Spezielle Werkstoffe

Fragenkatalog Spezielle Werkstoffe (vertiefte Werkstofftechnik / Werkstoffkunde); Maschinenbau (Master / Diplom); HS-Mittweida (HSMW); Hr. Prof. Hahn

Fragenkatalog Spezielle Werkstoffe (vertiefte Werkstofftechnik / Werkstoffkunde); Maschinenbau (Master / Diplom); HS-Mittweida (HSMW); Hr. Prof. Hahn


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Diese Karteikarten behandeln spezielle Werkstoffe auf Universitätsniveau und konzentrieren sich auf Eigenschaften, Verarbeitung und Anwendungen von Materialien wie Stählen, Keramiken und Hartmetallen. Sie beleuchten Themen wie Sekundärhärte, Anisotropie, Tiefziehen und Streckziehen, sowie die Bedeutung von Verfestigungsexponenten und elastischer Rückfederung. Ideal für Studierende der Materialwissenschaften und Ingenieure, die ihr Verständnis von Werkstoffeigenschaften und -verhalten vertiefen möchten.
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Langue
Allemand
Catégorie
Chimie
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
05.02.2014 / 16.02.2015

Lernkarten

Was ist die elastische Rückfederung?

[K’12] Rückfederungen treten bei der Verformung von Blechteilen auf und führen dazu, dass sich das Werkstück nach der Verformung nicht die erwünschte Form beibehält, sondern zurückfedert. Grund dafür ist, dass die Verformung nicht vollständig im plastischen sondern im elasatisch-plastischen Bereich vollzogen wurde.

Was besagt die ebene Anisotropie und wie wird sie berechnet?

[K’12] Die ebene Anisotropie ∆r ist ein Maß für die Neigung der Zipfelbildung beim Tiefziehen. Keine Zipfelbildung bei ∆r = 0.

∆r = (r0° + r90° - 2 r45°) / 2
 

Welche besonderen Unterschiede zwischen dem kaltgewalzten Flacherzeugniss aus weichem Stahl DC01 und dem IF-Stahl DC06 kennen Sie?

[K’12] DC01
- i.d.R. kalt nachgewalzt (dressiert)
- frei von Fließfiguren
- einstellen einer gewünschten Rauheit
- schmelzschweißbar
- preiswert

DC06
- Vakuumbehandlung notwendig -> legieren mit Ti
- Weitere Verbesserung des Umformverhaltens ↑A80, ↑r, ↑n, ↓Re
- Alterungsbeständig -> keine Fließfiguren
- Dressieren nicht notwendig
- schweißbar

 

Welche Unterschiede zwischen dem kaltgewalzten Flacherzeugnis aus weichen Stahl DC01 und dem IF-Stahl DC06 kennen Sie im Bezug auf deren Zusammensetzung?

[K’12] DC01
- Unlegierte Qualitätsstähle
- (F)-isch mit geringerm (P)-Anteil (eingeformte Karbide)

DC06
- weniger C als DC01-DC05
- C u. N durch Ti u./o. Nb komplett abgebunden
- kein (P) / (Z)
- keine interstitiell gelösten Fremdatome im α-Fe

Welcher Verfestigungsmechanismus spielt bei Bake-Hardening-Stählen eine Rolle? Erkläutern Sie diesen!

[K’12] Teilchenverfestigung durch Cottrell-Wolken.

Cottrell-Wolken: Konzentration von interstitiell gelösten Fremdatome (C, N) im Zugspannungsbereich von Versetzungen -> Behinderung der Versetzungen.

Welche Eigenschaften weisen isotrope Stähle auf?

[K’12] Hochfeste isotrope Stähle besitzen
- keine ausgeprägte Vorzugsorientierung der Kristalle
- gleichmäßige mechanische Eigenschaften ( ∆r ≈ 0 )

Wie entstehen die Eigenschaften von isotropen Stählen?

[K’12] Isotropie entsteht durch das exakte Abstimmen von
- Kaltwalzgrad,
- Haubenglühtemperatur und
- Haubenglühzeit.

Teil(re)kristallisierung entsteht durch die Mischung von
- Walz- und
- Rekristallisations-Strukturkomponenten,
welche die Orientierung verändern und zur (remanenten) Kaltverfestigung führen.

Wie ist die Wirkung von isotropen Stählen auf das Tief- und Streckziehen?

[K’12] Die ebene Anisotropie ∆r ist bei isotropen Stählen nahezu null. Dadurch entsteht beim Tiefziehen
- keine Zipfel und
- kaum Verschnitt.

Beim Streckziehen
- entstehen kaum Wanddickenunterschiede und es sind
- geringere Wandstärken möglich als bei herkömmlichen Tiefziehgüten.

Was ist eine Keramik?

[K’12] Keramiken sind
- kristalline, anorganische nichtmetallische Werkstoffe,
- im Wasser schwer löslich und besitzen einen
- Kristallanteil > 30%.

Warum ist kubisches Martensit nicht spröd?

[K’12] Ein kubischer Martensit ist, da er einen geringen C-Gehalt aufweist, nicht tetragonal verspannt und somit nicht spröde. Im Vgl. zum tetragonal verspannten Martensit ist seine Härte minimal geringer, dafür weißt er ein viel höhere Zähigkeit auf.

Welche Hartmetalle und Bindemetalle kennen Sie?

[K’12] Hartstoffe: WC, TiC, TaC, NbC
Bindemetall Co (evtl. mit Zusätzen an Fe und Ni)

Wie würden sie Hartmetalle bearbeiten und warum?

[K’12] Mit Werkzeugen aus CBN, da eine Bearbeitung von Werkstoffen, die Härten zwischen 60 und 70 HRC aufweisen, möglich ist. Zudem besitzt CBN eine gute Temperaturbeständigkeit und geht, anders als Diamant, keine/kaum chemische Reaktionen mit dem zu bearbeitenden Material ein.

Was ist Sekundärhärte? Erklären Sie diesen Vorgang!

[K’12] Sekundärhärtemaximum: maximal erreichbare Sekundärhärte
Sekundärhärte: Ausscheidung von Sonderkarbiden (und Umwandlung von vorhandenem (RA) in (M)) bei bestimmten Stählen (Warm- und Schnellarbeitsstähle) während des Anlassens. Dadurch können Härten erreicht werden, welche die Martensit härte sogar noch übersteigen können.

[Ohne Gewähr]

Bei welchem Werkzeugstahl tritt Sekundärhärte auf und wie entsteht diese?

[K’12] Sekundärhärte tritt bei Warm- und Shnellarbeitsstählen nach dem Härten beim hohen Anlassen durch die
Ausscheidung von feinstverteilten, i. d. R. globularen Sonderkarbiden (z.B. Cr7C3, WC, V4C3 ) in der vierten Anlassstufe auf.

Was ist Grünbearbeitung?

[K’12] Unter Grünbearbeitung wird die Formgebung durch Drehen, Fräsen, Bohren oder Sägen von keramischen Bauteilen (Presskörpern) vor dem Sintern verstanden. Bei der sich nach dem Sinterbrand anschließenden Endbearbeitung ist nur noch Schleifen, Polieren und Glasieren möglich.

Welchen Vorteil bietet das Dünnbrammengießen oder Gießwalzen im Vgl. zum Stranggießen bei der Blechherstellung?

[K’12] Bei den beiden Urformverfahren entfallen im Vgl. zum Stranggießen das Vorgerüst und beim Gießwalzen zusätzlich die Warmbandstraße. Beides bedeutet einen geringern Fertigungs- sowie Investitionsaufwand.

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