Sozialversicherungen
Sozialversicherungen in der Schweiz
Sozialversicherungen in der Schweiz
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Cartes-fiches
Nenne die 3 wesentlichen Ereignisse in der Geschichte, welche die Europäische Entwicklung massgebend geprägt haben:
- die Aufklärung
- die industrielle Revolution
- die französische Revolution
Was forderten die Aufklärer?
Die Freiheit des Einzelnen und die Gleichheit aller Menschen
Was förderte die industrielle Fabrikation massgeblich?
Der technische Fortschrit, eine ausgeprägte Arbeitsteilung und Erfindungen wie
der Dampfmaschine 1769
der Spinnmaschine 1767
des mech. Webstuhls 1775
der Dampfeisenbahn 1835
Was hat Karl Marx entwickelt?
Revolutionäre Ideen zur Beseitigung des materiellen und moralischen Elends.
Wie kam es zur franz. Revolution?
Die Finanzkrise erforderte Reformen. Die privilegierten Stände wollten sich aber ihre Vorteile nicht nehmen lassen.
Am 17. Juni 1789 erklärten sich die Abgeordneten des dritten Stands zur Nationalversammlung. Im August erklärten sie die Privilegien für aufgehoben. Die Menschen- und Bürgerrechte wurden verkündet. Der Köniz musste 1791 den Eid auf die Verfassung leisten. Frankreich war von nun an eine konstitutionelle Monarchie (die Macht des Monarchen wird durch eine geschriebene Verfassung (Konstitution) mehr oder weniger stark eingeschränkt)
Die Bauern erhoben sich gegen Klerus (Gesamtheit der Angehörigen des geistlichen Standes) und gegen den Adel.
In der Verfassung wurde die Gewaltentrennung bestimmt (Verteilung der Staatsgewalt auf mehrere Staatsorgane)
Das Zensuswahlrecht (wählen darf nur, wer gewisse Finanzmittel nachweisen kann) bevorzugte das Bürgertum
Welche Persönlichkeiten prägten die soziale Sicherheit?
- Otto von Bismarck
er gründete für jedes Risiko eine eigenständige, obligatorische Versicherung (die klassischen Versicherungen)
2. Franklin Roosevelt
Er prägte den Begriff soziale Sicherheit (Social Security Act) und integrierte die bereits bestehenden öffentlichen oder privaten Versicherungen in das neue System und ergänzte diese durch neue öffentlich-rechtliche Träger
3. William Beveridge
Er schuf die soziale Sicherheit zur Deckung der Existenzgrundlagen für die gesamte Bevölkerung.
Er war der Vordenker des Finalprinzips: Notwendigkeit der Einkommenssicherung ist entscheiden, nicht die Ursache ( Arbeitslosigkeit, Alter, Krankheit oder Unfall)
Bevor die Sozialversicherungen Teil des öffentlichen Rechts wurden existierten:
Für- und Vorsorge
- Armenfürsorge in erster Linie Aufgabe der Verwandten oder karitative Organisationen, dann halfen Städte und später Landgemeinden. Erst nach der Massenarmut, als Folge der industriellen Revolution, wurde eine systematische Armenfürsorge von der Sozialversicherung übernommen (1848)
- Hilfsgesellschaften auf Gegenseitigkeit
Vereinigungen wie Bruderschaften und Zünfte sorgten für die Hinterlassenen und Kranken ihrer Mitglieder
für bestimmte Gruppen von Beamten gabe es em Ende des 19. Jh staatliche Fürsorgekassen
auch gewerkschaftlich strukturierte Organisationen in England gründeten Hilfs- und Unterstützungskassen, um gesundheitliche Schädigungen durch die industrielle Revolution zu mildern
Die Arbeiterschaft organisierte sich und gründete Gewerkschaften, welche Hilfe anboten (Typografen- Gewerkschaft)
Versicherungen
- Privatversicherungen (zuerst waren es kantonale Institutionen, die den Verlust von Vieh, Haus und Hof abdeckten) Mitte des 19. Jh. begannen sich die Privatversicherungen durchzusetzen. Diese standen aber fast ausschliesslich den begüterten Kreisen und dem Mittelstand zu. Da sich die Versicherung (versicherungsmässige Deckung aufgrund der Wahrscheinlichkeitsrechnung bewährt hatte wollte man das System auch bei den Sozialversicherungen anwenden
- Haftpflichtgesetzgebung ( Eidg. Fabrikgesetz wurde 1877 verabschiedet) Die Kausalhaftung wurde eingeführt. Das bedeutete, dass der Fabrikherr für Schäden haftete, (z.B. Unfälle) die seine Mitarbeiter erlitten hatten, auch wenn er sie nicht persönlich verschuldet hatte.
