Toxikologie
fegweg
fegweg
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Lernkarten
MAK
Maximale Arbeitsplatzkonzentration: höchste zulässige
Konzentration eines Stoffes in der Luft am Arbeitsplatz, die nicht zu
Gesundheitsbeeinträchtigung führt.
NOEL
No Observed Effect Level: Dosis, die unter den gewollten
Bedingungen keine Effekte auslöst.
NOAEL
No Observed Adverse Effect Level: Dosis, die unter den gewollten
Bedingungen keine toxischen Effekte auslöst.
ADI
Acceptable Daily Intake: Maximale tolerierbare Aufnahme eines
Schadstoffes über die Nahrung (pro Tag oder pro Woche).
LD50
Letale Dosis, die in 50 % der Fälle den Tod des Versuchstieres
hervorruft (syn. DL50 = dosis letalis, alte Bezeichnung)
i.d.R. Zusatz der Applikationsart (i.v., s.c., oral etc.)
LC50
Letale Konzentration in der Gasphase, die bei inhalativer Aufnahme
zum Tod von 50 % der Versuchstiere führt; zeitabhängig (!)
TD50
Dosis, die bei 50 % der Versuchstiere einen Tumor hervorruft
perakut
sofort
Toxikokinetik
Wirkungen des Organismus auf
die Substanz
Toxikodynamik
Wirkungen der Substanz auf
den Organismus
Latenz
Zeitspanne zwischen Schadstoffexposition
und Effektmanifestation
akute Wirkung
Sekunden bis wenige Tage
chronische Wirkung
Wochen bis Jahre
Benzol Giftwirkung
systemisch
Panzytopenie -> Blutarmut durch Schädigung des Knochenmarks -< keine neue Bildung von Blutzehllen möglich
Benzol wird in Oxiran umgewandelt, welches giftig wirkt
Säuren- & Basen- Giftwirkung
lokal
Verätzung
irreversible Wirkung
Schädigung besteht nach vollständiger
Elimination der Noxe fort.
bei allen Kanzerogenen
Reproduktionstoxizität
Studium der toxischen Wirkung von Stoffen
auf die Fortpflanzung, Fertilitätsstörung,
pränatale und postnatale Entwicklungsstörungen
der Fortpflanzungsorgane
Teratogenität
Schädigung von Embryos und Feten im
mütterlichen Organismus, Fortpflanzungsschäden,
embryotoxisch, Missbildungen
Wie werden toxik. Test idr. durchgeführt?
an Tieren, viele OECD Guidelines etc vorhanden z.B. Ames Test
53% Mäuse, ca. 19% Ratten, weitere Tiere
§1 Tierschutzgesetz (TSchG)
„Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen
Grund Schmerzen, Leiden
oder Schäden zufügen
ZEBET
Zentralstelle zur Erfassung und
Bewertung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden
zum Tierversuch
Acute Toxic Class (ACT)
Je weiter die Startdosis von der „wahren“ LD50 entfernt ist,
desto mehr Tiere werden gebraucht, bis eine Klassifizierung
der Toxizität möglich ist.
Wann ist ein Tierversuch trotz Ersatzmethoden
unerlässlich?
Immer dann, wenn die Antwort mit einer Versuchstierfreien
Methode nicht gegeben werden kann.
Funktionsstörungen im intakten Organismus (übergeordnete Regelkreise): wo
induzierte endokrine Veränderungen
Organfunktion
Kreislauf
Atmung
Verhalten
Dynamische, langdauernde Prozesse
Teratogene Schädigungen
Chronische Entzündungen (Arthritis, Asthma)
Degenerative neuronale Prozesse (Alzheimer,
Parkinson)
Autoimmunerkrankungen (MS)
Krebs (Metastasierung)
Verätzungssymptome
1. Grades Hautrötung, lokales Ödem
2. Grades Bildung von Blasen
3. Grades Koagulationsnekrose,
Bildung von schwarzem Schorf
Flussäure Wirkungen
Aufgrund ihrer geringen Dissoziation, hohen Lipidlöslichkeit und Polymerisation besitzt sie ein starkes Penetrationsvermögen im menschlichen Gewebe Þ stark ätzend in tiefen Gewebeschichten
Die Konzentration der resorbierten Flusssäure ist bei akuter Intoxikation im Blut niedrig (0,4 mg/l), aber in den inneren Organen auffallend hoch (1,8-26,7 mg/100 g Frischgewebe; normal 0,1 mg/100 g).
