Verhaltensbiologie_5.VL

BIO122_ M.Manser Thema: Lernen

BIO122_ M.Manser Thema: Lernen


Z. H.
Diese Lernkarten decken das Thema Verhaltensbiologie auf Universitätsniveau ab. Sie konzentrieren sich auf das Lernen und Verhalten von Tieren, insbesondere wie Reize und Reaktionen bei verschiedenen Arten wie Erdmännchen und Ratten untersucht werden. Die Karteikarten behandeln auch Experimente zur Konditionierung, individuelle Lernfähigkeit und die Rolle der Umgebung. Besonders nützlich sind sie für Studierende der Biologie, die sich mit der evolutionären Perspektive auf Lernverhalten und artenspezifischen Lerndispositionen vertraut machen möchten.
Flashcards
121
Students
2
Language
German
Category
Biology
Level
University
Created / Updated
12.08.2015 / 22.10.2025

Flashcards

Allgemein: Wodurch sind Veränderungen im Verhalten bedingt?

Durch:

  • Lernen
  • Evolution (natürliche Selektion od. sexuelle/soziale)

Wodurch sind Veränderungen im Verhalten bedingt:

-> Lernen das Veränderungen im Verhalten bringt findet wo statt/ Ist welcher Art?

-> Was beinhaltet es?

Lernen -> Innerhalb von Generationen (Soziales Lernen über 
Generationen)

=> Indiviidum lernt während der Lebenszeit, basierend auf Erfahrungen sich optimal an Bedingungen/Umwelt anzupassen.

Veränderungen im Verhalten bedingt durch:

Lernen: Was ist durch soziales Lernen möglich?

und wozu kann es führen?

Beim Sozialen Lernen kann Lernen/Gelerntes über Generationen weitergegeben werden.
=> JT lernen v. Adulttieren; 2.Generation lernt v. Erster.

Dies kann zu Kulturellem Verhalten führen = Sehr komplexes Verhalten in nur ganz bestimmten Populationen

Veränderungen im Verhalten bedingt durch:

Bedingt durch Evolution (natürliche Selektion) findet man wo? 

Zwischen Generationen

=> Wie verändert sich eine Generation zur nächsten?

Gewöhnung (Habituierung) vs. Sensitivierung:

Experiment dazu?

-> Aufbau?

Versuch mit Laborratte:
Ton wurde ihr vorgespielt mit bestimmter Lautstärke und deren Reaktion darauf gemessen.

Im 1. Versuch: Reaktion festgehalten = Referenz-Reaktion (100% Reaktion).

 

Gewöhnung (Habituierung) vs. Sensitivierung:

Experiment: "Habitierung/Sensitivierung v. Labor-ratte"

-> Ergebnisse?

Nachdem bei 1.Versuch Referenz-Reaktion festgehalten wurde, wurde ihr der Ton immer wieder vorgespielt:

Beim 2. Versuch reagierte die Ratte noch sehr stark auf den Ton (> als 100 (Referenz-Wert). 
Bei den nächsten Versuchen nahm die Reaktion der Ratte auf den Ton stark ab, sinkt aber erst nach dem 5.Versuch unter den Referenzwert.

Gewöhnung (Habituierung) vs. Sensitivierung:

Experiment: "Habitierung/Sensitivierung v. Labor-ratte"

-> Weiterführung v. Experiment?

Beim 15.Versuch wurde der Ratte statt einem Ton ein starker Lichtblitz gezeigt. 

Gewöhnung (Habituierung) vs. Sensitivierung:

Experiment: "Habitierung/Sensitivierung v. Labor-ratte"

-> Ergebnis nach Lichtblitz?

-> Wieso hat man Lichtblitz eingesetzt?

Ratte reagierte auf den Lichtblitz wieder mit einer Reaktion über dem Referenzwert. 
(Allerdings nicht gleichstark, wie beim 2.Versuch auf den Ton).

Den Lichtblitz setzte man ein um auszuschliessen, dass die Reaktionsabnahme an den Ton einer Ermüdung der Rezeptoren zuzuschreiben ist.

Gewöhnung (Habituierung) vs. Sensitivierung:

Experiment: "Habitierung/Sensitivierung v. Labor-ratte (inkl. Lichtblitz):

- Interpretation?

Man sah, dass wenn Reiz stetig ohne negative Folgen (=neutral) vorhanden, rasch eine Habituierung (Gewöhnung) an diesen stattfindet.

Def.:

"Sensitivierung"

Wenn sich Reaktion auf den gleichen Reiz verstärkt.

Def.:

"Habituierung (Gewöhnung)"

Wenn sich Reaktion auf den gleichen Reiz vermindert (OHNE das eine Ermüdung der Rezeptoren dafür verantwortlich).

