Rechungswesen

Mehrwertsteuer

Mehrwertsteuer


A. W.
Diese Lernkarten bieten einen Überblick über die Grundlagen des Rechnungswesens auf Mittelschulniveau. Sie konzentrieren sich auf die Verbuchung von Vorsteuer, Umsatzsteuer und Mehrwertsteuer, sowie die Abrechnung von Kreditoren und Debitoren. Die Karteikarten behandeln verschiedene Methoden wie die Bruttomethode und Nettomethode, die für die Verbuchung von Geschäftsfällen verwendet werden. Sie eignen sich für Schüler und Lehrlinge, die die Grundlagen des Rechnungswesens verstehen und anwenden möchten.
Cartes-fiches
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Langue
Allemand
Catégorie
Finances
Niveau
Collège
Créé / Mis à jour
03.08.2015 / 26.05.2018

Cartes-fiches

Was ist die Mehrwertsteuer?

  • die Mehrwertsteuer ist eine indirekte Bundessteuer

Steuerpflichtig ist, wer eine mit der Erzielung von Einnahmen verbundene gewerbliche oder berufliche Tätigkeit selbständig ausübt, auch wenn die Gewinnabsicht fehlt, sofern seine Lieferungen, seine Dienstleistungen und sein Eigenverbrauch im Inland jährlich gesamthaft Fr. 75`000.- übersteigt.

Zur Anwendung gelangen welche Steueransätze?

  • Normalsatz 8%
    • gilt üfr fast alle Umsätze
       
  • Reduzierter Satz 2,5%
    • für Güter und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs
       
  • von der Steuer ausgenommen oder steuerfreie Umsätze mit 0%
    • bspw. Export von Gütern und Dienstleistungen

Wie funktioniert die Mehrwertsteuer?

Eine Firma verkauft Waren mit 8% MWST:

Verkaufswert         10`000.-
+ Mehrwertsteuer       800.-
= Rechnung          10`800.-

Sie verkauft die Waren vorher aber selbst ein und bezahlt da bereits MWST:

Kaufpreis   6`000.-
MWST          480.-

MWST-Abrechung
Umsatzsteuer                 800.-
- Vorsteuer                      480.-
= abzuliefernde MWST   320.-

Was muss bei der MWST-Abrechung beachtet werden?

  • ist der Preis inkl. oder exkl. MWST, den
    • inkl MWST = 108%
    • exkl. MWST = 100%
       
  • das muss bei der Berechung der Umsatzsteuer, sowie der Vorsteuer beachtet werden, ansonsten erfolgt keine korrekte MWST-Abrechung!

Wie funktioniert die Verbuchung der MWST nach der Nettomethode?

  • die Mehrwertstuer wird separat über die Konten Debioren Vorsteuer und Kreditoren Umsatzsteuer verbucht
     
  • ensprechend wird der Kauf- oder Verkaufspreis und nicht der Rechungsbetrag verbucht
     
  • es entstehen also auch zwei Buchungen

--> Ende Quartal, Semester oder auch Ende Jahr werden Kreditoren Umsatzsteuer oder Debitoren Vorsteuer miteinander verrechnet und die abzuliefernde MWST wird mit der eidgenössischen Steuerverwaltung überwiesen

Wie funktioniert die Verbuchung der MWST nach der Bruttomehthode?

  • die Mehrwertsteuer wird nicht separat verbucht
     
  • entsprechend wird der Rechungsbetrag und nicht der Kauf- oder Verkaufspreis verbucht
     
  • es entsteht also auch nur eine Buchung

--> Ende Quartal, Semester oder auch Ende Jahr müssen erst die einzelnen Konten abgerechnet werden, danach kommt es zur Verrechung der beiden MWST-Konten und der daraus entstehende Betrag wird an die eidgenössische Steuerverwaltung überwiesen.

Wie lautet eine dritte Methode, mit der ebenfalls die abzuliefernde MWST berechnet werden kann?

  • nach der Saldomethode

Dabei wird während dem Jahr immer der Rechungsbetra (also inkl. MWST) verbuct und es kommt ensprechend jedes Mal zu einer Buchung.

Hierbei muss die anrechenbare Vorsteuer nicht ermittelt werden, denn es wird lediglich der Umsatz mittels eines branchenabhängigen Saltosteuersatzes besteuert.

Bspw. entsteht bei einem Umsatz von Fr. 200`000.- und einem bewilligen Saldosteuersatz von 5% der abzuliefernde Betrag von Fr. 10`000.-

Wann wird jeweils im Detail abgerechnet?

Die Abrechung erfolgt grundsätzlich vierteljährlich, bei der Anwendung von Saldosteuersätzen haljährlich

Wie wird bezüglich Abrechungsart unterschieden?

