Verkehrsplanung

Verkehrsplanung

Verkehrsplanung


N. S.
Diese Lernkarten behandeln verkehrsplanerische Maßnahmen auf Universitätsniveau und konzentrieren sich auf Themen wie Fußgänger, Velofahrer und den öffentlichen Verkehr. Sie beleuchten Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrsleistung, wie temporäre Standstreifennutzung, variable Höchstgeschwindigkeiten und Parkraumbewirtschaftung. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Studierende und Fachleute in der Verkehrsplanung, die sich mit der Optimierung des Verkehrsflusses und der Förderung nachhaltiger Mobilität auseinandersetzen.
Flashcards
187
Students
5
Language
German
Category
Traffic
Level
University
Created / Updated
20.09.2016 / 23.12.2020

Flashcards

Feinerschliessung Linienführung

  • Linienführung soll möglichst direkt erfolgen (keine Umwege).
  • Rundkurse sollen nicht angeboten werden
  • Gründe gegen Rundkurse
    - Umwege
    - schlechte Anschlüsse (geringe Flexibilität bei Fahrplangestaltung)
    - Lesbarkeit Fahrplan (ungewohnte Fahrplandarstellung)
  • grosse Städte: Durchmesser- und Tangentiallinien
  • Kelinstädte: Durchmesserlinien

Haltestellen

  • Groberschliessung:
    - Haltestellen müssen in den Siedlungsschwerpunkten liegen.
    - Abstand zwischen 1 km (S-Bahn Innenstadt) bis mehrere 100 m (ICE/TGV)
  • Feinerschliessung
    - Haltestellenabstand: 400 m, bei Ortsbussen in Kleinstädten: 300 m
    - Lage der Haltestellen ist auf das Fusswegnetz und die Siedlungsdichte resp. Hauptzielorte (z.B. Einkaufszentrum) auszurichten

Parkieren mit Parkscheibe

  • "Blaue Zone"

Beschränkung der Parkdauer: Mo-Sa von 8.00-19.00 Uhr auf 1-1.5 Std. (über Mittag bis 3 Std.)

Beschränkung kann auf den Sonntag ausgedehrt werden und ist mit einer Zusatztafel zu signalisieren. Parkfelder sind blau markiert.

  • "Weisse Zone"

Parkdauer kann an allen Tagen während 24 Std. eingeschränkt werden. Die Beschränkungsdauer und der Geltungsbereich ist frei wählbar. Kann auf 30 Min. reduziert werden, jedoch auch länger als in der "blauen Zone" sein. Die maximale Parkdauer ist in der Signalisation anzugeben. Die Parkfelder sind weiss markiert.

 

In beiden Zonen können bestimmte Nutzergruppen ausgenommen werden (Anwohner mit Parkkarten)

Kursfolge Groberschliessung

- Fernverkehr: 60'-Takt/30'-Takt
- Nahverkehr (S-Bahn): 30'-Takt/15'-Takt

Kursfolge Feinerschliessung

  • Stadt
    Hauptlinien: 5'-Takt bis 7.5'-Takt
    Nebenlinine: 15'-Takt
  • Kleinstadt: 15'-Takt

mit jeweils allfälligen Verdichtungen während der Hauptverkehrszeit und Verdünnungen während der Randverkehrszeit

Parkieren mit Parkuhr

Zeitbeschränkungen sind freier wählbar als bei der Parkscheibe. Übliche Zeitbeschränkungen sind: 15,30,60,90 und 120 Minuten. In Parkhäusern ist die Parkdauer länger.

Parkuhr ist mit einer Gebühr verbunden.

Betriebszeiten

- i.d.R. von 5.00 Uhr - 1.00 Uhr
- am Wochenende im städtischen Raum durchgehendes Nachtangebot
- an Sonntagen: Betriebsbeginn ca. 1 Std. später

Parkieren mit Signalisation

Bei der Zeitbeschränkung durch Signalisation ist die Kontrolle mit grossem Aufwand verbunden und erfolgt deshalb kaum. Das Risiko der Missachtung ist dementsprechend gross.

