Qualitative Marktforschung

Qualitative Marktforschung - Prof. Puchta, Leuphana Universität Lüneburg - Wintersemester 14/15

Qualitative Marktforschung - Prof. Puchta, Leuphana Universität Lüneburg - Wintersemester 14/15


J. K.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über qualitative Marktforschung auf Universitätsniveau. Sie behandeln verschiedene Methoden wie Interviews, Assoziations- und projektive Verfahren, sowie die Bedeutung von Stichproben und Studien. Die Karteikarten erklären auch die Rolle des Marktforschers, die Auswertung von Daten und die Interpretation von Ergebnissen. Sie richten sich an Studierende und Forscher, die qualitative Marktforschung verstehen und anwenden möchten, um Verbraucherverhalten und Markenwahrnehmung zu analysieren.
Flashcards
76
Students
2
Language
German
Category
Marketing
Level
University
Created / Updated
08.02.2015 / 07.02.2016

Flashcards

Forschungsperspektive: Symbolischer Interaktionismus

Theorie, die sich mit der Interaktion zwischen Menschen beschäftigt. 

Besagt dass: Bedeutungen (von Dingen, Personen etc.) im symbolisch vermittelten Prozess der Interaktion/Kommunikation entstehen. 

 

Gibt 3 Prämissen:

1. Menschen handeln bei bestimmten Dingen immer der Bedeutung entsprechend, die diese Dinge für sie haben. 

2. Diese Bedeutung entsteht aus der sozialen Interaktion, die man mit seinen Mitmenschen eingeht. 

3. Die Bedeutungen werden durch einen interpretativen Prozess verändert, den die Person in ihrer Auseinandersetzung mit den ihr begegnenden Dingen benutzt.

 

Konsequenzen der Prämissen??

Zeichen die Menschen in ihren Interaktionen nutzen. Viele alltäglichen Handlungen gelingen uns nur aufgrund der Symbole und Zeichen, die wir in unser Handeln einfließen lassen, ohne darüber nachdenken zu müssen.

 

Bestandteile eines qualitativen Interviews

1. Sondierungsfragen: allgemein gehaltene Einstiegsfragen in die Thematik. Beziehung des Subjekts zum Thema erfragen. 

2. Leitfadenfragen: Themenaspekte, die als wesentliche Fragestellung festgehalten sind. 

3. Ad-hoc-Fragen: nicht im Interviewleidfaden festgehalten. Interviewer stellt sie spontan, weil sie ihm als wichtig für Themenstellung erscheint. Wichtig für die Erhaltung des Gesprächsflusses und der Gesprächsatmosphäre. 

Forschungsperspektive: Ethnomethodologie

Forschungsrichtung, die sich mit alltäglichen Interaktionen beschäftigt. Untersucht soziale Tatsachen als Resultat von Interaktionsprozessen, wobei das Augenmerk auf den Methoden liegt, mit denen diese alltäglichen Interaktionen bewerkstelligt werden. Nichts abstraktes! 

mit welchenalltagspraktischen Handlungen wird diese soziale Wirklichkeit hergestellt?

liefert präzise Beschreibungen der Methoden, die von Mitgliedern einer Gesellschaft, Gruppe oder Gemeinschaft verwendet werden, um das zu tun, was auch immer sie tun.

Herstellung sozialer Wirklichkeiten. 

Beispiel: Zwei Personen, die gemeinsam zu Fuß gehen, machen für andere deutlich, dass hier zwei Personen gemeinsam zu Fuß gehen. 

