Lernaufgaben


S. T.
Diese Lernkarten behandeln Qualitätsmanagement im Bereich Life Sciences auf Universitätsniveau. Sie konzentrieren sich auf Anforderungen, Normen wie ISO, Qualitätskontrolle in der Produktion und Dokumentation. Besonders relevant sind die regulatorischen Anforderungen der FDA und Schweizer Vorschriften für Medizinprodukte und pharmazeutische Herstellung. Studierende und Fachkräfte im Life-Science-Bereich profitieren davon, um die komplexen Vorgaben und Prozesse zu verstehen und anzuwenden.
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Allemand
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Université
Créé / Mis à jour
24.11.2014 / 17.12.2017

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41. Was sind die Grundsätze des ISO 9001 Modells? 

Für das QM gelten 8 wichtige Grundsätze:
- Kundenorientierung (KANO-Modell)
- Führung
- Einbeziehung aller Personen im Unternehmen
- Prozessorientierter Ansatz (operative und administrative Tätigkeiten)
- Systemorientierter Ansatz (System enthält miteinander in Wechselwirkung
stehende Prozess)
- Ständige Verbesserung
- Sachlicher Ansatz zur Entscheidungsfindung (Analyse von Daten und
Informationen für Entscheidungen)
- Lieferantenbeziehungen zum gegenseitigen Nutzen 

42. Wie sieht das Prozessmodell aus? Welche wichtigsten Elemente enthält es?

- Management der Ressourcen: genügend Ressourcen müssen bereitgestellt werden
- Produktrealisierung: Aktivität startet beim Kunden und dessen Anforderungen
- Messung, Analyse, Verbesserung: Der Kunde erhält Produkt und seine Reaktion wird
Kundenzufriedenheit wieder zurückgeführt.
- Verantwortung der Leitung: Management ist für die Qualität verantwortlich

43. Wie ist ein QMS grob aufgebaut?

Es soll:
- dokumentiert sein
- verwirklicht/realisiert sein
- aufrechterhalten werden
- ständig verbessert werden

 

44. Wie weit definiert die Norm Was vs. Wie? 

 

Sie beschreibt das Was aber nicht das Wie, deswegen sind der Anwendung wenig Grenzen gesetzt. 

45. Was sind die minimalen dokumentarischen Anforderungen an ein QMS?

Die Norm verlangt:
- dokumentierte Qualitätspolitik und Qualitätsziele
- Qualitätshandbuch
- Planung
- Durchführung
- Lenkung
- Prozesse
- Nachweisdokumente

46. Was beinhaltet ein QMS für MD-Hersteller? 

Der prozessorientierte Ansatz dient als Grundlage. Die Normen der ISO 13485 sind
grösstenteils identische mit den Normen der ISO 9001, es wird aber zusätzlich vermehrt
Wert auf den dokumentierten Nachweis von durchgeführten Tätigkeiten gelegt. 

 

47. Was wird beim Ressource Management, bei der Dokumentation und bei der
Produktrealisierung zusätzlich zu ISO 9001 verlangt? 

 

 Dokumentation:
- Dokumente und Änderungen müssen zuerst geprüft und freigegeben werden bevor
sie verteilt werden
- Ungültige Dokumente sollen mindestens 2 Jahre länger, als die
Produktelebensdauer der mit ihnen geprüften Produkte, aufbewahrt werden
- Eine Akte zu einem Typ MD
Ressource Management:
- Infrastruktur, Personen, Schulung
- Dokumentierte Anforderungen für Instandhaltung
- Instandhaltungsprotokolle müssen aufbewahrt werden
Produkterealisierung:
- Planung der Produkterealisierung
- Kundenbezogene Prozesse
- Design und Entwicklung
- Beschaffung (Ausrüstung, Produkte)
- Produktion und Dienstleistungserbringung 

 

48. Was versteht man unter Rückverfolgbarkeit?

Die sogenannte Traceability sagt aus, dass die Produktion von MD’s rückverfolgbar sein
muss, z.B. Sterilisations-Protokolle, Verteilung etc. 

49. Was soll geregelt werden bezüglich Verbesserungen? 

Es wird ein dokumentiertes Feedbackverfahren benötigt!
Das sogenannte CAPA bietet das:


CA: Corrective Actions Massnahmen um die Ursache von Fehlern zu beheben und
zukünftig zu verhindern.
PA: Preventive Actions Mögliche Ursache von potentiellen Fehlern beheben

Die Effektivität dieser Massnahmen muss geprüft werden, durch z.B. interne Audits 

50. Was muss im Q-System zusätzlich beachtet werden wenn ein MD in die USA exportiert wird?

Die CFR (Code of Federal Regulations) verlangt verschiedene Records, diese Informationen sind bei Entwicklung nach ISO 13485 schon vorhanden. CFR sind Gesetzestexte, also sind sie vergleichbar mit dem HMG

51. Was ist die Aufgabe der FDA, wie ist sie organisiert? 

Die FDA (Food and Drug Administration) ist eine ausführende Behörde, die denn Schutz
der öffentlichen Gesundheit zur Aufgabe hat. Sie kontrolliert Sicherheit und Wirksamkeit
von:
- Human- und Tierarzneimittel
- Biologische Produkte
- Medizinprodukte
- Lebensmittel
- Strahlen emittierende Geräte
Sie ist in verschiedene Zentren organisiert, die weiter in Offices unterteilt werden. Werden
Unterlagen gesucht ist es hilfreich wenn man das zuständige Office kennt. 

