Verhaltensbiologie_VL3

BIO122 M.Manser Thema: Motivationen / Emotionen -> Entscheidungen

BIO122 M.Manser Thema: Motivationen / Emotionen -> Entscheidungen


Z. H.
Diese Lernkarten behandeln das Verhalten von Tieren, insbesondere Erdmännchen, auf Universitätsniveau. Sie konzentrieren sich auf Motivation, Emotionen und die Quantifizierung von Emotionen, sowie auf die Kommunikation und Koordination von Tiergruppen. Die Karteikarten eignen sich für Biologiestudenten, die sich mit Verhaltensbiologie beschäftigen und ein tieferes Verständnis für die Entscheidungsfindung und das Verhalten von Tieren in verschiedenen Umgebungen erlangen möchten.
Cartes-fiches
124
Utilisateurs
2
Langue
Allemand
Catégorie
Biologie
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
11.08.2015 / 30.05.2017

Cartes-fiches

Nächstes Konflikt-Verhalten:

 

Ambivalentes Verhalten (Ambivalences)

Konflikt-Verhalten:

Def.:
"Ambivalentes Verhalten" (Ambivalences)

Bewegungselement von 2 konkurrierenden Motivationssystemen zeigen sich in einem einzelnen Verhalten.

 

Konflikt-Verhalten:

Bsp. für Ambivalentes Verhalten (Ambivalences)?

Bsp.: Beim Mobben v. Räubern nähern sich Erdmännchen kurz an und ziehen sich dann wieder zurück um wiederholt dieses Verhalten zu zeigen.
Mobben reflektiert Rückzug/Angst und Angriff/Aggression.
=> 2 Motivationen: Angst und Aggression

Exp. zu Motivations-Konflikt (Godin & Smith 1988)?

 

"Nahrungssuche von Guppies unter Räuberdruck"

Exp.: "Nahrungssuche von Guppies unter Räuberdruck" (Godin & Smith):

- Aufbau?

Guppies wurden verschiedene Mengen Nahrungsangebote v. Daphnien gegeben (Daphnien/Liter).

Zuerst untersuchte man:
Fressrate: 
Fang-Intervall (in s): Zeit um eine Daphnie zu fangen. (??) unter unterschiedlichen Nahrungs-Angeboten (Daphnien/Liter)

Dann führte man Experiment weiter. Untersuchte:
Räuber-Risiko (=Räuberdruck dazu gegeben):
Mortalitäts-Rate: # Tote pro Nahrungssuche (??) unter unterschiedlichen Nahrungsangeboten (Daphnien/l)

=> Beide Versuche wurden mit 3 unterschiedlichen Gruppen durchgeführt:

  • 1h auf Hunger gehaltene
  • 12h auf Hunger gehaltene
  • 24h auf Hunger gehaltene

Exp.: "Nahrungssuche von Guppies unter Räuberdruck" (Godin & Smith):
 

-Wovon hängt das Fangintervall (y-Achse) ab?

Davon, wie lange Guppies vorher auf Hunger gehalten wurden UND davon, wie viel Futter (Daph./l) vorhanden sind.

Exp.: "Nahrungssuche von Guppies unter Räuberdruck" (Godin & Smith):

- Ergebnisse zum 1. Teil "Fress-Rate":

Fangintervall ändert sich zw. Tieren, die nur kurz auf Hunger gehalten und solchen die länger auf Hunger gehalten wurden. 

=> Fangintervall auch abhängig davon, wie viel Nahrung (Daphnien/l) vorhanden ist.

Exp.: "Nahrungssuche von Guppies unter Räuberdruck" (Godin & Smith):

- Ergebnisse v. 2. Teil "Räuber-Risiko"

Tiere, die kurz auf Hunger gehalten, gingen viel kleineres Risiko ein um an Futter zu kommen, als solche die lange auf Hunger gehalten wurden. (=Weil lang hungernde Tiere viel schneller an Hunger sterben würden.)

=> Sehr hungrige Tiere gehen viel eher auf Nahrungssuche trotz Räuber (=Hohes Risiko ein), als Tiere, die Nahrungssuche
physiolog. noch aufschieben können.

Exp.: Kooperatives Verhalten bei Erdmännchen:

- Ausgangslage:

- Fragestellung:

Bei Nahrungssuche geht ein Erdmännchen als Wächter und die anderen Suchen Nahrung. (Einige bleiben auch im Bau zurück um zu Babysittebn)

Frage: Wie wird entschieden, welches Tier Wächter ist (=KEIN Futter suchen kann)?

Exp.: Kooperatives Verhalten bei Erdmännchen:

- Was tat man?

Fütterte ein Tier am Morgen vor der Nahrungssuche.

Exp.: Kooperatives Verhalten bei Erdmännchen:

- Ergebnis?

Wenn Tier am Morgen gefüttert worden war, was Wsk. v. 90%, dass es bei der Nahrungssuche als Wächter agieren wird.