 

Entstehung des Begriffs: 

Ethnos bezeichnet hier die Mitglieder einer Gruppe und ihr Wissen. Methodologie meint dessen systematische Anwendung in lokalsituativen Praktiken durch die Mitglieder selbst

Ablauf eines qualitativen Interviews

Problemanalyse --> Leitfadenkonstruktion --> Pilotphase (Leitfadenerprobung und Interviewerschulung) -->  Interviewdurchführung --> Aufzeichnung 

Projektion 

erstmals von Freud benutzt: unangenehme und widerspruchsvolle Regungen auf andere Personen zu verlagern. Möglichkeit über eigene, unangenehme Regungen zu sprechen (die man bei sich selber nicht wahrhaben möchte), indem man sie auf eine dritte Person überträgt 

--> Abwehrmechanismen

Projektionsmechanismen

1. Spiegel-Projektion: selbst identifizierend, wenn die Person Ver- hältnisse, die sie bei sich selbst vorfindet, auch der an- deren Reizgegebenheit zuschreibt („ist ebenso wie ich“) oder optativ, wenn die Person in der Reizgegeben- heit Züge, Motive oder Verhaltensweisen sieht, über die sie selbst gerne verfügen würde („so möchte ich gerne sein“). 

2. kathartische Projektion: Die Testperson realisiert in einer Reizgegebenheit (in einer anderen Person/ in einem beschriebenen Erlebnis, usw.) Fehler, die uneingestandene eigene Fehler sind. (z.B. ein Porsche-Fahrer seine eigenen Kaufmotive nur mit „Sicherheit durch hohe Beschleunigungsreserven sowie hohen Wiederverkaufswert“ umschreibt, während er seinem Nachbarn, der ebenfalls einen Porsche fährt, in hohem Maße Prestige-Motive unterstellt. )

 

Forschungsperspektive: Psychoanalyse 

Verleugnung als Abwehrmechanismus, wenn Angst oder Unlust freigesetzt werden 

Bezogen auf Freud: Seine Theorie vom Es, Ich und Über-Ich gibt Marktforschern ein Modell an die Hand, mit dem sie wider- sprüchliche Gefühle von Konsumenten erklären können. 

Warum ordnet er der Sache diese Bedeutungen zu? Wie ist es dazu gekommen?

Wichtige Begriffe: Projektion, Identifikation, Regression, Rationalisierung

 

Transaktionsanalyse: Konzepte zur Verfügung zu stellen, mit denen Menschen ihre erlebte Wirklichkeit reflektieren, analysieren und verändern können

3 Forschungsperspektiven des qualitativen Interviews

Symbolischer Interaktionismus, Ethnomethodologie, Psychoanalyse

 

Gemeinsamkeiten:

Verstehen als Erkenntnisprinzip --> Verstanden werden soll Sicht eines Subjekts/ Ablauf soz. Situation

Fallkonstruktion als Ansatzpunkt --> Einzelfall -> weitere Einzelfälle -> Typologie

Text als empirisches Material --> Sicht des Subjekts wird in Form von Transkription aufgezeichnet 

Humanistische Psychologie

Klientenzentrierte (nicht-direktive) Gesprächspsychotherapie von Rogers 

- das Streben des Menschen nach Selbstverwirklichung 

- die Therapeutinnen sollen die folgenden drei Grundhaltungen leben: 

1. Bedingungslose positive Wertschätzung

2. Empathie

3. Kongruenz

 

Was übernommen werden kann für die Marktforschung:

aktives Zuhören
Antworten werden paraphrasiert
authentisch 
Wertschätzung

Fragenformulierung

- Fragen im Plauderton stellen / umgangssprachlich formulieren 

Demonstrative Vagheit: Fragen eher vorsichtig und nicht bestimmt stellen (Bsp: Wie ist es denn so mit Jungs, Was haben Sie so für Erfahrungen mit Jungs)

Keinen Druck aufbauen, offen halten, nicht schon was wertendes in die Frageformulierung packen (Bsp: Was beeindruckte Sie an diesem Film am meisten? Was fiel Ihnen an diesem Film besonders auf? )

Mit leichten Themen anfangen; leicht verstänliche Fragen formulieren

Von allgemeinen Fragen zu spezfischen Fragen; von Ungestützten Fragen zu gestützten.  (Reihenfolgeeffekt!)

