Ökologie


Nadine Noser
Diese Lernkarten für Grundschüler behandeln die Grundlagen der Ökologie, mit Fokus auf Arten, Organismen und ihre Anpassungen. Sie erklären ökologische Konzepte wie Sukzession, Nahrungsnetze, Parasitismus und Konkurrenz, sowie die Interaktionen zwischen verschiedenen Arten und ihrer Umwelt. Ideal für junge Naturforscher, die die Grundlagen der Ökologie verstehen und die Vielfalt der Natur erkunden möchten.
Karten
86
Lernende
6
Sprache
Deutsch
Kategorie
Naturkunde
Stufe
Grundschule
Erstellt / Aktualisiert
19.05.2013 / 13.09.2015

Lernkarten

Ökosystem:

Biologische Lebensgemeinschaft und ihre abiotische Umwelt (Erde, Wasser, Luft)

Biologische Lebensgemeinschaft oder Biozönose

Alle Organismen, die an einem Ort leben

Ökosystemfunktionen

Dienstleistungen:

  •  

    Bestäubung
    Nahrungsmittelproduktion 
    Klimaregulation 
    Regulation des Wasserhaushalts Nährstoffrückhaltung, Nährstoffrecycling Erhaltung genetischer Vielfalt 
    Abbau organischer Substanz 
    Schadstofffilterung 

 

Systemökologie

befasst sich mit dem Aufbau und der Funktion ganzer Ökosysteme

Nettoprimärproduktion NPP

Energiefixierung durch Photosynthese der Primärproduzenten. Da ein Teil der Photosyntheseprodukte wieder veratmet wird, spricht man bei der NPP von dem Teil der effektiv gespeichert wird in der Biomasse. Gemessen wird die NPP in der Menge Kohlenstoff oder Energie pro Flächen und Zeiteinheit (pro Tag, pro Jahr).

Energieflüsse in Ökosystem

a) Wald
b) Grasland
c) Planktonlebensgemeinschaft
d) Lebensgemeinschaften eines Baches

Bild

Nährstoffe

- recyclebar?
-untersch. zu Energieflüssen?
-Nährstoffbilanz?

-abhängig von Umweltbedingungen
-Je nach Wasserverfügbarkeit, Sonneneinstrahlung,etc. Primär- und Sekundärproduktivität grösser/kleiner
-Untersch.zu Energieflüssen, bei denen Energie durch Wärme verloren geht: Nährstoffflüsse recyclebar (Kreislauf)
-Nährstoffbilanz=Nährstoffe werden aufgenommen und freigesetzt

 

Die Grösse der Kompartimente, die Stoff- und Energieflüsse und somit die Funktion der Ökosysteme für die Menschen werden massgeblich durch die ...................................... bestimmt

dominante Wuchsform der Pflanzen

Dies ist die Wuchsform der grössten Pflanzen, welche die Vegetation prägen und einen grossen Teil der Primärproduktion ausmachen.

Warum bestimmt die Wuchsform der Pflanzen die Vorgänge in Ökosystemen?

Viele wichtige Merkmale sind je nach Lebensform unterschiedlich:

• Verhältnis zwischen Wurzel-, Stängel/Ast- und Blattmasse

• Lebensdauer der Pflanzenteile

• Durchwurzelung des Bodens

• Aufbau und chemische Zusammensetzung der Pflanzenzellen –> Frass durch Konsumenten und Destruenten

Biome

Gebiete der Erde, bei denen die zonale Vegetation ("Standard-Ökosystem") von einer bestimmten Lebensform dominiert wird. Die zonale Vegetation entwickelt sich:

• in tiefen Lagen
• auf durchschnittlichen Böden (weder trocken noch nass, gut entwickelt, keine speziellen chemischen Eigenschaften, wie Salz oder Schwermetalle)
• nach einer langen Zeit ungestörter Entwicklung

Beisp. Biome:
• Tropischer Regenwald
• Savanne
• Grasland der gemässigten Breiten: Steppe, Prairie, Pampa
• Wälder der gemässigten Breiten (sommergrüner Laubwald )
• Borealer Nadelwald (Taiga)

wie wird die Grösse von Populationen bestimmt?

durch Zählung der Individuen

oft problematisch, weil:
• viele Organismen klein sind und/oder versteckt leben
• mehrere Lebensphasen, mit unterschiedlicher Bedeutung für das Ökosystem und unterschiedlicher Möglichkeit der Zählung.
• die Grösse und Ausdehnung der Individuen je nach Alter unterschiedlich ist
• bei modularen (klonalen) Organismen die Individuen nicht getrennt

 

Prozesse, die die Populationsgrösse bestimmen

• Geburten (= Bildung von Nachkommen)

• Immigration (= Einwanderung neuer Individuen aus anderen Populationen).