Die Kausalhaftung bewährte sich nicht. Der Schadenersatz war auf Fr. 6'000.-- begrenzt. Wenn der AG zahlungsunfähig war verlor der AN die Ansprüche ganz. Die Haftpflichtansprüche bedeuteten eine grosse Belastung für KMU dar. Darum schlossen fortschrittliche AG eine Unfallversicherung ab. So entstand der Gedanke einer staatlichen Unfallversicherung.
Was versteht man unter Sozialversicherung?
Das staatliche Bemühen, Bedürftigen in bestimmten Lebenslagen Unterstützung und Hilfe zu gewähren.
Welches sind die abgesicherten Risiken der Sozialversicherungen besteht die Unterstützung und was für Leistungen werden erbracht?
- Alter
- Tod
- Unfall
- Krankheit
- Arbeitslosigkeit
- Invalidität
Es gibt Sach- und Geldleistungen
Was war die Grundlage für die Sozialversicherung?
Die Bestimmung der sozialpolitischen Kompetenz in der Verfassung
Wann trat die neue Bundesverfassung in Kraft?
Am 1. Januar 2000 Artikel 41 BV
Wann wurde die Verfassungsgrundlage für die Kranken ud Unfallversicherung gelegt?
1890
Wann wurde das Kranken- und Unfallgesetz in Kraft gesetzt?
1912
Wann tratt das ALVG in Kraft?
1952
Wann wurde das AHVG, IVG und ELG in Kraft gesetzt?
1948
1960
1966
Wann trat das Gesetz Erwerbsausfallentschädigung in Kraft?
1953
Wann trat das ATSG in Kraft?
2003
Wann wurde die Verfassungsgrundlage für das 3-Säulen-Konzepts geschaffen?
1972
Was regelt das Abkommen über den freien Personenverkehr APF/EZA=
Die Koordination der sozialen Sicherheit zwischen der CH und den Staaten der EU/EFTA
- Welche Umstände bildeten die Grundlagen der Sozialversicherung
- Aufklärung ---> geistige Grundlage
- Industrielle Revolution ---> Wirtschaftliche Grundlage
- Französische Revolution ---> Politische Grundlage
Nenne die in der CH bestehenden Sozialversicherungen:
- AHVG
- IVG
- ELG (Ergänzungsleistungen)
- EOG/MSE
- UVG
- BVG
- AVIG
- KVG
- FamZG
- FLG (Fam. Zulagen in der Landwirtschaft)
- MVG
Wie heisst das Leitgesetz über den Allg. Teil des Sozialversicherungsrechts?
ATSG --> gilt für alle Sozialversicherungen ausser dem BVG
Welche wirtschaftlichen Strömungen gab es in Europa im 18. + 19.Jh und wie wirkten sie sich aus?
Die Technologie und die Arbeitsteilung bewirkten, dass eine neue Gesellschaftsschicht entstand. Die Arbeiterklasse. Um deren Rechte gegenüber den AG zu schützen, wurde ein System entwickelt.
In welchen Lebenslagen braucht es eine Sozialversicherung?
