Qualitative Marktforschung
Qualitative Marktforschung - Prof. Puchta, Leuphana Universität Lüneburg - Wintersemester 14/15
Qualitative Marktforschung - Prof. Puchta, Leuphana Universität Lüneburg - Wintersemester 14/15
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Cartes-fiches
Dichte Beschreibungen
- Kontexte des zu beschreibenden Verhaltens werden berücksichtigt
- detailliert in Bezug auf die Fragestellung sein (reiche Beschreibungen)
- was beobachtet wurde in aller Ausführlichkeit beschreiben.. Also Umfeld, etc.
- Kontext muss miteinbezogen werden!
--> grundlegender Unterschied zu quantitativer Forschung!!! Da ist mir der Kontext total egal!
Bsp.:
also einfach eine super ausführliche Beschreibung! Wie es schmeckt, wie es aussieht, Einzelheiten des Geschmacks... etc.
Bei der reichen Beschreibung MUSS nicht unbedingt der Kontext mit rein. Aber wenn man ihn mit rein nimmt:
"Ich hab grad Zähne geputzt, deshalb schmeckt es nicht so gut." aber nicht so was, wie "wenn ich das esse, muss ich an so und so denken". Das wären Assoziationen.
Vorlesung 1
Ontologie
Natur der Realität (philosophischer Gedanke über das Sein und des Seienden. wie die Wirklichkeit/das Seiende beschaffen ist: Ontologie untersucht das Seiende als Seiendes. Was ist der Mensch? oder Gibt es einen Gott? oder Hat die Welt einen Anfang? Methodisch oft der Weg über die Sprache)
Ontologische Positionen spezifizieren die Beziehung zwischen der Welt und unseren Interpretationen.
Existiert die Realität getrennt und unabhängig von menschlichen Praktiken?
Vorlesung 1
Realismus
Realismus ist, als ob man aus einem perfekten Fenster nach draußen schaut. Die Informationen, die man durch den Blick aus dem Fenster erhält, korrespondieren mit dem, wie es wirklich draußen ist.
—> die Darstellungsweise, die die Welt und das Leben so abbilden möchte, wie sie sind, also ohne idealistische Überhöhung und Verklärung
Vorlesung 1
Relativismus
Sind die Aussichten wirklich real? Oder sind es z.B. nur Projektionen?
—> man weiß nie, ob das, was man wahrnimmt, tatsächlich der Realität entspricht!
- Lehre, dass nur relative, keine absolute Erkenntnis möglich sei, dass alle Dinge nur in ihren Beziehungen zueinander, aber nicht an sich erkennbar seien
- philosophische Denkrichtung, in der davon ausgegangen wird, dass die Wahrheit von Aussagen stets bedingt ist
Vorlesung 1
Kritischer Realismus
Kritischer Realismus ist, als ob man durch ein Prisma guckt. Alles, was man sieht, wird durch die Form des Prismas (also der Kultur, der Ge- schichte, usw.) beeinflusst.
--> man wird durch eigene Gefühle beeinflusst
Auffassung, nach der die Beziehung Erkenntnis – Wirklichkeit als problematisch gilt, da Gegenstände immer nur über ihre vorstellungsmäßigen Abbilder gegeben sind
Vorlesung 1
Epistemologie
Synonym für die Erkenntnistheorie:
- befasst sich mit der Frage nach den Bedingungen von begründetem Wissen
- was Wissen zu wissenschaftlichem Wissen macht
- es geht um die Natur des Wissens
(- Karl Popper: Demarkationslinie zwischen Wissenschaft und Pseudowissenschaft, so als handle es sich um zwei Fronten in einem Krieg – einem kalten Krieg der Weltanschauungen.)
Vorlesung 1
Subjektivität
- Bezug zu Reflexivität
- in der qualitativen Marktforschung Positiv! (So wie Objektivität in der quantitativen Forschung)
- Forschung ist ein subjektiver Prozess
--> Bezug zu Reflexivität: hängen eng zusammen
Innerhalb eines realistischen / positivistisch-empiristischen Modells mit dem Schwerpunkt auf Objektivität, ist die Vermeidung von Voreingenommenheit oberstes Ziel
Vorlesung 1
Reflexivität
- funktionale Reflexivität
- persönliche Reflexivität
- wichtige Voraussetzung für qualitative Forschung
--> kritisch das produzierte Wissen und unsere Rolle im Produktionsprozess zu reflektieren
- Teil der Qualitätskontrolle im Rahmen qualitativer Forschung
funktionale Reflexivität
Wie werden z.B. die Geschichten, die Leute über ihre Diätversuche mitteilen, durch die Methode beeinflusst, die wir gewählt haben?
