Rechtsgrundlagen BVG
Rechtsgrundlagen, Rechtlicher Aufbau der Vorsorgeeinrichtungen, Rechte der Versicherten und Destinatären, Spezialgebiete und Rechtsfragen, Kontrolle und Aufsicht, Rechtspflege, Steuern, WEF, Netzwerk der Sozialversicherungen / Koordination
Rechtsgrundlagen, Rechtlicher Aufbau der Vorsorgeeinrichtungen, Rechte der Versicherten und Destinatären, Spezialgebiete und Rechtsfragen, Kontrolle und Aufsicht, Rechtspflege, Steuern, WEF, Netzwerk der Sozialversicherungen / Koordination
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Das Recht sind Verhaltensvorschriften (Gesetze) mit Befehlscharakter. Bestimmt das äussere Verhalten des Menschen und ist erzwingbar.
Die Sitte sind Regeln des Brauches, des Anstandes und der Höflichkeit. Beeinflusst auch das äussere Verhalten des Menschen, ist aber nicht erzwingbar.
Die Moral (Sittlichkeit) ist Gesinnung, innere Einstellung des einzelnen Menschen (das Gewissen). Regelt das innere Verhalten des Menschen und ist nicht erzwingbar.
Was bezeichnet man als Rechtsordnung und durch welche Merkmale ist sie in der Schweiz gekennzeichnet?
Die Rechtsordnung ist nicht etwas Willkürliches. Sie muss dem Volksempfinden entsprechen und von der grossen Mehrheit des Volkes getragen werden. Die Rechtsordnung widerspiegelt eine bestimmte Weltanschauung. Die Rechtsordnung ist etwas Veränderliches, denn langfristig wandelt sie sich unter dem Einfluss veränderter Gewohnheiten, Moralvorstellungen und Lebensumstände. Das Recht muss erzwingbar und durchsetzbar sein.
Wie ist die Rechtsordnung in der Schweiz aufgebaut?
Verfassungsebene, Gesetzesebene, Verordnungen
Die Rechtsordnung wird im allgemeinen in zwei Hauptgruppen aufgeteilt: öffentliches Recht und Privat- oder Zivilrecht (ZGB/OR).
Öffentliches Recht, regelt die Rechtsbeziehung zwischen dem Staat als Inhaber der Staatsgewalt = übergeordnete Stellung und dem einzelnen Bürger = untergeordnete Stellung.
Privat- oder Zivilrecht, ordnet die Rechtsbeziehung zwischen gleichwertigen Personen.
Was sind Rechtsgrundsätze?
Richterliches Ermessen - soweit das Gesetz zur Beurteilung eines Rechtsproblems einen Spielraum offenlässt, hat der Richter nach seinem Ermessen zu urteilen, d.h. er hat die Verhältnisse und Umstände zu würdigen und die Interessen der Beteiligten gegeneinander abzuwägen.
Beweis durch öffentliche Register und Urkunden - (z.B. bei einem Notar abgeschlossene Verträge). Erbringen des vollen Beweises, solange nicht die Unrichtigkeit ihres Inhalts nachgewiesen werden kann.
Wo kein Kläger ist, ist auch kein Richter - ein Gericht greift stets nur dann ein, wenn sich eine Partei wehrt.
Welche Hauptarten von Prozessen unterscheidet man und in welchen Fällen kommen sie zur Anwendung?
- Zivilprozess - zwischen Bürgern, Streitigkeiten werden aus dem OR und dem ZGB beurteilt. Anwendungen: Streitigkeiten aus Verträgen, Ehescheidungen, erbrechtliche Fragen.
- Strafprozess, regelt das Vergehen und Verbrechen im Rahmen des StGB und Strassenverkehrsgesetzes (SVG).
- Verwaltungsrechtliche Streitigkeiten liegen vor, wenn der Bürger den Entscheid einer Amtsstelle anfechten will (z.B. Rekurs gegen die Verweigerung einer Baubewilligung, Einsprache gegen eine Steuerveranlagung).
Unter welchen Voraussetzungen ist ein Angebot verbindlich, unter welchen unverbindlich?
Verbindlich - grundsätzlich ist jedes Angebot verbindlich, sofern nichts Gegenteiliges erwähnt ist (z.B. im Laden, im Schaufenster, Ausnahmen: offensichtliche Irrtümer)
Unverbindlich - durch entsprechenden Zusatz wird der Antragsteller nicht gebunden, wie z.B. freibleibend, ohne Gewähr, unverbindlich, solange Vorrat. Unverbindlich sind Prospekte, Preislisten, Tarife, Kataloge und Inserate.
