Traumatologie
Fachwissen Traumatologie
Fachwissen Traumatologie
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Flashcards
Polytrauma
-Definition?
-gleichzeitige Verletzung mehrere Körperregionen oder Organe
-eine der Verletzungen oder die Kombination ist Lebensbedrohlich
--> Verletzungen summieren sich nicht, sie potenzieren sich!
Polytrauma
Beispiele?
Sturz aus mehr als 5m Höhe
Expolsionsverletzung
Person aus Fahrzeug geschleudert
Einklemmung/ Verschüttung
Hochgeschwindigkeitsunfall
am Unfallort verstorbene Beteiligte
Polytrauma
Folgen?
-min nach Unfall: schwerste Organverletzungen/ Blutungen --> nicht behandelbar (4 bei MANV)
-min bis h nach Unfall: Hypoxie, Hypotonie, Hypovolämie, Hypothermie--> behandelbar
-d bis w nach Unfall: SIRS, MOV, Spätschäden
Polytrauma
Therapie?
- Primary Survey
- HWS Immobilisation
- Sauerstoff (ggf.Narkose/Intubation)
- Entlastung Spannungspneu
- i.v Zugang angepasste Flüssigkeitstherapie (ggf. permissive Hypotension)
- Blutungskontrolle
- Lagerung/ Fixation
- Wärmeerhalt
- Abstriche bei: körp. Untersuchung, Schienung Frakturen, Wundabdeckung etc.
- Ziel: Pat muss lebend zum Chirurgen! (max. 15bis 20 min auf Platz) -->(golden hour of shock)
Wirbelsäulentrauma
Facts?
Wirbelsäulentrauma ist nicht gleich Rückenmarkstrauma
BWS-Verletzung hohe kinetische Energie, weniger beweglich als HWS/LWS
86% neurol. Ausfälle
37 % RM-Trauma ohne WS-Fx
Wirbelsäulentrauma
Symptome?
Sz
Parästhesien
Motorische Schwäche
Deformation WS
Störung Blase/Rectum
Neurogener Schock
Wirbelsäulentrauma
Therapie
Helmabnahme
Log-Roll
Halskragen
ggf.KED
In-Line Immmobilisation
Neurogener Schock
=spinaler Schock
distributiver Schock durch verletzung Sympathikus
-Vasodilatation
-reaktive Hypovolämie
-Haut warm/rocken
-Bradycardie
-Therapie: Vasopressoren, ggf vorsichtig Volumen, MAP um 80mmHg--> Perfusion Nervengewebe, Penumbra
SIRS
Systemic Inflamatory Response Syndrom
-Sekundörschaden, Sepsis ohne Infektion/Bakterien
-Gewebezerstörung--> Cytokine (Histamin)
--> Vasodialatation, Rötung
-->komp. Katecholaminausschüttung
-->Veränderung Blutgerinnung
-->Aggregation Thrombozyten
-->Veränderung Blutviskosität
Folgen: Ganzkörper-Entzündung, Schock, Gerinnungsstörungen, Organversagen
SIRS
präklinische Therapie
Vitalfunktionen sichern
Schock verhindern
SIRS verhindern
Extremitätentrauma
Fraktur
Weichteilverletzung
Gefäss-/Nervenschäden
Blutung/Hypovolämie
Amputationen
Extremitätentrauma
Behandlungsgrundsätze
-->Sekundärschäden verhibdern
-->life before limb
-i.v Zugang: (ggf.2x), angepasste Flüssigkeitstherapie (Perfusion Rekap-Zeit.,MAP>60mmHg!) CAVE Glycocalix-Schaden bei Überinfusion
-Analgesie: < VAS 5 -zuerst Bodycheck --> SZ--> Katecholaminausschüttung
-Reposition/Immobilisation: achsengerechte Lagerung, schützt Weichteile, Durchblutung, Nervenfunktion (DMS vorher/nachher) fixieren
-Kühlung/Hochlagerung: SZ, Schwellung- und Cytokinauschüttung wird vermindert, Perfusion wird besser
