Qualitätssicherung Begrifflichkeiten
GLP, GMP, GCP, Audits, Reinigungsvalidierung etc
GLP, GMP, GCP, Audits, Reinigungsvalidierung etc
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Flashcards
Standard operation procedures – SOPs (Arbeitsanweisungen)
- Standardisierte und formalisierte Verfahrensbeschreibung zur Durchführung definierter und wiederkehrender Aktivitäten
- für betroffenen Bereiche, Abteilungen und verantwortliche Personen eines Unternehmens gültig
müssen fälschungssicher sein:
- analog: Datum, Stempel, Unterschrift etc
- digital: schreibgeschützt, Kopierschutz, ausdruckschutz
- schriftlich, vor Ort verfügbar!
- definieren in chronologischer Auflistung von Arbeitsschritten, wie eine bestimmte Tätigkeit auszuführen ist
- Ziel: jede Arbeitskraft soll das gleiche gute Ergebnis erzielen
- Ausschaltung individueller Fehler und Schwankungen - sollen vom Betreiber selbst geschrieben werden, nicht fernab im Büro
- Aktualisierungen („Living Documents“)
Produkt- oder anlagenspezifische Vorschriften
- beinhaltet speziellere Beschreibungen, z.B. bei der Herstellung eines bestimmten Produktes; die Reinigung eines konkreten Gerätes oder die Bedienung einer einzelnen
Anlage
- für bestimmte Abteilungen eines Unternehmens gültig
Dokumentenmanagement
Durchführung:
- Festlegung der inhaltlichen Vorgaben
- Erstellung der Dokumente
- Freigabe, Inkraftsetzung
- Verteilung und Schulung
- Regelmäßige Überprüfung auf Aktualität und Eignung
- Aufbewahrung: Mindestaufbewahrungsfristen, Archivierung auf Datenträgern (Scannen, Mikrofilme) incl. geeigneter Abspielgeräte
Audit Sinn
Sinn: Überprüfung des Systems auf seine Funktionstüchtigkeit (in periodischen Abständen) -> Dokumentation
Selbstinspektion: nach welchem Paragraphen welchen Gesetzes?
betriebsinternes Audit
§11 AMWHV
Wofür werden externe Audits durchgeführt?
Um Lieferantenqualifizierung zu gewährleisten
Inspektionen
durch Behörden
Inspektionen durch FDA
• Große Zahl trainierter Inspektoren!
• Ankündigung der Inspektionen im Ausland: 4 Wochen vorher
• Amtssprache: englisch
• Pre-Approval-Inspection: vorab Doku zu Entwicklung, Herstellung, Validierung, Prüfung -> Besichtigung der Räumlichkeiten, Anlagen, Dokumente (Inspektoren brauchen Raum, wo sie Fax, Internet etc. haben)
• Inspektion ->opening -> Öffnung -> Inspektoren vorstellen (erstmal ausweisen lassen, wenn nicht großer Fehler, da es ja sonst wer sein könnte), Firma & QP etc vorstellen -> Wrap-up-Meeting -> Findings/Warning Letter -> Antwortschreiben Firma -> Entscheidung FDA
• Man darf keine Rohdaten im Müll haben!!!
• Man wird 2x befragt -> die vergleichen die Antworten
Was versteht man unter einem "high enroller"?
Ein Hersteller, der einen hohen Prozentsatz einer Patiengruppe bedient (>50%) -> wird öfter von der FDA inspiziert
FDA Inspektionen USA vs Ausland
USA:
• Ohne Ankündigung
• Gerichtsverfahren und Schließung möglich -> noch am selben Tag!
Ausland
• Nach Antragsstellung mit Terminvorgabe
• Ca. 4 Wochen vorher Ankündigung
• nur produktbezogen -> die in USA exportiert werden
• Importverbot möglich
Bfarm in Deutschland -> mit Ankündigung, sofortige Schließung möglich
Was ist bzgl. FDA Inspektionen unter einem "483er" zu verstehen?
ein Finding
Selbstinspektionen: Was ist das, durch wen durchgeführt etc., durh welche Gesetze vorgeschrieben?
nah AMWHV und EU GMP
• Präventive Schadensvermeidung
• Durch unabhängige, fachkundige Mitarbeiter
• überzeugen sich von der Einhaltung der GMP-Regeln und internen Bestimmungen
• jedes Unternehmen ist dazu verpflichtet!!!
• Aufstellung eines Selbstinspektionsprogramms
• schriftliche Dokumentation
• bei Korrekturmassnahmen -> Nachfolgeinspektionen
Kunden Audits
Grund: Bei Vergabe eines Auftrags trägt der Auftraggeber (!) die Verantwortung für die Produktqualität
• Auftraggeber besichtigt Beauftragten (Lohnhersteller, Tox-Studienlabor, Packmittelhersteller, etc.)
• Kontrolle der GMP-Compliance und Einhaltung der Vorschriften
Validierung nach EU GMP
Validierung ist die Beweisführung in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der guten Herstellungspraxis, dass Verfahren, Prozesse, Ausrüstungsgegenstände, Materialien, Arbeitsgänge oder Systeme tatsächlich zu den erwartenden Ergebnissen führen.
Validierung ist..
der Beweis, dass ein Verfahren funktioniert
§13(5) AMWHV
"Die zur Herstellung angewandten Verfahren sind nach dem jeweiligen Stand der Wissenschaft und Technik zu validieren."
§ 14(3) AMWHV
"Die zur Prüfung angewandten Verfahren sind nach dem jeweiligen Stand der Wissenschaft und Technik zu validieren.
