Elvane

Diese Lernkarten decken medizinische Grundlagen zu Hämostase, Hämodynamik und Notfalltransfusionen ab, von Gerinnungsmechanismen über Blutdruckregulation bis zu Komplikationen wie TRALI oder Massentransfusionen. Zentrale Themen sind Ventrikelfunktion, Preload/Afterload, EKG-Interpretation und transfusionsassoziierte Risiken. Ideal für Medizinstudierende und Fachkräfte, die ihr Wissen zu kardiovaskulären und hämostaseologischen Notfällen vertiefen möchten.
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Allemand
Catégorie
Médecine
Niveau
Autres
Créé / Mis à jour
18.09.2026 / 22.09.2026

Lernkarten

Was ist die Berlindefinition?

Einzig gültige Definition für ARDS
1. akuter Beginn nach auslösendem Ereignis – innert 7d
2. Immer bilaterale Infiltrate vorhanden
3. Kardiales Lungenödem ist ausgeschlossen
4. Einstufung mittels Horowitz Index – wenn über 40 kein ARDS

Ziel und Zweck des Absaugens

- Entfernung von Trachealsekret aus Trachea, Rachen, Tubus
- Freihalten der Atemwege
- Verbesserung der Oxygenation
- Vermeidung pulmonaler Komplikationen (VAP)
- Wohlbefinden fördern / Stress reduzieren

Komplikationen beim Absaugen

- Bradykardie, Rhythmusstörungen durch Auslösung Vagusreiz
- Sättigungsabfall
- Verletzungen
- Broncho- oder Laryngospasmus
- Angst, Dyspnoe

Ursachen einer Oxygenationsstörung

Globale alveoläre Hypoventilation – reduziertes AMV – Ventilationsstörung - Globalinsuffizienz
Reduzierte Gasaustauschfläche – ARDS, Atelektasen, Pneumonie, Lungenemphysem
Diffusionsstörung – Lungenödem, COPD, Verminderung der Kontaktzeit (Anämie)
Rechts-Links-Shunt – Alveolen sind nicht belüftet aber durchblutet Atelektasen, ARDS, Pneumothorax, kardiales Lungenödem
Störung Ventilation-Perfusionsverhältnis – Austausch der Atemgase abhängig von Ventilation, Perfusion, Diffusion – ARDS, Atelektasen, COPD…
Hypoxische Gasgemische – Kohlenmonoxidvergiftungen

Beatmungsmodi

Mandatorisch – Volumen- und Druckkontrolliert
Volumen – TV vorgegeben, konstanter Flow, Druck variabel
Druck – konstanter Druck, zeitgesteuerte Inspiration, Volumen variabel
Spontaner Beatmungsmodus (nicht mandatorisch)

Negative Auswirkungen der invasiven Beatmung und Massnahmen

VAP – Mund- und Tubuspflege
Mikroaspiration – korrekter Cuffdruck
Pulmonales Trauma (Vili) – korrekte Einstellung der Beatmung
Schädigung des Lungengewebes durch zu hohe O2-Konzentration (O2 Radikale)
Abnahme der Atemmuskulatur – schnelles Weaning
Abnahme der Diurese – schnelles Weaning

Exspirationszeit verlängern Vor- und Nachteil

Vorteil – Vermeidung von Autopeep
Nachteil – Kontaktzeit während Inspiration verkürzt

Symptome einer respiratorischen Erschöpfung

Tachypnoe >35/min (Leitsymptom)
Abnahme des Atemzugvolumens (vt)
Schaukelatmung / Paradoxe Atmung
Einsatz der Atemhilfsmuskulatur
Hypertonie, Tachykardie, Schwitzen, Unruhe
Dyspnoe und Zyanose (nicht obligat)

Symptome einer Hypoxie

  • Angst, Unruhe, Verwirrtheit, Vigilanzminderung, Krampfanfall
  • Zyanose (bei niedrigem Hb erst spät)
  • Dyspnoe
  • Tachykardie, Hypertonie – später Bradykardie und Hypotonie
  • Herzrhythmusstörungen
  • Anfänglich tiefes pCo2 aufgrund von Hyperventilation, dann steigendes
  • pCo2, weil sich der Pat. erschöpft
  • hypoxische, pulmonale Vasokonstriktion (Euler-Lijestrand Reflex)