Mit Calcium des Gewebes bildet sich unlösliches Calciumfluorid (Calciumapatit)
Säure mit starker Ätzwirkung. Erzeugt als wässrige Lösung (bereits ab 0,1- 0,3%) auf Haut und Schleimhäuten äußerst schmerzhafte Verätzungen, die sich durch weitere Diffusion der undissoziierten Säure rasch ausbreiten
können. Sie gehen in hartnäckige Geschwüre über, die durch sehr schlechte Heilungstendenzen gekennzeichnet sind.
Das Einatmen von Dämpfen verursacht Verätzungen der Atemwege und ein toxisches Lungenödem.
Verschiebung des Säure-Base-Gleichgewichts Þ metabolische Acidose
Haut: Rötung, Brennen, Verätzungen schwersten Grades, verzögerte Reaktion bei Konzentrationen < 50% 1-8 h, < 20%
bis 24 h, Rhabdomyolyse. > handtellergroße Verätzungen verlaufen bereits tödlich!
Schwerste Verätzungen schon ab 0,3 %iger Flusssäure.
Atemtrakt: Verätzungen, Dyspnoe, Bronchospasmus, Tracheobronchitis, Pneumonitis, Lungenödem, Veränderung der Lungenfunktion sind messbar.
Augen: Rötung, Brennen, Konjunktivitis, Verätzungen, Hornhauterosionen und -trübungen, auch bei Dampfexposition.
Magen, Darm: Bauchschmerz, Übelkeit, Erbrechen, Blutungen, Nekrosen, Perforation, Pankreatitis, erhöhte Transaminasen,
systemisch: metabolische Azidose, Hypocalcämie, Hypomagnesiämie, Arrhythmien.
Flussäure Therapie
Haut:
- Kontaminierte Kleidung entfernen.
- Extremitäten als Erstmaßnahme waschen mit Ca2+-haltiger Flüssigkeit
- Calciumgluconat Kompressen oder Calciumgluconat-Gel anwenden.
- Klinikeinweisung: Angiographie, Katheter legen lassen und intraarterielle Infusion von 10 ml Calciumgluconat 20%ig in 40 ml NaCl 0,9%ig über mindestens 4 Stunden. Bei andauernden Schmerzen wiederholen bis zur Schmerzfreiheit.
- Wenn keine Möglichkeit zur intraarteriellen Behandlung besteht: In verätzte oder schmerzende Stellen zuerst Lido-Hyal oberflächlich und tief je 1 ml injizieren, anschließend sofort oberflächlich und tief je 2 ml einer Mischung aus Lidocain 4%ig und Calciumgluconat 20%ig injizieren (Bis zur Schmerzfreiheit wiederholen).
Lunge: Dexamethason Spray + Cagluconataerosol
Auge: mind. 5 min Spülen, zum Augenarzt, da Lokalanästhetikum und Ca-Gluconat-Lsg
Kolliquationsnekrose: Was ist das, wodurch ausgelöst?