 

52. Was ist der rechtliche Unterschied zwischen den CFR und den Guidelines? 

CFR sind Gesetzestexte, Guidelines sind nur Empfehlung zur Ausführung. 

 

53. Worauf stütz sich die CFR820 ab?

 

Sie werden als Ausführungsbestimmung der cGMP (current Good Manufacturing Practice) verstanden. 

 

54. Was ist ein Medizinprodukt, was gehört nicht dazu? 

Medizin Produkte sind technische Gegenstände, die einschliesslich der Software und des Zubehörs für den Menschen bestimmt sind. Sie haben aber keine pharmakologische, immunologische, oder metabolische Wirkung, sie können diese aber unterstützen. Sie werden eingesetzt bei Krankheiten, Verletzungen, im anatomischen Aufbau und bei der
Empfängnis.

Keine MD’s sind:
- Arzneimittel
- Lebensmittel
- Gebrauchsgegenstände (Hygieneartikel, Kosmetika)
- Persönliche Schutzausrüstung
- Elektrische Anlagen
- Produkte für den allgemeinen Laborbedarf 

55. Was sind die Rechtsgrundlagen für MD’s in der Schweiz und der EU?

Die Regulierungen für die Unternehmen stützen sich auf das HMG, die MepV und die Vklin (Verordnung über klinische Versuche mit Heilmitteln). Sie basieren auf EU Rechtsgrundlagen und enthalten zusätzliche nationale Vorschriften. Für den Vollzug sorgen die Behörden (Schweiz: Swissmedic). 

56. Wie werden Medizin Produkte unterteilt? 

- Klassische Medizin Produkte
- Medizin Produkte für In-Vitro-Diagnostik (IVD)
- Aktive implantierbare Medizin Produkte 

57. Was sind wesentliche grundlegende Anforderungen?

- Die Produkte dürfen niemandem Schaden, wenn sie zum vorhergesehenen Zweck,
unter vorhergesehenen Bedingungen eingesetzt werden.
- State of the Art (integrierte Sicherheit: Schutzmassnahmen, unterrichten des
Besitzers über Restrisiken)
- Vorgegebene Leistung und Sicherheitsmerkmale während der ganzen Lebensdauer
- Unerwünschte Nebenwirkungen dürfen keine unvertretbaren Risiken darstellen
- Extensive Beschriftungsvorschriften


Es können zum Nachweis dieser grundlegenden Anforderungen klinische Studien
eingefordert werden.

58. Wie funktioniert die Klassifizierung für Medizin Produkte? Was sind die
Auswirkungen? 

 

Klassifizierung gemäss dem Gefährdungspotential, d.h. Verletzbarkeit des menschlichen
Körpers und Risiken im Zusammenhang mit der Auslegung und er Herstellung der
Produkte. Die Einstufung bestimmt ob das Konformitätsverfahren (CE) durch den
Hersteller alleine ausgeführt werden kann!

  • Klasse I: (nicht steril und ohne Messfunktion): Das Konformitätsbewertungsverfahren kann durch den Hersteller selber durchgeführt werden. -> CE Zeichen ohne benannte Stelle
  • Klasse IIa: Benannte Stelle muss für Herstellungsstadium beigezogen werden 
  • Klassen IIb und III: Prüfung durch benannte Stelle in Bezug auf Auslegung des Produktes sowie ihrer Herstellung notwendig ->CE Zeichen mit Nummer der  benannten Stelle 

59. Was sind die Regeln für die Vergabe des CE-Zeichens und was bedeutet es?

Das CE-Zeichen bestätigt die Übereinstimmung mit den grundlegenden Anforderungen.

 

60. Wie definiert die FDA ein MD? Unterschiede zur EU?

Definition ist sehr ähnlich!

61. Rechtsgrundlagen und minimale Anforderungen für MD's?

- Das Unternehmen muss sich gemäss 21CFR807 bei der FDA registrieren
- Das MD muss eingetragen werden
- Herstellung gemäss GMP
- Das MD muss von der FDA freigegeben werden
Die Regelungen stützen sich auf diverse Parts der 21CFR, ausserdem
Guidelines. 