Anschlusszeiten

- Bahn - Bahn: 5 Min (bei grossen Bahnhöfen etwas mehr)
- Bahn - Tram/Bus: 5 Min (bei grossen Bahnhöfen etwas mehr)
- Tram/Bus - Tram/Bus: 2 - 3  Min

Wirkung und Eignung der Massnahmen zeitlicher Beschränkung

Fazit:

  • Parkuhren dort wo ein erhöhter Parkfeld-Umschlag erforderlich ist
  • "Weisse Zone" zur Beseitigung der Fremdparkierung in Wohngebieten
  • "Blaue Zone" in Zentrumsgebieten in denen kein erheblicher Parkierungsdruck besteht

Räumliche Erschliessung ländlicher Raum

- aufgrund geringer Siedlungsgrösse genügt meistens Groberschliessung durch Regionalverkehr (Regionalzug oder -bus)

- Haltestellenabstand: 400 - 500 m

- Lage der Haltestellen ist auf das Fusswegnetz auszurichten

- Regionalverkehr stellt die Verbindung in die nächste Stadt resp. nächster Bahnhof her

zeitliche Erschliessung ländlicher Raum

- Grundangebot im 60'-Takt ist genügend, allenfalls verdichtet auf 30'-Takt während HVZ

- wichtig ist durchgehende Transportkette (optimale und garantierte Anschlüsse an übergeordnete öV-Netz)

- Betriebszeiten i.d.R. wie im städtischen Raum, allerdings ohne Nachtangebot + allenfalls reduziertem RVZ-Betrieb

Angebotskriterien öV neben räumlicher und zeitlicher Erschliessung

  • Zuverlässigkeit des Fahrplans / behinderungsfreie Fahrt
    - Behinderungen bestehen beim strassengebundenen öV + bei hoch ausgelasteten Bahnstrecken
    - im Schienenverkehr sind im Agglomerationsraum Personen-Fernverkehr und -Nahverkehr sowie Güterverkehr zu trennen
  • Komfort
    - Sitzplatzgarantie
    - Klimatisierung
    - beim Feinverteiler (Tram, Bus) + auf kurzen Distanzen der S-Bahn sind Stehplätze akzeptiert
  • Information
    - wichtig für nicht regelmässige öV- Kunden und bei Verbindungen, die selten benutzt werden (Ausflugs- und Tourismusverkehr)
  • Sicherheit vor Belästigung und Gewalt
    - möglichst transparentes Rollmaterial
    - Zugbegleiter am Abend und in der Nacht
  • Erscheinungsbild / Auftritt des öffentlichen Verkehrs
    - Design + Sauberkeit der Fahrzeuge und Haltestellen
  • Durchgehende Tarife / Fahrausweise (Tarifverbund)
    - Ein Billet pro Fahrt

Angebotsausprägung Nah- / Fernverkehr

- je häufiger Wege unternommen werden, desto wichtiger ist die Verfügbarkeit des öV
- häugie Wege sind i.d.R. kurz, die seltenen lang
- je grösser die Distanz, desto wichtiger die Fahrzeit und Komfort
- keine wesentlichen Unterschiede zwischen Kurz- und Langstreckenverkehr hinsichtlich der Zuverlässigkeit und der umsteigefreien Verbindung

Wirkung und Eignung von Gebühren

  • Wirkung der Gebühr hängt vom Fahrtzweck und der Höhe der Gebühr ab. Die konkreten Wirkungen sind umstritten, auch wegen der dürftigen Datenlage.
  • Durch zunehmende Gebührenhöhen können folgende Wirkungen erzielt werden:
    • Beschäftigte: Umsteigen auf ÖV
    • Einkauf food: vermehrt weniger, dafür grössere Einkäufe
    • Einkauf nonfood: unterschiedlich
    • Freizeit: allenfalls umsteigen auf ÖV
  • Höhere Gebühren während den Verkehrsspitzen als tagsüber kann das Verkehrsaufkommen zeitlich beeinflusst werden.

Angebotselemente Fahrplanbearbeitung

- Kursfolge

- Betriebszeiten

- Anschlüsse

- Fahrzeit

-> Kursfolge, Betriebszeiten und Anschlüsse ergeben sich anhand der Angebotsgrundsätze.
Die Fahrzeit von Bussen wird ermittelt.

Ermittlung Fahrzeit Busse

a) Grobplanung: Bestimmung der Fahrzeit aufgrund der Erfahrungswerte für die Durchschnittsgeschwindigkeit
- Stadtbus / Ortsbus / Tram: rund 20 km/h
- Regionalbus: rund 30 km/h

b) für die konkrete Planung ist die Fahrzeit durch Testfahrt zu ermitteln
zu beachten: an den Linienenden ist eine minimale Standzeti von rund 2 - 5 Minuten vorzusehen, um Verspätungen aufzufangen + Pause für Fahrpersonal

Fahrplandarstellung

- Tabellarischer Fahrplan
- Graphischer Fahrplan
- Netzgraphik

Tabellarischer Fahrplan

Graphischer Fahrplan

Netzgraphik

Nachfragekennwerte öV

  • Linientotal
    (Summe aller Fahrgäste einer Linie)
  • Linientotal / Kurs
    (Summe aller Fahrgäste : Anzahl Kurse)
  • Querschnitssbelastung/Kurs
    (Summe aller Fahrgäste an einem bestimmten Ort : Anzahl Kurse)
  • Durchschnittliche Linienbelastung/Kurs
    (Fahrgastkm : Kurskm)

