Stex 2
Staatsexamen
Staatsexamen
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Cartes-fiches
Oligodendrogliom
von den Oligodendrozyten (Mark) ausgehender Tumor, langsam infiltirierend vom Mark in die Rinde;
Mittleres Lebensalter (30-50);
Lokalisation: Frontalhirn;
Klinik: epileptische Anfälle, Insulte;
cCT: Verkalkungen, Blutungen; Histo: Honigwabenstruktur mit einzelnen Mikroverkalkungen;
Therapie: Resektion, Radiatio, Chemo;
WHO-Grad II-III; Prognose: nahezu 100% Rezidive
Astrozytom WHO-Grad I
Pilozytisches Astrozytom oder Optikusgliom;
Kinder;
Lokalisation: Kleinhirn --> Erbrechen, Ataxie oder N. optikus --> Visusminderung;
MRT: T1 hypointens, T2 hyperintens, cCT: verminderte Dichte mit zystischen Anteilen, solide Teile reichern KM an; Histo: Haarzellen (Pilus);
Therapie: Resektion;
gelativ gute Prognose;
Assoziation mit Neurofibromatose Typ I
Astrozytom WHO-Grad II
20.-40. Lebensjahr;
Lokalisation: Großhirnhemisphären, Frontalhirn;
MRT: T1 hypointens, T2 hyperintens, cCT: hypodens, kein KM-Enhancement, wenig Ödem; Histo: großleibige Tumorzellen;
Therapie: Resektion kleinerer Tumore, meist nur unvollständig möglich, perkutane Radiatio;
Prognose: 5JÜLR: 60%
Astrozytom WHO-Grad III
Anaplastisches Astrozytom,
40-60 Jahre;
Lokalisation: Großhirnhemisphären;
MRT: T1 hypointens, T2 hyperintens, inhomogen, perifokales Ödem, Nekrosen; cCT: hypodens, KM-Enhancement;
Therapie: Resektion nur unvollständig möglich, perkutane Radiatio, Chemo;
Prognose: 5JÜLR: 30%
Astrozytom WHO-Grad IV
Glioblastom;
50-60Jahre;
hochmaligner Tumor ausgehend von den Gliazellen im Großhirn (Marklager der Großhirnhemisphären) evtl. bilateral --> Schmetterlingsgliom;
MRT: T1 gemischt, T2 hyperintens, inhomogen, großes perifokales Ödem, Nekrosen (auch als Bestrahlungsfolge), Mittellinienverlagerung, Girlandenförmiges KM-Enhancement;
Histo: polymorphe Kerne, und kernlose Nekrosen;
Therapie: Resektion; palliative perkutane Radiatio, Chemo (Temozolomid), Glucocorticoide bei Hirndruck;
Prognose: infaust 1/2- 1 Jahr
Meningeom
ausgehend von den Deckzellen der Arachnoidea, gutartig und nach Astrozytomen zweithäufigster Tumor (verdrängend);
50 Jahre; v.a. nach ionisierender Strahlung oder bei Neurofibromatose Typ II;
Klinik: langsam progredientes Wachstum, Spätepilepsien, Hemiparesen, Hyposmie, Visusverlust; Mantelkantensyndrom (Duraduplikatur der Falx cerebri): beinbetonte Parese (Fußheberschwäche), Blaseninkontinenz, Jackson-Anfälle; Foster-Kennedy-Syndrom,
MRT/cCT: rundlich und scharf begrenzt, intensives KM-Enhancement (Schneeball), Verkalkungen, geringes Ödem, T1 isointens, T2 iso- bis hyperintens;
Histo: Zwiebelschalenformation der Tumorzellen; Psammonkörperchen bei Verkalkung, hypervaskularisiert, 15 verschiedene histologische Subtypen;
Therapie: bei älteren Patienten und langsamem Wachstum: abwarten und Verlaufskontrollen; Exstirpation, Radiatio insb. be schädelbasisnaher Lage bei inkompletter OP oder inoplerablen Tumoren
Neurinom
gutartiger Tumor ausgehend von den Schwann-Zellen;
30-50 Jahre;
Lokalisation meist im Kleinhirnbrückenwinkel (Vestibularisschwannom); doppelseitige Neurinome v.a. bei Neurofibromatose Recklinghausen Typ II;
Klinik: Frühsymptome sind einseitige Hochtonschwerhörigkeit, Tinnitus, Gangunsicherheit, Schwindel, Spontannystagmus, Hörsturz;
Spätsymptome sind periphere Fazalislähmung, Hypästhesie im 1. und 2. Trigeminusast;
