Tranquillanzien/Anxiolytika/Hypnotika
Benzodiazepine, Z-Substanzen, ...
Benzodiazepine, Z-Substanzen, ...
-
- 1 / 56
-
Cartes-fiches
Synonym für Tranquillanzien
Anxiolytika
Tranquillanzien Definition:
Tranquillanzien (syn. Anxiolytika) = Wirkstoffe zur Behandlung von Unruhe, Angst- und Spannungszuständen sowie von psychosomatischen Beschwerden.
Weitere Indikationen: Antikonvulsiva (Antiepileptika), Schlafmittel, Muskelrelaxantien
Was ist BZD
Benzodiazepine
GABA Stoffwechsel an der Synapse
aus Glutamat wird GABA im Neuron gebildet, welches durch vesikulären GABA-Transporter in einen Vesikel aufgenommen wird, daraufhin wird es bei Auftreffen eines Aktionspotentials in den synaptischen Spalt freigesetzt. Durch die Bindung an postsynaptische GABAA-Rezeptoren erfolgt ein vermehrter Chlorid-Einstrom in das postsynaptische Neuron. Das führt zu einer verstärkten Negativierung der Innenseite der Zellmembran => inhibitorisches postsynaptisches Membranpotential (IPSP)
Inaktivierung: aktive Wiederaufnahme in die Präsynapse über GPCR GABAB (Gi/G0-gekoppelt) => entweder wieder verpacken in Vesikel und nochmals ausschütten in den synaptischen Spalt, oder Abbau durch GABA-Transaminase (GABA-T) zu Bernsteinsäure-Halbaldehyd und zu Glutamat
GABAA-Kanal: detaillierter Aufbau, wo bindet GABA, wo binden Medikamente, wie ist deren Wirkmechanismus?
GABAA besteht aus unterschiedlichen 5 Untereinheiten, welche jeweils 4 transmembranäre Domänen haben.
GABA selbst hat seine Bindungsstellen zwischen den beiden unterschiedlichen alpha und beta-UE
Benzodiazepine hingegen binden zwischen der alpha- und gamma-UE und bewirken somit eine Konformationsänderung des Kanals (allosterische Modifikation), wodurch der Chlorid-Einstrom verstärkt wird
=> längere Öffnungszeit
!!! Benötigen UNBEDINGT GABA, da sich der Kanal sonst nicht öffnet !!!
=> gut, da somit keine Wirkung oberhalb der physiologisch möglichen Grenze
Barbiturate: binden an die beta-UE, benötigen KEIN GABA, um Kanal zu aktivieren
=> Wirkung über das physiologische hinaus => bei Überdosis zu viel Hyperpolarisation und Tod möglich
Wieviele GABA- Rezeptoren gibt es, welche Typen haben sie jeweils?
Bindung an 3 Rezeptoren: GABAA-C
→ GABAA und GABAC = ligandgesteuerte Chloridkanäle
→ GABAB = GPCR, HT-Rezeptoren (meist im ZNS)
Welche Alpha-Untereinheiten des GABAA können mit der gamma-UE zusammen eine Benzodiazepin-Bindungsstelle ausbilden? Welche Wirkungen vermitteln diese jeweils?
α1, α2, α3, und α5 –UE
• α1-UE (in der Mehrzahl der GABA-Rezeptoren enthalten): vermittelt sedative, antikonvulsive, und hypnotische Effekte der Benzodiazepine und Nicht-Benzodiazepine.
• α2-UE: vermittelt muskelrelaxierende und anxiolytische Wirkung der Bezodiazepine
• α3-UE: vermittelt muskelrelaxierende Wirkung
α5 –UE: Wirkung unbekannt
Welche Stoffe führen zu einer allosterischen Modulation des GABAA-Kanals?
Benzodiazepine, Ethanol, Neurosteroide, Barbitursäurederivate
Benzodiazepin Wirkmechanismus
Benzodiazepine hingegen binden zwischen der alpha- und gamma-UE und bewirken somit eine Konformationsänderung des Kanals (allosterische Modifikation), wodurch der Chlorid-Einstrom verstärkt wird
=> längere Öffnungszeit
!!! Benötigen UNBEDINGT GABA, da sich der Kanal sonst nicht öffnet !!!
=> gut, da somit keine Wirkung oberhalb der physiologisch möglichen Grenze
Benzodiazepine: Welche Untergruppen gibt es?
- 2-Keto-Derivate
- 3-Hydroxy-Derivate
- Annellierte Derivate
Welche Auswirkungen haben die unterschiedlichen Substituenten der Benzodiazepin-Untergruppen?
auf die physikochemischen Eigenschaften -> Hydrophilie/Lipophilie
=> Pharmakokinetik!
- Ausmaß und Geschwindigkeit der Verteilung in Kompartimente
- Übertritt ins ZNS
- Metabolisierungsgeschwindigkeit
starke NW von Nitrazepam
retrograde Amnesie -> wie k.o. Tropfen
Wann werden Anxiolytika eingesetzt?
nur bei akuten Angstzuständen (sonst Antidepressiva) mit kurzen Halbwertszeiten
Einteilung der Benzodiazepine nach Wirkdauer: pharmakodynamische Unterschiede? Welcher Untergruppe gehören alle kurzwirksamen an, welche Eigenschaften führen zur kurzen HWZ? Warum schwanken die HWZ so sehr?
- Die Pharmakodynamik ist bei allen Benzos nahezu gleich, aber durch die unterschiedlichen HWZ ergeben sich "andere" Wirkungen
- kurzwirksame: alle annelliert, sehr lipophil, penetrieren ZNS sehr schnell, wirken schnell aber die Wirkung hört auch schnell wieder auf
- große Schwankungen, weil die Metabolisierung zwischen den Geschlechtern sehr stark schwankt: Frauen metabolisieren z.T. nur halb so schnell , z.B. haben deshalb Frauen eine HWZ von 96 h bei Diazepam, Männer hingegen nur 48 h
Endung für hypnotisch wirksame Benzodiazepine
-zolam
2-Keto-Derivate: Gemeinsamkeiten
Lactamgruppe
an Position 7 Cl-, Br oder NO2
Benzodiazepine: 3-Hydroxy-Derivate -> pharmakokinetische Gemeinsamkeit
langsamere Resorption aufgrund der höheren Hydrophilie!