Welche Stufen von Formvorschriften gibt es? Erklären Sie diese kurz.
- Einfache Schriftlichkeit - schriftlicher Vertrag, eigenhändige Unterschrift von verpflichteten Personen (Lehrvertrag, Konkurrenzverbot, Ablehnung einer Forderung, Abzahlungskauf).
- Qualifizierte Schriftlichkeit - einfache Schriftlichkeit, qualifiziert durch zusätzliche Elemente (Erklärung z.B. eigenhändig geschrieben.
- Öffentliche Beurkundung - das form bedürftige Rechtsgeschäft wird in einem Schriftstück von einer, vom Staat mit dieser Aufgabe betrauten Urkundsperson festgehalten, und zwar in der vom Staat geforderten Form und in dem dafür vorgesehenen Verfahren.
- Eintrag in ein öffentliches Register - Die Rechtswirkung entsteht unter Umständen erst mit dem Eintrag in ein öffentliches Register: Handelsregister, Grundbuch, Register für Eigentumsvorbehalt.
- Öffentliche Beurkundung und Eintrag in ein öffentliches Register - strengste Form, wird regelmässig verlangt bei besonders weitgehenden Folgen, z.B. Gründung einer AG, Kauf eines Grundstückes (Eintrag im Grundbuch).
Die Nichtbeachtung der gesetzlichen Formvorschriften hat regelmässig die Nichtigkeit (Ungültigkeit) des Rechtsgeschäftes zur Folge.
Unter welchen Voraussetzungen ist ein Vertrag zum vornherein ungültig?
In drei Fällen ist er zum vornherein ungültig:
- Vertragsinhalt ist objektiv unmöglich
- Vertragsinhalt ist rechtswidrig
- Vereinbarte Leistung verstösst gegen die guten Sitten
Bei welchen Vertragsabschlussmängeln ist ein Vertrag für die benachteiligte Partei unverbindlich, wenn sie den Vertrag anfechtet?
- Wesentlicher Irrtum - eine Partei irrte sich in der Art des Vertrages, eine Partei irrte sich in der Sache oder der Person, eine Partei irrte sich über den Umfang der Leistung oder Gegenleistung, eine Partei irrte sich im Sachverhalt oder in einem wesentlichen Punkt (ein echtes Bild erweist sich später als Kopie).
- Absichtliche Täuschung.
- Drohung (widerrechtliche Furchterregung), die eine Partei wird unter erheblichem Druck zum Vertragsabschluss bewogen, z.B. Abschluss eines Schenkungsvertrages, damit der Beschenkte keine Strafanzeige macht.
- Übervorteilung, wenn zwischen Leistung und Gegenleistung ein offenbares Missverhältnis besteht, unter Ausnützung der Unerfahrenheit, des Leichtsinns oder der Notlage des Benachteiligten.
Erklären Sie kurz folgende Begriffe: Rechtsfähigkeit, Urteilsfähigkeit, Mündigkeit, Handlungsfähigkeit, Vertragsfähigkeit.
Rechtsfähigkeit ist die Fähigkeit, Träger von Rechten und Pflichten zu sein. Jedermann ist rechtsfähig.
Urteilsfähigkeit, ist die Fähigkeit, vernunftgemäss zu handeln. Wer urteilsfähig ist, ist auch deliktsfähig.
Mündigkeit, mit dem vollendeten 18. Altersjahr
Handlungsfähigkeit, die Fähigkeit, durch eigenes Handeln Rechte zu erwerben und Verpflichtungen einzugehen. Handlungsfähig ist, wer mündig und urteilsfähig ist.
Vertragsfähigkeit, durch eigenes Handeln Verträge abschliessen (durch jeden beliebigen Vertrag rechtsgültig verpflichten).
Die soziale Sicherheit bezüglich Alter, Tod und Invalidität ist in der Schweiz auf dem 3-Säulen-Prinzip aufgebaut. Nennen Sie die drei Säulen sowie deren Leistungsziele.
