literatur häufig fälschlicher Weise als idealisierter Kreisprozess des Dieselmotors bezeichnet. Richtigerweise muss sowohl beim Otto- als auch beim Dieselmotor der Gleichraumprozess als Vergleichsprozess verwendet werden. Denn ein Gleichdruckprozess beinhaltet schon eine endliche (isobare) Verbrennungsgeschwindigkeit und somit einen Teil der Verluste durch die reale Verbrennung mit endlicher Geschwindigkeit.

 

2.1.4. Der Seiliger-Prozess

Erklärung und pV /Ts Diagramm

Wovon ist der Wirkungsgrad beim Seliger-Prozess abhängig?

Der Seiliger-Prozess stellt eine Kombination aus Gleichdruck- und Gleichraumprozess dar. Die Wärmezufuhr erfolgt isochor und isobar. Damit berücksichtigt dieser Prozess die in der Praxis aus thermischen und mechanischen Gründen gegebene Druckbegrenzung bei teilweise isochorer Wärmezufuhr.

Der thermische Wirkungsgrad des Seiliger-Prozesses ist also abhängig vom:

  1. Verdichtungsverhältnis
  2. Isentropenexponent
  3. Druckverhältnis pi= Funktion des Motorbetriebspunktes (Last und pmax)
  4. Volumenverhältnis phi = Funktion des Motorbetriebspunktes (Last und pmax)

2.1.5. Aussagen über Tendenzen anhand des Gleichraumprozesses

Gib die Vorraussetzungn an, die für eine reale Verbrennung getroffen werden müssen?

a) Endliche Verbrennungsgeschwindigkeit

b) Realgaseigenschaften

c) Verdichtungsverhältnis

d) Dissoziation:

e) Wandwärmeverluste

f) Energieverluste

 

2.1.5. Aussagen über Tendenzen anhand des Gleichraumprozesses

a) Endliche Verbrennungsgeschwindigkeit

Um Aussagen über den Gleichraumprozess treffen zu können, bietet sich ein Vergleich mit dem Gleichdruck- und dem Seiliger-Prozess an. Hierbei gelten folgende Annahmen:

  • Zugeführte Wärme qB in allen Fällen gleich
  • ε  für alle Fälle gleich

2.1.5. Aussagen über Tendenzen anhand des Gleichraumprozesses

a) Endliche Verbrennungsgeschwindigkeit

Abbildung 2-10 zeigt die thermischen Wirkungsgrade von Gleichraum- und Gleichdruckprozess im Vergleich. Es zeigt sich, dass ein Prozess mit Höchstdruckbegrenzung bei gleichem ε stets einen geringeren Innenwirkungsgrad aufweist als ein Gleichraumprozess.

Beim Gleichdruckprozess, dessen Wirkungsgrad lastabhängig ist, fällt dieser umso mehr, je größer die zugeführte Wärmemenge qB wird (Volllast/Teillast).

Abbildung 2-10 zeigt die thermischen Wirkungsgrade von Gleichraum- und Gleichdruckprozess im Vergleich. Es zeigt sich, dass ein Prozess mit Höchstdruckbegrenzung bei gleichem

ε stets einen geringeren Innenwirkungsgrad aufweist als ein Gleichraumprozess.

Beim Gleichdruckprozess, dessen Wirkungsgrad lastabhängig ist, fällt dieser umso mehr, je größer die zugeführte Wärmemenge q

B wird (Volllast/Teillast).

Hält man die zugeführte Wärmemenge qB konstant und variiert das Verdichtungsverhältnis ε mit dem maximalen Druck pmax als Parameter, ergibt sich die in Abbildung 2-11 dargestellte Abhängigkeit von ηth.

Die Darstellung zeigt, dass - vor allem bei Volllast - eine Steigerung des Verdichtungsverhältnisses nur eine geringe Verbesserung des Wirkungsgrades des Seiliger-Prozesses zur Folge hat.

 

2.1.5. Aussagen über Tendenzen anhand des Gleichraumprozesses

b) Realgaseigenschaften

Um den theoretischen Arbeitsprozess den tatsächlichen Vorgängen anzunähern, muss u.a. der Einfluss der Änderung der spezifischen Wärmen (cp, cv, κ) mit der Temperatur und der Einfluss des Luftverhältnisses λ berücksichtigt werden.

Lernen