Schäfer
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Cartes-fiches
III.3 Eigenschaften Nichtleiter, Leiter und Halbleiter
Nichtleiter / Isolatoren (Gummi, Keramik, Glas)
- keine freie Valenzen
- erst bei sehr hohen Temp., wenige Elektronen heben auf
Leiter (Metalle, Legierungen)
- freie Valenzen
- ständiger Elektronentransport möglich
Halbleiter (Silizium, Germanium)
- bei tiefen Temp. im Prinzip Nichtleiter
- Leitfähig bei Zufuhr von Energie druch Herauslösen von Elektronen aus ihren Bindungen (Eigenleitung)
- Beeinflussung der Halbleitercharakteristik durch Fremdatome (Störstellen) in der Gitterstruktur (Dotierung)
- wirksame Gitterstruktur durch Fremdatome mit einer vom Grundmaterial abweichenden Valenzenelektronenzahl
III.3.1 Eigenleitung*
Halbleiterkristall: bei tiefen Temp. keine beweglichen Ladungsträger. Durch Energiezufuhr werden Elektronen aus ihren Paarbindungen freigeschüttelt -> Leitungselektronen, die sich frei zwischen Atomrümpfen bewegen
Jedes freie Elektron hinterlässt in der ursprungl. Gitterbindung eine positive Ladung -> Loch (Elektronenlücke)
Loch wirkt anziehend auf in der Nähe befindlichen Leitungselektron -> Rekombination
elekt. Spannung führt zu:
- Bewegung freier Elektronen in Richtung des Pluspols (Elektronenleitung)
- Bewegung Löcher in Richtung des Minuspols der Spannungsquelle (Löcherleitung)
- Elektrizitätsleitung, die sich aufgrund der Bildung von Elektron-Loch-Paaren ergibt -> Eigenleitung
III.3.3 Störstellenleitung und Dotierung*
gezielte Verunreinigungen können elektronen- bzw. löcherleitendens Silizium herstellen
- p-Dotierung: Löcherleitung
- Verunreinigung durch 3-wertigem Bor führt zu einem "fehlenden" Valenzelektron
- n-Dotierung: Elektronenleitung
- Verunreinigung durch 5-wertigem Phospor führt zu einem "überschüssigen" Valenzelektron
Dotierung führt zu Leitfähigkeitserhöhung
III.4 Funktionsprinzip Solarzelle***
- Aufbau einer Solarzelle ist physikalisch vergleichbar mit dem einer Diode
- Solarzellen sind aus dünnen Schichten Dotierungen aufgebaut (p-n-Übergang)
- durch Diffusionsbewegungen entsteht an der Grenzfläche eine Verarmung von Löchern und Elektronen im Grundmaterial
- Löcher aus p- in das n-Gebiet
- Elektronen aus n- in das p-Gebiet
- durch Konzentrationsausgleich baut sich elektrisches Feld auf (Raumladungszone), das der Bewegung der Ladunsträger entgegen gerichtet ist
- -> Gleichgewichtszustand mit der Diffusionsspannung (=Leerlaufspannung der Solarzelle 0,6 V pro Zelle)
III.4 Bändermodell*
- Bohr‘sche Atommodell: Elektronen umkreisen Atomkern auf definierten Bahnen
- Jede Bahnen entspricht einem bestimmten Energieniveau
- Jede Bahnen kann nur eine begrenzte Anzahl von Elektronen aufnehmen
- Oberstes, vollständig gefülltes Band wird als Valenzband bezeichnet
- Nächst höheres Band kann teilweise gefüllt oder vollständig leer sein und heißt Leitungsband
- Energie von außen führt dazu, dass Elektron von einer Bahn auf nächst höhere Bahn angehoben wird
- Energieabstand zwischen den Bändern heißt Bandabstand
- Raum zwischen Valenzband und Leitungsband, der nicht erlaubte Energiezustände enthält, heißt verbotene Zone
III.5 Drei Typen von Solarzellen
- Monokristalline: n=bis 15%
- geringer Flächenbedarf
- homogenes Äußeres
- Polykristalline: n= 10-14,5%
- unregelmäßige Struktu der Zellen
- Marktanteil 40%
- Dünnschichtzellen (amorph, CIS, CdTe): 7-10%
- großer Flächenbedarf
- gute Erträge auch bei diffuser Sonne
- günstige Produktion
III.5 Kennlinienfelder*
Gibt es Probleme bei zu hoher Sonneneinstrahlung?
- wie bei allen Halbleiter: Spannung-Leistung-Kennlinie
- Abhängigkeit von
- Umgebungstemp.