- Methode wird also miteinbezogen
Persönliche Reflexivitä
- Beispiele?
Vorlesung 1
Tools zur Unterstützung von Reflexionsprozessen
- Tagebuch
Vorlesung 1
Eigenschaften einer guten qualitativen Forscherin
- der Umwelt fragend begegnen: "Warum ist das eigentlich so?"
- die eigene Kultur kommentieren: "Was macht uns zu Mitgliedern einer bestimmten Gesellschaft?"
- warmherziger, freundlicher Umgang --> dadurch wird ein guter Rapport hergestellt. Notwendig!
Vorlesung 1
Johari-Fenster (allgemein)
- grafisches Modell für zwischenmenschliche Beziehungen
- wurde 1955 von den amerikanischen Sozialpsychologen Joseph Luft und Harry Ingham entwickelt.
- Mit Hilfe des Johari-Fensters wird vor allem der so- genannte blinde Fleck im Selbstbild eines Menschen illustriert
- spielt in der gruppendynami- schen Arbeit seit den 1960er Jahren eine bedeutsame Rolle
- gut zur Demonstration der Unterschiede zwi- schen Selbst- und Fremdwahrnehmung
Johari-Fenster (in der qualitativen Marktforschung)
- Quadrant 1 & 4 interessieren in der qualitativen Marktforschung nicht so sehr
zu Quadrant 1: Fragen für ein Warm-Up in einem Interview. Da wissen wir auf jeden Fall, dass die Leute das beantworten können; man kann ganz einfach Antworten geben. zB. Wie Alt sind Sie? Oder Wie sind Sie hier her gekommen?
- Quadrant 2 & 3 sind in der qualitativen Marktforschung wichtig
2: Die Dinge, die bewusst sind, aber schwer auszudrücken sind. Die man nicht aussprechen möchte
--> angenehmes Interviewumfeld schaffen
3: Dinge, die man irgendwie wahrnimmt, die einem aber trotzdem nicht so richtig bewusst sind, weswegen man keine Worte für sie hat. Sie dürften zwar ausgesprochen werden, man weiß aber nicht wie
--> förderliches Interviewumfeld schaffen; z.B. mit Bildern arbeiten
Quantitative Marktforschung (Kein W-Chart)
- möglichst exakte Beschreibung der Marktlage und der Marktentwicklung
- Frage nach dem wie viel?
- Im Zentrum stehen facts and figures, wie z.B. der Bekanntheitsgrad einer Marke.
- es werden representative Stichproben benötigt
Vorlesung 2
Qualitative Marktforschung
- Hauptanliegen ist das Verstehen: Erklärung des (Konsum-)Verhaltens
- Zentrum stehen daher die Fragen wie? und warum?
- Hauptthemen sind schwer quantifizierbare soft factors wie Motive, Einstellungen und Werte
- kleine Stichproben
- spezielle, von der Psychologie abgeleitete Erhebungs- und Auswertungstechniken
Vorlesung 2
Marketingforschung
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Untersuchung des Absatzmarkts
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z.B. Käuferanalysen
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Gewinnung und Auswertung von unter- nehmensinternen Informationen über marketing- relevante Sachverhalte
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z.B. Umsatzstatistiken
Vorlesung 2
Sozialforschung
- 3 Bereiche + Beispiel
- Erhebung von Informationen im sozialen oder kulturellen Bereich
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objektive Gegebenheiten, wie z.B. die Einkommensverteilung
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subjektive Faktoren, wie z.B. milieuspezifische Wertvorstellungen
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reale Verhaltensweisen, wie z.B. Aktivitäten zur Weiterbildung
Vorlesung 2
Meinungsforschung (kein W-Chart)
derjenigen Teil der Sozialforschung, der sich mit der Ermittlung von Betrachtungsweisen, Ansichten, Einstellungen, Stimmungen oder Wünschen der Bevölkerung befasst
- in der Politikwissenschaft von großer Bedeutung
Vorlesung 2
Quantitativer Ansatz
- um ein breites Wissen zu generieren.
- kein tiefes bzw. reiches und dichtes Verständnis
- keine Verständnishilfen angeboten, warum die Leute tun, was sie tun.
- Quantitativer Fragebogen
- Zufallsstichprobe
- Forschungsziel: Identifikation von Veränderungen bzgl. Einstellungen, Wissen, Überzeugungen und Verhaltensweisen
- kann nicht zeigen: Die Bedeutung von verschiedenen Erfahrungen. Warum diese Veränderungen eingetreten sind.
