Versicherung 2
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Lernkarten
Der selbständige Unternehmer X hat eine KKV-Police abgeschlossen. Wartefrist 3 Tage. Versichert 80%. Jahreslohnsumme fix Fr. 60 000.--.
Mit der Krankenmeldung orientiert er uns, dass er während 14 Tagen nicht arbeiten konnte. Allerdings erging es ihm derart schlecht, dass es ihm nicht möglich war, eine Arztkonsultation vorzunehmen. Später erachtete er einen Arztbesuch als nicht mehr sinnvoll und notwendig (Kostenexplosion).
Berechnen Sie die Entschädigung.
Es sind keine Leistungen geschuldet. Eine ärztlich bestätigte Arbeitsunfähigkeit muss vorliegen.
Arbeitsunfähigkeit Beginn 1.2.14
Wartefrist 30 Tage
Arbeitsunfähigkeit 1.2. - 20.2.14
und wiederholend ab 1.3.14
An welchem Tag beginnen die Taggeldleistungen?
11.3.12
(Arbeitsunfähigkeit vom 1.-20. Tag = 20 Tage sowie vom 1.-10. März = 10 Tage à Total 30 Tage, d. h. ab dem 11. März beginnen die Taggeldleistungen)
Was ist Rückversicherung?
Die Rückversicherung ist die Versicherungseinrichtung des Erstversicherers (Versicherung der Versicherung)
Passive Rückversicherung
Passive Rückversicherung bedeutet den Kauf von Rückversicherungsdeckung
Aktive Rückversicherung
Aktive Rückversicherung bedeutet das Zeichen eines Rückversicherungsvertrages
Was ist Lloyd's?
Lloyd's ist keine Versicherungsgesellschaft sondern ein Markt für Versicherungen ("Versicherungsbörse"), die heute eine globale Versicherungsplattform darstellt.
Lloyd's besteht aus 91 verschiedenen Syndikaten
Funktion der Rückversicherung - Versicherungstechnische Funktion
- Risikoträger gegen Entgelt
- Dies reduziert die Schwankungen der jährlichen Schadenlast (Bilanzschutz) und bietet finanziellen Schutz in Schzadenfall (Katastrophenfall)
- Ergebnisstabilisierung / Reduktion der Fluktuation
- Risiko Management
Funktion der Rückversicherung - Servicefunktion
Rückversicherer steht für Fragen von Erstversicher bezüglich
- Konditionen
- Prämie
- Schadenverhütungsmassnahmen
- Schadenabwicklung
- Probleme
zur verfügung.
Funktion der Rückversicherung - Finanzierungs- und Kreditfunktion
Verbessert für den Erstversicherer
- Solvenz
- finanzielle Sicherheit
- Stabilität
Dadurch hat der Erstversicherer
- Schutz von Kapital und Reserven
- Schutz von Solvabilität
- Risiko Management
Kapazitätsbegrenzung
Erstversicherer haben aufgrund des beschränkten Kapitals eine Kapazitätsbegrenzung. Er kann Spitzenrisiken deshalb Mitversichern (mit Konkurrenten zusammen) oder Rückversichern.
Worauf kommt es bei der Wahl eines Rückversicherers an?
- Bonität
- Rating der Agenturen
- Vertrauen, Service, Kontinuität, etc
VN
Versicherungsnehmer
EV
Erstversicherer / Zedentin
RV
Rückversicherer / Zessionär / Retrozessionär
Rückversicherungsverträge
- Obligatorische
- Fakultative
- Fakultativ-Obligatorische
- Obligatorisch-Fakultative
- Open Cover Verträge
Rückversicherung - Obligatorische Verträge
Ein RV-Vertrag bei dem
- Ein ganzer Risikobestand Vertragsbestand ist
- Der Zedent nicht einzelne Risiken offeriert und der RV'er nicht individuell akzepiert, sondern sich der Zedent im Rahmen des Vertrages verpflichtet, alle Risiken zu zedieren und der RV'er im selben Rahmen verpflichtet ist, alle Risiken zu akzeptieren
Der obligatorische Vertrag ist gegenseitig für beide Seiten zwingend.
Rückversicherung - Fakultative Verträge
Ein RV-Vertrag bei dem
- Ein einzelnes Risiko (oder Police) Vertragsbestand ist
- Es sich um einen individuellen Vertrag handelt. Der Zedent offeriert und der RV'er kann akzeptieren.
Fakultative Rückversicherung ist also für beide Seiten freiwillig.
Rückversicherung - Fakultativ-Obligatorische Verträge
Ein RV-Vertrag bei dem
- Es dem Zedenten frei steht, ob und in welchem Mass er das Risiko zedieren will.
- Sich der RV'êr hingegen verpflichtet, allfällige Zessionen obligatorisch zu decken.
Mischform, Gefahr durch untertarifierung von Risiken
Rückversicherung - Obligatorisch-Fakultative Verträge
Ein RV-Vertrag bei dem es sich um das „Gegenteil“ eines fakultativ-obligatorischen Vertrages handelt
(demnach auch eine Mischform).
Dieser Vertragstyp ist verhältnismässig selten und wird vor allem von konzerneigenen Rückversicherern gebraucht. Gute Risiken werden vom Konzern „herausgepickt“ und behalten, weniger gute an konzernfremde Rückversicherer zediert.