Nach vereinbartem Entgelt (Rechnungen)

  • die Umsatzsteuer wird aufgrund der Rechungen an die Kunden abgerechnet
  • die Vorsteuer wird aufgrund der Rechungen an die Kunden abgerechnet

Nach vereinnahmtem Entgelt (Zahlungen)

  • die Umsatzsteuer wird aufgrund der eingegangenen Zahlungen der Kunden abgerechnet
  • die Vorsteuer wird aufgrund der an die Lieferanten geleisteten Zahlungen abgerechnet

Nettomethode

1. Rechung eines Lieferanten für den Einkauf von Kleidern: Bruttopreis inkl. MWST 16`140.- abzüglich 20% Rabatt

  • Buchungssatz

2. Transportkosten (zulasten der Boutique) in bar Bezahlt 107.60 (Nettomethode)

  • Buchungssatz

3. Bankzahlung der Rechung unter Abzug von 2% Skonto

  • Buchungssatz

  1. 16`140 - 20% - MWST (912.-) = 12`000.-
    Warenaufwand / Kreditoren 12`000.-
    Debitoren Vorsteuer / Kreditoren 912.-
     
  2. Warenaufwand / Kasse 100.-
    Debitoren Vorsteuer / Kasse 7.60
     
  3. Kreditoren / Warenaufwand 240.-
    Skonto 2% --> (12`000:100) x2 = 40

    Kreditoren / Debitorenvorsteuer 18.25
    MWST --> (240:100) x7,6 = 18.25

    Kreditoren / Bank 12`653.75
    12`000 + 912 - 18.25 - 240 = 12`653.75

Nettomethode

Kleiderverkauf gegen bar inkl. MWST 1`076.-

  • Buchungssatz

Kasse / Warenertrag 1`000.-

Kasse / Kreditor Umsatzsteuer 76.-

Nettomethode

1. Kreditkauf von zwei neue Gestellen für die Präsentation der Waren, inkl. MWST 5380.-

  • Buchungssatz

2. Gutschrift für 10% Rabatt wegen kleinerer Mängel an den Gestellen

  • Buchungssatz

  1. Mobiliar (Einrichtungen) / Kreditoren 5`000.-
    Debitoren Vorsteuer / Kreditoren 380.-
     
  2. Kreditoren / Mobiliar (Einrichtungen) 500.-
    Kreditoren / Debitoren Vorsteuer 38.-

1. Aufnahme eines Bankdarlehens zur Finanzierung des Ladenumbaus von 20`000.- am 30.04.2006. Zinsfuss 6%. Zinstermine halbjährlich am 30.04. und am 31.10. Betrag: Fr. 20`000.-

2. Bankbelastung für Zinszahlung auf das Darlehen

  1. Bank / Darlehen 20`000.-
     
  2. Zinsaufwand / Bank 600.-

  1. Bankzahlung für die Miete des Geschäftslokals für die Monate November und Dezember 2006 sowie Januar 2007. Betrag: 6`000.-
     
  2. Rechungsabgrenzung der Mietzinse 2`000.-

1. Mietzinsaufwand (Raumaufwand) / Bank 6`000.-

2. Transitorische Aktiven / Mietzinsaufwand (Raumaufwand) 2`000.-

Nettomethode

Entnahme eines Kleids durch die Geschäftsführerin für private Zwecke, inkl. MWST 645.60

Privat / Ertrag Eigenverbrauch 600.-

Privat / Kreditor Umsatzsteuer 45.60

Kapitaleinlage per Bank durch die Geschäftsinhaberin 30`000.-

Bank / Eigenkapital 30`000.-

Nettomethode

Eine ausstehende Forderung gegenüber einer Kundin von 860.80 wird zur Hälfte bar bezahlt; der Rest ist abzuschreiben.

Kasse / Debitoren 430.40

Debitorenverluste / Debitoren 400.00

Kreditoren Umsatzsteuer / Debitoren 30.40

Nettomethode

Gutschrift für nachträglichen Umsatzbonus eines Lieferanten. (es bestehen noch offene Rechnungen gegenüber dem Lieferanten) Fr. 753.20

