Wichtigste Punkte


Oli Nussbaum
Diese Lernkarten bieten eine umfassende Übersicht über neurologische Läsionen bei Kleintieren, insbesondere im Bereich der Leistungsschwäche und Anfallsleiden. Sie konzentrieren sich auf die Diagnose und Lokalisation von Läsionen im zentralen und peripheren Nervensystem, einschließlich der Untersuchung von Reflexen, Muskeltonus und neurologischen Ausfällen. Besonders nützlich für Studierende der Veterinärmedizin, die sich auf neurologische Erkrankungen spezialisieren, liefert das Set detaillierte Informationen zur Differenzierung zwischen oberen und unteren motorischen Neuronen sowie zur Identifikation von Läsionen im Hirnstamm, Kleinhirn und Rückenmark.
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Langue
Allemand
Catégorie
Médecine
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
16.06.2013 / 11.06.2020

Flashcards

Was ist ein Reflex?

Besteht aus

  • einem afferenten Nerven,
  • dem Reflexzentrum im Hirnstamm und
  • einem efferenten Nerven

Welche Relexe untersucht man um Kopfnerven zu beurteilen?

Drohreaktion

--> normale Reaktion

--> getestete Nerven

--> Reflexzentrum

Normale Reflexantwort : das Auge wird geschlossen

Getesteter Nerv:

  • afferent : Nervus opticus (II)
  • efferent : Nervus fazialis (VII)

Reflexzentrum: Großhirn

Wattebauschtest

--> normale Reaktion

--> getestete Nerven

--> Reflexzentrum

Normale Reflexantwort : die Augen oder der gsamten Kopf folgen dem Objekt

Getesteter Nerv:

  • afferent : Nervus opticus (II)
  • efferent : multiple Nerven, die Augen- und Halsmuskulatur innervieren

Reflexzentrum: Großhirn

Wie funktioniert der Palpberalreflex?

--> normale Reaktion

--> getestete Nerven

--> Reflexzentrum

Durchführung: Mit der Arterienklemme werden von dorsal kommend (damit das Instrument nicht im Sichtfeld des Patienten erscheint) der mediale und laterale Augenwinkel des Patienten berührt.

Normale Reflexantwort : das Auge wird geschlossen

Getesteter Nerv:

  • afferent: Nervus trigeminus (V)
  • efferent: Nervus fazialis (VII)

Reflexzentrum: Hirnstamm

Wie funktioniert der Lefzenrelex?

--> normale Reaktion

--> getestete Nerven

--> Reflexzentrum

Durchführung: Beide Augen des Patient werden mit der Hand abdeckt. Dann wird die Lefzen mit der Arterienklemme leicht berührt oder bei Ausbleiben einer Reaktion wird mit der Klemme vorsichtig in die Lefze gekniffen.

Normale Reflexantwort: die Lefze wird hochgezogen

Getesteter Nerv:

  • afferent: Nervus trigeminus (V)
  • efferent: Nervus fazialis (VII)

Reflexzentrum: Hirnstamm

Wie funktioniert der Kornealreflex?

--> normale Reaktion

--> getestete Nerven

--> Reflexzentrum

Durchführung: Am zu testenden Auge werden die Lider mit Daume und Mittelfinger gespreizt, damit die Kornea mit dem Zeigefinger berührt werden kann, ohne einen Palpebralreflex auszulösen.

Normale Reflexantwort: der Bulbus wird zurückezogen, das 3. Augenlid schnellt vor

Getesteter Nerv:

  • afferent: Nervus trigeminus (V)
  • efferent: Nervus abducens (VI)

Reflexzentrum: Hirnstamm

Wie wird die Nasensensibiltät getestet?

--> normale Reaktion

--> getestete Nerven

--> Reflexzentrum

Durchführung: Beide Augen des Patienten werden abgedeckt. Dann wird die Nasenscheidewand beidseits vorsichtig mit der Arterienklemme berührt.

