Kapitel 2


M. B.
Diese Lernkarten behandeln die Chemie der s-Block-Elemente auf Universitätsniveau. Sie konzentrieren sich auf Reaktionen, Verbindungen und Eigenschaften von Elementen wie Kalzium, Magnesium und Beryllium, einschließlich ihrer Rolle in Prozessen wie Elektrolyse und Photosynthese. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Studierende der Chemie, die sich mit den chemischen Verhaltensweisen und Anwendungen dieser Elemente vertraut machen möchten.
Flashcards
57
Students
8
Language
German
Category
Chemistry
Level
University
Created / Updated
05.09.2015 / 15.11.2017

Flashcards

Was ist Hydrierung?

Wasserstoff wird an die Kohlenstoff – Kohlenstoff – Doppelbindung addiert und die Reaktion nennt man Hydrierung:
H2(g) + …C=C… → (230°C, 30atm, Ni oder Pt)  …CH–CH…
Diese Reaktion wandelt eine C = C Doppelbindung in eine C – C Einfachbindung um.

Alkalimetalle: Welche Elemente gehören zu dieser Gruppe? Verwendung und Eigenschaften der Verbindungen.

Die physikalischen und chemischen Eigenschaften dieser Elemente werden dadurch bestimmt, daß sie ihr einzelnes Valenzelektron sehr leicht abgeben können. Sie werden als Kühlmittel in einigen Kernreaktoren verwendet, da sie als Metalle die Wärme gut leiten und durch Strahlung nicht zersetzt werden.
Lithium, Natrium, Kalium, Rubidium, Cäsium, Francium;

Wie verläuft die Reaktion eines Alkalimetalls mit H2O? 

Reaktand        Reaktion mit dem Alkalimetall (M)
Wasser            2M(s) + 2H2O(l) → 2MOH(aq) + H2(g)


Kommen meist als einfach geladene Kationen vor, niedrige Reduktionspotentiale, daher ausgezeichnete Reduktionsmittel.
Reaktion mit Wasser: Wegen ihrer niedrigen Reduktionspotentiale können die Elemente der Gruppe I Wasser reduzieren. So können wir dann anschreiben:


2H2O(l) + 2e- → H2(g) + 2OH-(aq)
Na(s) → Na+ + e-
Gesamt: 2Na(s) + 2H2O(l) → 2NaOH(aq) + H2(g)


Die Heftigkeit der Reaktion nimmt gleichmäßig innerhalb der Gruppe zu. Die Reaktion zwischen Wasser und Lithium verläuft milde, die Reaktion mit Kalium ist heftig genug, daß der Wasserstoff entzündet wird, und mit Rubidium und Cäsium ist die Reaktion gefährlich explosiv.

Was ist Backpulver und wie funktioniert es?

Mischung aus Natriumhydrogenkarbonat (NaHCO3) und einer Säure (z.B. Natriumalaun NaAl(SO4)2*12H2O).

Einwirkung von hydratisierten Al3+ Ionen führt zu einem Freisetzen des Kohlendioxids in der Reaktion:
NaHCO3(aq) + H3O+(aq) → Na+(aq) + 2H2O(l) + CO2(g)
Die Freisetzung von Gas führt zum “Gehen” des Teiges.

Zwei Stufen: bei Raumtemperatur bilden sich kleine Hohlräume, und in der zweiten Stufe, bei Backtemperatur werden die Hohlräume vergrößert. Diese erste Freisetzung wird durch den Einsatz von etwas Weinsäure in der Mischung erreicht.

Zündhölzer und Schwarzpulver, Feuerwerkskörper

Kaliumnitrat (Salpeter) KNO3 setzt beim Erhitzen Sauerstoff frei
2KNO3(s) → 2 KNO2(s) + O2(g)
und wird daher zur Produktion von Zündhölzern verwendet. Es ist teuer, aber weniger hygroskopisch (wasserabsorbierend) als die entsprechende Natriumverbindung, da das K+ Kation größer ist und eine geringere Ion-Dipolwechselwirkung mit H2O Molekülen hat. Kaliumnitrat ist auch das Oxidationsmittel im alten „Schwarzpulver“, einer Mischung aus 75% Kaliumnitrat, 15% Holzkohle und 10% Schwefel. Es reagiert folgendermaßen:

2KNO3(s) + 4C(s) → K2CO3(s) + 3CO(g) + N2(g)
2KNO3(s) + 2S(s) → K2SO4(s) + SO2(g) + N2(g)
Schnelle Bildung von 6 Molen Gas aus 4 Molen festem KNO3, explosiv ausdehnen.

