Traumatologie

Fachwissen Traumatologie

Fachwissen Traumatologie


L. L.
Diese Lernkarten bieten eine grundlegende Einführung in die Traumatologie, mit Fokus auf Verletzungen, Blutungen und Notfallmaßnahmen. Sie decken Themen wie permissive Hypotension, penetrierende Traumata, Verbrennungen und Inhalationstraumata ab, einschließlich Diagnostik und Behandlung. Ideal für Medizinstudierende und Notfallmediziner, die ihr Wissen über akute Verletzungen und deren Management vertiefen möchten.
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Langue
Allemand
Catégorie
Médecine
Créé / Mis à jour
03.03.2015 / 20.05.2022

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Polytrauma

-Definition?

-gleichzeitige Verletzung mehrere Körperregionen oder Organe

-eine der Verletzungen oder die Kombination ist Lebensbedrohlich

--> Verletzungen summieren sich nicht, sie potenzieren sich!

 

Polytrauma

Beispiele?

Sturz aus mehr als 5m Höhe

Expolsionsverletzung

Person aus Fahrzeug geschleudert

Einklemmung/ Verschüttung

Hochgeschwindigkeitsunfall

am Unfallort verstorbene Beteiligte

 

Polytrauma

Folgen?

-min nach Unfall: schwerste Organverletzungen/ Blutungen --> nicht behandelbar (4 bei MANV)

-min bis h nach Unfall: Hypoxie, Hypotonie, Hypovolämie, Hypothermie--> behandelbar

-d bis w nach Unfall: SIRS, MOV, Spätschäden

Polytrauma

Therapie?

 

  • Primary Survey
  • HWS Immobilisation
  • Sauerstoff (ggf.Narkose/Intubation)
  • Entlastung Spannungspneu
  • i.v Zugang angepasste Flüssigkeitstherapie (ggf. permissive Hypotension)
  • Blutungskontrolle
  • Lagerung/ Fixation
  • Wärmeerhalt
  • Abstriche bei: körp. Untersuchung, Schienung Frakturen, Wundabdeckung etc.
  • Ziel: Pat muss lebend zum Chirurgen! (max. 15bis 20 min auf Platz) -->(golden hour of shock)

Wirbelsäulentrauma

Facts?

Wirbelsäulentrauma ist nicht gleich Rückenmarkstrauma

BWS-Verletzung hohe kinetische Energie, weniger beweglich als HWS/LWS

86% neurol. Ausfälle

37 % RM-Trauma ohne WS-Fx

 

 

 

Wirbelsäulentrauma

Symptome?

Sz

Parästhesien

Motorische Schwäche

Deformation WS

Störung Blase/Rectum

Neurogener Schock

Wirbelsäulentrauma

Therapie

Helmabnahme

Log-Roll

Halskragen

ggf.KED

In-Line Immmobilisation

 

Neurogener Schock

=spinaler Schock

distributiver Schock durch verletzung Sympathikus

-Vasodilatation

-reaktive Hypovolämie

-Haut warm/rocken

-Bradycardie

-Therapie: Vasopressoren, ggf vorsichtig Volumen, MAP um 80mmHg--> Perfusion Nervengewebe, Penumbra

SIRS

Systemic Inflamatory Response Syndrom

-Sekundörschaden, Sepsis ohne Infektion/Bakterien

-Gewebezerstörung--> Cytokine (Histamin)

--> Vasodialatation, Rötung

-->komp. Katecholaminausschüttung

-->Veränderung Blutgerinnung

-->Aggregation Thrombozyten

-->Veränderung Blutviskosität

Folgen: Ganzkörper-Entzündung, Schock, Gerinnungsstörungen, Organversagen

 

 

SIRS

präklinische Therapie

 

Vitalfunktionen sichern

Schock verhindern

SIRS verhindern

 

Extremitätentrauma

Fraktur

Weichteilverletzung

Gefäss-/Nervenschäden

Blutung/Hypovolämie

Amputationen

 

Extremitätentrauma

Behandlungsgrundsätze

-->Sekundärschäden verhibdern

-->life before limb

-i.v Zugang: (ggf.2x), angepasste Flüssigkeitstherapie (Perfusion Rekap-Zeit.,MAP>60mmHg!) CAVE Glycocalix-Schaden bei Überinfusion