Normale Reflexantwort: der Kopf wird rückartig weggezogen

Getesteter Nerv:

  • afferent: Nervus trigeminus (V)
  • efferent: Nerven, die die Halsmuskulatur innvervieren

Reflexzentrum: Hirnstamm, Großhirn (→ Komplizierter Reflexablauf)

Wie funktioniert der Pupillen-Licht-Reflex (Pupillarreflex)?

--> normale Reaktion

--> getestete Nerven

--> Reflexzentrum

Durchführung: Es wird mit einer starken Lichtquelle in das zu testende Auge geleuchtet. Die Reflexantwort wird sowohl in dem getesteten Auge (direkter Pupillenreflex) als auch in dem zweiten Auge (konsenueller Pupillenreflex). Dabei ist die direkte meist stärker als die konsensuelle Reaktion.

Normale Reflexantwort: beide Pupillen verkleinern sich

Getesteter Nerv:

  • afferent: Nervus opticus (II)
  • efferent: parasympathische Fasern im Nervus oculomotorius (III)

Reflexzentrum: Hirnstamm

Wie wird der physiologische Nystagmus getestet?

--> normale Reaktion

--> getestete Nerven

--> Reflexzentrum

Durchführung: der Kopf des Patienten wird zügig nacheinander in alle 4 Richtungen (horizontal und vertikal) gedreht. Die Reflexantwort kann besser beurteilt werden, wenn man das obere Augenlid anhebt, so dass die Sklera sichtbar wird.

Normale Reflexantwort: während der Bewegung erfolgt eine rhythmische Augenbewegung

Getesteter Nerv:

  • afferent: Nervus vestibularis (VIII)
  • efferent: Nervi oculomotorius (III), trochlearis (IV),  abducens (VI)

Reflexzentrum: Hirnstamm

Wie kann man eine zentrale von einer peripheren Blindheit unterscheiden?

Bei peripherer Blindheit negativ: Drohreaktion, Pupillenlichtreflex und Wattebauchtest

Bein zentraler Blindheit ist hingegen der Pupillenlichtreflex normal

 

Was versteht man unter segmentalen Reflexen und welche gibt es?

Wir ziehen hier die Bezeichnung „segmentale Reflexe“ dem verbreiteteren Begriff „spinale Reflexe“ vor, um zu betonen, dass diese Reflexe bestimmte Segmente des Rückenmarkes testen (Reflexzentrum).

Die segmentalen Reflexen der Vordergliedmaßen testen

  • das Rückenmarkssegment C6-Th2 und
  • die daraus entspringenden peripheren Nerven getestet.

Die segmentalen Reflexe der Hintergliedmaßen testen

  • das Rückenmarkssegment L4-S3
  • und die daraus entspringenden Nerven

Woraus besteht der Reflexbogen?

Für einen intakten segmentalen Reflex muss der gesamte Reflexbogen funktionieren, bestehend aus einem

  • afferenten (aufsteigenden) sensiblen Nerv,
  • dem jeweiligen Rückenmarkssegment und
  • einem efferenten (absteigenden) motorischen Nerven

Die drei genannten anatomischen Strukturen bilden eine funktionelle Einheit, welche auch als Unteres Motorisches Neuron bezeichnet wird

Was ist ein Eigenrelex?

monosynaptisch = Ein quergestreifter Muskel antwortet auf eine Dehnung mit einer reflektorischen Kontraktion:
Dehnung→ afferente Neurone→ Synapse (1)→ efferente Neurone→ Kontraktur

Was ist ein Fremdreflex?

Reiz und Reizantwort erfolgen nicht am gleichen Organ.
Der Reflex ist durch Haut- und Oberflächenreize auszulösen.
Zwischen dem afferenten und dem efferenten Teil des Reflexbogens liegen mehrere Zwischenneuronen - diese übertragen die Erregungen auf mehrere Motoneuronen, auch auf die der anderen Körperseite. Mit einer Ausnahme (gekreuzter Streckreflex) hat dies jedoch keine klinische Relevanz.