• Mortalität (= Sterbefälle)

• Emigration (= Auswanderung von Individuen aus der Population).

Relative Wachstumsrate der Population

dN = Geburten + Immigrationen – Sterbefälle – Emigrationen

Unitäre Organismen

ermehren sich sexuell, und weisen unreproduktive Jungstadien sowie reproduktive adulte Stadien auf

(gilt für die meisten Tiere)

modularen Organismen

pflanzen sich sowohl sexuell als auch ungeschlechtlich fort (vegetativ)

(Die meisten Pflanzen sind modular)

Stationäre Lebenstafeln

beschreiben die Populationsgrösse und die Anteile der Altersphasen. Sie ermöglichen gewisse Rückschlüsse auf die Populationsprozesse, jedoch in der Regel nur als Vermutungen.

Kohortenlebenstafeln

 

Eine Kohorte umfasst alle Individuen einer Population, die in einem bestimmten Zeitintervall (z.B. in einem Jahr) geboren wurden. Die Kohortenlebenstafel beschreibt deren Schicksal von der Geburt bis zum Tod. Für jede Altersklasse (Jahre oder Entwicklungsstadien) werden die Anzahl Überlebende und die Anzahl erzeugte Nachkommen erfasst. Bei Arten mit zwei Geschlechtern werden häufig nur die weiblichen Individuen in einer Lebenstafel erfasst, da sie die Nachkommen erzeugen.

Welche Überlebenskurve haben Bäume in einem natürlichen Wald? Welche Pflanzen in einem Getreidefeld?

 

(konkave Kurve)

Hohe Sterberate in frühen Lebensstadien, dann abnehmende Mortalität für die älteren Individuen. Dies ist typisch für Organismen, die eine grosse Anzahl winziger Nachkommen produzieren, aber keine/geringe Fürsorge leisten: z.B. Fische, Frösche, viele Pflanzen.

Typen von Interaktionen: Kosten und Nutzen für die interagierenden Organismen

 

Art 1

Art 2

Konkurrenz

-

-

Prädation

+

-

Parasitismus

+

-

Mutualismus

+

+

 

 

Indirekte Konkurrenz

 

 

= gemeinsame Nutzung einer Ressource

 

Reduzierte Ressourcenverfügbarkeit

Reduzierte Fitness (Reproduktion)

 

 

Direkte Konkurrenz

 

 

= z.B. Kämpfe oder Gift

 

Reduzierte Fitness durch Verletzung/Tod oder

Einschräkung des Zugangs zu Ressourcen

 

Intraspezifische Konkurrenz

Konkurrenz zwischen Individuen der gleichen Art.

Auswirkungen:
- erhöhte Sterberate
- Einbussen bei der Reproduktion
- geringeres Wachstum (kleinere Individuen)

 

Interspezifische Konkurrenz

Konkurrenz zwischen Individuen verschiedener Arten

Können auf Dauer nur in Folge einer Nischendifferenzierung koexistieren.

Ansonsten, wird eine Art die andere eliminieren oder ausgeschlossen = Konkurrenzausschluss.

 

Fundamentale Nische:

gesamte mögliche Spektrum aller physikalischen, chemischen und biologischen Faktoren, die Arten für sich (ohne Konkurrenzkampf mit anderen Arten) nutzen können.

Realisierte Nische

Teil der fundamentalen Nische einer Art, der wirklich von der Art genutzt wird

2 Strategietypen von Prädatoren

Spezialist:


- enges Nahrungsspektrum
- lange, intensive Suche
- Suche in weitem Radius
- kurze Handhabungszeit beim Frass
- grosse Effizienz bei der Nahrungsaufnahme 

Optimales Verhältnis zwischen Nutzen und Kosten der Energieaufnahme

Beispiele: Vögel, die nur bestimmte Insekten fressen (z.B. Bachstelze); Ameisenlöwe; Raupen des Kleinen Fuchses.

 

Generalisten

- sehr breites Nahrungsspektrum
- flexibel bei der Beutewahl
- kurze Suchzeit
- halten sich in der Nähe der Beute auf
- lange Handhabungszeit beim Frass
- oftmals energetisch nicht einträgliche Nahrungsaufnahme

Beispiele: Mensch, Hund, Ringeltaube


 

gekoppelten Abundanzschwankungen

Räuber- und Beutepopulationen zeigen die Tendenz, zeitlich verzögert auf die Abundanz des jeweils anderen zu reagieren.