Verflüssigung der Haut, durch Basen
Blei Vergiftung
Substrate für Calcium-Transportersysteme
Hintergrundbelastung <10 μg/l Blut
erste Symptome ab 150-300 μg/l Blut
massive Krankheitszeichen ab 1 mg/l Blut
LD = 20–50 g
akut: selten aufgrund geringer Resorptionsquote
Speichelfluss, Übelkeit, Darmkoliken („Bleikolik“), Verstopfung, Hypothermie, Hypotonie, Leber- und Nierenschäden, hämolytische Anämie und Hämoglobinurie
chronisch: schleichender Vergiftungsverlauf durch vorgelagerte Knochensättigung;
Enzephalopathie, Lähmungen, gelbliche Blässe infolge Gefäßlähmung, Bleisaum (PbS) am Zahnfleischrand
Blei Therapie
bei akuter oraler Vergiftung mit löslichen Bleisalzen:
Magenspülung mit 3 %iger Natriumsulfat-Lösung + Aktivkohle
als Nachbehandlung sowie bei chronischer Vergiftung:
CaNa3-Pentetat (DTPA), D-Penicillamin (komplexiert auch intrazelluläres Blei), Opioide gegen Kolik-Schmerzen
Parasympatholytika gegen Spasmen
Quecksilber Vergiftung
LDoral = 0,2-1 g HgCl2
akut: Blutdruckabfall, Anstieg der Pulsfrequenz Nierenschädigung beginnend mit Polyurie, dann Anurie (1-5 d)
aufgrund der starken Ätzwirkung massive Entzündung des GITrakts, Erbrechen, blutige Durchfälle (einige Stunden – 2 Wochen) Dickdarmentzündung (1-4 Wochen) Zahnfleischentzündung (1-4 Wochen)
bei Methylquecksilbervergiftung: Tremor, Unruhe, Krämpfe, Lähmungen, Pneumonie, Husten, GI-Beschwerden
chronisch: Hypersalivation, Stomatitis mit Zahnlockerung und Ulzeration, blauvioletter „Quecksilbersaum“, ZNS-Schädigung mit Stirnkopfschmerz, Tremor mercuralis, Erethismus mercuralis, Kachexie
irreversible, hellbraune bis dunkelrotbraune HgS-Ablagerung in der
Augenlinsenkapsel (Mercuria lentis)
Quecksilber Therapie
bei akuter oraler Vergiftung mit löslichen Quecksilbersalzen:
Magenspülung nach Gabe von 40-60 g Aktivkohle (Carbo medicinalis)
als Nachbehandlung sowie bei chronischer Vergiftung:
Dimercaptopropansulfonsäure (DMPS), D-Penicillamin (bei organischen Hg-Verbindungen
zusätzlich Cystein oder N-Acetylhomocystein), Opioide gegen Kolik-Schmerzen
Parasympatholytika gegen Spasmen, Elektrolyt- und Wassersubstitution
bei Nierenschäden Hämodialyse
Cadmium Vergiftung
ist in Zigarettenrauch
- Kumulation durch Bindung an Metallothioneine, v.a. in Leber, Nierenrinde, Pankreas, Schilddrüse Cd nicht plazentagängig!
- renal und biliär (<4 μg/d), negative Bilanz, d.h. Aufnahme überwiegt immer die Elimination
=> lebenslange Akkumulation
LD50 Ratte oral = 72 mg/kg CdO
LC50 Ratte inhal. = 11 μg/l/4h
akut: v.a. durch Einatmen von CdO; Husten, Übelkeit, Brechreiz, Atemnot; nach >1 d Latenz toxisches, oft letales Lungenödem, Kreislaufkollaps, Nierenrindennekrose (ab 200 μg/g Nierengewebe)
chronisch: anhaltender Husten und Schnupfen („Cadmiumschnupfen“) mit Hyp-, Anosmie; Nierenschädigung, Störung der Calcium- und Phosphatbilanz => Osteoporose, Osteomalazie, Eisenmangelanämie (Itai-Itai-Krankheit, 1950)
gelber „Cadmiumsaum“ an den Zähnen (CdS), Karzinogenese
Halogen-KW Wirkung
- akut: ZNS-Störungen: Übererregbarkeit, Tremor, Zuckungen der Gesichtsmuskulatur, Krämpfe, Koma, Tod