- Energieeinstrahlung
- Abhängigkeit von
- Maximum Power Point (MPP)
- MPP für höhere Temp. kommt niedriege Spannung
-> Wirkungsgrad der Zelle nimmt ab (auch bei konst. Einstrahlung) - für guten n
- aufwendige Regeleinrichtungen zur Nachführung des MPP
- Anpassung der Spannung
- Stromstärke ist direkt proportional zur Beleuchtungsstärke
- Bei Erwärmung sinkt die Spannung der Solarzelle
III.6 Wirkungsgrade von Solarzellen*
Ist die vollständige Photonenenergie umsetzbar?
- nur ein Teil Photonenenergie kann in elekt. Energie umwandeln
- Leistungsstarke Photonen bewirken zwar eine Ladungstrennung, aber überschüssige Energie in Wärme umgesetzt
- Leistungsschwache Photonen können keine Ladungstrennung auslösen - vollständige Umwandlung in Wärme
- n praktisch 10-19%
III.6 Wirkungsgrade von Solarzellen
Ursachen für Verminderung
- Ursachen:
- Gitterfehler
- Kristallverunreinigungen
- solare Erwärmung der Solarzelle (Sommer und Wüste)
- witterungsabhängigkeit (Wolken: 5-25% der max. möglichen)
III.6.1 Wirkungsgradoptimierung von Solarzellen*
min. 3/5 nennen
- höchste Reinheit
- höchste kristallografische Qualität
- Neue Materialien
- durch andere Materialien (zb Galliumarsenid) kann n gesteigert werden, aber trotzdem <50%
- Tandem- oder Stapelzellen
- für breiteres Strahlungsspektrum unterschiedliche Halbleitermaterialien mit Eignung für verschiedene Spektralbereiche, übereinander angeordnet
- Konzentratorzellen
- Verwendung von Spiegel- und Linsensys. -> höhere Lichtintensität mit Nachführung der Sonne
- Antireflexschicht
- Oberflächenstrukturierung zur Verminderung von Reflexionsverlusten
- Zelloberfläche in Pyramidenstruktur -> einfallendes Licht mehrfach auf Oberfläche
- MIS-Inversionsschicht-Zellen
- innere elektr. Feld nicht durch p-n-Übergang, sondern durch Übergang dünnen Oxidschicht zu einem Halbleiter
III.7 Anwendung der Photovoltaik
MW-Bereich
MW-Bereich: Inselanlagen vs. Netzgekoppelte PVKraftwerke
jeweils mit und ohne Speicher
- dezentrale Anlagen
- kundeneigene Anlagen mit Leistungen bis zu 10kW
- Eigenversorgung; Überschuss-Strom ins Netz; Fehlbedarf aus Netz
- zentrale Anlagen
- EVU-eigene Anlagen mit Leistungen > 100 kW
- Einspeisung ins Mittel-oder Hochspannungsnetz
IV.1.1 Entstehung des Windes
- Lufthülle der Erde ist Gasgemisch (78% Stickstoff, 21% Sauerstoff)
- Windkraft ist indirekte Nutzung de Sonnenenergie
- Erwärmung der Luftmassen in der Atmosphäre
- Dichte- und Druckgradienten entstehen durch Sonneneinstrahlung, die die Luft regioinal unterschiedlich erwärmt
-> Wind ist Ausgleichsströmung der Luft zw. Regionen unterschiedlichen Luftdrucks - großräumige Ausgleichsströmungen zw. Äquator und den Polen durch Strahlungsüberangebot am Äquator
- Beeinflussunug der Windsysteme durch Coriolis-Kraft
IV.1.2 Coriolis-Kraft
IV.1.3 Warum Wind?
- lokale Windsys. aufgrund Topographie
- Berg-Tal (Tunel-Effekt oder Hügel-Effekt)
- Land-See
- Windströmungen sind Träger kinetischer Energie
- beinhaltet zwar auch potentielle, aber nur Ek tech. umsetzbar
- aufgrund Wasseroberfläche Wind praktisch ungebremst
- Land tagübser stärker erwärmt
- Land nachtsüber kühlt schneller ab
- aufgrund Oberflächenreibung nimmt Windgeschwindkeiten zum Boden hin ab
- Lee: Wind abgekehrte Seite, Windschatten
- Luv: Wind zugekehrte
IV.1.4 Lee- und Luv-Läufer
Lee-Läufer: (alle neueren Anlagen sind Luv)
- Windrichtungsnachführung nötig
- geringerer Abstand zw. Rotor und Turm
- Hauptvorteil: Ausweichgung des Windschatten hinter dem Turm
- Lärmemission und Leistungsschwankungen (bedingt durch verwirbelte Strömungen im Turnschatten)
IV.1.5 Schalenkreuzanemometer
- üblichste Sensor, um Windgeschwindkeiten zu messen
- Widerstandsprinzip
IV.1.6 Standortwahl für Windkraftlanlagen
Anhand welcher Hilfe?