- 1. Säule: Staatliche Vorsorge(AHV/IV und Ergänzungsleistungen)
Leistungsziel: Deckung des Existenzbedarfs - 2. Säule: Berufliche Vorsorge(obligatorische und überobligatorisch)
Leistungsziel: zusammen mit den Leistungen der ersten Säule, sämtlichen Arbeitnehmern die Fortsetzung der gewohnten Lebenshaltung in angemessener Weise zu ermöglichen. - 3. Säule: Individuelle Vorsorge(Sparen, Versicherung)
Leistungsziel: Vorsorgeschutz, den die 1. und allenfalls die 2. Säule zusammen bieten, entsprechend dem individuellen Bedarf und finanziellen Möglichkeiten auf freiwilliger Basis ergänzen.
Der Grundsatz der Rechtsgleichheit ist ein Grundprinzip im schweizerischen Recht. Was bedeutet er für den Rechtsanwender?
Gleiches ist nach Massgabe seiner Gleichheit gleich, Ungleiches nach Massgabe seiner Ungleichheit ungleich zu behandeln.
Was bedeutet Verjährung? Was ist Gegenstand der Verjährung?
Entkräftung einer Forderung durch Zeitablauf; sie ist gegen den Willen des Schuldners rechtlich nicht mehr durchsetzbar. Gegenstand der Verjährung sind grundsätzlich sämtliche Forderungen.
Nennen Sie ein Beispiel aus der beruflichen Vorsorge, in dem der Grundsatz der Rechtsgleichheit von Bedeutung ist.
Zum Beispiel im Rahmen der Teilliquidation einer Pensionskasse oder bei Ausrichtung von reinen Ermessensleistungen durch einen Wohlfahrtsfonds.
Welche Rechtsträger sind für registrierte Vorsorgeeinrichtungen möglich, welche für nichtregistrierte Vorsorgeeinrichtungen?
Stiftung, Genossenschaft und Einrichtung des öffentlichen Rechts. Dies gilt auch im ausserobligatorischen Bereich.
Welches sind die wesentlichen Bestimmungen einer Stiftungsurkunde?
- Erklärung, eine Stiftung errichten zu wollen
- Name und Sitz
- Zweck
- Vermögenswidmung
- Grundsätze über Organisation und Art der Verwaltung (Stiftungsrat, KontrollsteIle, Experte)
- Liquidation
Welcher Inhalt sollte das Leistungs-Reglement einer reglementarischen Vorsorgeeinrichtung aufweisen?
- Hinweis auf Stiftungsurkunde und Zweck
- Kreis der versicherten Personen
- Leistungen der Vorsorgeeinrichtung
- Beiträge an die Vorsorgeeinrichtung (Finanzierung)
- Organisation und Verwaltung
- Evtl. Loyalität in der Vermögensverwaltung (wenn nicht Organisationsreglement)
- Teil- und Gesamtliquidation (wenn nicht ... Regl.)
- Schlussbestimmungen (z.B. Inkrafttreten, Reglementsänderungen)
Wer kann eine Änderung der Stiftungsurkunde vornehmen? Wer kann eine Änderung des Reglements vornehmen?
Änderungen der Stiftungsurkunde werden von der Aufsichtsbehörde auf Antrag des Stiftungsrates verfügt.
Ein Reglement oder dessen Änderung tritt grundsätzlich mit dem Erlass durch den Stiftungsrat in Kraft. Reglementsänderungen sind der Aufsichtsbehörde zur Kenntnis zu bringen.
Worin liegt der rechtliche Unterschied zwischen einer Gemeinschafts- und einer Sammelstiftung?
Die Gemeinschaftsstiftung weist ein einheitliches Reglement und einen einheitlichen Vorsorgeplan für alle Versicherten und alle angeschlossenen Arbeitgeber auf. Dagegen umfasst die Sammelstiftung organisatorisch und wirtschaftlich getrennte Vorsorgekassen jedes angeschlossenen Arbeitgebers. Jede Vorsorgekasse hat ein eigenes Reglement und einen eigenen Vorsorgeplan. Für jede Vorsorgekasse besteht zudem eine Verwaltungskommission.
Was ist eine Obligation und wie entsteht sie?
Eine Obligation ist ein Rechtsverhältnis (Verpflichtung oder Schuldverhältnis).
Sie entsteht durch Vertrag, unerlaubte Handlung, ungerechtfertigte Bereicherung.
Welches sind die Grundlagen für den Arbeitsvertrag? Worauf baut er auf?
- Einzelarbeitsvertrag
- Gesamtarbeitsvertrag (Arbeitnehmervertretung/ArG)
- ev. NORMalarbeitsvertrag = öffentlicher Erlass
Welche Formvorschriften gelten im BVG?
Im BVG gilt der Grundsatz der Formfreiheit (zum Beispiel Anschluss an Sammelstiftung).
