Verhaltensbiologie_VL3

BIO122 M.Manser Thema: Motivationen / Emotionen -> Entscheidungen

BIO122 M.Manser Thema: Motivationen / Emotionen -> Entscheidungen


Z. H.
Diese Lernkarten behandeln das Verhalten von Tieren, insbesondere Erdmännchen, auf Universitätsniveau. Sie konzentrieren sich auf Motivation, Emotionen und die Quantifizierung von Emotionen, sowie auf die Kommunikation und Koordination von Tiergruppen. Die Karteikarten eignen sich für Biologiestudenten, die sich mit Verhaltensbiologie beschäftigen und ein tieferes Verständnis für die Entscheidungsfindung und das Verhalten von Tieren in verschiedenen Umgebungen erlangen möchten.
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Langue
Allemand
Catégorie
Biologie
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
11.08.2015 / 30.05.2017

Cartes-fiches

Motivation (.....?....) 

Handlungsbereitschaft

Motivation (Handlungsbereitschaft) am Bsp. der Erdmännchen: 

Einer als Wächter andere auf Nahrungssuche.
Was sind die Fragen zur Motivation hier?

  • Warum entscheidet sich dieses Tier als Wächter zu agieren und warum kein anderes Tier?
  • Warum sind gewisse Tiere auf Nahrungssuche und nicht als Wächter? 

Motivation (Handlungsbereitschaft) am Bsp. von Löwen:

Frage? 

  • Warum liegt ein Löwe auf dem ersten Bild hier neben seiner potenziellen "Beute" obwohl er diese normalerweise fressen würde...

  • Wann entscheidet sich ein Löwe also zu Ruhen und wann dazu sein Verhalten zu ändern und zu jagen?

Was ist bei diesen 2 Situationen gleich und worin unterscheiden sie sich?

Gleicher externer Reiz (Beutetier).

-> Unterschied liegt im Zustand des Löwens (einmal hungrig, einmal satt)

Wie ist der Ablauf beim Löwen mit seinen 3 Haupttätigkeiten im Leben? 

 

Löwe: ruhen -> Hunger -> jagen

 

!!!Was ist Motivation also allgemein gesehen?

Allgemein: Modulation in Reiz-Reaktion Beziehung => Motivation

Def.:

"Motivation" (Handlungsbereitschaft)

Motivation umschreibt die internen Entscheidungs-Prozesse, die beeinflussen, welches Verhalten ein Tier zeigt.
Die momentanen Ursachen von Verhalten, d.h. jene Faktoren, welche verantwortlich sind für den Beginn, die Aufrechterhaltung und die Beendigung eines Verhaltens.

Bild: Verhalten

(=Motivation kann beeinflusst sein durch):

Kausale Faktoren (Ursachen) für Verhalten (3):
(Tinbergens 1.Frage)

1) Reize (externe und interne)

2) Hormone

3) Intrinsische Aktivität des Nervensystems

Kausaler Faktor (Ursache) für Verhalten:

Bsp. für Reize z.B bei Löwen?

  • Reiz extern: Sehen der Beute
     
  • Reiz intern: Hunger

Wieso sind Hormone ein kausaler Faktor (Ursache) für Verhalten?

Da sie Emotionen beeinflussen können.

Was ist die Ursache für eine Motivation und anschliessendem Verhalten ganz banal gesagt?

Ursache = Wechsel in der Umwelt 

Was ist der Effekt von Motivation?

Verhalten

Nenne Bsp. für Mögliche Ursachen (Wechsel in der Umgebung), die Motivation auslösen können?

  • Wasser-Defizit
  • Nahrungs-Defizit
  • Territorial-Defizit

Beschreibe den Motivation (und Auslöser und Folge davon) mit Variabeln:

Ursache (Wechsel in der Umgebung) => Unabhängige Variabel

Motivation => Eingreifende Variabel

Effekt (Verhalten) => Abhängige Variabel

Spiele ein Bsp. durch und benenne die Stationen mit Motivation etc. und welche Variabel es ist. 