=> Tier gewöhnt sich an den Reiz

Wann kommt es zur Sensitivierung auf einen Reiz?

Wenn Reiz mit negativen Konsequenzen verbunden ist, gewöhnt man sich nicht daran, sondern zeigt sehr schnell adversive Reaktion darauf.  

Bsp. für Sensitivierung?

Wenn für Katze ein bestimmter Ton negative Folgen hatte (z.B kleiner elektrischer Schock o.ä), dann hat Katze in nächsten Versuche immer sehr stark reagiert. Ihr Verhalten war gegenüber den Referenzversuchen immer viel stärker.

 

Wann kommt es zur Habituierung eines Reizes?

Wenn ein Reiz neutral (=keine positiven od. negativen Konsequenzen) ist. => gewöhnt man sich dann schnell daran.

-> Wichtig ist hier, dass Habituierung NICHT einfach Ermüdung v. Rezeptoren sein darf, sondern dass Individuum wirklich wahrnehmen muss, dass Reiz keine Konsequenzen hat und deshalb nicht mehr reagiert. 

Exp. zu: "Habituierung (Gewöhnung) im natürlichen Umfeld" mit Weisskehlammer (Vogel):

- Ausgangslage?

- Fragestellung?

Ausgangslage: Männchen singen um ihr Territorium zu verteidigen.

Frage:
- Gewöhnen sich Männchen an Anwesenheit v. Nachbar?  
- Wie viel singen sie dann noch?
- Vgl. mit Singverhalten in Anwesenheit eines Fremden?

Exp. zu: "Habituierung (Gewöhnung) im natürlichen Umfeld"
mit Weisskehlammer (Vogel):

- Vorgehen bei Exp.teilen A und B?

Mass zuerst Gesang v. Testtier ohne andere Einflüsse. 
Dann Gesang v. Nachbar aus Süden und dann der v. fremden Tier gespielt und geschaut, wie Testtier sich verhielt.

Dann: 

Bei A:

  1. Hat dem Testtier Gesang seines Nachbarn v. Grenze im Süden, an der normale Lokalität (=an Grenze) vorgespielt und die Reaktion des Testtiers registriert. 
  2. Dann spielte man ihm auch den Gesang eines Fremden vor allerdings auch an der Grenze und registrierte seine Reaktion.

Bei B:

  1. Spielte dem Testtier Gesang v. Nachbarn und Fremdem in anderer Lokalität als seiner gewohnten vor.

Exp. zu: "Habituierung (Gewöhnung) im natürlichen Umfeld"
mit Weisskehlammer (Vogel):

- Ergebnis?

Bei A (Vorspielen der unterschiedlichen Gesängen an der Grenze):
Man stellte fest, dass Testtier hier sehr stark auf Gesang des Fremden reagierte im verlgeich zur Reaktion auf Gesang seines (an dieser Grenze üblichen) Nachbars.

Bei B (Vorspielen der Gesänge irgendwo):
Wenn beide Gesänge an völlig anderem (=ungewohnten) Ort vorgespielt wurden, so reagierte das Testtier auf BEIDE Gesänge etwa gleich intensiv.

Exp. zu: "Habituierung (Gewöhnung) im natürlichen Umfeld"
mit Weisskehlammer (Vogel):

- Interpretation?

Nachbaren kennen sich und haben kaum Wettbewerb gegeneinander, da aneinander gewöhnt. (Testtier hat also gelernt, wer Nachbar ist und wo)

Wenn aber Fremder kommt, wird er sofort als potentieller Feind wahrgenommen, der um das Territorium kämpfen will.

Habituation – Dishabituation Experiment:
"Feldstudie: Individuelle Unterscheidung v. Alarmrufen bei Erdmännchen.":

- Vorgehen?

Aufbau:

  1. Immer gleicher Typ v. Alarmrufen v. unterschiedlichen Tieren aufgenommen.
     
  2. Wurde anhand eines Alarmrufs eines Tieres Referenzreaktion (100%) der anderen darauf gemessen (wie lange andere Tiere brauchen, um sich v. diesem Ruf zu erholen z.B 30sek.).
  3. Spielte dann nach ca. 20min. einen anderen Ruf des gleichen Tieres ein und registrierte Reaktion der anderen darauf.

  4. Dies wurde dann auch wiederholt, um zu schauen ob es sich um eine Gewöhnungsreaktion handelt. 

  5. Beim 5. Mal hat man dann Ruf eines Gruppenfremden Tieres eingespielt um zu schauen, ob Nahrungssuchende der Gruppe auf dieses nun wieder stärker reagieren. 

     

Habituation – Dishabituation Experiment:
"Feldstudie: Individuelle Unterscheidung v. Alarmrufen bei Erdmännchen.":

-> Grafik dazu?