Kriterium der Spezifität: das Interview sollte nicht nur bei allgemein gehaltenen Aussagen bleiben!!!

Zu anfang Informationen einholen, die später genannte Einstellungen verständlich machen. 

 

 

Material: Vignetten (kurze hypothetische Statements oder Geschichten)

2 wichtigste Prinzipien des Fragenformulierens 

1. Topic guides (nicht ausformulierte Fragen)

2. Questioning routes (ausformulierte Fragen)

Kriterien, Voraussetzungen und Merkmale von qualitativen Interviews (Leitfaden)

Kriterium der Spezifität: das Interview sollte nicht nur bei allgemein gehaltenen Aussagen bleiben!!!

Probe-Interview durchführen

passenden Erhebungsort wählen (wo sich der Proband wohl fühlt und nicht zu sehr abgelenkt wird; beim ihm Zuhause, beim Forscher Zuhause; an einem öffentlichen Ort oder in einer Institution)

Dem Probanden Zeit geben und die Gelegenheit zu verstehen wonach gefragt wird

Man darf auch mal nach Selbstverständlichkeiten fragen. So lange nachfragen, bis klar ist, was gemeint ist. 

Interviewrollen

  • Der Naive
  • Die Spezialistin
  • Der Freund
  • Die Reporterin
  • Der Clown
  • Der Therapeut
  • Der Angler
  • Die Projektleiterin
  • Advocatus diaboli 

Kompetenzen des Interviewers

erfolgreiche Durchführung hängt von der situativen Kompetenz des Interviewers ab

kein dominierender Kommunikationsstil; bestimmte Regeln von Alltagskommunikation müssen außer Acht gelassen werden

Immanente Nachfragen in Gruppendiskussionen

Fragen, die sich unmittelbar auf das bisher Gesagte beziehen.

» Man spricht von einer Rückgriff-Fragestrategie 

Exmanentes Nachfragen in Gruppendiskussionen

Fragen, die sich nicht oder nur entfernt auf das bisher Gesagte beziehen. 

Gruppendiskussionen als... (Funktionen von Gruppendiskussionen)

... Entscheidungsvorbereiter (Wegbereiter für strategische Entscheidungen in der Marktforschung)

... als Think Tank (Kommunikationsplattform zum Austausch von Disziplinen; Moderatoren werden zu Experten von Konsumentenwissen)

... Creative Toolbox (Ablauf, Inhalt und Testmaterialien können kurz- fristig entschieden und angepasst werden. )

... Gruppendiskussionen sind representieren besser das natürlich Umfeld als Interviews, weil ihre Teilnehmer beeinflussen und beeinflusst werden – genau wie im wahren Leben.

Vorteile von Gruppendiskussionen 

  • Synergism (mehr Ideen als bei Einzelbefragung)
  • Snowballing (die Aussage von einem kann andere inspirieren)
  • Stimulation (Diskussion baut Momentum auf, motivation zur Teilnahme)
  • Security (Ideen können geäußert werden ohne Angst vom Interviewer ausgefragt zu werden)
  • Spontaneity (Bei Interesse kann eine Antwort gegeben werden, muss aber nicht)
  • Serendipity (Ideen kommen hier eher „aus dem blauen“ als im Einzelinterview) 

Gruppenbildung

natürlich (bevorzugt von Sozialforschern) vs. künstliche (bevorzugt von Marktforschern) Gruppen

homogene (die Teilnehmer im Hinblick auf die Fragestellung in den wesentlichen Dimensionen miteinander vergleichbar. ) vs. heterogene (die Teilnehmer in den für die Fragestellung relevanten Eigenschaften unterscheiden. ) Gruppen

Größe? 6-8 Personen

Dauer? 90-120 Minuten

 

nicht-dialogische Interviews: narrative Interviews

Aufgabe der Moderatoren in Gruppendiskussionen

Direktive Steuerung oder nondirektive Moderation

  •  Sichere Zone erstellen

  •  Klare Aussagen erfragen

  •  Unconditional Positive Regard

  •  Kein Serial Interviewing (alle nacheinander dieselbe Frage stellen)

  •  Unterschiedliche Methoden um die Diskussion zu fördern 

Ethnographie

Eine ethnographische Untersuchung zielt in der Regel darauf ab, Menschen über einen längeren Zeitraum in ihrem alltäglichen Leben zu beforschen.

