Sonderinstrumente der Rechnungslegung

Externes Rechnungswesen - Jahresabschluss

Externes Rechnungswesen - Jahresabschluss


Sandra Müllrick
Diese Lernkarten bieten einen Überblick über die Sonderinstrumente der Rechnungslegung auf Universitätsniveau. Sie behandeln die Kapitalflussrechnung, ihre Methoden, und die Analyse von Cashflows, Investitionen und Auszahlungen. Auch die Segmentsberichtserstattung und ihre Zwecke werden thematisiert. Besonders nützlich für Studierende der BWL, die sich auf Prüfungen vorbereiten oder ihr Verständnis vertiefen möchten.
Karten
28
Lernende
1
Sprache
Deutsch
Kategorie
BWL
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
24.07.2014 / 02.12.2015

Cartes-fiches

Welche Sonderinstrumente der Rechnungsinstrumente müssen berücksichtigt werden?

 

  • Eigenkapitalspiegel
  • Segmentsberichtserstattung 
  • Kapitalflussrechnung 

Was versteht man unter dem Eigenkapitalspiegel? 

Darstellung der Zusammenhänge der Eigenkapitalveränderungen innerhalb einer Periode

Welche Unterschiede gibt es bei der Darstellung des Eigenkapitalspiegels zwischen HGB und IFRS?

  • HGB
    • Pflicht für Kapitalmarktorientierte Kapitalgesellschaften, die nicht zur Aufstellung verpflichtet sind (§ 264 Abs 1 S 2 HGB)
    • Kapitalmarktorientierte Kapitalgesellschaften, die zu einer Aufstellung verpflichtet sind (§ 297 Abs 1 S 1 HGB)
  • IFRS
    • Eigenkapitalspiegel ist Pflichtbestandteil des IFRS Abschusses (IAS 1.10 iVm IAS 1.106)

Was muss der Eigenkapitalspiegel nach IFRS abbilden? 

  • Übersicht über Eigenkapitalveränderungen bezogen auf realisierte und unrealisierte Erfolge (Gesamtergebnisrechnung)
  • Änderung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und Korrekturen grundlegender Fehler
  • Transaktionen mit Anteilseignern

Wie wird der Eigenkapitalspiegel anlysiert nach HGB und IFRS?

  • HGB: Erkennen sämtlicher Veränderungen des Eigenkapitals
  • IFRS: Erkennen der erfolgsneutralen Ergebnisbestandteile

Was bedeutet erfolgsneutral? 

Erfolgsunwirksame Buchung, die auf die Gewinn- und Verlustrechnung (Erfolg des Unternehmens) keinen Einfluss hat

 

Was bedeutet Segementsberichtserstattung? 

  • Lieferung von Informationen über die wesentlichen Geschäftsfeldereines Unternehmens

Welchen Zweck hat die Segmentsberichtserstattung? 

  • Verbesserten Einblick in die Vermögens-, Finanz-, und Ertragslage des Unternehmens
  • erhöhte Transparanz
  • Einschätzung über Chancen und Risiken der Segmente 

Welches Recht bestecht im Konzernabschluss bezüglich der Segmentsberichtserstattung nach HGB und IFRS?

HGB

  • Wahlrecht für Konzernabschluss gem. & 297 Abs. 1 S 2 HGB
  • Wahlrecht für kapitalmarktorientierte Unternehmen, die nicht zur Aufstellung eines Konzernabschlusses verpflichtet sind (§264 Abs 1 S 2) 

IFRS

  • Pflichtbestandteil für kapitalmarktorientierte Kapitalunternehmen im Einzel- und Konzernabschluss (IFRS 8.2.)

 

Nach welchen beiden Methoden können Segemente vom Gesamtunternehmen abgegrenzt werden? 

  • management approach (nach IFRS 8 verpflichtend) 
    • Abgrenzung zur unternehmensinternen Berichterstattung  u. organisatorische Aufteilung eines Unternehmens
  • chance and rewards approach
    • Abgrenzung zu Chancen und Risiken  d.h. Segement stellt in sich einheitliches Risiko- und Chancenklasse dar, die sich von anderen Segementen differenziert 

Wie werden Segemente identifiziert? 

  • nach IFRS 8.5.-10
  • Operatives Segement = Teilbereich des Unternehmens, wenn 
    • Aktivitäten zur Aufwendung und Ertägen führen können 
    • wenn finanzwirtschaftlichen Informationen verfügbar sind 
    • Ergebnisse regelmäßig von Hauptentscheidungsträger geprüft werden um Entscheidung über Ressourcenallokationen zu treffen und Leistungen zu bewerten 

Welche Segmente sind berichtsfähig?