Ursache (Wechsel i.d Umwelt) -> Unabhängige Variable:
z.B 

  • Wasser-Defizit 
  • Nahrungs-Defizit
  • Territorial-Eindringling

Motivation -> Eingreifende Variable:

  • Durst
  • Hunger
  • Aggression

Effekt (Verhalten) -> Abhängige Variable:

  • Trinken
  • Essen
  • Kämpfen

 

(Z:=> Motivation also oft ein Gefühl)

Was muss man jedoch bei dem Modell: Ursache - Motivation - Effekt (Verhalten) beachten?

WICHTIG:

  • Eine Motivation kann unterschiedliche Ursachen haben!!! 
     
  • Unterschiedliche Ursachen können, auch wenn die Motivation gleich ist, trotzdem unterschiedliche Verhalten auslösen.
     
  • Eine Ursache kann unterschiedliche Verhalten auslösen.

Experiment zum Modell Ursache - Motivation - Effekt (Verhalten):

- Aufbau?

 

Hat Erdmännchen (?) die Motivation "Durst" ausgelöst durch unterschiedliche Ursachen:

1. Stundenlanger Wasserentzug
2. Trockenfutter
3. Salz-Injektion 

Die Erdmännchen hatten dann unterschiedliche Möglichkeiten sich auf diese Motivation "Durst" zu verhalten (=Durst zu löschen):

1. Knopf drücken um Wasser um erhalten
2. Menge von Wasser
3. Quinine Toleranz

(Quinine = Für Tiere bitter zum trinken -> Vermeiden es wenn möglich)

Experiment zum Modell Ursache - Motivation - Effekt (Verhalten):

- Ergebnis?

Man sah, dass Tiere, die Salz-Injektion gekriegt haben toleranter gegenüber dem Wasser mit Quinine waren (=Dieses viel eher tranken).

Experiment zum Modell Ursache - Motivation - Effekt (Verhalten):

- Interpretation / Schlussfolgerung?

Tw. kann man also v. dem Verhalten auf die Ursache schliessen. => Wenn ein Tier Quinin-tolerant ist, hat es sehr ws. eine Salz-Injektion erhalten.

Wie versuchte Deutsch 1960 zu erklären, welchen Einfluss Veränderungen der Physiologie auf das Verhalten haben?

Mit dem Homöostatischen Modell

Was besagt das "Homöostatische Modell"?

Physiologische Parameter des Körpers, (z.B. Temp., Blutzucker-, Sauerstoff-Konzentration) innerhalb eines bestimmten (optimalen) Bereiches aufrechterhalten.
Abweichungen in beide Richtungen bewirken Korrekturen um Norm stabil zu halten -> korrigierende Verhalten, Normzustand herzustellen.

(= Wenn Parameter nicht mehr im optimalen Bereich, wird Verhalten gezeigt, um diesen Bereich wieder zu erhalten)

Homöostatisches Modell:

Modelle basierend auf diesen Prozessen (Physiolog. Paramter im optimal Bereich halten) zeigen 2 wichtige Elemente auf:

a) Normen oder Festpunkte als Ziel für ein Motivationssystem.
(=> z.B Körpertemp.: WEnn zu hoch versucht Körper Normbereich wieder herzustellen.)

b) Feedback vom internen Umfeld mit der Information ans Tier, wann dieser Festpunkt (Normzustand) wieder erreicht ist.
(= Braucht Feedback v. Umgebung um Normalbereich (GG) wieder herzustellen -> Würde man sich zu stark verhalten, würde es auf andere Seite schwappen.)

Was besagt das Konzept der Zustandsräumen (nach MacFarland & Sibly 1972)?

Sie haben für jeden Zustand einen räumliche Darstellung der verschiedenen optimal Bereichen der damit verbundenen Parameter aufgezeichnet.