Soll helfen, Einblicke in die Lebenswelt und den Alltag von Personen und ihre kulturabhängigen Wertvorstellungen zu geben.

 

 

Unterscheidungen bei Beobachtungen / Arten von Beobachtungen

  • vollständige Beobachtung
  • teilnehmende Beobachtung (Beobachter nimmt selbst an der sozialen Situation, in die der Gegenstand eingebettet ist, teil. Beobachter steht in direkter persönlicher Beziehung mit den Beobachteten)
  • vollständige Teilnahme

3 Traditionslinien der Ethnographie

  1. ethnologische Kulturanalyse
  2. Subkulturforschung der Chicago School
  3. Alltagssoziologie: 

Alltagssoziologie: die Soziologie des Alltags fängt zuhause an, leiht sich aber einen ethnologischen Blick auf das Vertraute - Alltag = gewöhnlichsten, laufend wiederholten Tätigkeiten, deren Abwicklung für uns kein Problem darstellt.

Verfremdungstechniken: Krisenexperimente; Rückgriff auf Fremde in der eigenen Kultur; begriffsstrategische Verfremdungsmaßnahme ("Doing being angry", "doing being a professor" ...so zu wirken und darzustellen. wie funktioniert das, dass man so wirkt)

Marienthal-Untersuchung

Aus der Sozialforschung

  • Teilnahme am Alltagsleben der Arbeitslosen

Beobachtungen zu folgenden Themen:

  • Wer hat auswärts Arbeit gefunden. Auf welchem Weg?  

  • Welche Pläne haben die Leute? Welche Unterschiede gibt es zwischen Erwachsenen und Jugendlichen? 

Fragen aus dem Instruktionsbogen:

Hauptfragepunkte: Stellungen zur Arbeitslosigkeit; Wirkungen der Arbeitslosigkeit

Was war die erste Reaktion auf die Arbeitslosigkeit?

Was hat der einzelne getan, um Arbeit zu finden? 

Wer hat auswärts Arbeit gefunden; auf welchem Weg?

Wirkung auf den physischen Zustand der Bevölkerung?
Wlirkungen auf die Schulleistungen der Kinder?
Wirkungen auf die Kriminalität? 

Ablauf: psychologisches und statistisches Material wurde zusammengetragen und Zusatzfestelllungen gemacht. Währen der Hauptuntersuchungszeit kam die Arbeitsgruppe 2-3 mal wöchentlich zusammen (zum Erfahrungen austauschen; Beobachtungen besprechen. Verschiedene Sachen klappten nicht: psychotechnische Prüfung der Schulkinder. Die Preisausschreibung für die Jugendlichen brachte nix. Andere Gesichtspunkte tauchten erst während der Untersuchung auf. 

Die Zufallsbeobachtung wird an das angeknüpft, was sich ihr besonders auffällig darbietet: gelentliche revolutionierende Wirkungen der Arbeitslosigkeit, besonders erschütternde Ausbrüche der Verzweifelung

Für jeden Einwohner gibt es einen Personalbogen, auf dem ALLES vermerkt wurde

ausführliche Lebensgeschichten (hier ist man schon mitten im Redefluss, wenn es um die Arbeitslosigkeit geht; das ist besser und einfach, als wenn man direkt danach fragt.)

