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Staatsexamen

Staatsexamen

Katja Dannenberg
Lernen

Katja Dannenberg
Diese Lernkarten decken medizinische Themen auf Universitätsniveau ab, mit einem Fokus auf Syndrome, Frakturen, Therapien und anatomische Strukturen wie das Bein und den Arm. Sie enthalten detaillierte Informationen zu neurologischen Erkrankungen, Tumoren, Nervenläsionen und diagnostischen Verfahren wie dem Tensilon-Test. Medizinstudierende und Ärzte profitieren von diesem umfassenden Überblick, um ihr Verständnis von Krankheitsbildern und Behandlungsmethoden zu vertiefen.
Karten
410
Lernende
3
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
07.08.2014 / 19.03.2021

Lernkarten

Oligodendrogliom

von den Oligodendrozyten (Mark) ausgehender Tumor, langsam infiltirierend vom Mark in die Rinde;

Mittleres Lebensalter (30-50);

Lokalisation: Frontalhirn;

Klinik: epileptische Anfälle, Insulte;

cCT: Verkalkungen, Blutungen; Histo: Honigwabenstruktur mit einzelnen Mikroverkalkungen;

Therapie: Resektion, Radiatio, Chemo;

WHO-Grad II-III; Prognose: nahezu 100% Rezidive

Astrozytom WHO-Grad I

Pilozytisches Astrozytom oder Optikusgliom;

Kinder;

Lokalisation: Kleinhirn --> Erbrechen, Ataxie oder N. optikus --> Visusminderung;

MRT: T1 hypointens, T2 hyperintens, cCT: verminderte Dichte mit zystischen Anteilen, solide Teile reichern KM an; Histo: Haarzellen (Pilus);

Therapie: Resektion;

gelativ gute Prognose;

Assoziation mit Neurofibromatose Typ I

Astrozytom WHO-Grad II

20.-40. Lebensjahr;

Lokalisation: Großhirnhemisphären, Frontalhirn;

MRT: T1 hypointens, T2 hyperintens, cCT: hypodens, kein KM-Enhancement, wenig Ödem; Histo: großleibige Tumorzellen;

Therapie: Resektion kleinerer Tumore, meist nur unvollständig möglich, perkutane Radiatio;

Prognose: 5JÜLR: 60%

Astrozytom WHO-Grad III

Anaplastisches Astrozytom,

40-60 Jahre;

Lokalisation: Großhirnhemisphären;

MRT: T1 hypointens, T2 hyperintens, inhomogen, perifokales Ödem, Nekrosen; cCT: hypodens, KM-Enhancement;

Therapie: Resektion nur unvollständig möglich, perkutane Radiatio, Chemo;

Prognose: 5JÜLR: 30%

Astrozytom WHO-Grad IV

Glioblastom;

50-60Jahre;

hochmaligner Tumor ausgehend von den Gliazellen im Großhirn (Marklager der Großhirnhemisphären) evtl. bilateral --> Schmetterlingsgliom;

MRT: T1 gemischt, T2 hyperintens, inhomogen, großes perifokales Ödem, Nekrosen (auch als Bestrahlungsfolge), Mittellinienverlagerung, Girlandenförmiges KM-Enhancement;

Histo: polymorphe Kerne, und kernlose Nekrosen;

Therapie: Resektion; palliative perkutane Radiatio, Chemo (Temozolomid), Glucocorticoide bei Hirndruck;

Prognose: infaust 1/2- 1 Jahr

Meningeom

ausgehend von den Deckzellen der Arachnoidea, gutartig und nach Astrozytomen zweithäufigster Tumor (verdrängend);

50 Jahre; v.a. nach ionisierender Strahlung oder bei Neurofibromatose Typ II;

Klinik: langsam progredientes Wachstum, Spätepilepsien, Hemiparesen, Hyposmie, Visusverlust; Mantelkantensyndrom (Duraduplikatur der Falx cerebri): beinbetonte Parese (Fußheberschwäche), Blaseninkontinenz, Jackson-Anfälle; Foster-Kennedy-Syndrom,

MRT/cCT: rundlich und scharf begrenzt, intensives KM-Enhancement (Schneeball), Verkalkungen, geringes Ödem, T1 isointens, T2 iso- bis hyperintens;

Histo: Zwiebelschalenformation der Tumorzellen; Psammonkörperchen bei Verkalkung, hypervaskularisiert, 15 verschiedene histologische Subtypen;

Therapie: bei älteren Patienten und langsamem Wachstum: abwarten und Verlaufskontrollen; Exstirpation, Radiatio insb. be schädelbasisnaher Lage bei inkompletter OP oder inoplerablen Tumoren