Playback-Experimente von Alarmrufen zu Raubvögeln vom gleichen Individuum (Habituierung), getestet mit Alarmruf von einem anderen Individuum (T).

Habituation – Dishabituation Experiment:
"Feldstudie: Individuelle Unterscheidung v. Alarmrufen bei Erdmännchen.":

- Ergebnisse:

Zu 3.: Als nach 20 min. einen anderen Ruf des gleichen Tieres abspielte war Reaktion der anderen schon viel kleiner auf diesen. 

Zu 5.: Spielte man beim ca. 5 Durchgang Ruf eines gruppenfremden Tieres, haben Nahrungssuchenden nicht darauf reagiert.
=> Es könnte hier aber sein, dass sie gemerkt haben, dass es nicht Ruf aus ihrer eigenen Gruppe waren und deshalb nicht darauf reagierten.

 

1. Weiterführung des Habituation – Dishabituation Experiment:
"Feldstudie: Individuelle Unterscheidung v. Alarmrufen bei Erdmännchen.":

- Vorgehen?

 

  1. Man hat die Habituation dann wieder mit 4 unterschiedlichen Rufen v. ursprüngl. Individuum gemacht um zu schauen, ob Gewöhnung tatsächlich vorhanden ist.
     
  2. Dann hat man Testruf eines anderen Individuums der SELBEN Gruppe (=also kein Grund mehr nicht darauf zu reagieren) gespielt und Reaktion beobachtet.

 

1. Weiterführung des Habituation - Dishabituation Experiment:
"Feldstudie: Individuelle Unterscheidung v. Alarmrufen bei Erdmännchen.":

- Ergebnis?

Man beobachtete, dass Erdmännchen KEINE Gewöhnung (?) auf den Ruf eines anderen Individuums der selben Gruppe zeigten, sondern auf diesen ähnlich reagierten wie auf den des ursprünglichen Rufers.

2.Weiterführung des Habituation - Dishabituation Experiment:
"Feldstudie: Individuelle Unterscheidung v. Alarmrufen bei Erdmännchen.":

- Treibende Frage die von letzter Weiterführung stammte und diese Weiterführung inspirierte?

 

Fragte sich dann, ob Erdmännchen sich einfach an Playback gewöhnt hatten = gemerkt hatten, dass bei diesem abgespielten Ruf keine Gefahr droht.

2.Weiterführung des Habituation - Dishabituation Experiment:
"Feldstudie: Individuelle Unterscheidung v. Alarmrufen bei Erdmännchen.":

- Wie wurden diese Bedenken ausgeschlossen?

 

Um auszuschliessen, dass Tiere sich einfach an Playback gewöhnt hatten, brachte man neuen Reiz rein: 

  • Brachte Bodenräuber-Alarmruf (=neue Gefahr) neu ein 

 

2.Weiterführung des Habituation - Dishabituation Experiment:
"Feldstudie: Individuelle Unterscheidung v. Alarmrufen bei Erdmännchen.":

- Ergebnis?

 

Bei Bodenräuber- Alarmruf zeigten Erdmännchen wieder sehr starke Reaktion.
= Waren also nicht müde auf den Ruf zu reagieren, sondern zeigten wieder volle Reaktion.

3. Weiterführung des Exp. zu Habituierung (Gewöhnung):
"Feldstudie: Individuelle Unterscheidung v. Alarmrufen bei Erdmännchen.":

- Fragestellung?

- Vorgehen?

 

Wollte nun herausfinden, ob die Tiere immer noch an Alarmruf des ursprünglichen Tieres gewöhnt waren (=wenig Reaktion zeigten).

-> Spielte Ihnen dann diesen Ruf des ursprünglichen Tieres erneut vor und registrierte Reaktion.

4. Weiterführung des Habituation - Dishabituation Experiment:
"Feldstudie: Individuelle Unterscheidung v. Alarmrufen bei Erdmännchen.":

- Ergebnis und Interpretation?

TIere reagierten noch immer nur schwach auf den Alarmruf des ursprünglichen Tieres = Dort hatte also Habituierung stattgefunden, bzw. sie befanden sich noch immer in der Habituierungsphase.

Habituation - Dishabituation Experiment:
"Feldstudie: Individuelle Unterscheidung v. Alarmrufen bei Erdmännchen.":

Wie wurde das Experiment gestört?

Sobald während der Habituierungsphase ein Adler am Himmel erschien waren Erdmännchen wieder völlig da und man konnte mit Habituierung nachher wieder v. vorne beginnen.

Habituation - Dishabituation Experiment:
"Feldstudie: Individuelle Unterscheidung v. Alarmrufen bei Erdmännchen.":

Was kann man dank diesem Experiment sagen?

Was lässt sich daraus nicht feststellen?