- meteorologische Daten der 30 Jahren in From e. Windrose
- Nutzung von Beschleunigungseffekte (Tunnel und Hügel)
- Großstädte: Rauhigkeitsklasse (4), Energieindex (13%) -> Meer (0), (100)
IV.2 Mögliche Energienutzung dur WKA
- Massestrom vor und hinter der WKA konstant
- dem Wind entnommene Leistung kann aus der Differenz ader Windgeschwi. bestimmt werden
- Windgeschw. in Höhe der Windturbine ergibt sich zu: v=1/2(v1+v2)
- Differenz der kin. Energie vor und hinter dem Windrad pro Zeiteinheit
- v2/v1=1/3
- max ausnutzbare Leistung des (theo.) Windes:
- Leistungsbeiwert nach Betz: 0,593
- gute Anlagen heute bei 0,5
IV.3.1 Energieumwandlung
- Umwandlung kin. Energie in Rotationsenergie:
- Widerstandsprinzip (cw=Widerstandskoeffizient: Maß Luftwiderstand eines Körpers - je geringer desto geringer)
- Stromlinienkörper
- max. Leistungsbeiwert = 0,193, deswegen heute kaum Anwendung)
- langsamläufer und funkt. bei niedrigen Windgeschw.
- Auftriebsprinzip
- Widerstandsprinzip (cw=Widerstandskoeffizient: Maß Luftwiderstand eines Körpers - je geringer desto geringer)
- Umwandlung Rotationsenergie in elekt. Energie im Generator
IV.3.2 Auftriebsprinzip
- auch Tragflügelprinzip
- Fläche Oberseite des Flügels größer als Unterseite
- Luft an Oberseite muss schneller bewegen als an Unterseite
- dadurch an Unterseite ein Überdruckbereich und an Oberseite Unterdruckbereich
- Projektionsfläche: t*r
- Rotorspanntiefe t
- Rotorradius r
- auch beim Auftriebsläufer gibt es Widerstandskraft
- jedoch ist solche kleiner (FA>FW)
- Gleitzahl= Fa/Fw -> gute bis 400
- je größer Gleitzahl, desto geringer Luftwiderstandverluste -> schneller das Blatt -> höherer Wirkungsgrad
IV.3.3 Anströmgeschw.
Formel und Zerlegung + Schnellaufzahl
VA=wurzel aus v^2+u^2
- V = Windgeschw.
- U = Umfangsgeschw.
- Schnelllaufzahl lambda = u/v
- zw. 6-10 am höchster Leistungsbeiwert
- erreichen 2- und 3-Blatt-Rotoren
- 3-Blatt laufen optisch ruhiger und geringere mech. Belastung
- allgemein bei mech. Belastung bei ungerader Zahl geringer
Resultierende Kraft Fr aus vektorieller Addition von Fa und Fw
Fr=Fw+Fa
- Zerlegung von Fr in Tangentialkomponente Frt und Axialkomponente Fra
- Frt: verursacht Drehung des Rotors
- Fra: Schubkraft
IV.3.4 Die Winkel
- Anstellwinkel alpha: Auftriebs- und Widerstandsbeiwert stark von davon abhängig
- ca. alpha < 10°
- Blatteinstellwinkel (Pitch-Winkel) zur Leistungsregulierung genutzt
IV.4 Arten der Windenergieanlagen
WEA mit horizontaler und vertikaler Achse
- vertikale Achse: schlechte Leistungsausbeute und schlechtes Anlaufverhalten
- aber dafür keine nachführung nötig
- horizontale Achse:
- bis 7,5 MW Leistung
- Rotorblätter, Rotornabe, Rotorbremse und Blattverstellmechanismus
- Generator und Getriebe
- Windmesssystem, Windnachführung (Azimutverstellung, Giermotoren)
- Gondel, Turm und Fundament
- Elektr. Schaltanlage, Transformator, Regelung und Netzanschluss
- Nachführung bei wechselnder Windrichtung erforderlich (Azimut)
- Leistungssteuerung durch Verdrehen der Rotorblätter (Pitch)
- durch Änderung des Anstellwinkels konstante Drehzahl mögl.
IV.5 Allgemein
Investkosten, Leistungsertrag
- Investkosten: 70% Anlagekosten
- innerhalb 20 Jahre um 100fache gesteigert (ca. 6000 kW Nettleistung)
- 2008: Rotordurchmesser: 126m und Nabehöhe: 135m
- Betriebsbereiche:
- Stillstand (keine Regelung)
- Erreichung Nennpunkt (keine Regelung)
- Erzeugung konst. Leistung (Regelung)
- zu hohe Windgeschw. (Regelung)
- Regelungen müssen getroffen werde, damit Generator nicht überlastet wird.