=> Gleich bei Babysitting: Wenn Tiere am Abend vorher gefüttert, bleiben diese viel eher am nächsten Tag als "Babysitter" bei Jungen zurück, statt auf Nahrungssuche zu gehen.

Exp.: Kooperatives Verhalten bei Erdmännchen:

- Interpretation?

Tiere die viel Nahrung gefunden haben gehen viel eher als Wächter.

 

!!!Am Bsp. der Erdmännchen:

Wovon sind also viele kooperative Verhalten abhängig?

Viele kooperative Verhalten sind abhängig vom Hungerzustand (intern) und Räuberdruck (extern).

Exp.: Motivation (Handlungsbereitschaft) bei Erdmännchen:

Weiterführendes Exp.?

-> "Motivation (Handlungsbereitschaft) bei Erdmännchen unter Räuberdruck"

Exp.: "Motivation (Handlungsbereitschaft) bei Erdmännchen unter Räuberdruck".

-> Aufbau?

Motivation (Handlungsbereitschaft) v. Erdmännchen auch in Bezug auf Räuberdruck untersucht.:

2 Untersuchungsgebiete:
- 1. Nationalpark: Viele Bodenräuber, Räuber etc.

- 2. Forschungsstation (Farm): Kaum Bodenräuber/Raubvogel etc.

Exp.: "Motivation (Handlungsbereitschaft) bei Erdmännchen unter Räuberdruck":

- Ergebnis

- Interpretation?

Im Park: Wächterverhalten 60% v. der Zeit der Nahrungssuche gezeigt.

Auf Forschungsstation (Farm) (=Räuberdruck geringer): Nur ca. 30% der Zeit Wächterverhalten.

Z: - > Je nach externen Bedingugen kann kooperatives Verhalten angepasst/modifiziert werden.

Wofür ist die Gruppenkoordination bei Erdmännchen ein Beispiel?

Beispiel dafür, wie Entscheidungen von Tieren vom internen Zustand aber AUCH von der externen Umgebung beeinflusst werden.

Wie funktioniert die Nahrungssuche bei Erdmännchen also?

- Gruppengrösse

- Suchvorgang

- Bereich pro Tag

Gruppen v. 3-50 Tieren.
Jeder gräbt für seine eigene Nahrung (Abstand 2-10m) => Teilen ihre Nahrung NICHT!

-> Machen pro Tag: 500m-1km

Von welchen Faktoren hängt die Koordination der Gruppe v. Erdmännchen ab?

Koordinieren sich abhängig vom:

- Interner Zustand

- Extern: Soziales Umfeld

- Extern: Ökologisches Umfeld

Was sind diese Faktoren nun speziefisch, von denen Koordination v. Erdmännchengruppe abhängt?

- Interner Zustand: Wie hungrig "ich" bin.

- Extern: Soziales Umfeld: Weiterzug oder Verweilen anderer Gruppenmitglieder 

- Extern: Ökologische Umgebung: Menge der Nahrung in der Umgebung = Grösse des Nahrungsangebotes.

Was ist speziell an der Nahrungssuche der Erdmännchen betreffend Kommunikation?

Während Nahrungssuche geben Erdmännchen unterschiedliche Rufe von sich:

  • Kontaktrufe (c):
    • Alle 5-20 sek. während der Nahrungssuche
    • Relativ leise.
    • Meisten aber nicht alle Tiere 
       
  • Leitrufe (l): 
    • Kommt hin und wieder vor.
    • Ein Tier beginnt einen etwas anderen Ruf zu geben
    • Tw. Reaktion v. anderen Tiere = Antworten mit gleichen Ruf
    • Tw. aber auch keine Reaktion darauf.
       
  • Gruppen-Entscheidungen (d)

Was wurde nun betreffend Rufen bei den Erdmännchen festgestellt?

Wird ein Leitruf von mehreren anderen Erdmännchen der Gruppe ebenfalls mit Leitrufen beantwortet, bewegt sich die Gruppe an einen neuen Ort (wo mehr Nahrung vorhanden ist).

Wird darauf nur mit den normalen Kontaktrugen geantwortet passiert nichts.

Leitruf => engl.?

"Moving calls"

Exp.: "‚Moving calls‘ und Gruppengeschwindigkeit bei Erdmännchen":

- Aufbau?

Leit- und Kontaktrufe wurden aufgenommen und einer auf Nahrunssuchenden Erdmännchen Gruppe zurückgespielt.
-> Dann wurde geschaut, bei welchen Rufen Gruppe sich fortbewegte.

Auch Geschwindigkeit der Fortbewegung wurde registriert.

Exp.: "‚Moving calls‘ und Gruppengeschwindigkeit bei Erdmännchen":

- Ergebnis 1: 

Man stellte fest, dass sich Gruppe NUR bei Leitrufen fortbewegte, allerdings auch nicht bei allen. 

Bei Kontaktrufen geschah nix.

Exp.: "‚Moving calls‘ und Gruppengeschwindigkeit bei Erdmännchen":

Was sah man nun, bei genauerem Auswerten?