Reflexe an den Vordergliedmassen

  • Zuverlässige Reflexe (sind bei jedem gesunden Patienten auslösbar):
    • Extensor-Carpi-Reflex
    • Flexorreflex
  • Weniger zuverlässige Reflexe (sind auch bei einigen gesunden Patienten schwer auslösbar):
    • Trizeps-Reflex
    • Bizeps-Reflex

Reflexe an den Hintergliedmassen

  • Zuverlässige Reflexe (sind bei jedem gesunden Patienten auslösbar):
    • Patellarsehnen-Reflex
    • Tibialis-Cranialis-Reflex
    • Flexorreflex
  • Weniger zuverlässige Reflexe (sind auch bei einigen gesunden Patienten schwer auslösbar):
    • Gastrognemius-Reflex

Reflexe in der Analgegend

  • Perineal-Reflex
  • Bulbourethral-Reflex
  • Vulvourethral-Reflex

Wie funktioniert der Extensor carpi Reflex?

--> normale Reaktion

--> getestete Nerven

--> Reflexzentrum

Das Tier befindet sich in Seitenlage. Die zu testende Gliedmaße wird zwischen Ellbogen und Carpus gefasst und leicht vom Boden angehoben, damit das Bein distal des Carpus frei schwingen kann. Ellbogen und Carpus werden leicht gebeugt gehalten. Mit der spitzen Seite des Reflexhammers wird ein Schlag auf den Musculus extensor carpi radialis ausgeführt.

Normale Reflexantwort: Carpus wird gestreckt

Getesteter Nerv: Nervus radialis

Reflexzentrum im Rückenmark: C7-Th2

Wie funktioniert der Flexorreflex an der Vordergliedmasse?

--> normale Reaktion

--> getestete Nerven

--> Reflexzentrum

Der Hund befindet sich in Seitenlage. Es wird Druck auf den Ballen ausgeübt oder mit dem Fingernagel in die Zwischenzehenhaut gekniffen.

Normale Reflexantwort: Gliedmaße wird unter Beugung aller Gelenke angezogen

Getesteter Nerv: alle Nerven der Vordergliedmaße

Reflexzentrum im Rückenmark: C6-Th2

Wie funktioniert der Patellarsehnenreflex?

--> normale Reaktion

--> getestete Nerven

--> Reflexzentrum

Der Hund befindet sich in Seitenlage. Die zu testende Gliedmaße wird proximal des Knies gefasst und angehoben, damit das Bein distal des Knies frei schwingen kann. Mit der breiten Seite des Reflexhammers wird ein Schlag auf das gerade Kniescheibenband ausgeführt.

Normale Reflexantwort: Streckung des Knies

Getesteter Nerv: Nervus femoralis

Reflexzentrum: L4-L6

Wie funktioniert der Tibialis cranialis Reflex?

Der Hund befindet sich in Seitenlage. Die zu testende Gliedmaße wird proximal des Tarus gefasst und angehoben,s o dass das Bein distal des Tarsus frei schwingen kann. Mit der spitzen Seite des Reflexhammers wird ein Schlag auf den proximalen Teil des Musculus tibialis cranialis ausgeführt (dorsolateral am Unterschenkel leicht unterhalb des Knies).

Normale Reflexantwort: Beugung des Tarsus

Getesteter Nerv: N. ischiadicus (Unterast: Nervus fibularis)

Reflexzentrum: L6-S2

Wie funktioniert der Flexor-Reflex an der Hintergliedmasse?

--> normale Reaktion

--> getestete Nerven

--> Reflexzentrum

Der Hund befindet sich in Seitenlage. Es wird Druck auf den Ballen ausgeübt oder mit dem Fingernagel in die Zwischenzehenhaut gekniffen.

Normale Reflexantwort : Gliedmaße wird unter Beugung aller Gelenke angezogen

Getesteter Nerv:

  • senorisch:
    • II. Zehe Nervus femoralis
    • III.-V. Zehe Nervus ischiadicus
  • motorisch:
    • Nervus ischiadicus

Reflexzentrum im Rückenmark:

  • II. Zehe → L4-L6
  • III.-V. Zehe → L6/7-S2

(→ polysynaptischer Reflex)

Was versteht man unter dem gekreuzten Extensor-Streck-Reflex?