Kreditoren / Warenaufwand 700.00

Kreditoren / Debitoren Vorsteuer 53.20

Privater Bargeldbezug am Bancomaten zulasten des Geschäftskontos Fr. 500.-

Privat / Bank 500.-

Nettomethode

Rechnung für den grossen Service am Geschäftsauto Fr. 968.40

Fahrzeugaufwand / Kreditoren 900.-

Debitoren Vorsteuer / Kreditoren 68.40

Nettomethode

1. Mehrwertsteuer-Abrechung:
- Umsatzsteuer 60`800.-
- Vorsteuer 39`400.-

2. Banküberweisung der geschuldeten Mehrwertsteuer

1. Kreditorenumsatzsteuer / Debitoren Vorsteuer 39`400.-

2 Kreditor Umsatzsteuer / Bank 21`400.-

1. Indirekte Abschreibung der Ladeneinrichtung 30`000.-

2. Rechnungsabgrenzung der Zinsen. 200.-

1. Abschreibung / Wertberichtigung Mobiliar 3`000.-

2. Zinsaufwand / Transitorische Passiven 200.-

Privatanteil an den Betriebskosten des Geschäftsfahrzeuges. (Die MWST ist zu vernachlässigen). 2`500.-

Privat / Fahrzeugaufwand 2`500.-

Erhöhung des Delkrederes 1`000.-

Debitorenverluste / Delkredere 1`000.-

Nettomethode

Korrekturbuchung Zunahme Warenvorrat 4`000.-

Warenvorrat / Warenaufwand 4`000.-

Nettomethode

Gutschrift Eigenzins 3,5% auf dem Eigenkapital von 80`000.-

Zinsaufwand / Privat 2`800.-

Nettomethode

Übertrag Saldo Privatkonto (Habenüberschuss) 6`200.-

Privat / Eigenkapital 6`200.-

Nettomethode

Verbuchung (Übertrag) des Jahresgewinns 17`000.-

Erfolgsrechung / Eigenkapital 17`000.-

Bruttomethode

Kauf einer Ladeneinrichtung
- Kaufpreis 8`000.-
- Rechnung 8`608.-

Mobiliar / Kreditoren 8`608.-

Bruttomethode

Wareneinkauf:
Kaufpreis 40`000.-
Rechung 43`040.-

Warenaufwand / Kreditoren 43`040.-

Bruttomethode

Warenverkäufe in Bar
- Verkaufspreis 60`000.-
- Rechung 64`560.-

Kasse / Warenertrag 64`560.-

Bruttomethode

Energierechung
- Nettobetrag 4`500.-
- Rechnung 4`842.-

Energieaufwand / Kreditoren 4`842.-

Bruttomethode

Wareneinkauf
- Kaufpreis 20`000.-
- Rechung 21`520.-

Warenaufwand / Kreditoren 21`520.-

Bruttomethode

Warenverkäufe in Bar
- Verkaufspreis 50`000.-
- Rechnung 53`800.-

Kasse / Warenertrag 83`800.-

Bruttomethode

  • Umsatzsteuer 1. Quartal (Warenertrag) 8`360.-
     
  • Vorsteuer 1. Quartal:
    - Vorsteuer Mobiliar 608.-
    - Vorsteuer Energie 342.-
    - Vorsteuer auf Wareneinkauf 4`560.-

Warenertrag / Kreditoren Umsatzsteuer 8`360.-

Debitoren Vorsteuer / Mobiliar 608.-
Debitoren Vorsteuer / Energieaufwand 342.-
Debitoren Vorsteuer / Warenaufwand 4`560.-

Bruttomethode

MWST-Abrechnung:

Umsatzseuerschuld 8`360.-
./. Vorsteuerguthaben 5`510.-
Abzuliefernde MWST 2`850.-

Kreditor Umsatzsteuer / Debitoren Vorsteuer 5`510.-

Bruttomethode

Postüberweisung der MWST netto 2`850.-

Kreditor Umsatzsteuer / Post 2`850.-

Definition

Debitor Vorsteuer

Weist das Guthaben der Unernehmung gegenüber der Steuerverwaltung aus. Die Vorsteuer entsteht bei der Beschaffung von Gütern und Dienstleistungen sowie auf den Investitionsgütern, die für die Leistungserstellung beschafft werden, z.B. Maschinen, Computer usw.

Definition

Kreditor MWST

Weist die Schuld gegenüber der Steuerverwaltung aus.
Die geschuldete MWST entsteht beim Verkauf der Leistungen, z.B. Warenverkäufe, Verkäufe von nicht mehr benötigten Investitionsgütern, Rechnungsstellung eines Anwalts, eines Reisebüros usw.

Definition

Bruttoverbuchung

Sämtliche Beträe von Geschäftsfällen, welche MWST-pflichtig sind, werden mit dem Bruttobetrag, d.h. inkl. MWST verbucht.
Die MWST wird erst am Ende der Abrechnungsperiode berechnet und in die Konten "Debitoren Vorsteuer" bzw "Kreditor MWST" übertragen. Die Bruttomethode ist sinnvoll für kleine Unternehmungen und eignet sich auch für Schulzwecke.

Étudier