Bsp. einer Studie aus der Vorlesung:
- kein tiefes bzw. rei- ches und dichtes Verständnis im Zu- sammenhang mit sexuellen Einstel- lungen, Risikowahrnehmungen ge- zeigt
Vorlesung 2
Qualitativer Ansatz
- tiefe, reiche und dichte Einsichten
- wie Leute wissenschaftliche Erkenntnisse verstehen und in Praktiken umsetzen.
- Exploration der Wahrnehmung
- bewusste Auswahl mit 10n gezogen
- Halbstrukturierte Tiefeninterviews, die aufgezeichnet und wörtlich transkribiert wurden
- Datenanalyse mittels Grounded Theory
- Verallgemeinerungen auf die gesamte Population sind jedoch nicht möglich.
Bsp. einer Studie aus der Vorlesung:
- Diese Art von Forschung ist sinnvoll, was sexuelles Risiko und sexuelle Sicherheit für den Einzelnen wirklich bedeutet.
Vorlesung 2
Grounded Theory
- sozialwissenschaftlicher Ansatz zur systematischen Auswertung vor allem qualitativer Daten (Interviewtranskripte, Beobachtungsprotokolle) mit dem Ziel der Theoriegenerierung
- keine einzelne Methode, sondern eine Reihe ineinandergreifender Verfahren
- als eine Methodologie der qualitativen Sozialforschung bezeichnet: Handlungstheorie mit bestimmten Verfahrensvorgaben kombiniert
- basiert auf der Theorie des Symbolischen Interaktionismus
Ziel ist es: eine realitätsnahe Theorie zu entwickeln, um diese für die Praxis anwendbar zu machen
Bsp. aus der Studie:
Vom ersten Interview an wurde kodiert. Die Analyse beinhaltete mehrere Stufen der Kodierung und Wieder- kodierung. Die Daten wurden in Kernkate- gorien und in Unterkategorien sortiert. 4 teilnehmende Jugendliche lasen und kom- mentierten die ersten Analyse-Stufen (member checking)
Empirisch orientierte qualitative Forschung
Ziel: Leuten "in die Köpfe gucken": Was fühlen, glauben und denken sie? Welche Bedeutungsgehalte sind für sie mit bestimmten Dingen, usw. verbunden?
Linguistisch orientierte qualitative Forschung
- untersucht wird, wie Sprache eingesetzt/benutzt wird.
Wie wird Sprache benutzt, um verschiedene Versionen von Realität zu kreieren?
In diesem Ansatz konstruiert Sprache eher die Welt als sie zu reflektieren.
Vorlesung 2
Datenproduktion
- Informationen werden aktiv generiert
Bsp: Gruppendiskussionen, interview, Fragebogen, Feld-Studie (Beobachtung), Test
naturally occuring data
- Daten, die schon vorliegen.
- alles, was offensichtlich zu sehen ist.
z.B. Verhalten, das, was generell vorhanden ist (aber nicht Verhalten, das von mir ausgelöst wurde)
also Verhalten in einer Beobachtung
Diskussionen in einem Internetforum
Rezensionen, Protokolle
Daten aus vorherigen Erhebungen
Verbalkonzepte – Fallen beim Testmaterial; Probleme bei Storyboard-Tests. Warum?
?
Usage / Attitude Grundlagenstudien
--> Wonach wird typischerweise geforscht? (bzw. Fragestellungen für diese typischen Themen) / typische Themengebiete
- Typische Kauf- und Verwendungsgewohnheiten des Produkts oder der Produktkategorie
- Einstellungen/ Werte/ Motivatoren/ Hemmnisse/ Konflikte
- Produktanforderungen
- Nicht ausreichend erfüllte Anforderungen/ Optimierungswünsche
Vorlesung 3
Motivforschung – Means-End-Chain-Modell
- Konsumenten verbinden die Motivation zum Kauf eines Produktes mit positiven Emotionen
- Eine hierarchische Werthaltung (z. B. Komfort) der Konsumenten gegenüber einem Produkt führt dazu, dass Nachfrager Marken als Bündel von Eigenschaften (Means) nachfragen, um wünschenswerte Zustände (Ends) zu erreichen. Häufig sind diese Werthierarchien unbewusst und daher das resultierende Entscheidungsverhalten schwer messbar.