- Spätfolgen: sensible und motorische Ausfälle
- subakut: toxische Hepatitis, Nierenschädigung
- chronisch: unbedeutend, da durch Arbeitsschutzmaßnahmen verhindert
- z.B. Chlorkresol
aliphatische KW Wirkung und Beispiele
z.B. Alkane, Alkene, Alkine, Hexan, Paraffinöl, Vaseline, Kraftstoffe
LDoral ca. 7,5 g/kg
akut: Kopfschmerz, Schwindel, Euphorie, GI-Beschwerden, Erregungszustände, Koma
chronisch: Lungenfunktionsstörungen, Persönlichkeitsveränderungen, Gedächtnisverlust periphere Polyneuropathie bei Aufnahme von n-Hexan durch CYP-abhängige Bildung von Hexan-2,5-dion
aromatische KW: Wirkung, Bsp
- monozyklische (Benzol, Toluol, Xylol Þ BTX-Aromaten)
- polyzyklische (PAH) z.B. (Naphthalin, Anthracen, Benzo[a]pyren)
- dünnflüssig - fest
- leicht entzündlich - schwer entflammbar
z.B. Kraftstoffzusätze, Synthese-Edukte, Lösungsmittel, Teer und fossile Brennstoffe, Ruß und Rauchgase
akut: Kopfschmerz, Schwindel, Euphorie, GI-Beschwerden, Erregungszustände, Koma
chronisch: Knochenmarkschädigung (!), Müdigkeit, Schwindel, Abmagerung, Herzklopfen nach
Anstrengung, Leukopenie, Anämie, Leukosen
bei Polyzyklen: Lungen-, Kehlkopf-, Hautkrebs sowie Magen- und Darmkrebs bzw. Blasenkrebs
KW Therapie (beide )
- nach Inhalation: Hyperventilationstherapie durch Zumischung von CO2 zur Atemluft
- nach peroraler Aufnahme: medizinische Kohle, Magenspülung nach Intubation, evtl. Zusatz von med. Kohle, zusätzlich N-Acetylhomocystein oder N-Acetylcystein, bei Krämpfen Diazepam
- nach chronischer Exposition v.a. von Aromaten symptomatische Therapie
Kohlenmonoxid Vergiftung und Therapie
Geruchloses, farbloses Gas ohne Reizwirkung
LC50 = 1500 ppm (=0,15 %)/60 min oder 16000 ppm (=1,6 %)/5 min
Vergiftungsverlauf abh. von Expositionszeit, Atemgaskonz., Atemfrequenz und Sauerstoffbedarf des Gewebes
anämische Hypoxie : verminderte O2 -Kapazität des Blutes => venöse Hypoxie (funktionelle Anämie = Blockade des Hb durch Methämoglobinbildung oder CO-Bindung, systemische Reduktion des Gewebesauerstoffs (Ursachen: verringerte O2-Transportkapazität durch Reduzierung von Erythrozytenzahl oder Hb-Gehalt)
Toxikokinetik:
- durch hohe Lipophilie rasche Diffusion durch die Alveolar-Membran -> Diffusion in die Erythrozyten langsam (geschwindigkeitsbest. Schritt) )=> Carboxyhämoglobinbildung (Atemfrequenz- und Konz.-abhängig)
- Affinität zu Hämoglobin 200-300x höher im Vergleich zu O2
- kaum Affinität zu Myoglobin und anderen Hämproteinen (!)
Toxische Wirkungen (generell Sauerstoffmangelsymptome):
akut:
1. Phase: Kopfschmerz, Schwindel, Herzklopfen, Atembeschwerden, Brechreiz, Rauschzustände, metab. Azidose
2. Phase: hellrote Gesichtsfarbe, flache Atmung, Krämpfe, Koma, Atemlähmung,
chronisch: bei anhaltend hohen Carboxyhämoglobinspiegeln ZNS-Schäden mit irreversiblen psychischen Veränderungen (Verlust des Erinnerungsvermögens, Aggressivität
sofortige Frischluftzufuhr, künstliche Beatmung, Überdruckbeatmung mit Carbogen Azidosebehandlung durch NaHCO3-Gabe i.v. bei Hirnödem Glucocorticoide, z.B: Dexamethason i.v.