Verhaltensbiologie_5.VL

BIO122_ M.Manser Thema: Lernen

BIO122_ M.Manser Thema: Lernen


Z. H.
Diese Lernkarten decken das Thema Verhaltensbiologie auf Universitätsniveau ab. Sie konzentrieren sich auf das Lernen und Verhalten von Tieren, insbesondere wie Reize und Reaktionen bei verschiedenen Arten wie Erdmännchen und Ratten untersucht werden. Die Karteikarten behandeln auch Experimente zur Konditionierung, individuelle Lernfähigkeit und die Rolle der Umgebung. Besonders nützlich sind sie für Studierende der Biologie, die sich mit der evolutionären Perspektive auf Lernverhalten und artenspezifischen Lerndispositionen vertraut machen möchten.
Flashcards
121
Students
2
Language
German
Category
Biology
Level
University
Created / Updated
12.08.2015 / 22.10.2025

Flashcards

3.Weiterführung zu Pawlows Exp. der Klassischen Konditionierung:

- Ergebnis?

Am schnellsten verbindet Tier KR und UR, wenn KR VOR dem UR liegt. (Egal ob unmittelbar davor, mit kleiner Pause dazwischen oder sogar tw. überlappend mit UR).

Bei KR, das nach UR kommt lernte das Tier etwas weniger schnell, als wenn es davor kam, aber immer noch gut. 

Was sehr schlecht funktioniert ist wenn KR gleichzeitig mit UR kommt. => Tier kann Reize dann nicht ausseinander halten und macht nur langsam eine Assoziation zwischen den beiden. 
 

Klassische (Pawlowische) Konditionierung:

Kann eine Assoziation wieder gelöscht werden?

Ja

Klassische (Pawlowische) Konditionierung:

Wie nennt man die Löschung einer Assoziation fachlich?

Extinction

Klassische (Pawlowische) Konditionierung:

Wie wird eine Assoziation wieder gelöscht werden?

Assoziation kann gelöscht werden (extinction), indem man den zeitlichen Abstand zw. beiden Reizen vergrössert.
-> 
Irgendwann wird diese Assoziation verloren gehen.

Klassische (Pawlowische) Konditionierung: 
Zeitliche Abhängigkeit (zw. UR und KR):

Wie kann man Antwortreaktion ohne KR auslösen?

In dem man UR (Futter) in regelmässigen Zeitabständen z.B alle 30min. gibt.

=> Mit der Zeit wird Tier Antwortreaktion (Speichelfluss) nach 30min. auch zeigen, ohne dass Essen gebracht wird. (Haben gute Zeitmessung)

Was beschreibt das "operante Lernen"?

Tiere lernen durch eigenes Versuchen und wiederholen dann jenes Vehalten, welches eine Belohnung auslöst.

Exp. zu operantem Lernen v. E.L.Throndike: (mit Katze):

-> Vorgehen? 

- Mehrere Katzen in "Trickkäfigen" (Puzzle Box) gehalten.

- Futter draussen vor Käfig. = Motivation, dass Katze aus Käfig raus geht.

- Käfig hat Konstruktion, dass wenn Katze darauf trat sie raus konnte und zum Futter. 

- Optionen im waren: Versuch, Irrtum und zufälliger Erfolg.

Exp. zu operantem Lernen v. E.L.Throndike: (mit Katze):

-> Ergebnis

Katzen lernten schnell, welches Verhalten zum Erfolg führte.

Weiteres Exp. zum operantem lernen v. B.F.Skinner (mit Tauben und Ratten):

-> Vorgehen?

Taube/Ratte wurde in Skinner Käfig gesteckt. 

Skinner Käfig= Käfig mit Knöpfen/Tasten, die z.B mit Futter oder Wasser (=Belohnung) verbunden sind.

Welche 2 Faktoren beinhaltet "Thorndikes Gesetz des Effektes"?

- Verstärkung

- Bestrafung

!!!Thorndikes Gesetz des Effektes:

Def.: 

"Verstärkung"

Als Verstärkung wird jedes Vorkommen bezeichnet, welches die Wsk. erhöht, dass das Verhalten welches auf den Reiz folgt, in der Zukunft wieder auftreten wird.

Thorndikes Gesetz des Effektes:

Welche 2 Arten v. Verstärkung gibt es?