sie haben Schulaufsätze, Inventare von Mahlzeiten, Protokolle von Weihnachtsgeschenken, Gesprächsthemen, Erziehungssorgen von Eltern, statistische ; historische Angaben und Bevölkerungsstatistiken 

TEILNEHMENDE BEOBACHTUNG (von jedem einzelnen Beobachter)

3 Paare von Daten spielten eine Rolle:

1. Natürliche Quellen

2. subjektive und objektive Indikatoren

3. Statistik und einfühlende Beschreibungen von Einzelfällen

Ansätze in der qualitativen Marktforschung

  •  Nights out

  •  Day in the Life

  •  In-home Interviewing

  •  Enhanced accompanied shopping

  •  Ethnographic immersion

  •  Turn the respondent into an amateur ethnographer 

Ethnographische Daten

- Verschriftlichungen von Ethnographinnen (Protokolle, Tagebücher, Transkripte, Skizzen)

- Audiovisuelle Aufzeichnungen (Interviewaufzeichnungen, Gesprächsmitschnitte, Fotos, Musik)

- Schriftliche Dokumente (Akten, Archivmaterial, Zeitungsdokumente, Internetseiten)

- Artefakte (rituelle Gegenstände, Kinderspielzeuge, alltägliche Gebrauchsgüter)

Fallanalysen: Auswahlmöglichkeiten

- Datenqualität

- Spektrum möglicher Fälle

- Relevanz des Falles im Kontext des Falles

- Typizität des Falles

- Das Irritierende des Falles

Studie "Was Mütter wollen"

Zweck der Studie: Relevante Branchen dabei unterstützen, Mütter als Zielgruppe besser zu verstehen und Angebote und Kommunikation besser auf sie abzustimmen. 

 

Konzept: Selbstreflexion über das eigene Leben als Mutter

Vorgehensweise: qualitatives Panel, Kick-Off-Workshop; Büchlein im Taschenbuchformat mit 11 Kapiteln z.B. über Ängste und Erfolge ; Tagebuch für Memos und ergänzende Fotos; regelmäßige Workshops; monatliche ethnographische Interviews an lebenstypischen Orten (z.B. Spielplatz oder Haus)

Sample: 24 Mütter mit Kindern, die im Alter von bis 5 Jahren sind

Rollen des Marktforschers in Analyse- und Interpretationsprozess

Rolle 1: Forscher als "commited partner"  vermittelt für den Klienten 

Rolle 2: Forscher als "pure researcher" schaut von außen sowohl auf Klienten, als auch auf den Responder

Hermeneutic Circle

das, was verstanden werden soll, muß schon vorher irgendwie verstanden worden sein

Das Verstehen des Sinns ist an bestimmte Vorbedingungen von Interpreten gebunden, die im Regelfall nicht mit jenen des Produzenten deckungsgleich sind. Annährung beider "Verstehenshorizonte".

Der eigentliche Verstehensprozess besteht aus 1. der Bildung von Vorurteilen (Vorwegnahmen), in denen Vermutungen über den Sinn eines Textes (oder eines Textabschnittes) vorausgeworfen werden und 2. der anschließenden Erarbeitung des Textes (oder Textabschnittes). Dieser Prozess führt zur Änderung und Weiterentwicklung des ursprünglichen Vorwissens – die Bereitschaft zur Revidierung der eigenen Vorurteile vorausgesetzt.

 

Dem zu Folge geht jeder Leser / jede Leserin eines Textes, mit einem bestimmten Vorverständnis

(1) an diesen heran, welches durch unsere Vorerfahrungen und Vorwissen geprägt ist und sich auf

unsere individuelle erste Interpretation des Textes auswirken (2).