Aus Beweisgründen ist aber die Einhaltung der Schriftform in jedem Fall zu empfehlen.
Was sind zustimmungsbedürftige Verträge?
Zu einem Anschlussvertrag an eine VE verlangt Art. 11 Abs. 2 BVG das Einverständnis des Personals.
Für das Zustandekommen eines Vertrages braucht es die Zustimmung gewisser Personen.
Wann haben die Destinatäre klagbare Rechtsansprüche?
Wenn die Destinatäre Beiträge an die Vorsorgestiftung entrichtet haben oder wenn ihnen nach den Stiftungsbestimmungen ein Rechtsanspruch auf Leistungen zusteht (Art. 89b15 Abs. 5 ZGB).
Hat der Arbeitgeber in jedem Fall eine Abgangsentschädigung gemäss Art. 339b + c OR zu bezahlen, wenn ein Arbeitnehmer/eine Arbeitnehmerin austritt, der/die mindestens 50 Jahre alt ist und 20 oder mehr Dienstjahre aufweist?
Nein. Gemäss Art. 339d OR können Leistungen einer Vorsorgeeinrichtung angerechnet werden, soweit diese Leistungen vom Arbeitgeber oder aufgrund seiner Zuwendungen von der Personalvorsorgeeinrichtung finanziert worden sind.
Welches sind die Parteien des Arbeitsvertrags und des Vorsorgevertrags?
Die Parteien des Arbeitsvertrages sind der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer diejenigen des Vorsorgevertrages der Arbeitnehmer und die Personalvorsorgeeinrichtung.
Sind bei der Regelung der Hinterlassenenleistungen erbrechtliche Vorschriften, insbesondere solche des Pflichtteilsrechts, zu beachten?
Nein. Die Ansprüche von Hinterlassenen gegen die Vorsorgeeinrichtung eines verstorbenen Versicherten sind eigene und direkte vorsorgerechtliche Ansprüche der Begünstigten. Die Ansprüche bestehen völlig unabhängig vom Erbrecht und haben mit diesem nichts zu tun.
Darf ein versicherter Arbeitnehmer, der von seinem Arbeitgeber ein Darlehen zur Überwindung eines akuten finanziellen Engpasses erhält, diesem zur Sicherung des Darlehens seine Ansprüche auf die reglementarischen Altersleistungen verpfänden?
Dies ist nicht zulässig. Gemäss Art. 331 b OR dürfen Forderungen auf künftige Vorsorgeleistungen vor der Fälligkeit gültig weder abgetreten noch verpfändet werden. Eine Ausnahme davon besteht nur aufgrund der Gesetzgebung über die Wohneigentumsförderung mit Mitteln der beruflichen Vorsorge zugunsten von selbstgenutztem Wohneigentum.
Ist es den VE gestattet, für die Risiken Tod und Invalidität einen zeitlich unbefristeten Gesundheitsvorbehalt anzubringen?
Dies ist nicht zulässig. Art. 331c OR beschränkt die zulässige Höchstdauer eines Gesundheitsvorbehaltes auf fünf Jahre.
Kann ein Arbeitgeber im Reglement bestimmen, dass er die im Reglement festgesetzten Arbeitgeberbeiträge erst beim Ausscheiden eines Versicherten aus der Vorsorgeeinrichtung bzw. spätestens bei Eintritt eines Vorsorgefalls bezahlt?
Dies ist nicht zulässig. Gemäss Art. 331 Abs. 3 OR ist der Arbeitgeber verpflichtet, zur gleichen Zeit mindestens gleich hohe Beiträge wie die gesamten Beiträge aller Arbeitnehmer zu entrichten. Dies gilt für den obligatorischen und ausserobligatorischen Vorsorgebereich.
Der Arbeitgeber muss den vom Lohn des Arbeitnehmers abgezogenen Beitragsanteil zusammen mit seinem Beitragsanteil spätestens am Ende des ersten Monats nach dem Kalender- oder Versicherungsjahr, für das die Beiträge geschuldet sind, an die Vorsorgeeinrichtung überweisen.
Haben Arbeitnehmer gesetzliche Mitverwaltungsrechte bei nichtregistrierten Personalvorsorgestiftungen?
Gesetzliche Mitverwaltungsrechte bestehen dann, wenn die Arbeitnehmer Beiträge an die Personalvorsorgestiftung zu leisten haben. In diesem Fall sind sie berechtigt, an der Verwaltung wenigstens nach Massgabe dieser Beiträge beteiligt zu sein. Art. 89b1S Abs. 3 ZGB.