5 wichtigste Einflussfaktoren auf Diffusion

1. Diffusionsfläche (geöffnete Alveolen)
2. Diffusionsstrecke (je dicker alveolokapilläre Membran, desto langsamer Diffusion – z.B. Lungenödem durch Flüssigkeit)
3. Partialdruckdifferenz (je grösser desto stärker der Gasaustausch (nimmt bei COPD, Sedierung ab – Hypoventilation – oder bei Höhenaufenthalt)
4. Gasart (Co2 diffundiert ca. 20x schneller als O2 – daher zuerst meist O2 Mangel vor Hyperkapnie)
5. Perfusion (V/Q-Verhältnis – bei Embolie, Shunt, Totraumventilation vermindert)

Ursachen einer Ventilationsstörung

Hyperventilation – Co2 sinkt (Delir, Fieber, Angst, Schmerzen…)
Hypoventilation – Co2 steigt (COPD, Opoide, OSAS)
Lungenparenchymversagen (Oxygenationsstörung) – Verlust an funktionellem
Gewebe (Fläche) Oxygenierung schlecht
Atempumpversagen – Störung von Kraft und Antrieb der Atemmechanik – schlechte Elimination von Co2

Rechtsverschiebung der Sauerstoffbindungskurve

O2-Aufnahme gehemmt, Abgabe ins Gewebe dafür verbessert
z.B. bei resp. Azidose, Hyperkapnie, Fieber, hohes 2.3DPG (bindet an Hb – dadurch weniger O2-Affinität aber leichtere Abgabe)

Linksverschiebung der Sauerstoffbindungskurve

O2-Aufnahme verbessert, Abgabe ins Gewebe dafür gehemmt
z.B. bei Alkalose, Hypokapnie, Hypothermie, niedriges 2.3DPG (Fötus)

Resistance

1-3 mbar/l/s normal // Beatmung bis 9 mbar/l/s
Strömungswiderstand bei der Atmung
deltaP (Spitzendruck – Plateaudruck) / Flow
erhöht durch verschmutze Beatmungsfilter, kleinerer Tubus, Wasser in den Schläuchen, Sekretstau, Bronchospasmus, Schleimhautschwellung, Fremdkörper, Tumore, COPD, Emphysem

Compliance

70-100 ml/mbar normal stehend, 40-90 ml/mbar liegend
< 30 ml/mbar – signifikante Abnahme der Compliance
> 100 ml/mbar – abnorm elastische Lunge (z.B. Emphysem)
VT / (Pinsp-Peep) = Compliance
Vermindert durch Parenchymschädigung (ARDS, Pneumonie), Surfactant Funktionsstörung (Aspiration, alveoläres Lungenödem), Volumenverminderung (Pneumothorax, Zwerchfellhochstand, Pleuraerguss), Thoraxveränderungen (Rippenserienfraktur)

Surfactant System

setzt in den Alveolen die Oberflächenspannung herab und verhindert so dass Kollabieren der Alveolen in der Exspiration, Unterstützt die mukoziliäre Clearance, aktiviert die Alveolarmakrophagen und reguliert den Flüssigkeitsaustausch zwischen Lungenkapillaren und Interstitium

Restriktive Lungenerkrankungen

Problem bei der Inspiration – steife / eingeschränkte Lunge
Fibrose, Rippenserienfraktur, Pleuraerguss, Atelektasen, Adipositas, Skoliose, Neuromuskuläre Erkrankungen (Myasthenia gravis)

Obstruktive Lungenerkrankungen

Problem bei der Exspiration – erhöhte Resistance beim Ausatmen
COPD, Asthma, Bronchiektasen, Emphysem

PEEP

positiv endexspiratorischer Druck – Druck der am Ende der Exspiration in der
Lunge verbleibt
- verhindert Alveolarkollaps
- beugt Atelektasen vor
- Unterstützt Spontanatmung – Atemarbeit wird reduziert
- Gasaustauschfläche wird erhöht

Nebenwirkungen PEEP

- erhöhter intrathorakaler Druck (verminderter Rückstrom zum Herz – Vorlast rechten Ventrikel sinkt, Nachlast steigt)
- Abfall des HMV
- Abnahme der Organperfusion
- Anstieg intrakranieller Druck

AZV (VT)

6-8ml pro kg IBW (ideal body weight)
Volumen, welches in einem Atemzug aufgenommen wird

Permissive Hyperkapnie

tolerierter Anstieg des pCo2 unter Berücksichtigung des PH-Werts (meist
>7.22) mit dem Ziel beatmungsassoziierte Lungenschäden zu vermeiden