Neurinom

gutartiger Tumor ausgehend von den Schwann-Zellen;

30-50 Jahre;

Lokalisation meist im Kleinhirnbrückenwinkel (Vestibularisschwannom); doppelseitige Neurinome v.a. bei Neurofibromatose Recklinghausen Typ II;

Klinik: Frühsymptome sind einseitige Hochtonschwerhörigkeit, Tinnitus, Gangunsicherheit, Schwindel, Spontannystagmus, Hörsturz;

Spätsymptome sind periphere Fazalislähmung, Hypästhesie im 1. und 2. Trigeminusast;

Diagnostik: verzögerte Latenz bei akustisch evozierten Potenzialen, Eiweißerhöhung im Liquor (Zellzerfall), MRT: KM-Enhancement im Meatus acusticus internus;

Histo: pallisadenartige Anordnung der Zellkerne;

Therapie: OP

Neurinom eines peripheren Nerven: Neurinome können prinzipiell das komplette periphere Nervensystem betreffen. Wachstum: Meist intradural und extramedullär; in 20% auch extradural als sog. Sanduhr-Neurinome;

Neurogene Tumoren (u.a. Neurinom, Neurofibrom und Neuroblastom) sind die häufigsten Raumforderungen des hinteren Mediastinums

Lance-Adams Syndrom

posthypoxischer Hirnschaden mit Myoklonien verschiedener Form, evt. einhergehend mit Asterixis oder zerebellärer Ataxie

Tolosa-Hunt-Syndrom

Orbitaspitzensyndrom; Granulomatöse Entzündung im Bereich des Sinus cavernosus bzw. der Fissura orbitalis superior mit starken Schmerzen hinter dem Auge und Augenmuskelparesen

Empty Sella-Syndrom

Häufige Normvariante, bei der eine liquorgefüllte Sella turcica als Folge einer Fehlanlage des Diaphragma sellae vorliegt; durch Kompression der Hypophyse kann es zu endokrinen Störungen kommen

Denny-Brown-Syndrom

Paraneoplastische Polyneuropathie meist bei kleinzelligem Bronchial-Ca

Broca-Aphasie

Frontal lokalisiert; Gestörte Sprachproduktion (kurze, grammatikalisch vereinfachte, aber sinnhafte Sätze) bei erhaltenem Sprachverständnis

Wernicke-Aphasie

Temporal lokalisiert; Stark eingeschränktes Sprachverständnis bei erhaltener Sprachproduktionsfähigkeit (→ Logorrhoe mit Paraphasien, Neologismen etc).

Ischämie Frontal

Broca-Aphasie, Antriebsarmut, Störung des Geruchsinns

Ischämie Temporal

Wernicke-Aphasie, zu Epilepsie neigend, ängstliche gereizte Stimmung, Klüver-Bucy-Syndrom (starke orale Tendenzen, Angstverlust, Hypersexualität; Bilaterale Temporallappenschädigung mit Affektion des limbischen Systems (v.a. Amygdala und Hippocampus))

Ischämie parietal

Konstruktive Apraxie, Aphasie und Neglect

Mantelkanten-Syndrom

Kontralaterale Hemiparese der Beine, ggf. mit Blasenfunktionsstörung (oft bei Meningeom)

Ischämie Capsula interna

Kontralaterale Hemiparese und kontralaterale Hirnnervenausfälle; wenn die kortiko-bulbären Bahnen betroffen sind: Pseudobulbärparalyse mit Dysphagie, Dysarthrophonie, pathologischem Lachen und Weinen

Ischämie Thalamus, Basalganglien, frontales Marklager

Störung der Kognition, Mnestik, Orientierung und praktischen Fertigkeiten; Thalamus isoliert: Kontralaterale Hyperpathie, Hyperkinesie der Finger, Thalamushand (Flektiertes Handgelenk und flektierte Fingergrundgelenke bei extendierten Fingermittel- und Endgelenken)

Ischämie A. carotis interna

Ipsilaterale Amaurosis fugax (via A. ophthalmica -> A. centralis retinae); kontralaterale Hemisymptonatik; selten beide kombiniert als sog. okulo-zerebrales Syndrom

Dissektion der A. carotis communis

Horner-Syndrom + Hypoglossusparese + Media-Infarkt

Vertebrobasiläre Insuffizienz

Drehschwindel; drop-attacks; Tinnitus; Sehstörungen 

Ischämie der A. choroidea anterior

Kontralaterale Hemiplegie und Hemianopsie

Klinik Hirnstammschädigungen

Schwindel, Ataxie, Dysarthrie, Dysphagie, Singultus, Blickparese, Hemi- oder Tetraparese

Alternans-Syndrome

Einseitige Schädigung des Hirnstammes mit "gekreuzter Hirnstammsymptomatik" (ipsilateraler Hirnnervenausfall + kontralaterale Hemiparese); z.B. Wallenberg-S.; Weber-S.; Jackson-S.; Millard-Gubler-S.; Foville-S.