-Analgesie: < VAS 5 -zuerst Bodycheck --> SZ--> Katecholaminausschüttung

-Reposition/Immobilisation: achsengerechte Lagerung, schützt Weichteile, Durchblutung, Nervenfunktion (DMS vorher/nachher) fixieren

-Kühlung/Hochlagerung: SZ,  Schwellung- und Cytokinauschüttung wird vermindert, Perfusion wird besser

-steriler Verband (offene Fx.): Fx dokumentieren, Foto, ggf Kompressionsverband, erst zur def. Versorgung öffnen

 

Extremitätentrauma

Schmerz--> Katecholaminausschüttung

-Zentralisation--> Organperfusion nimmt ab

-Sauerstoffverbrauch--> Sauerstoffbilanz schlechter

-Mediatorenausschüttung--> SIRS/Schock, Organperfusion nimmt ab

-Gerinnungsaktivierung--> Organperfusion nimmt ab

Extramitätentrauma

Leitsymptome

Schmerz

Fehlstellung

Funktionsstörung

Schwellung

Extramitätentrauma

-Amputation

Blutung stillen

Analgesie

Amputat verpacken (2 Beutel-Technik)

Transport in Traumacenter

Extremitätentrauma

Tourniquet

wenn manueller Druckverband nicht effektiv

proximal der  Wunde, nicht distal Knie, Ellbogen (Nervenschäden)

anziehen bis Blutung stopp, (über syst BD)

Zeit dokumentieren max. 2h

Wude nicht abdecken--> Kontrolle Blutung

Analgesie, schneller Transport

 

Extramitätentrauma

Beckenfraktur

Blutverlust

Verletzung innerer Organe

treat to run

permissive Hypotension

Beckengurt auf Trochanter

Open Book--> 2Fx

SHT

Anatomie Gehirn

85% Gewebe, 10% Liquor, 5% Blut

2% des Körpergewichts

15-20% des HMV, 20 % des O2-Bedarfs

CBF: 60ml/100g/min ( <20ml Schäden reversibel, < 15 ml Schäden irreversibel)

Glucosevorrat 1 min --> Psychosen, Bewusstlosigkeit

 

SHT

Primärschaden

 

passiert im Augenblick des Traumas, nicht beeinflussbar

-Fraktur

-Gefässverletzung, Blutung

-Gewebeverletzung, Axon-Trauma

SHT

Blutungen

Epiduralhämatom: zw. Dura Mater/Calote--> schnelle Symptomatik durch ICP-Anstieg

Subduralhämatom: zw. Dura Mater/Hirngewebe (venös)--> feies Intervall--> Eintrübung

SHT

Sekundärschaden

entsteht über min bis d

Hirndruck

Ischämie, Hypoxie

sekundärer Zelltod

SHT

CBF

CBF abhängig von: MAP, Gefässdurchmesser, ICP

(ICP ca gleich hoch wie ven. Druck)

CPP=MAP-ICP

SHT

Autoregulation

cerebrale Vasokonstriktion-Dilatation unabhängig von BD

Autoregulation von MAP 50-150mmHg

 

SHT

Zellschaden

Funktionell--> Bewusstlosigkeit/ Krampfanfall--> reversibel

strukturell--> irreversibel

SHT

Verletzungsmechanismen: Stumpf

Commotio: Funktionsstörung ohne strukt. Schäden (--> 24h hosp, Ödem, freies Intervall)

Contusion: Funktionsstörung mit strukt. Schäden

Coup-Contre Coup:  Contusion mit 2 Verletzungen Druck/ Zug bzw.Sog (Dezerleration)

 

SHT

obere Einklemmung

Mittelhirn in Tentoriumschlitz (richtung Rückenmark)

Symptome:

-Ipsilaterale Lichtstarre Pupillen

-Kontralaterale Hemiparese

-Beuge-Strecksynergismen

-Ausfall Hirnstammreflexe (z.B Augenlid)

-veget. Dysfunktion (Tachycardie, Cornealreflex)

 

SHT

untere Einklemmung

Hirnstamm in Foramen Magnum

Symptome:

-Lichtstarre Pupillen

-Schlaffer Muskeltonus

-Ausfall Hirnstammreflexe

-vegetative Paralyse (unmodulierte HF)

SHT

Diagnostik

Inspektion: Prellmarken, äussere Verletzungen, Deformation, Schwellung, Blutung aus Nase/Ohr, Pupillen

Palpation: Drucksz., Instabilität, Krepitationen

Funktion: GCS

SHT

Risikofaktoren

Bewusstseinsstörung,/Bewusstlosigkeit > 4min

Schädelfx.

anterograde Amnesie

Alter <2J   >60J

Substanzmissbrauch

posttraumatischer Anfall (Krampf)

SHT

Zielspital?