In einem weiteren Schritt, steht nun die Deutung bzw. Auslegung des Textes. Hierbei wird der Text

nun nicht mehr als alleinstehendes Element betrachtet, sondern sein Kontext mit in die Deutung

eingebunden. Um welche Sorte von Text handelt es sich? Welche Intention scheint der Autor gehabt

zu haben? Usw. (3). Dies führt uns zu einer erweiterten „vom eigenen Vorverständnis losgelösten,

zweiten Interpretation“6 (4), welche wiederum unser Vorverständnis verändert und somit den

Kreislauf oder vielmehr die Spirale unseres Verstehens weiterführt. Denn, würden wir nun den

jeweiligen Text mit diesem veränderten Vorwissen erneut betrachten, wäre die erste Interpretation

ebenfalls verändert und somit der Prozess des Verstehens nie endgültig abgeschlossen.

2 Arten von Auswertungsstilen

1. Das Material zerlegen und Kategorien bilden (Kodieren)

2. Ganzheitlich ans Material gehen

Prozess in Interpretationen: Fragen stellen 

6 Schritte/Arten:

noticing / Einfach nur wahrnehmen

commeting / kommentieren, sich überlegen, was das Gesagte bedeutet

theorising / auf eine Theorie ausweiten bzw. auf das große Ganze/ die Allgemeinheit ausweiten

applying / auf den Befragten und seine Einstellungen anwenden

recommending / das was er sagt auf Empfehlungen übertragen

reflecting / reflektieren, ob die Ergebnisse, Ergebnisse der Forschung oder des Forscher sind

Mögliche Interpretationen 

  •  Verallgemeinerungen

  •  Muster/Typologien (Tendenzen, wie Einstellungen oder bestimmte Verhaltensweisen mit soziodemographischen Merkmalen, Lebensstilen, Einstellungen zu anderen Dingen zusammenhängen )

  •  Definitionen und Unterscheidungen (Bsp. Welche Bedeutung hat convenience für Frauen mit vielen Kindern? )

  •  Beziehungen (zwischen Alltagssituationen und bestimmter Marke) (Beispiel: Spekulationen darüber wie ein As- pekt des alltäglichen Lebens der Probanden mit der Bewertung einer bestimmten Marke zusammenhängt. )

  •  Dynamik und interne Logik (Wie werden Situationen aufrecht erhalten)

  •  Erklärungen (Gründe für Verhaltensweisen & Einstellungen)

  •  Brüche (Erklärung von Widersprüchen eines Probanden)

  •  Metaphern und Modelle (was hilft bei der Beschreibung eines Phänomens? 

  • Codes (Entschlüsseln von Teilen der Bedeutungssys- teme bestimmter Gruppen. )

  • Übeinstimmungen / Widersprüche mit den Hypothesen des Kunden 

  • Interkulturelle Beschreibungen & Vergleiche 

Basiskriterien zur Qualitätssicherung 

  •  Ausreichender Spielraum für subjektive Perspektiven

  •  Arbeitsbündnis (angemessener Blickkontakt, stimmige Atmosphäre usw.)

  •  Gegenstandsangemessene Methodenwahl

  •  Empirische Verankerung (Genug Belege für entwickelte Theorie; keine Falsifikation durch

    andere Fälle?) 

Die wichtigsten qualitativen Verfahren: projektive Verfahren

- Storytelling

- Bilder-Erzähl-Test

- der typische Verwender

- Analogienbildung

- Geschichten-Erzähl-Test

- Traumreise / projektive Reise

- Brand-Mapping: Das was wir bei Paarship gemacht haben. Aber man brauch eigentlich keine Achsen oder Pole. Brand Mapping macht man eigentlich immer mit Bezugsmarken. Weil man wissen möchte, wo meine Marke im Verhältnis zu anderen Marken steht. So ähnlich wie ein Positionierungskreuz. Zum Zweck in der Marktforschung, wie Verbraucher die Marke positionieren. Daraus kann der Unternehmer ein optimiertes Positionierungsmodell aufstellen. 

die wichtigsten qualitativen Verfahren: assoziative Verfahren

- gelenkte Assoziationen (Satzergänzungstest

- freie Assoziationen 

- Wort- und Bildassoziationen 

Study