Sozialversicherungen

Sozialversicherungen in der Schweiz

Sozialversicherungen in der Schweiz


Marianne Rychen
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Sozialversicherungen in der Schweiz, insbesondere das Drei-Säulen-Konzept, das Alter, Invalidität und Hinterbliebenenversorgung abdeckt. Sie behandeln die verschiedenen Säulen, ihre Zielsetzungen, Träger und Finanzierungsverfahren wie Umlage- und Kapitaldeckungsverfahren. Die Karteikarten erklären auch wichtige Begriffe wie Altersquotient, Sozialleistungsquote und die Auswirkungen von Faktoren wie demografischer Entwicklung und Wirtschaftslage auf die Sozialversicherungen. Ideal für Studierende und Fachleute in der Betriebswirtschaftslehre, die sich mit den Grundlagen und der Funktionsweise der Schweizer Sozialversicherungssysteme vertraut machen möchten.
Karten
83
Lernende
3
Sprache
Deutsch
Kategorie
BWL
Stufe
Andere
Erstellt / Aktualisiert
12.05.2014 / 10.12.2017

Cartes-fiches

Nenne die 3 wesentlichen Ereignisse in der Geschichte, welche die Europäische Entwicklung massgebend geprägt haben:

  1. die Aufklärung
  2. die industrielle Revolution
  3. die französische Revolution

Was forderten die Aufklärer?

Die Freiheit des Einzelnen und die Gleichheit aller Menschen

Was förderte die industrielle Fabrikation massgeblich?

Der technische Fortschrit, eine ausgeprägte Arbeitsteilung und Erfindungen wie

der Dampfmaschine 1769

der Spinnmaschine 1767

des mech. Webstuhls 1775 

der Dampfeisenbahn 1835

Was hat Karl Marx entwickelt?

Revolutionäre Ideen zur Beseitigung des materiellen und moralischen Elends.

Wie kam es zur franz. Revolution?

Die Finanzkrise erforderte Reformen. Die privilegierten Stände wollten sich aber ihre Vorteile nicht nehmen lassen.

Am 17. Juni 1789 erklärten sich die Abgeordneten des dritten Stands zur Nationalversammlung. Im August erklärten sie die Privilegien für aufgehoben. Die Menschen- und Bürgerrechte wurden verkündet. Der Köniz musste 1791 den Eid auf die Verfassung leisten. Frankreich war von nun an eine konstitutionelle Monarchie (die Macht des Monarchen wird durch eine geschriebene Verfassung (Konstitution) mehr oder weniger stark eingeschränkt)

Die Bauern erhoben sich gegen Klerus (Gesamtheit der Angehörigen des geistlichen Standes)  und gegen den Adel.

In der Verfassung wurde die Gewaltentrennung bestimmt (Verteilung der Staatsgewalt auf mehrere Staatsorgane)

Das Zensuswahlrecht (wählen darf nur, wer gewisse Finanzmittel nachweisen kann) bevorzugte das Bürgertum

Welche Persönlichkeiten prägten die soziale Sicherheit?

  1. Otto von Bismarck

er gründete für jedes Risiko eine eigenständige, obligatorische Versicherung (die klassischen Versicherungen)

        2.  Franklin Roosevelt

Er prägte den Begriff soziale Sicherheit (Social Security Act) und integrierte die bereits bestehenden öffentlichen oder privaten Versicherungen in das neue System und ergänzte diese  durch neue öffentlich-rechtliche Träger

        3.  William Beveridge

Er schuf die soziale Sicherheit zur Deckung der Existenzgrundlagen für die gesamte Bevölkerung. 

Er war der Vordenker des Finalprinzips: Notwendigkeit der Einkommenssicherung ist entscheiden, nicht die Ursache ( Arbeitslosigkeit, Alter, Krankheit oder Unfall)

 

 

Bevor die Sozialversicherungen Teil des öffentlichen Rechts wurden existierten:

Für- und Vorsorge

  • Armenfürsorge in erster Linie Aufgabe  der Verwandten oder karitative Organisationen, dann halfen Städte und später Landgemeinden. Erst nach der Massenarmut, als Folge der industriellen Revolution, wurde eine systematische Armenfürsorge von der Sozialversicherung übernommen (1848)

 