--> wie sieht diese pathologische Reaktion aus?

Es handelt sich dabei eigentlich um einen physiologischen Reflex am stehenden Tier: wird eine Gliedmaße angehoben, muss die Muskelspannung der Extensoren der gegenüberliegenden Gliedmaße erhöht werden, um nicht umzufallen.

Befindet sich das Tier in Seitenlage, sollten übergeordnete Zentren registrieren, dass in dieser Körperposition eine solche Reaktion nicht sinnvoll ist.

Somit ist ein vorhandener gekreuzter Extensorreflex in Seitenlage als pathologisch anzusehen und deutet in aller Regel auf eine Läsion im oberen Motorneuron hin.

Reflexantwort: bei Auslösen des Flexorreflex der einen Gliedmaße wird die gegenüberliegende Gliedmaße extrem gestreckt.

Wie funktioniert der Perinealreflex?

--> normale Reaktion

--> getestete Nerven

--> Reflexzentrum

Mit der Arterienklemme wird die Perianalgegen (rechts und links des Anus) berührt.

Normale Reflexantwort:

  • Konstriktion des Analsphinkters
  • Niederdrücken des Schwanzes

Getesteter Nerv:

  • Nervus pudendus
  • Schwanznerven

Reflexzentrum: S1-Cd5

Wie funktioniert der Bulbourethral-Reflex?

--> normale Reaktion

--> getestete Nerven

--> Reflexzentrum

Mit den Fingern wird leichter Druck auf die Glans penis ausgeübt.

Normale Reflexantwort: Konstriktion des Analsphinkters

Getesteter Nerv: Nervus pudendus

Reflexzentrum: S1-S3

Wie funktioniert der Vulvourethral-Reflex?

--> normale Reaktion

--> getestete Nerven

--> Reflexzentrum

Mit den Fingern wird die Vulva leicht zusammengedrückt.

Normale Reflexantwort: Konstriktion des Analsphinkters

Getesteteter Nerv:

Reflexzentrum: S1-S3

Was ist der Pannikulusreflex?

Der Pannikulusreflex wird ausgelöst, indem die Haut des Rückens im Bereich LWS und BWS leicht paramedian mit einer Klemme gezwickt wird.

Normale Reflexantwort: Kontraktion des Musculus cutaneus trunci.

Dieser Reflex ist meist erst ab der Höhe der Darmbeinschaufeln cranial vorhanden.

Er hilft die funktionelle Integrität des Rückenmarkes der BWS und LWS zu testen.

Was bedeutet Tiefenschmerz?

--> Wie testet man die Tiefensensibilität?

--> Welche Reaktion gilt nicht alspositive Antwort auf die Stimulation?

Das Tiefenschmerzempfinden beschreibt die Fähigkeit, schmerzhafte Stimuli nach Reizung tiefer liegender Schmerzrezeptoren, beispielsweise im Periost, bewusst wahrzunehmen.

--> Der Patient wird einem schmerzhaften Stimulus tiefer liegender Strukturen ausgesetzt.

Dazu wird ein Phalanxknochen mit einer Klemme stark komprimiert, um die Schmerzrezeptoren des Periosts zu stimulieren (kein Kneifen in die Haut!).

Eine positive Antwort besteht in einer Verhaltensreaktion als Ausdruck der bewussten Wahrnehmung des Schmerzes im Gehirn: der Patient dreht sich um, versucht zu beißen, macht eine Lautäußerung, beginnt zu schmatzen.

--> Anziehen der Gliedmasse

Was sollte am Ende der neurologischen Untersuchung noch getestet werden?

Dolenz der Wirbelsäule:

  • Brust- und Lendenwirbelsäule: Eine Handam Unterbauch, die andere übt Druck auf die einzelnen Dornfortsätze- oder besser leicht paramedian der Dornfortsätze aus --> Schmerz wird als Steigerung der Bauchdeckenspannung geäussert.