Kostendeckungsgrad

KD = Einnahmen : Betriebskosten

"Nebenwirkungen" der Parkraumbewirtschaftung

  • Es besteht das Risiko, dass zum Parkieren in andere Strassen oder Quartiere ausgewichen wird, verbunden mit Suchverkehr. In solchen Fällen sind flankierende Massnahmen zu ergreiffen. Diese können darin bestehen, dass die Parkraumbewirtschaftung auf die potentiellen Ausweichgebiete ausgedehnt wird.
  • Mit den Massnahmen sind auch Besucher der Anwohner, Handwerker und Serviceleute betroffen. Diese können jedoch mit Parkkarten ausgenommen werden. Der Bezug von Parkkarten wird in der Praxis als organisatorisch aufwendig empfunden. Je länger die erlaubte Parkdauer desto weniger sind diese betroffen aber desto weniger die Wirkung auf Fremdparkierung.

Hinweise zur Erhebung der Parkierung

  • Bewirtschaftungsform: Die Farbe der öffentlich zugänglichen Parkfelder ist weiss, unabhängig von der Bewirtschaftungsform (ausser die der "blauen Zone"). Bei der Erhebung ist dabei au die Signalisation zu achten.
  • Belegung Parkfelder: Die Belegung hängt von der Tageszeit ab und wird in der Regel zu folgenden Zeiten erhoben: 02.00, 10.00, 12.00,15.00, 20.00 Uhr. Dadurch kann die unterschiedliche Benutzung durch Anwohner, Beschäftigte, Einkaufs- und Freizeitverkehr erhoben werden.
  • Parkdauer: Während eines bestimmten Intervalls werden die Kennzeichen erhoben. Das Intervall beträgt die Hälfte der Genauigkeit.

Stehplatzdichte

Stundenkapazität

Unkonventionelle Angebote

- Bedarfsbus
- Rufbus
- Anruf-Sammeltaxi

Konventionelles Angebot ist an die drei Angebotselemente gebunden (feste Linienführung, feste Haltestellen, fester Fahrplan).
Unkonventionelle Angebote lösen sich von mindestens einer dieser drei Randbedingungen.
 

Einsatzbereich:

- schwach besiedelter Raum, wo Nachfrage nicht gebündelt, sondern dispers auftritt
- eine unkonventionelle Form kann eine öV-Erschliessung u.U. erst ermöglichen

Angebotselemente konventionelles Angebot

- feste Linienführung
- feste Haltestellen
- fester Fahrplan

Anordnung Parkraum

Anordnung der Parkräume ist nach folgenden Grundsätzen zu erfolgen:

  • Parkierungsanlagen sollen grundsätzlich unterirdisch angeordnet werden
  • Es sollen Sammelgaragen erstellt werden
  • Oberirdische Parkierung ist durch Bepflanzung aufzulockern

Gründe sind:

  • Bodenversiegelung soll gering gehalten werden
  • Optischer Eingriff durch parkierte Autos soll minimiert werden
  • Freiflächen um Gebäude herum sollen möglichst gross sein
  • In Ortszentren soll der knappe Platz primär Fussgängern, Velofahrern und dem ÖV vorbehalten sein sowie für Gestaltungsmassnahmen dienen

Hauptformen des unkonventionelle Angebots

- Modifizierter Linienbetrieb
- Richtungsbandbetrieb
- Flächenbetrieb

Modifizierter Linienbetrieb

- Grundsätzlich bleiben Linienführung, Haltestellen und Fahrplan fest
- Der Bus fährt jedoch nur soweit, wie Fahrgäste vorhandne sind
- Er hält auch ausserhalb ordentlicher Haltestellen, verlässt jedoch die Linienführung nicht.

Richtungsbandbetrieb

- Fahrplan grundsätzlich fest (zumindest bei Abgangshaltestelle)
- Linienführung in gewisser Bandbreite flexibel und somit auch Haltestellen

Flächenbetrieb

- Auch Fahrplan flexibel
- Bedingt in jedem Fall Anmeldung

Praktische Erfahrungen mit unkonventionellen Angebotsformen

- Reine Flächenberiebe haben sich tendenziell aus Kostengründen nicht bewährt (öV ist nicht Taxi)
- Meisten kommen Mischformen vor: konventionelles Angebot während HVZ und NVZ, unkonventionelles Angebot während RVZ (z.B. Zusammenlegung Bedienungsgebiet zweier oder sogar mehrerer Linien im ländlichen Raum während Randzeiten).