2KClO3(s) → 2KCl(s) + 3O2(g)
Kaliumchlorat wird als Sauerstofflieferant in Feuerwerkskörpern und in Sicherheitszündern verwendet.

Erdalkalimetalle: Welche Elemente gehören zu dieser Gruppe? Eigenschaften der Verbindungen.

Alle Elemente dieser Gruppe sind Metalle und kommen im metallischen Zustand wegen ihrer hohen Reaktivität in der Natur nicht vor.
Beryllium, Magnesium, Kalzium, Strontium, Barium, Radium;

Wie wird Magnesium aus Meerwasser gewonnen?

Metallisches Magnesium wird durch Reduktion erzeugt, entweder elektrolytisch oder mit einem chemischen Reduktionsmittel. Die elektrolytische Methode verwendet Meerwasser oder Salzsolen als wichtigstes Rohmaterial. Der erste Schritt besteht in der Fällung des Magnesiumhydroxid mit Kalziumhydroxid, das aus der thermischen Zersetzung von Kalziumkarbonat aus Muscheln gewonnen wird:
Mg2+(aq) + 2OH-(aq) → Mg(OH)2(s)
Das gefällte Magnesiumhydroxid wird abfiltriert und mit Salzsäure behandelt:
Mg(OH)2(s) + 2HCl(aq) → MgCl2(aq) + 2H2O(l)
Die Säure wird aus der Einwirkung von Chlor (aus der Elektrolyse) auf Erdgas erhalten:
CH4(g) + Cl2(g) → CH3Cl(g) + HCl(g)
Schließlich wird das Magnesiumchlorid getrocknet, in eine elektrolytische Zelle gebracht und geschmolzen. Bei der Elektrolyse wird Magnesium an der Kathode und Chlor an der Anode erzeugt:
MgCl2(l)  → (Elektrolyse) Mg(s) + Cl2(g)

Wie funktioniert der Thermitprozeß von Barium (Ba)?

Die echten Erdakalimetalle – Kalzium, Strontium, Barium – werden entweder elektrolytisch oder durch Reduktion mit Aluminium in einer Version des Thermitprozesses gewonnen. Für Barium lautet dieser beispielsweise:
3BaO(s) + 2Al(s) → Al2O3(s) + 3Ba(s)

Was bedeutet amphoterer Charakter?

Beryllium zeigt einen amphoteren Charakter (seine Fähigkeit sowohl mit Säuren als auch mit Basen zu reagieren).

Wie verläuft eine Reaktion mit Wasser und Erdalkalimetallen und welche Elemente passivieren?

Reaktand        Reaktion mit dem Erdalkalimetall (M)
Wasser             M(s) + 2H2O(l) → M(OH)2(aq) + H2(g); außer Be


Alle Elemente der Gruppe II außer Beryllium reduzieren Wasser, beispielsweise:
Ca(s) + 2H2O(l) → Ca(OH)2(aq) + H2(g)
Beryllium reagiert nicht einmal dann mit Wasser, wenn es rot glühend ist: Es ist wie Aluminium durch einen Oxidfilm passiviert der auch bei hohen Temperaturen beständig ist. Magnesium reagiert in der Hitze und Kalzium schon mit kaltem Wasser. Die Metalle reduzieren Wasserstoffionen zu Wasserstoff.

Struktur von Beryllium-Verbindungen.

Außer dem leicht nichtmetallischen Charakter beim Beryllium zeigen diese Elemente alle die chemischen Charakteristika von Metallen, wie etwa die Bildung von Kationen (M2+) und haben basische Oxide und Hydroxide.
Die hohe Polarisationskraft des Be2+ Ions führt zu mäßig kovalenten Verbindungen und seine geringe Größe limitiert die Zahl der an das Ion gebundenen Gruppen auf vier. Vorherschen der tetraedrischen BeX4 Einheit, nicht nur bei Sauerstoffanionen, sondern auch bei Chlorid und Hydrid gefunden. Das Chlorid wird durch Einwirkung von Chlor auf das Oxid in Gegenwart von Kohlenstoff hergestellt:
BeO(s) + C(s) + Cl2(g) → (600 – 800°C) BeCl2(g) + CO(g)
Die Berylliumatome wirken als Lewissäuren und nehmen Elektronenpaare aus den Chloratomen der benachbarten BeCl2 Einheiten auf, wodurch eine Kette von überlappenden tetraedrischen BeCl4 Einheiten gebildet wird.