 

Zeichne den physiologischen Zustandsraum nach MacFarland & Sibly auf. 

-  In welchem Bereich müssen die Parameter bleiben und wieso?

- Was ist das Ziel der Parameter?

Physiolog. Parameter: 

  • Blutzucker
  • Hormone
  • Sauerstoff
  • Temperatur

=> Die Parameter müssen im grau eingefärbten Bereich bleiben, damit Organismus lebensfähig ist. 

Ziel: Parameter versuchen immer möglichst nah am Optimum zu bleiben.

Sind Zustandsräume (nach MacFarland & Sibly) immer eindimensional?

Nein, können auch multi-dimensional sein. z.B für Motivation "Hunger"

Konzept der Zustandsräume (MacFarland & Sibly):

Es geht aber noch komplizierter:
Wie könnte man z.B Motivation "Hunger" in Konzept eines Zustandsraums festhalten?

 

Hunger als multi-dimensionaler Zustandsraum.

Parameter: 

  • Protein
  • Fett
  • KH

=> Braucht bestimmte Menge an Nährstoffen um im optimalen Bereich zu bleiben: Zu viel => schlecht; zu wenig => schlecht

Kosten-Funktion (um Defizite (bei den Parametern) zu vermeiden) nach Sybly (1975):

-> Was geschiet bei einer Abweichung vom Normzustand?

-> Was besagt die Kosten-Funktion v. Sibly?

-> Zeichne die Funktion auf.

Abweichung vom optimalen Zustand
=> Bringt Kosten (Physiolog. Abweichung) => z.B. reduzierte Funktionen => reduziertes Überleben und Fortpfl..

Kosten-Funktion besagt:
Je grösser die Abweichung umso grösser die Kosten für eine zusätzliche Abweichung (z.B. Anstieg in Wasser- oder 
Nahrungsdefizit um eine Einheit hat höhere Kosten, wenn bereits eine starke Abweichung vom Optimum vorhanden ist, als bei noch kleiner Abweichung).

=> Je weiter weg man vom Optimum ist, desto grösser (schwerwiegender/spürbarer) sind die Kosten (z.B Einschränkung in der Physiologie).

=> Wenn man schon ein sehr grosses Defizit hat, Ist es sehr schwierig dieses Rückgängig zu machen!

 

Wie hat Deutsch (1960) da Homöostatische Modell aufgezeichnet?

Interne Abweichung Abweichung vom physiolog. (optimal) Zustand eines Tiers erregt ZNS (neuronales Zentrum dort) (=> Abweichung bestimmt Erregungsgrad).

ZNS aktiviert entspr. Bewegungsapparat um korrigierendes Verhalten einzuleiten

Bewegungsapparat (bzw. Verhalten) variiert Umgebung so dass wieder möglichst optimal ist. (= Interne Zustand v. Tier ändert sich).

Neue Interne Zustand v. Tier wird durch "Analytiker" registriert, der dann Zentrum im ZNS hemmt und so Bewegungsapparat (bzw. korrigierendes Verhalten) stoppt. 

Hemmung v. ZNS durch Analytiker wird graduell zurückgehen und Zentrum im ZNS wird wieder empfindlich auf neue Erregungspulse.

Def. 

"Homöostatisches Modell" (nach Deutsch 1960)

Homöostatische Modell sagt die Aufrechterhaltung von Verhalten (z.B wie Fressen und Trinken) voraus.

Bspe. für ein homöostatische Modelle?

Bsp.:

  • Magenrezeptoren (Z:="Analytiker") senden Impulse an ZNS, wenn sich Magen wegen Futter dehnt, um Nahrungsaufnahme zu hemmen (=Sättigungsgefühl)
     
  • Hormone kontrollieren Trinkverhalten via dem Hypothalamus (=> Feedback an Hypothal. "genug H2O")

- Problem beim Homöostatischen Modell?

- Was bedeutet dies? Was braucht es also noch? 