  • Positive Verstärkung
     
  • Negative Verstärkung

 

!!Thorndikes Gesetz des Effektes:

Was ist eine positive Verstärkung?

 Verstärkung mit positiver Folge, z.B. Futtererhalt (Belohnung)

=> Also erhöht die Wsk. dass Verhalten nach Reiz wieder gezeigt wird dadurch, dass eine Belohnung erhalten wurde. 

!!!Thorndikes Gesetz des Effektes:

Was ist eine negative Verstärkung?

= Negativer Reiz (Lärm,..) wird weggenommen

=> Also erhöht die Wsk. dass Verhalten nach Reiz wieder gezeigt wird dadurch, dass eine negative Folge entfernt wird.

!!Thorndikes Gesetz des Effektes:

Def.:

"Bestrafung"

Als Bestrafung wird jedes Vorkommen bezeichnet, welches die Wsk. vermindert, dass das Verhalten welches auf den Reiz folgt, in der Zukunft wieder auftreten wird.

!!Thorndikes Gesetz des Effektes:

Welche Arten v. Bestrafungen gibt es?

  • Bestrafung über negative Folgen (z.B Stromstoss)
     
  • Bestrafung über Entziehung positiver Folgen (z.B. KEINE Belohnung)

Vergleich v. Klassischer und Operanter Konditionierung.

Klassisch: 

Neuer Reiz -> UR (Unkonditionierte Reaktion)  -> Belohnung

Operant /Instrumental:

UR -> Neue Reakion -> Belohnung

Höheres Lernen = ..... nach W.Köhler?

Einseitiges, Kognitives Lernen

!!!Def.:

"Höheres Lernen" (einsichtiges, kognitives Lernen)

Eine Handlung wird zuerst in Gedanken durchgeplant und dann als Aktion umgesetzt.

(Auszuschliessen: Versuch und Irrtum, kopieren von Artgenossen)

Höheres Lernen (einsichtiges, kognitives Lernen):

Worum geht es beim Höheren Lernen (einsichtiges, kognitives)?

Geht darum Zusammenhänge herzustellen und so Probleme lösen mit Lösungen, die auf verschiedenen (früheren) Erfahrungen beruhen.

Höheres Lernen (einsichtiges, kognitives Lernen):

Wie benutzt Mensch höheres (einseitiges,kognitives) Lernen?

Haben bestimmte Aspekte gelernt, die wir zusammenbringen können um ein neues Problem zu lösen, ohne dass wir die Aspekte erst alle erleben müssen.

Exp. zu Höherem Lernen (einsichtigem, kognitivem Lernen) (mit Schimpansen) v. W.Köhler

-> Was wurde untersucht?

-> Vorgehen?

Vorgehen: Hat Schimpansen Stecken und Boxen gegeben und Futter an Decke gehängt. 

Idee war, dass wenn Schimpansen Boxen zusammenstellen und Stecken zusammenstecken und sich auf Boxen drauf stellen, dass sie dann ans Futter kommen. = Also mehrere Abläufe, die man nur aufgrund v. Erfahrungen erfüllen kann. 
=> Wollte herausfinden, ob Schimpansen diese Art v. Lernen kennen?

http://youtu.be/fPz6uvIbWZE

Welche Arten v. Lernen gibt es?

- Höheres Lernen (einseitiges, kognitives Lernen)

- Individelles Lernen

- Soziales Lernen (lernen v. anderen)

Was ist soziales Lernen?

-> Lernen durch beobachten von anderen

Was ist der Gegensatz v. sozialem Lernen?

Individuelles Lernen: Bei dem Tiere aus eigenen Erfahrungen lernen

Welche 3 Sorten v. sozialem Lernen kennt man?

a) Soziale Förderung (social faciliation)

b) Lokale Verstärkung (local enhancement)

c) Wahre Imitation (true imitation)

!!!Soziales Lernen:

Was geschieht bei der Sozialen Förderung (social faciliation)?
-> Bsp.?

Tier besitzt bereits ein bestimmtes Verhalten in seinem Repertoire, aber führt es eher wieder aus, weil es anderen zusieht, dass sie dieses ausführen

-> Bsp.: Gähnen oder Lachen

!!!Soziales Lernen:

Was geschieht bei der Lokalen Verstärkung (local Enhancement)?
-> Bsp.?