Erklären Sie Kapitaldeckungsverfahren, Ausgaben-Umlageverfahren sowie Rentenwertumlageverfahren.
Kapitaldeckungsverfahren: Die notwendigen Mittel werden im Hinblick auf spätere Leistungen vorgängig und planmässig geäufnet. Die gesammelten Beiträge bilden das Deckungskapital.
Ausgaben-Umlageverfahren: Alle in einem Jahr erwarteten Versicherungsleistungen werden durch die Jahresbeiträge finanziert. Es werden keinerlei Deckungskapitalien gebildet.
Rentenwertumlageverfahren: Mit den jährlichen Einnahmen kann das ganze Deckungskapital aller im Laufe eines Jahres neu entstehenden Renten bereitgestellt werden.
Was verstehen Sie unter dem kollektiven Äquivalenzprinzip?
Beiträge und Leistungen für eine bestimmte Versichertengruppe entsprechen sich betragsmässig (sind äquivalent). Für die einzelnen Versicherten dieser Gruppe (z.B. Bestand einer VE) trifft dies aber nicht zu, sondern für deren Gesamtheit.
Was verstehen Sie unter dem individuellen Äquivalenzprinzip?
Beim individuellen Äquivalenzprinzip gilt das versicherungstechnische Gleichgewicht von Einnahmen und Ausgaben für jeden einzelnen Versicherten.
Welche Risiken bestehen für eine Pensionskasse und wie kann man vorbeugen?
- Anlagerisiko -> Diversifikation, Wertschwankungsreserve
- Versicherungstechnische Risiken (Tod, Invalidität, Langlebigkeit, biometrische etc.) -> Rückdeckung
- Verwaltungsrisiko -> Internes Kontrollsystem IKS
- EDV-Risiko ->Datensicherung
- Kostenrisiko -> Expertenprüfung
- rechtliche Risiken -> Rechtsabteilung
- personelle Risiken -> Ausbildung
- Bestandesrisiken -> Einstellungspolitik
- Delcredere
Welche Autonomiegrade kennen Sie?
autonom: sämtliche Risiken werden von der PK selbst getragen
halbautonom: nicht alle Risiken werden von der PK getragen, sondern werden rückgedeckt (z.B. Stop Loss, Kollektivversicherung für Invalidität/Tod)
Sparkasse/Risikolösung: alle Risiken mit Ausnahme des Anlagerisikos werden rückgedeckt
Vollversichert
Nennen Sie drei Stärken des Kapitaldeckungsverfahrens.
- unabhängig von der demographischen Entwicklung
- unabhängig von der konjunkturellen Entwicklung
- rasche Anpassungsfähigkeit an Veränderungen in der Arbeitswelt
- Kapitalbildung vergrössert wachstumsförderndes Investitionspotential
- Kapitalerträge dienen als Finanzierungsquelle
Nennen Sie drei Stärken des Ausgaben-Umlageverfahrens.
- Ziemlich unempfindlich gegenüber der Geldentwertung
- Anpassung der Altersrenten an die Preisentwicklung problemlos möglich
- Der Eintrittsgeneration können unverzüglich die vollen Leistungen ausgerichtet werden
- Schwankungen bei den Ertragsmöglichkeiten in der Vermögensanlage haben keine Auswirkungen
Nennen Sie die Kostenelemente eines BVG-Mindetsplanes.
Altersgutschriften, Versicherungsprämien zur Risikodeckung, Prämien für den Teuerungsausgleich bei Langzeitrenten, Zusatzkosten aufgrund des Unterschiedes zwischen gesetzlichen Vorgaben und den korrekten technischen Berechnungsgrundlagen, Beiträge an den Sicherheitsfonds, Kosten für zusätzliche Leistungen an die Eintrittsgeneration, Verwaltungskosten, Zinsen und allfällige Verzugszinsen, Sanierungskosten, Honorare für die Kontrollorgane, Kosten für die Vermögensverwaltung etc
Nennen Sie drei Vorteile des Beitragsprimates gegenüber dem Leistungsprimat.
- Transparenz bei der Finanzierung
- einfachere Handhabung von Änderungen im Beschäftigungsgrad und von flexibler Pensionierung
- verständlichere Freizügigkeitsregelung
- tendenziell höhere Freizügigkeitsleistungen
- einfachere technische Durchführung
- kalkulierbare Kosten