- Stall und Pitch-Regelung
IV.5.2 Stall-Regelung
- Leistungsbegrenzung durch Strömungsabriss
- Abriss der Strömung am Rotorblatt (Stall) bei hohen Geschw. (v>14 m/s)
-> Design -> Erzeugung von Turbulenzen am Rotorblatt (abgewandten Rotorblattseite) - Strömungsabriss verringert Auftriebskraft auf das Rotorblatt und erhöht entsprechend Widerstandskraft
-> Rotorblatt wird langsamer
IV.5.3 Pitch-Regelung
- Blatteinstellwinkel-Regelung für größere WEA
- Regulierung des Blatteinstellwinkels im Breich 0°-30°
-> Regulierung der Auftriebskraft eines Rotorblattes - Leistungsbeiwert steigt mit Anstellwinkel alpha
(kleiner Anstellwinkel -> neidrige Auftriebskraft -> kleine Leistung) - Bei Pitch von 90° (Fahnenstellung) steht Anlage still
- Pitch als Primärsbremssystem, nur noch Notbremse erforderlich
IV.6 Allgemein
- Gravity Foundation, Monopile, Tripod, Jacket, Tripile depending on water depth
- Umspannwerk BorWin
- Bauzeit: 26 Monate
- Zugang nur 6 Wochen
- Leerrohrverlegung auf Norderney
- Zukunftsplanung aber auch Kapitalbindung
IV.6.1 Offshore
Vor und Nachteile
- Nord- und Ostsee durch hohe Windgeschw. und geringe Meerestiefe
- +hohe Volllaststunden (=3400h / WKon: 1700h / PV: 1000h von mögl. 8760)
- +konstante hohe mittlere Wingeschw. (20% höher als an Land)
- +weniger Turbulenzen
- +Aufstellplätze ohne Beschränkungen (Optik, Schall, Straßen, Städte)
- robustere Konstruktion erforderlich (Salzwasser, Schiffkollision)
- Höhere Errichtungs und Wartungskosten
- Erschwerter Zugang bei schlechter See
- schwierigere Netzanbindung
V. Alternativen
- Itaipu (Paraguay 14GW) und Drei-Schluchten-Kraftwerk (Nennleistung 22,5 GW)
- Strom-Boje: ist eine Kleinstkraftwerk im Flusslauf
- mit Generator im Unterwasserbereich der Boje
V.1.1 Wasserdargebot
- Wasserkraft ist dargebotabhängig
-> Schwankungen innerhalb eines Jahres und verschiedener Jahre - Charakterisierung des Fließverhaltens
- Abfluss Q (Volumenstrom des Wassers)
- Pegelstand W (Höhe der Wasseroberfläche)
- Definition: Wassermenge pro Zeiteinheit, die ein Wasserlauf an einem bestimmten Punkt führt
- Wasserdargebot abhängig von Art und Größe des Einzugsgebiets und von zeitlicher Verteilung der Niederschläge sowie dem Schmelzwasseraufkommen
- Durch Mittelung Abflussdauerlinien mehrerer Jahre erhält man die "Abflussdauerlinie für da Regeljahr"
V.1 Dargebot des Wasser: Entstehung
- Sonneneinstrahlung bewirkt natürl. Wasserkreislauf, in dem ca. 22% der insgesamt auf die Erde eingestrahlten Energie umgesetzt wird
- Mit Verdunstung verleiht Sonne dem mit der Luft aufsteigenden Wasserdampf potentielle Energie
-> Wasserdampftransport -> Niederschlag - ohne tech. Nutzung wird potentielle Energie des Wasser in den Wasserläufen durch Erosionswirkung im Flussbett und durch Wirbelwirkung "aufgezehrt"
- Energiegehalt abhängig von: Volumen und Höhe
- ca 25% technisch nutzbar
- in Europa ausgeschöpft, aber weltweit noch unerschlossene Potentiale
- Früher: Nutzung ober- und unterschlächteiger Wasserräder
- Nutzung potentieller Energie: m*g*h
- Heute: Strömungsmaschinen
- gerichtete Geschwin. in den "Leitschaufeln"
- Abagabe Energie durch Änderung der Geschwin. (Betrag und Richtung) an die "Laufschaufeln"
- + hoher Wirkungsgrad
- + hohe Drehzahl
- + große Leistung
V.2.2.2 Francisturbine
- vollbeaufschlagte Überdruckturbine
- Wasser strömt am Laufradumfang gleichmäßig mit radialer Zuströmungsrichtung des Wassers in das Laufrad
- Typen von Francisturbinen
- Langsamläufer: kleine Wassermengen bei großen Gefällen
- Normalläufer
- Schnellläufer: große Wassermengen bei kleinen Gefällen
- Einsatzbereich: 50-800m
- kann auch als Pumpe arbeiten