- liefert Methoden diese kognitiven mentalen Entscheidungsprozesse abzubilden
--> 3 Bedeutungsebenen:
1. Attributes: Sammeln konkreter bzw. abstrakter Merkmale eines Produkts (z. B.: umweltfreundliches Auto)
2. Consequences: Bestimmen der funktionalen, sozialen oder psychischen Nutzenkomponenten und die folgenden Konsequenzen für den einzelnen Konsumenten (z. B.: Benzin sparen)
3. Values: Aufstellung der grundlegenden, maßgeblichen Werthaltungen (z. B.: lebenswerte Umwelt), die eine Begründung für das Verhalten und Entscheidungen des Konsumenten erklären
(Daraufhin entstand die Laddering-Methode)
Strategische Ideenentwicklung
Sammlung von Trend-Insights
Sammlung kreativer Impulse für potenzielle Neuentwicklungen
Entwicklung konkreter Ideen für Innovationen
Evaluation des relativen Vorteils der Neuerung gegenüber bestehenden Lösungen
Konzepte testen (Concept-Screening)
Wirkung der Konzepte hinsichtlich Relevanz und Glaubwürdigkeit
Identifikation des erfolgversprechendsten Kon- zepts
Gewinnung von Hinweisen für die Optimierung
Abschätzung der Erfolgschancen
Wirkungsanalysen: Kommunikationstests (Werbe-Pretest)
Fragen!
Einschätzung der Aufmerksamkeitsleistung/ Durchsetzungsfähigkeit
Akzeptanz/ Likeability
Wirkung hinsichtlich Relevanz, Differenzierung, Glaubwürdigkeit, Verständlichkeit, Kernbotschaft
Markenpassung
Aufdeckung von Optimierungspotenzialen
Fragen zu:
Aktivierung und Awareness:
Faszination, Verständnis und Glaubwürdigkeit:
Interesse und Relevanz:
Markenpassung:
Positionierung: Image- und Markenkernanalysen
Markenpersönlichkeit
Kernbotschaft der Marke
Markenversprechen, Leistungsdimensionen
Markenpositionierung in Vergleich zum relevanten Wettbewerb
Methoden-Portfolio (Bsp. aus der Automobilbranche)
Car Clinic
Methode des lauten Denkens
Dynamische Clinic: wenn der Protyp schon einsatz bereit ist und die Leute den schon mal ausprobieren dürfen
Ethnografisches Interview: beobachtend. Kamerateam filmt Autofahrer direkt beim Fahren & Umfeld. Also ein ganz normaler "Autotag" wird gefilmt. Soll helfen, Einblicke in die Lebenswelt und den Alltag von Personen zu bekommen. Dabei werden beispielsweise Verbraucher(Konsumenten) in ihrem natürlichen Umfeld oder im Alltags-Setting (zu Hause, im Fahrzeug, auf der Straße) beobachtet und zu Gewohnheiten und Bedürfnissen befragt. Interviewer lässt zu sich von Antworten überraschen zu lassen. lebt von einem gewissen Nicht-Wissen.
Innovations-Workshop: welche Features erleben die Autofahrer als Unterstützung und was ist hinderlich?
Sampling-Strategien
Oberstes Ziel in der qualitativen Forschung: generating insight and in-depth understanding.
- Forderung nach inhaltlicher Repräsentativität, die über eine angemessene Zusammenstellung der Stichprobe erfüllt werden soll
- die Auswahl muss angemessen und adäquat sein
- es geht darum wie etwas ist, und nicht wieviele (Aufdeckung von Bedeutungen). Daher ist die Generalisierbarkeit kein Hauptziel bei der Stichprobenauswahl
- Durch die Stichprobe sollten so viele Informationen vorliegen, dass eine Beschreibung des Phänomens möglich ist und man sagen kann, dass weitere Daten keine neuen Erkenntnisse bringen (Datensättigung)
- Alle Kriterien müssen eingehalten werden.
Kriterien:
Variablen:
- WER (welche Personen sind wichtig)
- WANN (zu welcher Zeit Forschung, welche Zeiträume)
- WO (an welchem Ort)
- WAS (welche Prozesse, welche Aktivitäten)
Strategie:
- Stichprobe extremer Fälle
- Stichprobe typischer Fälle
- Stichprobe kritischer Fälle
=> maximale Variation anstreben
2 Strategien:
1. Strategie: Typische Perspektiven
2. Strategie: maximale Unterschiedlichkeit
Sampling Strategien: Bewusste Auswahlverfahren
- Stichprobe aufs Gratewohl: Die z.B. auf der Straße an einem vorbeilaufend; diejenigen, die am leichtesten zu erreichen sind. Hochmotivierte.