-steriler Verband (offene Fx.): Fx dokumentieren, Foto, ggf Kompressionsverband, erst zur def. Versorgung öffnen
Extremitätentrauma
Schmerz--> Katecholaminausschüttung
-Zentralisation--> Organperfusion nimmt ab
-Sauerstoffverbrauch--> Sauerstoffbilanz schlechter
-Mediatorenausschüttung--> SIRS/Schock, Organperfusion nimmt ab
-Gerinnungsaktivierung--> Organperfusion nimmt ab
Extramitätentrauma
Leitsymptome
Schmerz
Fehlstellung
Funktionsstörung
Schwellung
Extramitätentrauma
-Amputation
Blutung stillen
Analgesie
Amputat verpacken (2 Beutel-Technik)
Transport in Traumacenter
Extremitätentrauma
Tourniquet
wenn manueller Druckverband nicht effektiv
proximal der Wunde, nicht distal Knie, Ellbogen (Nervenschäden)
anziehen bis Blutung stopp, (über syst BD)
Zeit dokumentieren max. 2h
Wude nicht abdecken--> Kontrolle Blutung
Analgesie, schneller Transport
Extramitätentrauma
Beckenfraktur
Blutverlust
Verletzung innerer Organe
treat to run
permissive Hypotension
Beckengurt auf Trochanter
Open Book--> 2Fx
SHT
Anatomie Gehirn
85% Gewebe, 10% Liquor, 5% Blut
2% des Körpergewichts
15-20% des HMV, 20 % des O2-Bedarfs
CBF: 60ml/100g/min ( <20ml Schäden reversibel, < 15 ml Schäden irreversibel)
Glucosevorrat 1 min --> Psychosen, Bewusstlosigkeit
SHT
Primärschaden
passiert im Augenblick des Traumas, nicht beeinflussbar
-Fraktur
-Gefässverletzung, Blutung
-Gewebeverletzung, Axon-Trauma
SHT
Blutungen
Epiduralhämatom: zw. Dura Mater/Calote--> schnelle Symptomatik durch ICP-Anstieg
Subduralhämatom: zw. Dura Mater/Hirngewebe (venös)--> feies Intervall--> Eintrübung
SHT
Sekundärschaden
entsteht über min bis d
Hirndruck
Ischämie, Hypoxie
sekundärer Zelltod
SHT
CBF
CBF abhängig von: MAP, Gefässdurchmesser, ICP
(ICP ca gleich hoch wie ven. Druck)
CPP=MAP-ICP
SHT
Autoregulation
cerebrale Vasokonstriktion-Dilatation unabhängig von BD
Autoregulation von MAP 50-150mmHg
SHT
Zellschaden
Funktionell--> Bewusstlosigkeit/ Krampfanfall--> reversibel
strukturell--> irreversibel
SHT
Verletzungsmechanismen: Stumpf
Commotio: Funktionsstörung ohne strukt. Schäden (--> 24h hosp, Ödem, freies Intervall)
Contusion: Funktionsstörung mit strukt. Schäden
Coup-Contre Coup: Contusion mit 2 Verletzungen Druck/ Zug bzw.Sog (Dezerleration)
SHT
obere Einklemmung
Mittelhirn in Tentoriumschlitz (richtung Rückenmark)
Symptome:
-Ipsilaterale Lichtstarre Pupillen
-Kontralaterale Hemiparese
-Beuge-Strecksynergismen
-Ausfall Hirnstammreflexe (z.B Augenlid)
-veget. Dysfunktion (Tachycardie, Cornealreflex)
SHT
untere Einklemmung
Hirnstamm in Foramen Magnum
Symptome:
-Lichtstarre Pupillen
-Schlaffer Muskeltonus
-Ausfall Hirnstammreflexe
-vegetative Paralyse (unmodulierte HF)
SHT
Diagnostik
Inspektion: Prellmarken, äussere Verletzungen, Deformation, Schwellung, Blutung aus Nase/Ohr, Pupillen
Palpation: Drucksz., Instabilität, Krepitationen
Funktion: GCS
SHT
Risikofaktoren
Bewusstseinsstörung,/Bewusstlosigkeit > 4min
Schädelfx.
anterograde Amnesie
Alter <2J >60J
Substanzmissbrauch
posttraumatischer Anfall (Krampf)
SHT
Zielspital?