  • Hilfsgesellschaften auf Gegenseitigkeit

Vereinigungen wie Bruderschaften und Zünfte sorgten für die Hinterlassenen und Kranken ihrer Mitglieder

für bestimmte Gruppen von Beamten gabe es em Ende des 19. Jh staatliche Fürsorgekassen

auch gewerkschaftlich strukturierte  Organisationen in England gründeten Hilfs- und Unterstützungskassen, um gesundheitliche Schädigungen durch die industrielle Revolution zu mildern

Die Arbeiterschaft organisierte sich und gründete Gewerkschaften, welche Hilfe anboten (Typografen- Gewerkschaft)

 

Versicherungen

  • Privatversicherungen (zuerst waren es kantonale Institutionen, die den Verlust von Vieh, Haus und Hof abdeckten) Mitte des 19. Jh. begannen sich die Privatversicherungen durchzusetzen. Diese standen aber fast ausschliesslich den begüterten Kreisen und dem Mittelstand zu. Da sich die Versicherung (versicherungsmässige Deckung aufgrund der Wahrscheinlichkeitsrechnung bewährt hatte wollte man das System auch bei den Sozialversicherungen anwenden
  •  
  • Haftpflichtgesetzgebung  ( Eidg. Fabrikgesetz wurde 1877 verabschiedet) Die Kausalhaftung wurde eingeführt. Das bedeutete, dass der Fabrikherr für Schäden haftete, (z.B. Unfälle) die seine Mitarbeiter erlitten hatten, auch wenn er sie nicht persönlich verschuldet hatte.

Die Kausalhaftung bewährte sich nicht. Der Schadenersatz war auf Fr. 6'000.-- begrenzt. Wenn der AG zahlungsunfähig war verlor der AN die Ansprüche ganz. Die Haftpflichtansprüche bedeuteten eine grosse Belastung für  KMU dar. Darum schlossen fortschrittliche AG eine Unfallversicherung ab. So entstand der Gedanke einer staatlichen Unfallversicherung.

Was versteht man unter Sozialversicherung?

Das staatliche Bemühen, Bedürftigen in bestimmten Lebenslagen Unterstützung und Hilfe zu gewähren. 

Welches sind die abgesicherten Risiken der Sozialversicherungen besteht die Unterstützung und was für Leistungen werden erbracht?

  1. Alter
  2. Tod
  3. Unfall
  4. Krankheit
  5. Arbeitslosigkeit
  6. Invalidität

Es gibt Sach- und Geldleistungen

Was war die Grundlage für die Sozialversicherung?

Die Bestimmung der sozialpolitischen Kompetenz in der Verfassung

Wann trat die neue Bundesverfassung in Kraft?

Am 1. Januar 2000 Artikel 41 BV

 

Wann wurde die Verfassungsgrundlage für die Kranken ud Unfallversicherung gelegt?

1890

Wann wurde das Kranken- und Unfallgesetz  in Kraft gesetzt?

1912

Wann tratt das ALVG in Kraft?

1952

Wann wurde das AHVG, IVG und ELG in Kraft gesetzt?

1948

1960

1966

Wann trat das Gesetz Erwerbsausfallentschädigung in Kraft?

1953

Wann trat das ATSG in Kraft?

2003

Wann wurde die Verfassungsgrundlage für das 3-Säulen-Konzepts geschaffen?

1972

Was regelt das Abkommen über den freien Personenverkehr APF/EZA=

Die Koordination der sozialen Sicherheit zwischen der CH und den Staaten der EU/EFTA

  1. Welche Umstände bildeten die Grundlagen der Sozialversicherung

  • Aufklärung   ---> geistige Grundlage
  • Industrielle Revolution  ---> Wirtschaftliche Grundlage
  • Französische Revolution  --->  Politische Grundlage

Nenne die in der CH bestehenden Sozialversicherungen:

 

  1. AHVG
  2. IVG
  3. ELG (Ergänzungsleistungen)
  4. EOG/MSE 
  5. UVG
  6. BVG
  7. AVIG
  8. KVG
  9. FamZG
  10. FLG (Fam. Zulagen in der Landwirtschaft)
  11. MVG

Wie heisst das Leitgesetz über den Allg. Teil des Sozialversicherungsrechts?

ATSG  --> gilt für alle Sozialversicherungen ausser dem BVG

Welche wirtschaftlichen Strömungen gab es in Europa im 18. + 19.Jh und wie wirkten sie sich aus?

Die Technologie und die Arbeitsteilung bewirkten, dass eine neue Gesellschaftsschicht entstand. Die Arbeiterklasse. Um deren Rechte gegenüber den AG zu schützen, wurde ein System entwickelt.