Was ist Magnesiamilch? Verwendung und Funktion.

Magnesiumhydroxid ist eine schwache Base. Es ist nicht sehr gut wasserlöslich und bildet stattdessen eine weiße kolloidale Suspension (fein verteilte kleine Teilchen in einer Flüssigkeit), die als Magnesiamilch bekannt ist und gegen Übersäuerung des Magens eingenommen wird. Da diese Base relativ unlöslich ist, wird sie vom Magen nicht absorbiert, sondern bleibt dort zur Reaktion mit allen möglichen Säuren. Der Vorteil, den Hydroxide gegenüber Hydrogenkarbonaten (die nicht zu dem Zweck verwendet werden) haben, besteht darin, daß ihre Neutralisation nicht zur Bildung von Kohlendioxid führt und daher auch nicht zum „Heraufstoßen“. Der Nachteil der Magnesiamilch ist, daß das Produkt der Neutralisation Magnesiumchlorid ist, welches als Abführmittel wirken kann.

Magnesium im Chlorophyll, und wie funktioniert die Photosynthese?

Die wichtigste Verbindung des Magnesiums ist das Chlorophyll. Diese grüne Verbindung nimmt das Sonnenlicht auf und überträgt seine Energie in die Photosynthese:
6CO2(g) + 6H2O(l) →(Licht, Chlorophyll) C6H12O6(aq) + 6O2(g) 
Im Chlorophyllmolekül wirkt das Mg2+ als Lewissäure und die N Atome der großen ringförmigen Porphyringruppen als Lewisbasen. Eine Funktion des Mg2+ Ions scheint darin zu bestehen, daß der Porphyrinring versteift wird. Diese Steifheit hilft sicherzustellen, daß die von einem ankommenden Photon abgegebene Energie nicht als thermische Bewegung verteilt wird, bevor sie zu der chemischen Reaktion verwendet werden kann.

Was ist Kalk?

Kalzium kommt in der Natur als Kreide (Kalziumkarbonat, CaCO3) und als Kalkstein (eine härtere Form des Karbonates) vor.
Zugabe von Wasser zu Branntkalk, CaO, produziert unter Freisetzung einer beträchtlichen Wärmemenge Kalkhydrat, Ca(OH)2. Kalkhydrat ist die Form, in der Kalk normalerweise verkauft wird, da gebrannter Kalk feuchtes Papier und Holz entzünden kann.

Was ist Mörtel?

Kalziumverbindungen werden oft in (oder als) Baukomponenten eingesetzt. Ihre Festigkeit kommt von der Stärke, mit der das kleine, hochgeladene Ca2+ Kation seine Nachbarn bindet. Mörtel besteht aus ca. 1 Teil gelöschtem Kalk und 3 Teilen Sand (hauptsächlich SiO2). Er erstarrt zu einer harten Masse, wenn der Kalk mit dem Kohlendioxid der Luft unter Bildung des Karbonates reagiert.

Was ist Zahnschmelz? Wodurch wird er angegriffen und welche Gegenmaßnahmen gibt es?

Zahnschmelz ist Hydroxyapatit, ein Mineral mit der Zusammensetzung Ca5(PO4)3OH. Die Zerstörung der Zähne kann über Säureeinwirkung laufen.
Ca5(PO4)3OH(s) + 4H3O+(aq) → 5Ca2+ + 3HPO42-(aq) + 5H2O(l)
Für den Angriff am Zahn sind hauptsächlich Karbonsäuren (Säuren mit einer –COOH-Gruppe) verantwortlich, die durch bakterielle Einwirkung auf Speisereste entstehen. Eine resistente Oberfläche kann dadurch erhalten werden, daß die OH- Ionen im Hydroxyapatit durch F- Ionen unter Bildung von Fluorapatit ersetzt werden:
Ca5(PO4)3OH(s) + F-(aq) → Ca5(PO4)3F(s) + OH-(aq)

Was ist Gips?

Kalziumsulfat ist eine Komponente von mehreren Materialien, die in allen möglichen Arten von festen Strukturen verwendet werden können. Wenn Gips CaSO4 * 2H2O aufgeheizt wird, verliert er einen Teil seines Hydratwassers und wird zu CaSO4 * 1/2H2O. Diese Substanz wird wieder zu einer festen Masse, wenn Wasser hinzugefügt wird und die Hydratation sich wieder einstellt.

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