Physiologische Zustand (Homöostasie) ist nicht für alle Aspekte v. Verhalten verantwortlich.
Wir trinken oder essen oftmals ohne Defizit in unserem Wasserhaushalt oder anderen physiologischen Aspekten.

=> D.h: es braucht noch zusätzliche Infos, von der externen Umwelt.

Stimmts?

Alle Verhalten durch das homöostatische Modell erklärbar?

Nein.
Gewisse Verhalten scheinen vollständig von externen Faktoren abhängig zu sein. (= Problem des homöostatischen Modells)

Nenne ein Bsp. für ein Verhalten, dass vollständig v. externe Faktoren abhängig zu sein scheint und so nicht in das homöostatischen Modell passt?

z.B Dessert nach einem üppigen Abendessen. 

=> Man hat eigentlich den optimalen Zustand an Nährstoffen (Blutzucker) schon erreicht, hat aber trotzdem Lust auf Dessert.

(Z: Dies führt dazu, dass man sich wieder aus dem optimalen Zustand heraus manövrieren könnte.)

Welche Informationen kann man also aus externen Infos. gewinnen? (Bezogen auf Homöostat. Modell bzw. Fälle die in diese nicht reinpassen)

Wozu können externe Infos jedoch auch führen bezogen auf unser Verhalten?

Externe Information geben Auskunft über die Möglichkeit ein Ziel zu erreichen.

Können aber auch dazu führen, dass wir Verhalten zeigen, das NICHT ideal für den physiologischen Zustand sind

Wo findet man also einen Konflikt mit dem homöostat. Modell?

= Konflikt, zw. idealem Zustand und dem was wir Aussen sehen/wahrnehmen und gerne wollen (z.B Dessert).

Was kann man durch diese Erkenntnis zum Homöostatischen Modell bzw. dessen Grenzen für die Motivation sagen?

-> Wovon ist Motivation bestimmt?

-> Was muss man also betrachten, um Motivation zu verstehen? 

Die Motivation ist nicht nur vom internen Zustand eines Tieres bestimmt, sondern von der Interaktion mit den externen Faktoren. Diese Interaktion definiert den Motivationszustand eines Tieres zu jedem Zeitpunkt.

-> Um Motivation zu verstehen muss man also inneren UND äusseren Zustand/Reize anschauen. 

Limitationen des Homöostatischen Modells:

Was erklärt das Homöostatische Modell also?

Erklärt, dass:
i) ein Motivationszustand durch den internen Zustand UND die externe Umwelt bestimmt ist.

ii) ein Verhalten ausgelöst wird, um physiologischen Zustand innerhalb eines optimalen Bereiches aufrecht zu erhalten.

Limitationen des Homöostatischen Modells:

Was erklärt das Homöostatische Modell NICHT?

Erklärt nicht:

iii) Interaktionen zw. Motivationszuständen.

iv) Vorauskopplungs-Verhalten, welche die Folgen v. 
Rückkopplungen eines Verhaltens bereits im Voraus wegnehmen und mögliche Abweichungen im physiologischen GG so vermeiden.

 

Limitationen des Homöostatischen Modells:

Bsp. für Interaktion zw. Motivationszuständen:

 

z.B Wenn Tier durstig ist muss es sich entscheiden zw.: 
Jagen ODER zur Wasserstelle gehen.
=> Man kann oft NICHT mehrere Motivationszustände gleichzeitig befriedigen.

Limitationen des Homöostatischen Modells:

Bsp. für: Vorauskopplungs-Verhalten, welche die Folgen von Rückkopplungen eines Verhaltens bereits im Voraus wegnehmen und mögliche Abweichungen im physiologischen Gleichgewicht so vermeiden.

Bsp.:
=> Wenn wir wissen, dass wir nächsten 5h nicht Essen können, essen wir vorher was. Solches Verhalten auch oft in Tierwelt.
=> Verhalten wird v. Modell nicht erklärt.

Étudier