Diagnostik: verzögerte Latenz bei akustisch evozierten Potenzialen, Eiweißerhöhung im Liquor (Zellzerfall), MRT: KM-Enhancement im Meatus acusticus internus;
Histo: pallisadenartige Anordnung der Zellkerne;
Therapie: OP
Neurinom eines peripheren Nerven: Neurinome können prinzipiell das komplette periphere Nervensystem betreffen. Wachstum: Meist intradural und extramedullär; in 20% auch extradural als sog. Sanduhr-Neurinome;
Neurogene Tumoren (u.a. Neurinom, Neurofibrom und Neuroblastom) sind die häufigsten Raumforderungen des hinteren Mediastinums
Lance-Adams Syndrom
posthypoxischer Hirnschaden mit Myoklonien verschiedener Form, evt. einhergehend mit Asterixis oder zerebellärer Ataxie
Tolosa-Hunt-Syndrom
Orbitaspitzensyndrom; Granulomatöse Entzündung im Bereich des Sinus cavernosus bzw. der Fissura orbitalis superior mit starken Schmerzen hinter dem Auge und Augenmuskelparesen
Empty Sella-Syndrom
Häufige Normvariante, bei der eine liquorgefüllte Sella turcica als Folge einer Fehlanlage des Diaphragma sellae vorliegt; durch Kompression der Hypophyse kann es zu endokrinen Störungen kommen
Denny-Brown-Syndrom
Paraneoplastische Polyneuropathie meist bei kleinzelligem Bronchial-Ca
Broca-Aphasie
Frontal lokalisiert; Gestörte Sprachproduktion (kurze, grammatikalisch vereinfachte, aber sinnhafte Sätze) bei erhaltenem Sprachverständnis
Wernicke-Aphasie
Temporal lokalisiert; Stark eingeschränktes Sprachverständnis bei erhaltener Sprachproduktionsfähigkeit (→ Logorrhoe mit Paraphasien, Neologismen etc).
Ischämie Frontal
Broca-Aphasie, Antriebsarmut, Störung des Geruchsinns
Ischämie Temporal
Wernicke-Aphasie, zu Epilepsie neigend, ängstliche gereizte Stimmung, Klüver-Bucy-Syndrom (starke orale Tendenzen, Angstverlust, Hypersexualität; Bilaterale Temporallappenschädigung mit Affektion des limbischen Systems (v.a. Amygdala und Hippocampus))
Ischämie parietal
Konstruktive Apraxie, Aphasie und Neglect
Mantelkanten-Syndrom
Kontralaterale Hemiparese der Beine, ggf. mit Blasenfunktionsstörung (oft bei Meningeom)
Ischämie Capsula interna
Kontralaterale Hemiparese und kontralaterale Hirnnervenausfälle; wenn die kortiko-bulbären Bahnen betroffen sind: Pseudobulbärparalyse mit Dysphagie, Dysarthrophonie, pathologischem Lachen und Weinen
Ischämie Thalamus, Basalganglien, frontales Marklager
Störung der Kognition, Mnestik, Orientierung und praktischen Fertigkeiten; Thalamus isoliert: Kontralaterale Hyperpathie, Hyperkinesie der Finger, Thalamushand (Flektiertes Handgelenk und flektierte Fingergrundgelenke bei extendierten Fingermittel- und Endgelenken)
Ischämie A. carotis interna
Ipsilaterale Amaurosis fugax (via A. ophthalmica -> A. centralis retinae); kontralaterale Hemisymptonatik; selten beide kombiniert als sog. okulo-zerebrales Syndrom
Dissektion der A. carotis communis
Horner-Syndrom + Hypoglossusparese + Media-Infarkt
Vertebrobasiläre Insuffizienz
Drehschwindel; drop-attacks; Tinnitus; Sehstörungen
Ischämie der A. choroidea anterior
Kontralaterale Hemiplegie und Hemianopsie
Klinik Hirnstammschädigungen
Schwindel, Ataxie, Dysarthrie, Dysphagie, Singultus, Blickparese, Hemi- oder Tetraparese
Alternans-Syndrome
Einseitige Schädigung des Hirnstammes mit "gekreuzter Hirnstammsymptomatik" (ipsilateraler Hirnnervenausfall + kontralaterale Hemiparese); z.B. Wallenberg-S.; Weber-S.; Jackson-S.; Millard-Gubler-S.; Foville-S.