GCS 13-15: Spital mit CT

GCS 9-13--> Spital mit CT ggf. ÜW

 GCS 3-8--> Maximalversorgung (CT, IPS, Neurochirurgie)

SHT

Therapie

 

ICP/Ödem: Lagerung, Ventilation, Medikamente

CPP: Volumen, Katecholamine (Phenylephrin)

Ischämie: Intubation (CAVE: ICP steigt), Ventilation

Verbrennungen

Gradeinteilung (grob)

Grad 1: Epidermis (Oberhaut)

Grad 2 (a+b): Corium (Lederhaut)

Grad 3 Subcutis (Unterhaut)

Grad 4 Muskel, Sehnen

Verbrennungen

%

9er-Regel nach Wallace

Handfläche Pat. =1%

Zentrumspital (Zürich/Lausanne) > 20%, >10% Ü70 U3, tiefe Verbrennungen, Gesicht, Hände, Genitalien, Strom/Blitz, schwere Nebenverletzungen

Rauchgasinhalation

Asphyxie

CO

Tod innerh min

CO: Schwelbrand, inkompl Verbrennung O2

-CO-Bindung an HB (10-20%:Kopfsz, Dyspnoe, 30%:  Rhythmusstör, kog. Störungen, Krampf

50%: Koma, Myocardischämie

-Therapie O2 hochdosiert, Maske, NIV, Intub. ggf. hyperbare O2- Druckkammer (Genf)

Rauchgasinhalation

Asphyxie

Cyanid

Blockiert Enzyme der inneren Atmung

Bewusstseinseintrübung, neurol. Ausfälle, Tachycardie, Koma

Geruch Bittermandeln

leichte Vergiftung: 20-40ppm

schwer:bis 300ppm

tödlich: 150ppm/30min, 300ppm/5min

Therapie: Hydroxocobalamid 5g=Cyanokit

 

Inhalationstrauma

Tod innerh. h

thermische Schädigung

Temp. in Räumen: Boden 60°c, Decke 600°c

klin. Zeichen: Russ in Nasen/Rachenraum, Gesichtsverbrennung, Heiserkeit/Stridor, Speichelfluss (Schlucktätigkeit vermindert)

Intubationsindikation: sorgfltig, wenn, dann früh (Ödem, Intub. Pat. schlechteres Outcome)

Toxisches Lungenödem

Tod innerh Tagen

Rauch =chemischer Staub

Staub + Schleimhäute= Säuren/Laugen --> Zellschädigung

Verletzungsgrad abh. von Zusammensetzung des chem. Staubs und Expositionsdauer

Therapie: symptomatisch, supportiv (keine inh. Steroide (ggf. im Spital)

Stromverbrennung

Abh. von Stromstärke (Verbrennungen ab 1000 Volt)/ Expositionsdauer

Schweregradoft unterschätzt, Schäden unter Oberfläche, Muskelzerstörung

Begleitschäden: Fx, Traumata, Herzrhythmusstörungen, Crush-Niere (Myoglobinanastieg), explosionsänhnliche Verletzungen bei Blitzschlag

Verbrennung

Erstversorgung

  • Kühlung: handwarmes H2O 12-20°c, max 15-20min(total), nicht bei KOF>20%
  • Wundverband: warm, trocken, keimfrei, (Metalline) Löcher für Exsudat,--> Hypothermie vermeiden!!
  • Analgesie: i.v. PVK auch durch verbrannte Haut mögl (steril), NSAID, Opiate, Ketalar (°3 Verbrennungen schmerzen nicht mehr)
  • Intubation/ Narkose: zurückhaltend: Indik. Inhalationstraumata,Begleitverletzungen (Polytrauma), Explosionsverl. (Thoraxtrauma), Gesichtsverletzung mit Ödembildung

 

Verbrennungen

Flüssigkeitstherapie

Überinfusion: Schädigung Glycocalix, Proteinfilm für Gefässe, Zellen, Hypothermie, abdominelles CTS ( E-Coli-Sepsis)

Kristalloide: Erste 8h 4ml/kgKg x %KOF davon 1/2 (Baxter Parkland)  (ca. 1l/1h)

ggf. 2.Vf abstöpseln

 

 

Étudier