Rückversicherung - Open Cover Verträge
Ein RV-Vertrag bei dem es sich um eine spezielle Form eines fakultativ-obligatorischen Vertrages
handelt.
Dieser Vertragstyp ist heute nur noch in wenigen Branchen – vor allem in der Transport-RV – gebräuchlich
und wird hier der Form halber aufgeführt.
Vertragstechnische Kriterien - Rückversicherung
- Proportionale Rückversicherung (Summen-Rückversicherung)
- Nicht Proportionale Rückversicherung (Schaden-Rückversicherung)
Proportionale Rückversicherungsverträge
- Quoten-Vertrag
- Summenexzedenten-Vertrag (Surplus)
- Mischformen
Nicht-Proportionale Rückversicherungsverträge
- Pro Risiko XL-Vertrag (Einzelschadenexzedent)
- Pro Ereignis XL-Vertrag (Kumulschadenexzedent)
- Jahresüberschadenexzedenten-Vertrag
- Höchstschaden-Vertrag
PML
Possible Maximum Loss - Maximaler Schaden
Quoten Vertrag
Quote wird berechnet durch Jährliches Prämieneinkommen (100%) und Eigenbehalt Zedent und Zedierter Anteil. Der Prozentsatz des zedierten Anteils (-20% Kommision) wird von den Rückversicherern erstattet.
Zedierte Prämie = Prämieneinkommen * Prozentsatz zedierter Anteil - 20% Kommision
Zedierter Schaden = Prämieneinkommen * Schadensatz * Prozentsatz zedierter Anteil
Summenexzedenten-Vertrag
Eine betreffend dem Eigenbehalt der Zedentin anders gegliederte proportionale Vertragsart.
Pro Ereignis XL-Vertrag
Nicht einzelne Schäden (z.B. ein zerstörtes Auto), sondern ganze „Schadenereignisse“ wie ein Hagelschlag welcher 10‘000 Autos beschädigt werden versichert.
Jahresüberschadenexzedenten-Vertrag
Die Prozentuale Schadenlast des Zedenten in einem Jahr wird begrenzt. Der RV‘er übernimmt die Schäden welche den vereinbarten Schadensatz, beispielsweise 130%, übersteigen. Die Schäden über einem bestimmten Schadensatz können so „gestoppt“ werden.
Höchstschaden-Vertrag
Eine eher seltene RV-Form!
Es wird beispielsweise vereinbart, das der RV‘er in einem bestimmten Jahr die drei grössten Schäden in Gänze übernimmt.
Was ist ein Captive?
Eine Captive war ursprünglich ein „In-House“- Versicherungs-Vehikel, welches Risiken (oder Teile davon) des eigenen Konzerns versichert oder verwaltet hat.
Eine Captive ist eine Versicherungsgesellschaft, die dem Versicherungsnehmer gehört und deren Versicherungsschutz primär von den Eigentümern nachgefragt und kontrolliert wird.
Woher kommt der Ausdruck "Captive"?
Die Bezeichnung „Captive“ steht für eine „gefangene“, d.h. in der Regel konzerneigene Versicherungsunternehmung.
Captives - Arten
- Erstversicherer
- Rückversicherer
Erstversicherer Captives
übernimmt Risiken des eigenen Unternehmens
Rückversicherungs-Captives
Risiko wird zuerst vom Erstversicherer übernommen (Fronting), dann vom Rückversicherungs-Captive. Diese gibt einen Teil des Risiko an Rückversicherer weiter
Spezielle Captives Arten
- Single-Owned Captives (Pure Captive) deckt ausschliesslich die Risiken eines Konzerns
- Group-Captives (Mutual Captive / Industry Captive) mehrere Konzerne sind an einer Captive beteiligt sind, die die Risikofinanzierung der Risiken der einzelnen Konzerngesellschaften übernimmt. Wird eine Captive von mehreren Unternehmen / Konzernen gegründet, so spricht man auch von einer „Industry Captive“.
- Association-Captives Eigenversicherung von oder für Verbände
- Non-Owned Captives (Rent-a-Captive / Broad Captive) Dienstleistung von spezialisierten Unternehmungen welche “fremden” Firmen “mietweise” zur Verfügung gestellt wird.
Sinn und Zweck von Captives
- Eigenes Bereitstellen von (im Markt nur schwer erhältlicher) Versicherungskapazität
- Aktives Risiko-Management
- Reduktion der Verwaltungskosten des Versicherers
- Reduktion der Risiko-Kosten
- Direktzugang auf den Rückversicherungsmarkt
- Steueroptimierung
Voraussetzungen für Captives
- Guter Schadenverlauf innerhalb des Konzerns
- Genügende Finanzkraft des Versicherten
- Die Ressourcen für ein aktives Risiko-Management, müssen vorhanden sein --> Die Implementierung eines proaktiven Risikomanagements im Unternehmen ist “key”!
- Bereitschaft zur Risikobeteiligung
- Einen idealen Captive-Standort
Aber Vorsicht: Captives sind keine „Cash-Cows“!
Standortwahl für Captives
- Politisch und wirtschaftlich stabile Staaten
- Zuverlässige, einfache rechtliche Vorschriften für Versicherungsgesellschaften
- Verfügbarkeit von “Know-how”, Dienstleistungen und Kommunikationsmitteln
- Freier Zahlungs-und Kapitalverkehr
- Günstige Steuerverhältnisse