- Alter
- Tod
- Invalidität
- Mutterschaft
- Krankheit
- Unfall
- Arbeitslosigkeit
Seit wann ist das Drei-Säulen-Prinzip Teil unseres Sozialversicherungssystems?
Seit 1972
Wer unterstützten die Zünfte und Bruderschaften und wer die karitativen Organisationen wie die Kriche?
Die Zünfte und Bruderschaften unterstützen ihre Mitglieder
Die Kirche alle Gläubigen
Spielt die Unterstützung der Familie bei der Soziahlhilfe eine Rolle?
Ja. Sie ist im ZGB verankert
Um welche Prinzipien geht es bei den Sozialversicherungen? (8)
- Solidaritätsprinzip
- Vorsorgeprinzip
- Fürsorgeprinzip
- Kausalprinzip
- Finalprinzip
- Subsidiärprinzip
- Äquivalenzprinzip
- Versicherungsprinzip
Erkläre das Solidaritätsprinzip:
Solidarität bedeutet Zusammengehörigkeitsgefühl oder Verbundenheit. Solidaritäten sind Hilfsmittel, um ein gemeinsam gestecktes Ziel einer bestimmten Personengruppe zu erreichen.
Nenne die verschiedenen Arten von Solidarität:
- Versicherungssolidarität --> Zusammenhalt innerhalb einer Risikogemeinschaft (Z.B. zwischen Gesunden und Kranken
- Vertikale Solidarität ---> zwischen höheren und tieferen Einkommen
- Horizontale Solidarität --> Ausgleich zwischen verschiedenen sozialen Gruppen (ledige, verh. / Frauen, Männer
- Generationensolidarität --> zwischen Jungen und Alten (Umlageverfahren)
- Regionale Solidarität --> zwischen Bewohnern verschiedener Regionen eines Landes (interkant. Lastenausgleich)
Was ist das Vorsorgeprinzip?
Der Staat sichert den Lebensunterhalt seiner Wohnbevölkerung durch die Zuweisung von gesetzlich geregelten Sozialleistungen
Was ist das Fürsorgeprinzip?
Bedürftige erhalten Hilfeleistungen entsprechend ihrer Notlage. Die Mittel werden durch die Steuern aufgebracht.
Kausalprinzip?
Für jede Ursache gibt es ein System mit eigener Finanzierung und Rechnung (Unfall, Krankheit etc.)
Finalprinzip?
Wichtig ist nicht warum jemand eine Einkommenseinbusse hat sondern der Tatbestand der Einbusse.
Subsidiaritätsprinzip?
Sozialstaatliche Leistungen setzen dort ein, wo die Selbsthilfe nicht mehr ausreicht. --> Eigenleistung vor Fremdleistung
Äquivalenzprinzip?
Gleichwertigkeitsprinzip --> massgeblich bei Privatversicherungen
- risikogerechte Prämien
- Versicherungstechnische Gleichwertigkeit zwischen der Prämie und den zugesicherten Leistungen
Versicherungsprinzip?
Alle Versicherer bilden eine Art Gefahrengemeinschaft. Man beteiligt sich mit einer Prämie. Diese dient der finanziellen Bewältigung eines eingetretenen Schadenfalles. Die Höhe der Prämie richtet sich nach dem individuellen Risiko, mit dem einzelne Versicherte die Gemeinschaft belasten.
Bsp. Unfallversicherung richtet sich die Höhe der Prämie nach der beruflichen Tätigkeit und ihren Risiken
Schutzbedürfnis Einkommenssicherung im Alter. Wer kann der Leistungsträger sein?
- AHV
- BV
- EL zur AHV
- evtl. UV und MV, falls schon vor dem Alter leistungspflichtig
- EInkommenssicherung der Hinterlassenen bei Tod des Ernährers - Leistungsträger
- AHV
- UV
- MV
- BV
- EL zu AHV
- Wiedereingliederung und Einkommenssicherung bei Invalidität - Leistungsträger?
- IV
- UV
- MV
- BV
- EL zur IV