Aufmerksamkeit v. Tieren wird durch die anderen auf einen bestimmten Teil (Platz/Gegebenheit) in der Umwelt gelenkt

-> Bsp.: Milchflaschen öffnen der Meisen: Tiere beobachtete nur das Demonstrator zur Flasche ging und Milch trinken konnte aber nicht den eigentlichen Vorgang des Flaschenöffnens. Meisen haben Flasche dann individuell geöffnet.

!!!Soziales Lernen:

Was geschieht bei der Wahren Imitation (True Imitation)?
-> Bsp.?

Das Kopieren von ansonsten unwahrscheinlichen Verhalten.

-> Existenz v. wahrer Imitation ausser beim Menschen ist umstritten.

-> Bsp.: Kartoffelwaschen bei japanischen Makaken

Worauf wies eine Studie vor kurzem hin betreffend Imitation?

-> Aber?

-> Wies darauf hin, dass es evt. selektive Imitation (bei Hunden) geben könnte.

-> Studie methodisch und interpretativ aber stark kritisiert.
 

Exp. zu Selektiver Imitation bei Hunden:

- Vorgehen?

Man hat Futtercontainer mit Hebel unten dran. Hunden können nur an Futter kommen, wenn sie irgendwie Hebel runterdrücken.
2 Möglichkeiten:
   - Mit Mund runterdrücken 
   - Mit Pfote runterdrücken

Kontrolle: Liess Hunde am Futtercontainer ziehen (ohne ihnen vorher Demonstrator gezeigt zu haben) = Meisten Hunde zogen Hebel mit Maul.

1. Dann stellte man Demonstrator mit vollem Mund (z.B Ball) hin, der den Hebel mit Maul zog und liess den Testhund beobachten. 

2. Dann liess man Testhund Demonstrator mit leerem Maul beobachteten.

Exp. zu Selektiver Imitation bei Hunden:

- Ergebnis?

Hunde, welche Demonstrator mit vollem Maul beobachtet hatten, brauchten ebenfalls vorwiegend ihr Maul (volles Maul).

Hunde die Demonstrator mit leerem Maul (hätte also Pfote oder Maul benutzen können) beobachtet hattet, brauchten hingegen eher die Pfote.

Exp. zu Selektiver Imitation bei Hunden:

- Interpretation?

ABER:

Hunde selektive Imitation machen und rational von irrationalen Verhalten unterscheiden können.

=> Für Hunde klar, dass wenn Hund volles Maul hat dann ist es klar, die Pfote zu benutzen, während "ich" mit leerem Maul auch das Maul benutzen kann dafür.

ABER: Dies ist nicht bestätigt!

Soziales Lernen vs. Individuelles Lernen?

Wann erwarten wir soziales und wann individuelles Lernen?

Soziales Lernen:

  • Komplexe Aktionen
  • Gruppenleben mit sozialen Interaktionen
  • Möglichkeit andere zu beobachten häufig vorhanden
  • Kosten hoch etwas Neues zu probieren (Futter, Routen...) 

Individelles Lernen

 

  • Aktionen, die einfach selber zu erlernen sind
  • Wenig Interaktionen mit Gruppenmitgliedern
  • Verschiedene Verhalt führen zum gleichen Ziel
  • Kosten gering etwas Neues zu erkunden (Futter, Routen,...)

Def.:

Prägung

Prozess in den frühen Entwicklungsphasen eines Organismus, der eine Fokusierung auf wenige Reiztypen, welche eine soziale Reaktion auslösen, bewirkt.

 

Bsp. für Prägung?

z.B: Kleine Gänse folgen immer Mutter. Aber wenn Er Mutter ersetzte folgten ihm die kleinen und erkannten ihn als Leitorganismus an. 

Prägung = Wenn Tiere zu einer bestimmten Phase etwas lernen und später so auf das fokussiert sind und nichts mehr anderes in diesem Zusammenhang aufnehmen.

Wer untersuchte Prägung?

Lorenz

Welche Arten v. Prägung kennt man?

  • Filiale Prägung

  • Geschlechtliche Prägung

Def.:

"Filiale Prägung"

Frühe soziale Präferenzen sind begrenzt auf einen bestimmten Reiz oder Reizklasse, als Folge der Aussetzung zu diesem Reiz (oftmals die Mutter).

Def.:

"Geschlechtliche Prägung"

Frühe soziale Erfahrung bestimmt das Objekt, auf welches später das geschlechtliche Verhalten gerichtet ist.

Study