- Schneeballverfahren: Man bittet einen Informanten (Probanden) weitere Informanten zu nennen, die weitere Informationen zum Thema geben können. Diese nehmen an der Studie teil und generieren wieder neue Informanten. Das Schneeballsystem führt zu geklumpten Stichproben. bei schwierige Stichprobe / schwierigem Markt
- Geschichtete Stichprobe / Quotenstichprobe: schichtweise vorgeben der Stichprobe (Quote vorgeben/festlegen). Diese Sample Matrix ist ne geschichte Stichprobe (Bsp. mit dem Spülmittel aus der Übung)
- Theoretisches Sampling: gibts in der "normalen Marktforschung" eher nicht. Eher im akademischen Bereich. Verbunden mit Grounded Theory. Schrittweise entwickeltes Auswahlverfahren, das sich an dem Forschungsfortschritt orientiert.
- Kriteriumsorientiertes Sampling: Alle Artikel, Leute etc. die zu einem Thema / "Kriterium" passen, raussuchen
Gezielt Extremfälle oder abweichende Fälle einbeziehen
Gezielt besonders typische Fälle einbeziehen (typical case sampling)
Maximale Variation im Sample
Fälle mit der größten Intensität oder systematisch Fälle unterschiedlicher Intensität einbeziehen
Sample Matrix – "purposive sample"
(Quoten)
- eine nicht representative Untermenge einer größeren Population. Ist für ein bestimmtes Bedürfnis konstruiert. Der Forscher hat eine bestimmte Gruppe im Kopf.
Was ist der Unterschied der Bedeutung der Zellen in der qualitativen Forschung im Vergleich zur quantitativen?
Was ist der Unterschied; wenn wir uns die Zellen angucken; zwischen einer qualitativen und einer quantitativen Studie?
Wir werten NICHT nach den Zellen aus. Die Zellen sind nur dafür da, um Diversität reinzubringen. Damit wir nicht zufälligerweise Klumpen in dieser kleinen Stichprobe haben. Deswegen versucht man die Stichprobe zu spreizen und nicht nach den einzelnen Zellen auszuwerten.
Man wertet nicht nach Zellen aus, aber man kann Untergruppen auswerten. bzw. ist an Untergruppen interessiret
Wenn die Sample Matrix steht, können die Quoten festgelegt werden.
Die Quoten präzisieren die Anzahl, der zu befragenden Untersuchungsteilnehmer. (Also, sobald das Gerüst steht, können die Zahlen eingetragen werden -.-)
Welches Stichprobendesign?
Bsp aus der Übung (Spülmittelverwender)
Mit typischen Nutzern der Marke sprechen – sie werden die Hauptadressaten der neuen Werbung sein.
Der Vergleich der Verwender der in Frage stehenden Marke vs. der der Konkurrenzmarken wird wichtig sein.
Auch ehemalige Verwender rekrutieren.
Verschiedene Altersgruppen betrachten.
Offene Fragen:
» Sollen nur die Frauen des Hauses rekrutiert werden? Oder auch andere Familienmitglieder?
» Welche Rolle spielt es, wenn der meiste Abwasch mit der Geschirrspülmaschine erledigt wird?
» Sollen neben den typischen Nutzern z.B. exzessive Nutzer befragt werden?
- Markenverwender?
- Konkurrenzmarkennutzer?
- Ehemalige Verwender?
Auto-Ethnographische Untersuchungen (Bahlsen-Studie als Beispiel)
Hintergrund: Forscher wollen nah am Konsumenten sein. In Gesprächen kann man aber allenfalls rekonstruieren, nie miterleben.
Methode: mit Beobachtungselementen zu verschiedenen Fragestellungen. Einblick in der Keks-Alltag erhalten
Zweck: Allgemeinen Verbesserung des Konsumenten- Verständnisses und Insight-Generierung
Wofür? Handlungsempfehlungen bzgl. Regal- Optimierung, Neuprodukt-Ideen, Packungsentwicklung und Kommunikationsausrichtung
Vorgehen: Die Informanten stellten eine Woche lang ihre „kleine Lebenswelt Keks“ dar. Für die Dokumentation erhielten sie eine Einwegkamera und ein Diktaphon. In dieser Zeit standen unterschiedliche Themen im Vordergrund. Die Informanten wurden über die gesamte Feldzeit von einem Studenten supervidiert. Am Ende einer Phase wurde eine Nachbefragung durchgeführt, um Themen vertiefen zu können. Den Ab- schluß der Untersuchung bildete eine Einkaufsbegleitung.
Probanden: 30 Keksesser (min. 1x pro Woche kaufen & mehrmals essen)