...dass min. 3 Tiere den Moving call geben müssen, damit sich Gruppe in Bewegung setzt.
-> Bei weniger als 3 gibt es KEINE Gruppenbewegung.

Exp.: "‚Moving calls‘ und Gruppengeschwindigkeit bei Erdmännchen":

Interpretation der Ergebnisse des genaueren Auswertens?

Entscheidung zum weiterziehen muss von min. 3 Tieren ausgedrückt werden, damit Gruppe sich fortbewegt.
 

Exp.: "‚Moving calls‘ und Gruppengeschwindigkeit bei Erdmännchen":
 

- Müssen bei einer grösseren Gruppe mehr Tiere rufen, damit Fortbewegung geschieht?

Nein!
Entscheidung zum weiterziehen muss von min. 3 Tieren ausgedrückt werden, damit Gruppe sich fortbewegt.
=> Wenn min. 3 Tiere Leitruf abgeben spielt Gruppengrösse keine Rolle - die Gruppe bewegt sich fort! 

Was vokalisieren also diese Leitrufe?

 

Entscheidungsmechanismus der durch Vokalisation ausgedrückt wird.

Womit hängt die Entscheidung eines Erdmännchens einen Leitruf abzugeben zusammen?

Entscheidungsfindung hängt zusammen mit internem Zustand vom Tier und davon wieviel Nahrung noch im Boden ist(Extern: Ökolog. Umgebung).
Ist noch genug Nahrung da, gibt es Leitruf nicht ab.

Def.:

"Emotionen" (Mensch)

Kurzer, intensiver, psycho-physiologischer Prozess, ausgelöst durch Wahrnehmung (bewusst oder unbewusst) eines Reizes.
=> Begleitet von:
        - Physiologischen Veränderungen
,
        - Spezifischen Kognitionen,
         - einer Veränderung der Verhaltensbereitschaft
        - 
und subjektivem Gefühlserleben.

=> Subjektives Gefühlserleben

(-> Basically: Entsprechen mehr oder weniger was wir an Gefühle wahrnehmen.)

Bsp.e für Emotionen?

Beispiele von Emotionen: 
Angst, Aggression, Depression, Freude, Zorn, Enttäuschung, Trauer, Liebe,...

Welche dieser Emotionen kann man bis jetzt NUR bei Menschen feststellen?
Welche bei Mensch und Tier?
- Angst,
- Liebe,
- Depression,
- Zorn,
- Aggression, 
- Enttäuschung,
- Trauer, 
- Freude,

Bis jetzt nur Mensch (Bei Tieren schwer feststellbar):
- Enttäuschung
- Trauer
- Liebe
- Zorn

Bei Tieren auch feststellbar:
- Freude,
- Angst
- Aggression
- Depression

Haben Tiere Emotionen (Subjektives Gefühlerleben)?

Nicht ganz klar...
=> Argument das Ja: z.B viele ähnliche Chemische Substanzen bei Tieren wie bei Menschen.

Wie können Emotionen bei Tieren nachgewiesen werden => Nachweis?

Quantifizierung durch:

  • (Neuro)physiologische Methoden (Hirnaktivität, Herzrate, Atmungsrate, ...)
     
  • Verhaltensveränderung (Körperhaltung, Bewegung, Vokalisationen, ....)
     
  • Kognitive Indikatoren (erhöhte Aufmerksamkeit zum Reiz)

 

Bsp. für kognitive Indikatoren als Quantifizierung für Nachweis v. Emotionen bei Tiere?

z.B Emotion Angst: Verhalten und Aufmerksamkeit v. Tier bei Räuber. Oder auch z.B bei Gerüche die z.B bei Angst v. Tier produziert werden.

(Neuro)physiolog. Methoden: Hirnareale bei Emotionen bei Tieren

Ähnliche Aktivitäten im Gehirn: Ähnliche Regionen im Hirn bei Tieren aktiv wie bei Mensch bei gewissen Emotionen.

Stimmts: 

Interpretation v. (Neuro-)physiolog. Prozesse durch Emotionen im Mensch sind immer übertragbar auf Tiere.

Wieso?/Wieso nicht?

Vorsicht bei Interpretationen von (Neuro-)physiologischen Prozessen bei Menschen und deren Übertragung auf Tiere.
-> Mensch momentan einziges Vergleichsobjekt
= Nur Betrachtungsweise v. Mensch bekannt/ausgehend

=> Sehr schwierig, diese auf Tiere anzuwenden!

Wie quantifiziert man Emotionen?

1. Quantifizierung: Wertigkeit (Valenz)

2. Quantifizierung: Stärke (Intensität)

Erklärung und Varianz der 1. Quantifizierung v. Emotionen:
Was macht Tier  dabei?

Valenz (Wertigkeit):

=> Welche Art Emotion?

  • positiv: annähern (Interesse, Freude, ....)
  • negativ: vermeiden (Furcht, Leid, Zorn)

Lernen