fegweg


N. K.
Diese Karteikarten behandeln die Grundlagen der Toxikologie auf Universitätsniveau. Sie bieten einen Überblick über Vergiftungen, ihre Aufnahme, Wirkungen und Therapien, wobei Schwerpunkte auf Substanzen wie Methanol, Ethanol und Organophosphaten liegen. Auch die Behandlung von Verätzungen und spezifischen Symptomen wie Schwindel und Tremor wird thematisiert. Medizinstudierende und Fachkräfte profitieren von den detaillierten Informationen zur Diagnose und Behandlung von Vergiftungsfällen.
Karten
48
Lernende
1
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
12.08.2016 / 23.09.2016

Lernkarten

Methanolvergiftung

LD = 30-100 ml
LD50 Ratte oral = 5630 mg/kg
LC50 Ratte inhal. = 84 mg/l/4 h


Phase 1: Benommenheit, ohne Rauschwirkung
Phase 2: nach mehrstündiger Latenz GI-Beschwerden, Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, hohe Atemfrequenz aufgrund einer Azidose (durch Ameisensäure) verschwommenes Sehen durch Netzhautödeme
Phase 3: Bewusstlosigkeit, Tod durch Atemlähmung
Spätschäden: Erblindung durch Optikusatrophie

Methanol Therapie

kompetitive ADH-Hemmung durch Ethanolgabe
- 30-40 ml, verdünnt, oral bei Vergiftungsverdacht
- konstanter Spiegel von 1 o/oo über mind. 5 d per Infusion (Monitoring !)
ADH-Inhibitor Fomepizol (Antizol®), initial 15 mg/kg, alle 12 h 10 mg/kg i.v. Hämodialyse

Ethanol-Vergiftung

LDLo = 3,5 ml/kg
LD50 Ratte oral = 7060 mg/kg
LC50 Ratte inhal. = 38,3 mg/l/10 h

akut: Exzitations-, Toleranz, Asphyxie (Kreislaufstadium)-Stadium, ZNS-Störungen, Abnahme der Muskelleistung und Weitstellung der Hautgefäße (=> Auskühlung), Tachykardie, forcierte Diurese,
gesteigerter Grundumsatz (=>Hypoglykämie); bei hoher Ethanol- Konz. Ösophagitis und Gastritis

chronisch: bleibende ZNS-Schäden, Polyneuropathie, Kapillarerweiterung im Gesicht, hypo-/anazide Gastritis, Leberschäden, Kardiomyopathie

Therapie akut, oral: Kreislauf und Atmung überwachen,  notfalls künstliche Beatmung, Hämodialyse bei Kreislauf- und Ateminsuffizienz sowie bei Blutkonz. > 4 Promille

Thiomersal Vergiftung

LD50 Ratte oral = 75 mg/kg


akut:

  • systemisch: ZNS-Störungen wie Tremor, Erregungszustände, Sprach-, Schluck- sowie Seh- und Hörstörungen
  • lokal: Hypersensibilität, allergische Konjunktivitis (Kontaktallergen mit hoher Inzidenz)

Therapie (bei akzidenteller Vergiftung)
Als Antidot Dimaval (DMPS, Sulfongruppen etc hats), die weitere Therapie erfolgt symptomatisch

Benzalkoniumchlorid Vergiftung

LD50 Ratte oral = 240 mg/kg
akut: Verätzungen in Mund und Magen, Unruhe, Muskelschwäche, Atemnot

Therapie (bei akzidenteller Vergiftung)
Magenspülung, Aktivkohle, Milch oder Gelatinelösung, sonst symptomatisch

Organophosphate: Aufnahme, Wirkung, Therapie, Antidote

Aufnahme(oral,dermal,inhalativ), Verteilung (überall,v.a.Leber,Niere,Nervengewebe etc.), Biotransformation (Giftung der Thioverbindungen, oxidative und hydrolytische Spaltung), Elimination (überwiegend renal innerhalb 24-48h)

Neurotoxizität: Hemmung der Acetylcholinesterase(AChE) durch Phosphorylierung des Serinrestes im esteratischen Zentrum => “endogene” Acetylcholinvergiftung

Vergiftungssymptome: Schweißausbruch, Bradykardie, Tränenfluss, Miosis, fibrilläre Zuckungen, Kopfschmerzen, Koma, zuletzt zentrale Atemlähmung

Therapie: Atropin, Aktivkohle, Obidoxim (zur Reaktivierung der AChE

Methämoglobin-Bildner 8Atemgifte)

Met-Hb also Hämoglobin, dass Fe3+ hat, kann O2 nicht binden & transportieren

Symptome einer Vergiftung:

15% ohne Symptome schon schokofarbiges Blut (noch keine Gefahr, da keine Zyanose)

20-30% Zyanose, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel

40% Tachykardie, starkes Schwächegefühl, Dyspnoe

50% vital bedrohlich: Laktatazidose, Hämolyse, Herzrhythmusstörungen, Kollaps, Atemdepression, Ataxie, Stupor

70% Koma, Hämolyse, meist letaler Ausgang

Therapie: Sauerstoff (Intubation/Beatmung)

Gifte:

-Oxidationsmittel (Chlorate)

-Nitrite, Nitrate

-aromatische Amino- & Nitroverbindungen

-Nitrobenzol und Anilin, Phenothiazinfarbstoffe

Knollenblätter-Vergiftung

Gift ist Amatoxin (zyklisches Oligopeptid), Hemmung der Proteinsynthese => verursacht Amatoxin(Phalloides-)Syndrom: Brechdurchfall nach 8-12h (gastrointestinale Phase), dann nach ca. 5 Tagen Leberversagen

Antidot: Silibinin => hemmt die Aufnahme des Amatoxins in die Leberzelle durch Blockade des Transportsystems, Behandlung: 3 Tage 

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