Konnte zeigen, dass wenn Erdmännchen den gleichen Alarmruf in Serie hören, ohne dass ein Räuber gesehen wird, sie keine Grund mehr haben, darauf zu reagieren, egal welches Tier den Alarmruf abgibt.

Konnte aber NICHT zeigen, dass es für Erdmännchen wichtig ist WER den Alarmruf abgibt.

Was versteht man unter "Assoziativem Lernen"?

Die Konditionierung eines Verhaltens

!!!!!Welche 2 Arten der Konditionierung kennt man beim assoziativen Lernen?

  • Klassische (Pawlowische) Konditionierung
     
  • Operante (instrumentelle, zielgerichtete) Konditionierung

Konditionierung eines Verhlatens:

Was besagt die klassische (pawlowische) Konditionierung?

=> Bsp. dafür?

=> Externes Ereignis/Ursprünglicher Reiz zusammengebracht mit Konditioniertem Reiz löst ursprüngliche Reaktion aus (in beiden Fällen).

Bsp.:
E1 (=Externer Reiz): Lufträuber erscheint bei Erdmännchen. 
E2 (Konditionierter Reiz): Erdmännchen gibt Alarmruf ab.
Reaktion auf Alarmruf: Zum Schutzloch rennen.
 

Konditionierung eines Verhlatens:

Was besagt die Operante (instrumentelle, zielgerichtete) Konditionierung?

=> Bsp. dafür?

Eigene Handlung v. Tier führt zu Belohnung v. Tier, was es dann lernt und dann immer wieder zeigt. 

Bsp.:
E1: (Eigene Handlung vom Tier): Erdmännchen gräbt im Boden
E2: Erdmännchen findet Nahrung (=Belohnung)

Berühmte Experiment zur klassischen (pawlowischen) Konditionierung:

- Vorgehen?

- Ergebnis?

Hat Hund in Apparatur eingesetzt, in der man den Speichelfluss messen konnte (= Menge an produziertem Speichel).

Ausgangslage: Wenn Fleischmehl auf Zunge v. Hund gelegt 
=> Speichelfluss. 

-> Mit der Zeit wurde Speichel schon beim Geräusch der Vorbereitung des Fleischmehls ausgelöst (=Bei Erwartung der Nahrung)

!!!Was beschreibt die Konditionierte Assoziation? 

Ursprüngliche Reiz (=Fleischmehl) löst ursprüngliche Reaktion aus (=Speichelfluss).
=> Ursprüngliche Reiz wird nun ersetzt durch Konditionierten Reiz (=Futtervorbereitung) was wiederrum die konditionierte Reaktion (Speichelfluss) auslöst, die der ursprünglichen Reaktion entspricht!

!!!!Modell zur Klassischen (pawlowischen) Konditionierung:

Unkonditionierter Reiz (Fleischmehl) führt zu Unkonditionierter Antwort (Speichelfluss). = Vorhandene Assoziation

Wird unkonditionierter Reiz durch Konditioniertem Reiz (Futtervorbereitung) ersetzt führt dies zu einer Konditionierten Antwort (Speichelfluss) = Konditionierte Assoziation

(Z:Durch Konditionierte Assoziation) kann es also gleiche Antwortreaktion auf unterschiedliche Reize geben.

1.Weiterführung zu Pawlows Exp. der Klassischen Konditionierung?

-> Vorgehen?

-> Ergebnis?

Testete nun, ob man weitere Reize mit dem ursprünglichen (unkonditionierten) Reiz zusammen bringen könnte und ob es dann reichen würde nur noch die Konditionierten Reize zu geben (Glocke) um Antwortreaktion (Speichelfluss) auszulösen. 

Ergebnis: Hat funktioniert.

2. Weiterführung zu Pawlows Exp. der Klassischen Konditionierung:

Frage nun: Wie spezifisch sind Tiere auf diesen Reiz eingestellt? Kann man z.B Tonhöhe variieren und sie reagieren immer noch darauf?
=> Kann man konditionierten Reiz generalisieren? 

Ergebnis:
Am stärksten ist Reaktion auf den konditionierten Reiz (Tonhöhe die gelernt wurde).
=> Je weiter weg man sich v. dieser Tonhöhe entfernt, desto mehr nimmt Reiz ab.

3.Weiterführung zu Pawlows Exp. der Klassischen Konditionierung:

Fragte sich nun, wie die zeitliche Abhängigkeit zw. unkonditioniertem Reiz (UR) und konditioniertem Reiz (KR) ist?
=> Wie wird eine Assoziation am schnellsten hergestellt?

- Vorgehen?

Man variierte die Reihenfolge v. UR und KR:

1. Zuerst KR dann gleich anschliessend UR

2. Zuerst KR, dass sich dan aber mit UR überschneidet = gleichzeitig

3. Zuerst KR, dann Pause und dann UR

4. KR und UR gleichzeitig

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