  • Lumbosakraler Übergang: Schwanz extrem nach dorsal strecken oder mit gesamten Handballen Druck von dorsal auf den lumbosakralen Übergang ausüben, während die zweite Hand beide Hüften gebeugt hält.

  • Halswirbelsäule: Im Bereich der Halswirbelsäule ist es aufgrund der erheblichen Muskelmasse eher schwierig, Schmerzen an der Wirbelsäule durch Palpation auszulösen. Hier ist es sinnvoller, den Hals in alle Richtungen zu beugen.

Neurolokalisation: 8 mögliche Hauptlokalisationen der Läsion

  • Gehirn
    • Großhirn
    • Kleinhirn
    • Hirnstamm
  • Rückenmark
    • Segmente C1-5
    • Segmente C6-Th2
    • Segmente Th3-L3
    • Segmente L4-S3
  • Periphere Nerven
  • Muskulatur

Sichere Anzeichen für Läsion im Nervensystem?

  • vorberichtlich
    • epileptische Anfälle
  • klinisch
    • hochgradig verminderte/ausgefallene Stellreaktionen
    • Nystagmus
    • Hypermetrie
    • Tremor
    • Ataxie
    • Verlust der willkürlichen Motorik
    • Verlust der Tiefensensibilität

Symptome die auf Läsion im peripheren Nervensystem hinweisen

  • Lähmungserscheinungen in allen 4 Gliedmaßen mit reduzierten segmentalen Reflexen in allen Gliedmaßen 
  • neurologische Defizite in ausschließlich einer Gliedmaße

Ursachen peripherer Läsionen

--> nicht erschrecken, unmenschlich lange Liste :-) Alles auswändig lernen!!! :-D

Neuronal

  1. Infektionen
    • Tetanus
    • Botulismus
    • Neosporose
    • Toxoplasmose
    • Borreliose
  2. Endokrin
    • Hypothyreose
    • Diabetes mellitus
    • Hyperadrenocortizismus
  3. Entzündungen
    • Polyradikuloneuritis
    • Trigeminusparalyse
  4. Neoplasie
    • Nervenscheidentumor
    • Lymphom
    • paraneoplastisch
  5. Trauma
    • Injektionen
    • Sturz, Autounfall
    • Plexus brachialis Abriss
  6. Weitere
    • Dysautonomie
    • Intoxikationen
    • Medikamente
Neuromuskulär/Muskulär
  1. Immunologisch bedingte Überleistungsstörungen
    • Myasthenia gravis
  2. Infektiös
    • Toxoplasmose/Neosporose
    • Trichinose
    • Ehrlichia canis
    • FIV
    • Systemmykose
    • Leptospiren
    • Clostidien
  3. Entzündlich
    • Kaumuskelmyositis
    • extraokuläre Myositis
    • Dermatomyositis
    • Lupus erythematosus
    • Nekrotisierende Myositis
  4. Degenerativ
    • metabolisch/endokrin:
      • Hypothyreose
      • Cushing
      • Hypokaliämie
    • myskuläre Dystrophie
    • "Dancing Doberman Disease"
    • Myotonia congenita (Popeye-Dog)

Hinweise für Läsion im Grosshirn

  • Drangwandern, Kopfpressen
  • Patient findet nicht allein aus Ecke heraus
  • Blindheit bei erhaltenem Pupillarreflex
  • epileptische Anfälle (vorberichtlich)
  • Bewusstseinseinschränkungen (wird auch mit Läsionen im Hirnstamm gesehen)
  • Verminderte Stellreaktionen (wird auch bei Läsionen im Hirnstamm, Rückenmark und peripheren Nerven gesehen)

Hinweise für Läsion im Kleinhirn

  • Intentionstremor
  • Ausfall der Drohreaktion bei erhaltenem Visus und normalem Palpebralreflex
  • Hypermetrie (wird auch mit Läsionen im zervikalen Rückenmark gesehen)
  • Ataxie (wird auch mit Läsionen im Hirnstamm, Rückenmark und peripheren Nerven gesehen)
  • Nystagmus (wird auch mit Läsionen im Hirnstamm und Innenohr gesehen)

Hinweise für Läsion im Hirnstamm

--> was deutet immer auf eine Läsion im Hirnstamm oder Kleinhirn hin?