Bsp: viele Hasen --> mehr Luchse --> weniger Hasen --> weniger Luchse

Übertragung von Parasiten

- Unterscheidung nach Generationen:
vertikal: Von Eltern auf Kind
horizontal: innerhalb einer Generation

Unterscheidung nach Mechanismus:
direkt: ohne Zwischenwirt, bei ausreichender räumlicher Nähe
indirekt: mit Zwischenwirt, über einen Vektor oder zufällig

Hemiparasiten

z.B. Mistel,

- haben Chlorophyll und betreiben selber Photosynthese
- beziehen Wasser und Mineralnährstoffe vom Wirt
- sind meist wenig wirtsspezifisch (können zusammen mit verschiedenen Wirten leben)
- können Prozesse innerhalb ihres Ökosystems beeinflussen

Positiv:

höhere Nährstoffgehalte in ihren Blättern als andere Pflanzen --> begünstigen den Abbau der Blattstreu.

Holoparasiten

z.B. parasitische Orchideen

- ohne Blattgrün, daher keine eigene Photosynthese; produzieren keine eigenen Kohlenstoffverbindungen

- hängen vollständig vom Wirt ab in Bezug auf Energie, Mineralien und Wasser

- dringen mit spezifischen Saugorganen (Haustorien) in Wirtspflanzen ein
- oft streng wirtsspezifisch
- parasitieren meist nur eine (wenige) eng verwandte Pflanzenarten
- Schaden an Wirtspflanzen durch Entzug von Wasser und Nährstoffen

 

Abwehrreaktionen von Wirten gegen Parasiten

a) Immunreaktion Bsp. Wirbeltiere

b) Bildung von Phagozyten = Fresszellen, die fremde Substanz erkennen,

einschliessen und zerstören. Bsp: Wirbellose

c) Bildung von Phytoalexinen = chem. Substanzen mit anti-mikrobieller Wirkung,

(hemmen das Wachstum und die Vermehrung von Parasiten in Pflanzen)

Mutualismus

Wechselbeziehung zwischen Organismen verschiedener Arten (also eine Symbiose), die für beide Partner vorteilhaft ist. Mindestens ein Partner kann auch alleine leben.

z.B. Darmflora

Nahrungsnetze

beschreiben die trophischen Beziehungen zwischen allen Arten, die an einem Ort leben (= Lebensgemeinschaft).

D.b. Räuber-Beute-Systeme auf mehrere Ebenen und mit mehrere Arten pro Ebene

Bottom-up-Kontrolle

Die Wachstumsrate hängt von der Nahrungsverfügbarkeit ab. Im Nahrungsnetz wird die Art also durch die untere trophische Ebene reguliert: „Beute" kontrolliert „Prädatoren".

Top-down-Kontrolle

Die Artenzusammensetzung und Häufigkeit einer trophischen Ebene hängt von den Konsumenten der höheren trophischen Ebenen ab: „Prädatoren" kontrollieren „Beute".

trophischen Kaskaden

=Dominoeffekt (indirekter Effekt)

trit dann auf, wenn ein Räuber die Abundanz seiner Beute reduziert und diese Wirkung auf die nächste niedrige Trophieebene weitergegeben wird, sodass die Ressource der Beute ihre Abundanz steigert.

Patches

= Habitatinseln 

Innerhalb einer Landschaft sind oft nur einzelne Bereiche als Habitat für eine bestimmte Art geeignet

Metapopulation

Wenn Patches nahe beieinander sind, sind Wanderbewegungen zwischen den Patches möglich, und es findet ein Austausch von Individuen statt. Die Gesamtheit der Teilpopulationen bildet eine Metapopulation.

-->MP kann Gleichgewicht zwischen Aussterben und fortbestehen halten. Gew. Teilbereiche können unbesetzt sein und neu besiedelt werden.

Populationsdynamiken

Bild

Prozesse nennen, die zur Bildung von Lebensgemeinschaften beitragen

  • Ökologische Gesetzmässigkeiten
    Kombination von Umweltfaktoren bestimmt wo eine Art überleben kann

  • Geschichtlich bedingte Ereignisse
    (Bsp. Eiszeit)

  • Patch-Dynamik in Lebensgemeinschaften
    unbes. Patches können von anderen Arten besetzt werden

  • Gründer-kontrollierte Patch-Dynamik
    einmal besiedelte Lücken lebenslang gegen Neuankömmlinge verteidigen

  • Dominanz-kontrollierte Patch-Dynamik
    Wer zuerst eine Lücke besiedelt, kann sich dort nicht notwendigerweise auch halten (Konkurrenten). Lücken werden deshalb von einer Abfolge von Arten besiedelt



     

     

 

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