GCS 13-15: Spital mit CT
GCS 9-13--> Spital mit CT ggf. ÜW
GCS 3-8--> Maximalversorgung (CT, IPS, Neurochirurgie)
SHT
Therapie
ICP/Ödem: Lagerung, Ventilation, Medikamente
CPP: Volumen, Katecholamine (Phenylephrin)
Ischämie: Intubation (CAVE: ICP steigt), Ventilation
Verbrennungen
Gradeinteilung (grob)
Grad 1: Epidermis (Oberhaut)
Grad 2 (a+b): Corium (Lederhaut)
Grad 3 Subcutis (Unterhaut)
Grad 4 Muskel, Sehnen
Verbrennungen
%
9er-Regel nach Wallace
Handfläche Pat. =1%
Zentrumspital (Zürich/Lausanne) > 20%, >10% Ü70 U3, tiefe Verbrennungen, Gesicht, Hände, Genitalien, Strom/Blitz, schwere Nebenverletzungen
Rauchgasinhalation
Asphyxie
CO
Tod innerh min
CO: Schwelbrand, inkompl Verbrennung O2
-CO-Bindung an HB (10-20%:Kopfsz, Dyspnoe, 30%: Rhythmusstör, kog. Störungen, Krampf
50%: Koma, Myocardischämie
-Therapie O2 hochdosiert, Maske, NIV, Intub. ggf. hyperbare O2- Druckkammer (Genf)
Rauchgasinhalation
Asphyxie
Cyanid
Blockiert Enzyme der inneren Atmung
Bewusstseinseintrübung, neurol. Ausfälle, Tachycardie, Koma
Geruch Bittermandeln
leichte Vergiftung: 20-40ppm
schwer:bis 300ppm
tödlich: 150ppm/30min, 300ppm/5min
Therapie: Hydroxocobalamid 5g=Cyanokit
Inhalationstrauma
Tod innerh. h
thermische Schädigung
Temp. in Räumen: Boden 60°c, Decke 600°c
klin. Zeichen: Russ in Nasen/Rachenraum, Gesichtsverbrennung, Heiserkeit/Stridor, Speichelfluss (Schlucktätigkeit vermindert)
Intubationsindikation: sorgfltig, wenn, dann früh (Ödem, Intub. Pat. schlechteres Outcome)
Toxisches Lungenödem
Tod innerh Tagen
Rauch =chemischer Staub
Staub + Schleimhäute= Säuren/Laugen --> Zellschädigung
Verletzungsgrad abh. von Zusammensetzung des chem. Staubs und Expositionsdauer
Therapie: symptomatisch, supportiv (keine inh. Steroide (ggf. im Spital)
Stromverbrennung
Abh. von Stromstärke (Verbrennungen ab 1000 Volt)/ Expositionsdauer
Schweregradoft unterschätzt, Schäden unter Oberfläche, Muskelzerstörung
Begleitschäden: Fx, Traumata, Herzrhythmusstörungen, Crush-Niere (Myoglobinanastieg), explosionsänhnliche Verletzungen bei Blitzschlag
Verbrennung
Erstversorgung
- Kühlung: handwarmes H2O 12-20°c, max 15-20min(total), nicht bei KOF>20%
- Wundverband: warm, trocken, keimfrei, (Metalline) Löcher für Exsudat,--> Hypothermie vermeiden!!
- Analgesie: i.v. PVK auch durch verbrannte Haut mögl (steril), NSAID, Opiate, Ketalar (°3 Verbrennungen schmerzen nicht mehr)
- Intubation/ Narkose: zurückhaltend: Indik. Inhalationstraumata,Begleitverletzungen (Polytrauma), Explosionsverl. (Thoraxtrauma), Gesichtsverletzung mit Ödembildung
Verbrennungen
Flüssigkeitstherapie
Überinfusion: Schädigung Glycocalix, Proteinfilm für Gefässe, Zellen, Hypothermie, abdominelles CTS ( E-Coli-Sepsis)
Kristalloide: Erste 8h 4ml/kgKg x %KOF davon 1/2 (Baxter Parkland) (ca. 1l/1h)
ggf. 2.Vf abstöpseln