Es gibt keine Ausfälle, die ausschliesslich mit einer Läsion im Hirnstamm beobachtet werden - wenngleich Kopfnervenausfälle oft auf eine Hirnstammläsion zurückzuführen sind 

  • Kopfnervenausfälle
    (werden auch mit Läsionen in den peripheren Nerven gesehen)
  • Bewusstseinseinschränkungen
    (wird auch mit Läsionen im Großhirn gesehen)
  • Ataxie
    (wird auch mit Läsionen im Kleinhirn, Rückenmark und peripheren Nerven gesehen)
  • Nystagmus
    (wird auch mit Läsionen im Kleinhirn und Innenohr gesehen)
  • Verminderte Stellreaktionen
    (wird auch bei Läsionen im Großhirn, Rückenmark und peripheren Nerven gesehen)
  • Tetraparese/Hemiparese (Plegie)
    (wird auch mit Läsionen im Großhirn oder zervikalen Rückenmark gesehen)

--> vertikaler Nystagmus (nie Innenohr)

Wo Läsion wenn Vorder- und Hintergliedmassen betroffen?

Gibt es Ausfälle im Gangbild und/oder in den Stellreaktionen aller vier Gliedmaßen ODER beider Gliedmaßen einer Seite (Achtung! sie müssen nicht gleich schwer betroffen sein), liegt eine Läsion entweder bei

  • C1-5 (Oberes Motorneuron)
    oder bei
  • C6-Th2 (Unteres Motorneuron)
Um zwischen diesen beiden Lokalisationen zu unterscheiden, testen wir die segmentalen Reflexe der Vordergliedmaßen
  • Extensor carpi Reflex
  • Flexorreflex

⇒ Ist keiner dieser Reflexe vermindert, hat der Patienten eine Läsion C1-C5

⇒ Ist einer oder sind mehrere dieser Reflexe vermindert, liegt die Läsion bei C6-Th2

Wo Läsion wenn nur Hintergliedmassen betroffen?

Gibt es Ausfälle im Gangbild und/oder in den Stellreaktionen ausschließlich in den Hintergliedmaßen, liegt eine Läsion entweder bei

  • Th3-L3 (Oberes Motorneuron)
    oder bei
  • L4-S3 (Unteres Motorneuron)
Um zwischen diesen beiden Lokalisationen zu unterscheiden, testen wir die segmentalen Reflexe der Hintergliedmaßen
  • Patellarsehnenreflex
  • Tibialis cranialis-Reflex
  • Flexorreflex
⇒ Ist keiner dieser Reflexe vermindert, hat der Patienten eine Läsion bei Th3-L3 ⇒ Ist einer oder sind mehrere dieser Reflexe vermindert, liegt die Läsion bei L4-S3

Wo befindet sich das obere motorische Neuron und welche Funktion hat dieses?

--> wie äussert sich eine Läsion?

--> was deutet zudem in der Regel auf eine Läsion im oberen motorischen Neuron hin?

Die Oberen Motorneurone sind im Hirnstamm lokalisiert und senden Ihre Axone im Rückenmark zu den Unteren Motorneuronen der Gliedmaßen in der Zervikal- und Lumbalschwellung. Sie modulieren die Aktivität der Unteren Motorneurone, in dem sie diese hemmen. Kommt es zu Läsionen, die die Funktion der Axone der Oberen Motorneurone unterbrechen, fällt der hemmende Einfluss auf die Unteren Motorneurone weg. Es resultiert daraus ein

  • gesteigerter Muskeltonus ⇒die segmentalen Reflexe können gesteigert sein
  • eine Muskelatrophie entwickelt sich in diesem Fall oft erst nach einigen Wochen bis Monaten

--> Ein gekreuzter Externsorreflex/Streckreflex/Flexorreflex deutet in der Regel auf eine Läsion im OMN hin

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