  • operative Segmente werden auf Basis der internen Berichterstattung berichtet 
  • berichtspflichtig sind Segemente, deren 
    • Erlöse, Ergebnis und Vermögen betragen 10% an Gesamtsegementen 
    • Hinzuziehen weiterer berichtsfähiger Segmente, wenn Umsatzerlös unter 75% des Gesamterlös des Unternehmens
    • Fortwährende Bedeutung (Segement wird auch zukünftig ein Segement bleiben)
  • freiwilliges Zusammenfassen von Segementen mit vergleichbarer langfristiger wirtschaftlicher Entwicklung zur Erreichung der Schwellenwerte
  • Reduktion der Anzahl der Berichtssegemente zur Wahung der Verständlichkeit auf max. 10 

Welche qualitativen Zusatzangaben können der Segementberichtserstattung nach IFRS hinzugefügt werden? 

  • Bewertungsgrundlagen für Segementsergebnis, - vermögen und -schulden
    • Intersegmentverrechnungspreise
  • Überleitungsrechnungen
  • Unternehmensübergreifende Informationen
    • Externe Umsatzerlöse nach Produktgruppen und Dienstleistungen
    • Externe Umsatzerlöse und Investitionen nach geographischen Bereichen 
    • Umsätze Großkunden (>= 10%)

Welche qualitativen Zusatzangeben können der Segementberichtserstattung beigefügt werden?

  • Quellen aus nicht berichtspflichtigen Segementen
  • Allgemeine Informationen zur Segmentagbgrenzung sowie den Arten von Produkten und Dienstleistungen

Wie analysiert man die Segmentsberichtserstattung? 

  • Rentabilität der verschiedenen Segmente
  • Quersubventionierung verschiedener Segmente
  • Zusammensetzung des Gesamtergebnisses
  • Risiken des Gesamtunternehmens
  • Schwerpunkte der Geschäftstätigkeit
  • Abhängigkeit von Großkunden 

Was bedeutet eine Kapitalflussrechnung? 

Darstellung der Zahlungsströme in einer Periode

Wie verplfichtend ist eine Kapitalflussrechnung? 

Verpflichtend laut HGB für

  • kapitalmarktorientierte Kapitalgesellschaften die nicht zur Aufstellung eines Konzernabschlusses verpflichtet sind (§264 Abs. 1 Satz 2 HGB)
  • Unternehmen die zu einem Konzernabschluss verplfichtet sind (§297 Abs 1 S 2 HGB)

Verpflichtend für IFRS-Abschluss gem. IAS 1.8 

Wie verplfichtend ist eine Kapitalflussrechnung? 

Verpflichtend laut HGB für

  • kapitalmarktorientierte Kapitalgesellschaften die nicht zur Aufstellung eines Konzernabschlusses verpflichtet sind (§264 Abs. 1 Satz 2 HGB)
  • Unternehmen die zu einem Konzernabschluss verplfichtet sind (§297 Abs 1 S 2 HGB)

Verpflichtend für IFRS-Abschluss gem. IAS 1.8 

Was sind die Zwecke einer Kapitalflussrechnung? 

  • Abbildung der Zahlungsströme des Unternehmens
    • erwirtschafteten Finanzmittel aus der laufenden Geschäftstätigkeit
    • zahlungswirksame Investitions- und Desinvestitionsmaßnahmen
    • zahlungswirksame Finanzierungsmaßnahmen
  • Beurteilung von Liquidität und Solvenz des Unternehmens
  • Beurteilung der Fähigkeit des Unternehmens zukünftig Zahlungsüberschüsse zu generieren
  • Bewertung des Unternehmens
  • Beurteilung der Ertragskraft des Unternehmens

Welche Methoden der Kapitalflussrechnung gibt es? 

  • orginäre Methode aus der Buchführung
  • Derivativ aus anderen Rechnungen 
    • Jahresabschluss
    • Konzernabschluss
    • Kapitalflussrechnung der einzelnen Konzernunternehmen

Welche Bestandteile hat eine Kapitalflussrechnung? 

 

  • Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit (direkte oder indirekte Methode) 
  • Cashflow aus Investitionstätigkeit (direkte Methode) 
  • Cashflow aus Finanzierungstätigkeit (dirkekte Methode) 

Worin unterscheiden sich die indirekte Methode und die direkte Methode bei der Ausweisung der Cashflows? 