Qualifizierung
ist eine Validierung im engeren Sinne, bezogen auf Geräte, Anlagen und Einrichtungen
Qualifizierung ist der systematische und dokumentierte Nachweis, dass ein Gerät, ein System oder eine Anlage gemäßder Spezifikation gebaut ist und entsprechend den Anforderungen funktioniert und produziert. Nachweis muss erbracht werden:
- über gesamten Lebenszyklus der Anlage (von Planung/Installation bis zur Verschrottung)
- lückenlos !!!!!
Kalibrieren
Ermittlung der Abweichung eines Messgerätes, d.h. zwischen wahrem Wert und dem vom Messgerät angezeigten Wert (ohne technischen Eingriff am Messgerät)
Justieren
Einstellen eines Messgerätes, dass eine Messabweichung möglichst klein ist (technischer Eingriff), erfordert anschliessende Kalibrierung
Eichen
Prüfen eines Messgerätes auf Einhaltung der gesetzlichen Anforderungen (darf nur das Eichamt, die Eichbehörden machen)
Grundprinzipien der Validierung
• Definition und Einhaltung von Prozessparametern
• Definition kritischer Parameter
• Prüfung der Parameter auf Richtigkeit
• Erstellung von Verfahrensvorschriften, Dokumentation der Einhaltung
• Test auf Abweichungen, Verbesserungsmöglichkeiten
PAT = Process Understanding
• Ein Prozess ist gut verstanden, wenn:
• alle kritischen Quellen für Veränderungen identifiziert und verstanden sind
• Veränderungen durch den Prozess kontrolliert werden
• Produktqualitätsmerkmale verlässlich vorhergesagt werden können
• Process Understanding ist umgekehrt proportional zum Risiko
Inprozesskontrolle (EU-GMP)
IPK
= Kontrollen im Verlauf der Produktion eines Arzneimittels -zur Überwachung
-wenn notwendig, zur Steuerung des Prozesses (schnelle Prüfung)
=> Gewährleistung, dass Produkt der Spezifikation entspricht
Inprozesskontrollkarte: Beispiel Tabletten
• Definition: Kontrollen während Arzneimittel-Produktion → Überwachung/Steuerung der Arbeitsabläufe
• Festlegung: Warngrenzen und Regelgrenzen bzw. Eingriffsgrenzen
• Beherrschte Prozesse: Regelgrenzen werden nicht überschritten und nicht in einer Reihenfolge sechs Mittelwerte über-/unterhalb des Sollwertes
Methodenvalidierung
Ziel: Sicherstellung der Erlangung verlässlicher und reproduzierbarer Ergebnisse mit der verwendeten Methode
Weg: Kontrolle der Qualität und Eignung der analytischen Verfahren ( = Validierung der Methode)
Alle Prüfverfahren müssen dem jeweiligen Stand von Wissenschaft und Technik entsprechen und müssen validierte Verfahren sein.
(EG-AM-Prüfrichtlinie)
Qualitätsmerkmale einer analytischen Methode
( = Validierungsparameter)
- Präzision (precision)
- Richtigkeit (accuracy)
- Nachweisgrenze (limit of detection)
- Bestimmungsgrenze (limit of quantification)
- Selektivität, Spezifität(selectivity, specifity)
- Linearität (linearity)
- Empfindlichkeit (sensitivity)
- Bestimmungsbereich (range)
- Robustheit (robustness, ruggedness)
Reinigungsvalidierung
Ziel: Nachweis, dass ein beschriebenes Reinigungsverfahren zum erwünschten Erfolg führt bzw. dass eine nicht mehr als vorher festgelegte akzeptable Menge an Verunreinigung im Folgeprodukt erscheint
-Vermeidung von Kontamination mit Vorprodukt
-Vermeidung von Kontamination mit Tensiden
-keine Keime
Wo ist die Reinigungsvalidierung gesetzlich vorgeschrieben?
§6 AMWHV
Hygienemaßnahmen
Die Wirksamkeit von Reinigungs- und Sterilisationsverfahren ist zu validieren, soweit es das Herstellungsverfahren oder das Produkt erfordern.
Reinigungsvalidierung: Weg, Annahme
Weg:
- Risikoanalyse
- Bildung von Produkt-, Gerätegruppen
- Festlegung von Leitsubstanzen (worst case – Betrachtung)
- Reduzieren des Aufwandes (Bracketing)
- 3 Validierungsläufe
Annahme: gleichmäßige Verteilung von Rückständen auf Oberflächen (cave: kritische Areale wie Dichtungen, poröse Stellen)
Bracketing
Stabilitätstest, bei dem man für die Überprüfung der Produktsicherheit jeweils nur Extremwerte verwendet. Bei den Extremwerten handelt es sich um die jweils kleinste und größte Packungsgröße/Wirkstärke/Dosis. Durch Extrapolation wird sichergegangen, dass dazwischenliegende Werte richtig sind
Matrixing
Stabilitätstest, bei dem man über einen längeren Zeitraum jeweils nur eine repräsentative Menge an Proben nimmt. Die Probenentnahme muss jedoch gleichmäßig über alle Packungsgrößen und Wirkstärken verteilt sein und Anfangs- und Endzeit alle Proben enthalten
Reinigungsvalidierung: Wischtest
Swab-Test
Direkte Musternahme von Oberflächen (Wiederfindungsrate 90%)
- Schwachpunkt: richtige Arealauswahl
Reinigungsvalidierung: Spültest
Indirekte Musternahme von Oberflächen (Wiederfindungsrate 80%)
-Spültest (Rinse– Test – final/solvent rinse)
- Schwachpunkt: tote Winkel, Verkrustung
Reinigungsvalidierung: Wie ermittelt man die Wiederfindungsrate?
Verunreinigung mit definierter Probenmenge --> Entfernung mit gewählter Probenentnahme-Methode
- Wiederfindungsrate = %-Satz an wiedergefundener Substanz