Wallenberg-Syndrom

Hirnstamminfarkt im Bereich der dirsolateralen Medulla oblongata oft durch Verschluss im Versorgungsgebiet der A. cerebelli inferior posterior (= Abgang der A. vertebralis, sog. PICA); Dysarthrie (Gaumensegelparese), ipsilaterale Hemiataxie, Horner-Syndrom, + kontralaterale dissoziierte Sensibilitätsstörung

Millard-Gubler-Syndrom

Hirnstamminfarkt; Ausfall des N. fazialis und N. abducens (ipsilateral) und Hemiparese (kontralateral)

Weber-Syndrom

Hirnstamminfarkt; Ausfall des N. okulomotorius (ipsilateral) und Hemiparese (kontralateral)

Jackson-Syndrom

Hirnstamminfarkt; Ausfall des N. hypoglossus (ipsilateral) und Hemiparese (kontralateral)

Foville-Syndrom

Fazialisparese, internukleäre Ophthalmoplegie + Hemiparese (kontralateral)

Ischämie A. basilaris

Hirnstammsymptomatik; schwerste Sensomotorische Störungen/ hohe Tetraplegie; Koma

Perfusionsdruck Schlaganfall

RR senken bei Systolisch > 220mmHg oder diastolisch > 120mmHg; Zielbereich (bei bek. Hypertonie): 180/ 105mmHg; Zielbereich (ohne bek. Hypertonie): 160-180/ 90-100 mmHg

Sinus-Cavernosus-Fistel

Verletzung der A. carotis interna im Sinus cavernosus; langsam progrediente Symptomatik: einseitige Stirnbetonte Kopfschmerzen; Bulbusmotilitätsstörungen und Doppelbilder; pulssynchrones Ohrgeräusch; Stauungszeichen Auge

Typische Erstmanifestationen MS

Retrobulbärneuritis, Doppelbilder, Abduzensparese, internukleäre Ophthalmoplegie (dissoziierter Nystagmus, ipsilaterale Adduktionsschwäche), Blasen- & Mastdarmentleerungsstörungen, Lokalisierte Sensibilitätsstörungen, Mattheit, schnelle Ermüdbarkeit, Konzentrationsstörungen, Depressivität, erloschener Bauchhautreflex

Typische Spätsymptome MS

Affektion der Pyramidenbahn und Willkürmotorik; Affektion der Hinterstränge und Kleinhirn (Spastik, Ataxie, Charcot-Trias I), Affektion weiterer Hirnnerven (Trigeminusneuralgie, Schluckstörungen, Hörbeeinträchtigungen), Affektion des vegetativen Nervensystems (Blasen- & Mastdarmstörungen, Sexualitätsstörungen), Uhthoff-Phänomen, Kognitive & psychische Veränderungen (Defizit der Gedächtnis- & Konzentrationsleistung bis zur Demenz, Intellektueller Abbau, grundlose Euphorie)

Charcot-Trias I

unspezifischer Symptomkomplex bei Kleinhirnbeteiligung einer MS: Intentionstremor, Nystagmus, skandierende Sprache

Charcot-Trias II

bei Cholangitis: Ikterus, Fieber rechtseitige Oberbauchschmerzen

Uhthoff-Phänomen

bei MS: reversible Verstärkung der neurologischen Symptome durch körperliche Anstrengung, heiße Bäder und erhöhte Körpertemperatur; vermutlich durch schlechtere (temperaturabhängig) axonale Leitung demyelinisierter Neurone

Definition MS-Schub

Neu aufgetretene Beschwerden oder sich deutlich verschlechternde Symptome, die mindestens 24h anhalten oder sich im weiteren Verlauf weiter intensivieren. Definitionsgemäß müssen mindestens 30 Tage zwischen zwei einzelnen Schüben liegen

Lhermitt`sches Zeichen

 Typisch bei MS: Beim Vornüberbeugen des Kopfes kommt es zu elektrisierenden Missempfindungen entlang der Wirbelsäule von kranial nach kaudal absteigend

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