62. Klassifizierung von MD’s? Unteschiede zur EU?

Die FDA hat mehr als 1700 unterschiedliche Typen von MD klassifiziert. Das zu vermarktende Medizinprodukt sollte gemäss dieser Liste zuordnet werden können.
Class I: (kleines Risiko) elastische Verbände, Handschuhe, von Hand gehaltene Untersuchungsinstrumente
Class II: (mittleres Risiko) Elektrischer Rollstuhl, Infusionspumpen
Class III: (grosses Risiko) Herzschrittmacher, Implantate Im unterschied zur EU werden hier die neuen Produkte gemäss ähnlicher Produkte eingetragen!

63. Was muss der Hersteller für ein 510(k) nachweisen?

Das es so sicher ist wie ein bereits vermarktetes Produkt!
510(k) = premarket notification

 

64. Was muss der Hersteller bei einem PMA (Pre-Market Approval) nachweisen?

Wissenschaftlicher Nachweis (klinische Studie), dass es nicht  nur Sicher sondern auch effektiv ist! Das bedeutet bei MD's Class III

65. In welche Phasen werden Entwicklungsprojekte für MD's und in der Pharmazeutischen Entwicklung und Produktion unterteilt?

siehe Bild

66. Welche davon sind regulatorisch begründet?

- Validierung (Welche Aktionen, Akeptanzkriterien, Verantwortlichkeit, Dokumentation(Review))
- Qualitäts- und Projektplanung: (Organisation, Verteilung, Verantwortlichkeit, Termine, die User Requirements müssen in technische Spezifikationen übersetzt werden)

Plan - Check

67. Welche grundlegenden Regeln widerspiegeln diese Tätigkeiten und Ergebnisse?

 

Plan – Do – Check – Act 

68. Wie sieht ein Entwicklungsmodell im V-Modell aus.

V-Modell

69. Wie kommen Medikamentenlebenslauf und Entwicklungsprojekt für pharmazeutische Produktion zusammen?

Diese Tätigkeiten werden wenn möglich parallel ausgeführt, um nach der Registrierung  und Freigabe des Drug Products, möglichst rasch mit der Produktion zu beginnen.

70. Wie werden Dokumente geprüft?

Durch das sogenannte 4-Augen-Prinzip (mehrere Personen), dabei werden die Dokumente:
- Entsprechend den Vorgaben erstellt (Autor)
- Geprüft (Review = Prüfen gegen die Kundenvorgaben)
- Freigegeben (Approval)

71. Was sind allgemeine Anforderungen an den Hersteller?

- Produktion und Dienstleistungserbringung muss geplant und durchgeführt werden unter beherrschten Bedingungen.
- Ein QMS muss nachgewiesen werden
- Risikomanagementprozess muss angewendet werden
- Problemlösungsprozess (CAPA)

 

72. Was muss gemäss FDA dokumentiert werden?

DHF: Dokumentation der Entwicklung -> SOP's erstellen

73. Wie werden Akzeptanztests beim Kunden durchgeführt?

IQ: Installation Qualification, Installationen gemäss Spezifikation überprüfen
OQ: Operational Qualification, Funktionen gemäss Spezifikation überprüfen
PQ: Performance Qualification, Überprüfung der Performance (Intendet Use)

74. Wie sieht die iterative Entwicklung aus?

In der Praxis werden nicht alle Arbeitspakete einer Phase sofort abgearbeitet, sondern mit jeder weiteren Iteration realisiert

75. Was bedeutet GMP?

Good Manufacturing Practice (Gute Manieren beim Produzieren)
Sie hat mit allen GxP gewisse Dinge gemeinsam wie:
- Plan – do – check - act
- 4-Augenprinzip
- Dokumentation 

 

76. Was zeichnet GMP gegenüber einer ’normalen’ Herstellung aus, was ist das Ziel der Regelung? 

 

Es wird unter kontrollierten Bedingungen produziert. Man kann also Qualität, Sicherheit
maximieren und das Risiko minimieren.
GMP Regelungen haben zum Ziel Leitlinie für gute Herstellung von Humanarzneimitte
bieten.
- Intended Use
- Qualität
- Keine Risiken für den Patienten
Dies alles kann nicht durch testen des Endproduktes alleine erfüllt werden, darum wird ein
QMS gefordert, GMP ist ein Teil davon.

 77. Rechtsgrundlagen CH

Die europäischen Regelungen für GMP wurden durch das HMG für die Schweiz übernommen.

78. Was sind die wichtigsten grundlegenden Anforderungen? 

 

- Dokumentation (Spezifikationen, Protokolle, etc.)
- Aufbewahrungspflicht der Dokumente (mind. 5 Jahre nach kln. Studie)
- Daten Elektronisch gespeichert und abrufbar, Schutz der Daten
- Produktion (SOP’s, Inprozesskontrolle, Mängel protokollieren, Validierung und
Revalidierung)
- Qualitätskontrolle (Im Q-Labor, analytische Ergebnisse mit Unterlagen,
Rückstellmuster der Ausgangsstoffe und Fertigprodukt)
- Beanstandungen, Produkterückrufe (wirksames System, Information der Behörden)

Étudier