Ausgangslage Oberirdische Parkierung im Ortszentrum

Strassenraum im Zentrum verliert durch Parkfelder an Qualität, was die Standortgunst nachweislich mindert. Der Raum für Fussgänger ist erheblich eingeschränkt, wovon auch die Durchlässigkeit des Strassenraums betroffen ist. Dies wirkt sich besonders negativ in Begegnungszonen aus. Durch Parkierungsmanöver wird die Verkehrssicherheit der Velofahrer und Fussgänger beeinträchtigt.

Bevölkerung will möglichst autofreien Strassenraum, Ladenbesitzer benötigen oberirdische Parkplätze, da diese attraktiver für Kleineinkäufe sind als Parkgaragen. Parkplätze vor dem Laden sind zudem ein Konkurrenzvorteil gegeüber Einkaufszentren und Läden in grösseren Städten.

Zweck Park and Ride (P+R)

Für Bewohner die,

- ausserhalb des Gehbereichs des Bahnhofs wohnen (ab 600 - 800m)
- nicht durch den Bus erschlossen sind (300m)

P+R sind Parkfelder am Bahnhof, um den Zugang zur Bahn für diese Bewohner zu erleichtern.
P+R ist Bestandteil der öV-Transportkette und soll Beitrag zum Umsteigen auf den öV leisten, jedoch keine Konkurrenz zum Bus darstellen.
 

Lösungsansätze oberirdische Parkierung

Gewisse Anzahl oberirdische Parkplätze für Läden erforderlich und kann durch reduzierte Anzahl als Kompromiss zielführend sein. Attraktivität der Parkierung hängt nicht nur von der Anzahl der Parkfelder ab sondern auch von der Verfügbarkeit und Benutzbarkeit der Parkfelder.

Gesamtheitliche Betrachtung neben der Anzahl Parkfelder:

  • Parkdauer (verkürzung der Parkdauer erhöht Umschlag und Verfügbarkeit der Parkfelder)
  • Parkgebühr (differenzierte Gebühr unterstützt die Verfügbarkeit oberirdischer Parkfelder)
  • Anordnung oberirdischer Parkfelder (durch geschickte Anordnung wird Benutzbarkeit verbessert)
  • Attraktivierung der Parkhäuser (Erreichbarkeit, längere Parkdauer mit geringerer Gebühr, Verbesserung Signalisation)

Lösungsansatz:

  • reduzierte oberirdische Parkfelder (Kurzzeit Parkplätze max. 15-30min., Gebühr höher als in Parkhäuser)
  • Anordnung oberirdischer Parkfelder in 2-er Paketen
    • Erhöhung Durchlässigkeit für Fussgänger
    • Verbesserung Sicherheit Fussgänger und Velofahrer
    • gute Benutzbarkeit der Parkfelder (Qualität der Parkfelder steigt)

Standort P+R

- ländlicher Raum steht im Vordergrund; je näher zur Stadt, desto geringer ist die Bedeutung von P+R

- dort sinnvoll, wo keine Bahnerschliesung und kiene oder nur minimale Buserschliessung (60 Min.-Takt) besteht

- Wegetappe mit Auto soll möglichst kurz sein, Weg mit der Bahn möglichst lang (keine Konkurrenz der Bahn + Vermeidung Bündelung des P+R-Verkehrs mit möglicher Belastung der Siedlungsgebiete)

- keine grosse P+R-Anlagen in Städten und angrenzenden Agglomerationsgürtel, da an jenen Bahnhöfen die Siedlung verdichtet ist und nicht Platz durch Parkierungsanlagen beansprucht werden soll

- Voraussetzung für P+R ist ein akzeptables Bahnangebot (30 Min.-Takt)

Nachfragepotenzial P+R

Nachfragepotenzial ist abhängig von:

- Räumliche Erschliessungslücken

- Qualität des Busangebots: je besser das Busangebot, desto kleiner das P+R-Potenzial

- Bahnangebot: je besser das Bahnangebot, desto grösser das P+R-Potenzial

- Überlastungsgrad der Einfallsachse des Zielorts und des Parkfelderangebots am Zielort. (Die dadurch entstehenden Verlagerungen auf den öV erfolgt jedoch primär auf die klassischen öV-Transportketten (Bahn, Bus, B+R).

-> Nachfragepotenzial von P+R wird tendenziell überschätzt, Anteil von P+R an den Bahnzubringern liegt i.d.R. im tiefen einstelligen Prozentbereich; die meisten Personen kommen zu Fuss, mit dem Bus oder Velo zur Bahn

Study