In welchen Lebenslagen braucht es eine Sozialversicherung?

  1. Alter
  2. Tod
  3. Invalidität
  4. Mutterschaft
  5. Krankheit
  6. Unfall
  7. Arbeitslosigkeit

Seit wann ist das Drei-Säulen-Prinzip Teil unseres Sozialversicherungssystems?

Seit 1972

Wer unterstützten die Zünfte und Bruderschaften und wer die karitativen Organisationen wie die Kriche?

Die Zünfte und Bruderschaften unterstützen ihre Mitglieder

Die Kirche alle Gläubigen

Spielt die Unterstützung der Familie bei der Soziahlhilfe eine Rolle?

Ja. Sie ist im ZGB verankert

Um welche Prinzipien geht es bei den Sozialversicherungen? (8)

  1. Solidaritätsprinzip
  2. Vorsorgeprinzip
  3. Fürsorgeprinzip
  4. Kausalprinzip
  5. Finalprinzip
  6. Subsidiärprinzip
  7. Äquivalenzprinzip
  8. Versicherungsprinzip

Erkläre das Solidaritätsprinzip:

Solidarität bedeutet Zusammengehörigkeitsgefühl oder Verbundenheit. Solidaritäten sind Hilfsmittel, um ein gemeinsam gestecktes Ziel einer bestimmten Personengruppe zu erreichen.

Nenne die verschiedenen Arten von Solidarität:

  • Versicherungssolidarität  --> Zusammenhalt innerhalb einer Risikogemeinschaft (Z.B. zwischen                                                                         Gesunden und Kranken
  • Vertikale Solidarität        ---> zwischen höheren und tieferen Einkommen
  • Horizontale Solidarität    --> Ausgleich zwischen verschiedenen sozialen Gruppen (ledige, verh. / Frauen,                                                         Männer
  • Generationensolidarität -->  zwischen Jungen und Alten (Umlageverfahren)
  • Regionale Solidarität   -->      zwischen Bewohnern verschiedener Regionen eines Landes                                                                                    (interkant. Lastenausgleich)
  •  

Was ist das Vorsorgeprinzip?

Der Staat sichert den Lebensunterhalt seiner Wohnbevölkerung durch die Zuweisung von gesetzlich geregelten Sozialleistungen

Was ist das Fürsorgeprinzip?

Bedürftige erhalten Hilfeleistungen entsprechend ihrer Notlage. Die Mittel werden durch die Steuern aufgebracht.

Kausalprinzip?

Für jede Ursache gibt es ein System mit eigener Finanzierung und Rechnung (Unfall, Krankheit etc.)

Finalprinzip?

Wichtig ist nicht warum jemand eine Einkommenseinbusse hat sondern der Tatbestand der Einbusse.

Subsidiaritätsprinzip?

Sozialstaatliche Leistungen setzen dort ein, wo die Selbsthilfe nicht mehr ausreicht. --> Eigenleistung vor Fremdleistung

Äquivalenzprinzip?

Gleichwertigkeitsprinzip  --> massgeblich bei Privatversicherungen

  1. risikogerechte Prämien
  2. Versicherungstechnische Gleichwertigkeit zwischen der Prämie und den zugesicherten Leistungen

Versicherungsprinzip?

Alle Versicherer bilden eine Art Gefahrengemeinschaft. Man beteiligt sich mit einer Prämie. Diese dient der finanziellen Bewältigung eines eingetretenen Schadenfalles. Die Höhe der Prämie richtet sich nach dem individuellen Risiko, mit dem einzelne Versicherte die Gemeinschaft belasten.

Bsp. Unfallversicherung richtet sich die Höhe der Prämie nach der beruflichen Tätigkeit und ihren Risiken

Schutzbedürfnis Einkommenssicherung im Alter. Wer kann der Leistungsträger sein?

  1. AHV
  2. BV
  3. EL zur AHV
  4. evtl. UV und MV, falls schon vor dem Alter leistungspflichtig

  1. EInkommenssicherung der Hinterlassenen bei Tod des Ernährers - Leistungsträger

  1. AHV
  2. UV
  3. MV
  4. BV
  5. EL zu AHV

  1. Wiedereingliederung und Einkommenssicherung bei Invalidität - Leistungsträger?

  1. IV
  2. UV
  3. MV
  4. BV
  5. EL zur IV

 

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