  • indirekte Methode: Periodenergebnis wird korrigiert um 
    • zahlungsunwirksame Bestandteile
    • zahlungswirksame Posten des Nettoumlaufvermögens sowie
    • zahlungsunwirksame Posten des Cashflows aus Investitions- und Finanzierungstätigkeit
  • direkte Methode: Einzahlungen und Auszahlungen werden direkt ermittelt und unsaldiert angegeben

Wie sieht das Schema zur Berrechnung der direkten Darstellung des Cash Flows aus laufender Geschäftstätigkeit aus? 

  1. Einzahlungen von Kunden für den Verkauf von Erzeugnissen, Waren und Dienstleistungen
  2. - Auszahlungen an Lieferanten und Beschäftigte
  3. + Sonstige Einzahlungen, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstäti8gkeit zuzuordnen sind
  4. - Sonstige Auszahlungen, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 
  5. = Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit 

Wie sieht das Schema zur Berechnung der indirekten Darstellung des Cash-Flows aus laufender Geschäftstätigkeit aus?

  1. Periodenergebnis
  2. +/- Abschreibungen/Zuschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens
  3. +/- Zunahme und Abnahme der Rückstellungen
  4. -/+ Erhöhung der Steuerforderungen/Steurschulden (inkl. latenter Steuern)
  5. +/- Sonstige Zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge
  6. -/+ Zunahme/Abnahme der Vorräte, der Forderungen aus LuL sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- und Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 
  7. +/- Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus LuL sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions-. und Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind
  8. -/+ Gewinn/Verlust aus dem Abgang von Gegenständen des Analgevermögens
  9. -/+ Wechselkursbedingte Gewinne/Verluste
  10. = Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit

Wie sieht ein Schema zur Berechnung der direkten Darstellung des Cash Flow aus Investitionstätigkeit aus ?

  1. Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens
  2. - Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen
  3. + Einzahlungen aus Abgangen von Gegenständen des immateriellen AV
  4. - Auszahlungen für Investitionen in das immateriellen AV
  5. +Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Finanzanalgevermögens
  6. - Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanalgevermögen
  7. + Einzahlungen aus dem Verkauf von konsolidierten Unternehmen und sonstigen Geschäftseinheiten
  8. - Auszahlungen aus dem Erwerb von konsilidierten Unternehmen und sonstigen Geschäftseinheiten
  9. + Einzahlungen aufgrund von Finanzmittelanlagen im Rahmen der kurzfristigen Finanzdisposition
  10. - Auszahlungen aufgrund von Finanzmittelanlagen im Rahmen der kurzfristigen Finanzdisposition
  11. = Cash Flow aus Investitionstätigkeit

 

Wie sieht ein Schema zur Berrechnung der direkten Darstellung des Cash Flows aus Finanztätigkeit aus? 

  1. Einzahlungen aus Eigenkapitalzuführungen (Kapitalerhöhung, Verkauf eigener Anteile)
  2. - Auszahlungen an Unternehmenseigner und Minderheitsgesellschafter (Dividenden, Erwerb eigender Anteile, Eigenkapitalrückzahlungen, andere Ausschüttungen) 
  3. + Einzahlungen aus der Begebung von Anleihen und der Aufnahme von (Finanz-) Krediten
  4. - Auszahlungen aus der Tilgung von Anleihen und (Finanz-) Krediten
  5. = Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit

Wie sieht das Schema zur Berrechnung einer Kapitalflussrechnung der Überleitungsrechnung zum Finanzmittelbestand am Ende der Periode aus? 

  1. +/- Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit
  2. +/- Cash Flow aus Investitionstätigkeit
  3. +/- Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit
  4. +/- Wechselkurs-, Konsolidierungskreis- und bewertungsbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds
  5. + Finanmittelfonds am Anfang der Periode
  6. = Finanzmittelfonds am Ende der Periode 

Wie analysiert man die Kapitalflussrechnung? 

  • Erklärung der Veränderung der liquiden Mittel
  • Innen- und Außenfinanzierung des Unternehmens
  • nur zahlungswirksame Vorgänge d.h. keine zahlungsunwirksamen Investitions- und Finanzierungsvorschläge
  • Entwicklung des Wertes des Unternehmens
  • Entwicklung des Free-Cash Flows (frei verfügbarer Cashflow)
    • Free CashFlow = Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit + Cash flow aus Investitionstätigkeit

Étudier