Wallenberg-Syndrom
Hirnstamminfarkt im Bereich der dirsolateralen Medulla oblongata oft durch Verschluss im Versorgungsgebiet der A. cerebelli inferior posterior (= Abgang der A. vertebralis, sog. PICA); Dysarthrie (Gaumensegelparese), ipsilaterale Hemiataxie, Horner-Syndrom, + kontralaterale dissoziierte Sensibilitätsstörung
Millard-Gubler-Syndrom
Hirnstamminfarkt; Ausfall des N. fazialis und N. abducens (ipsilateral) und Hemiparese (kontralateral)
Weber-Syndrom
Hirnstamminfarkt; Ausfall des N. okulomotorius (ipsilateral) und Hemiparese (kontralateral)
Jackson-Syndrom
Hirnstamminfarkt; Ausfall des N. hypoglossus (ipsilateral) und Hemiparese (kontralateral)
Foville-Syndrom
Fazialisparese, internukleäre Ophthalmoplegie + Hemiparese (kontralateral)
Ischämie A. basilaris
Hirnstammsymptomatik; schwerste Sensomotorische Störungen/ hohe Tetraplegie; Koma
Perfusionsdruck Schlaganfall
RR senken bei Systolisch > 220mmHg oder diastolisch > 120mmHg; Zielbereich (bei bek. Hypertonie): 180/ 105mmHg; Zielbereich (ohne bek. Hypertonie): 160-180/ 90-100 mmHg
Sinus-Cavernosus-Fistel
Verletzung der A. carotis interna im Sinus cavernosus; langsam progrediente Symptomatik: einseitige Stirnbetonte Kopfschmerzen; Bulbusmotilitätsstörungen und Doppelbilder; pulssynchrones Ohrgeräusch; Stauungszeichen Auge
Typische Erstmanifestationen MS
Retrobulbärneuritis, Doppelbilder, Abduzensparese, internukleäre Ophthalmoplegie (dissoziierter Nystagmus, ipsilaterale Adduktionsschwäche), Blasen- & Mastdarmentleerungsstörungen, Lokalisierte Sensibilitätsstörungen, Mattheit, schnelle Ermüdbarkeit, Konzentrationsstörungen, Depressivität, erloschener Bauchhautreflex
Typische Spätsymptome MS
Affektion der Pyramidenbahn und Willkürmotorik; Affektion der Hinterstränge und Kleinhirn (Spastik, Ataxie, Charcot-Trias I), Affektion weiterer Hirnnerven (Trigeminusneuralgie, Schluckstörungen, Hörbeeinträchtigungen), Affektion des vegetativen Nervensystems (Blasen- & Mastdarmstörungen, Sexualitätsstörungen), Uhthoff-Phänomen, Kognitive & psychische Veränderungen (Defizit der Gedächtnis- & Konzentrationsleistung bis zur Demenz, Intellektueller Abbau, grundlose Euphorie)
Charcot-Trias I
unspezifischer Symptomkomplex bei Kleinhirnbeteiligung einer MS: Intentionstremor, Nystagmus, skandierende Sprache
Charcot-Trias II
bei Cholangitis: Ikterus, Fieber rechtseitige Oberbauchschmerzen
Uhthoff-Phänomen
bei MS: reversible Verstärkung der neurologischen Symptome durch körperliche Anstrengung, heiße Bäder und erhöhte Körpertemperatur; vermutlich durch schlechtere (temperaturabhängig) axonale Leitung demyelinisierter Neurone
Definition MS-Schub
Neu aufgetretene Beschwerden oder sich deutlich verschlechternde Symptome, die mindestens 24h anhalten oder sich im weiteren Verlauf weiter intensivieren. Definitionsgemäß müssen mindestens 30 Tage zwischen zwei einzelnen Schüben liegen
Lhermitt`sches Zeichen
Typisch bei MS: Beim Vornüberbeugen des Kopfes kommt es zu elektrisierenden Missempfindungen entlang der Wirbelsäule von kranial nach kaudal absteigend