Kohlenmonoxid und Pulsoxymetrie

Kohlenmonoxid bindet mit hoher Affinität an Hb – Carboxyhämoglobin (CoHb) – Pulsoxy kann CoHb nicht von normalem Hb unterscheiden
und zeigt fälschlicherweise eine hohe O2-Sättigung an, obwohl das Blut hypoxisch ist

Tubuslage nach Intubation kontrollieren Gründe

zu hoch – Lunge wird nicht belüftet – Luft geht in den Magen, Cuff schliesst nicht richtig ab
zu tief – Tubus liegt meist im rechten Hauptbronchus (anatomisch höher gelegen) – einseitige Belüftung

Definition Diffusion

Ausgleich von Konzentrationsunterschieden in Flüssigkeit oder Gas
Stoffe, von Ort höherer Konzentration gehen zu Ort tieferer Konzentration
Ziel ist ein Konzentrationsausgleich zu schaffen

Definition Osmose

Übergang des Lösungsmittel einer Lösung durch eine semipermeable Haut
in den benachbarten Flüssigkeitsraum, die Flüssigkeit fliesst von Ort niedriger
Konzentration des gelösten Stoffs zum Ort hoher Konzentration
Ziel ebenfalls Konzentrationsausgleich

First Pass Effekt

Blut vom Magen-Darm-Trakt gelangt durch die Pfortader in die Leber, bevor es in den Kreislauf gelangt. Ein Teil des Wirkstoffs von z.B. Medikamenten wird hier eliminiert, bevor er wirken kann – Der Effekt ist von der Leberfunktion abhängig und Teil der Biotransformation

Ceiling Effekt

Arzneistoff zeigt trotz Dosissteigerung keine Wirkung
- tritt ein, wenn der Wirkstoff die maximal mögliche Anzahl an Rezeptoren zur
Wirkung bereits besetzt hat – das Maximum der Wirkung ist erreicht und kann nicht mehr gesteigert werden – führt nur zu mehr Nebenwirkungen
ist unabhängig von der Dauer der Wirkstoffgabe (also keine Toleranzentwicklung)

Bioverfügbarkeit

Geschwindigkeit und Ausmass, wie ein Stoff dem Körper zur Verfügung gestellt wird

Kumulation

Ansammlung des Stoffes im Körper, wird mehr zugeführt, als ausgeschieden so steigt die Konzentration und es besteht die Gefahr einer Intoxikation

Clearance

Eliminationsgeschwindigkeit eines Stoffes aus dem Organismus – Mass dafür, wie effizient die Ausscheidung ist

Metabolisierung

Biotransformation – Umwandlung des Stoffs in Stoffwechselprodukte,
hauptsächlich in der Leber, viele Medikamente werden erst durch den Umbau in der Leber überhaupt wirksam

Was bedeutet der Begriff VVI?

Definition: Der VVI-Schrittmacher ist ein Bedarfsschrittmacher, der den rechten Ventrikel überwacht und bei Bedarf stimuliert.

Funktionsweise:

  • Keine eigene Kammeraktion: Schrittmacher gibt einen elektrischen Impuls ab.

  • Ausreichende Eigenaktivität: Schrittmacher wird gehemmt (inhibiert) und bleibt inaktiv.

Indikation:

  • Vor allem chronisches Vorhofflimmern mit langsamer Kammerfrequenz (Bradykardie).

  • In bestimmten Fällen intermittierender AV-Block bei selten notwendiger Stimulation.

Nachteil:

  • Keine koordinierte Vorhof-Kammer-Aktivität → Gefahr eines Schrittmachersyndroms.

  • Häufige rechtsventrikuläre Stimulation kann die Herzfunktion beeinträchtigen.

 Merksatz

VVI = Ventrikel stimulieren – Ventrikel wahrnehmen – bei Eigenaktivität inhibieren.

Was wird als Notfallblut verabreicht?

Blutgruppe 0 Rh-negativ Massentransfusion

Was kann Blutgruppe B im Plasma enthalten?

Blutgruppe B hat das Antigen B, aber Antikörper A im Plasma.

 

Kompatibilität: 

A:  A oder 0

B: B oder 0

AB: A,B, AB, 0

0: 0

AB: Universalempfänger

0: Universalspender

Wie lange ist die max. dauer eines EK?

 60-120 min

Wie kann man eine metabolische Azidose differenzieren?

Anionenlücke «positiv» (Additionsazidosen=+Säure)
-Ketoazidose: DM, Alkohol
-Laktatazidose: Schock, Urämie, Leberversagen, Intoxikationen (NSAR, Alkohol)
-
Anionenlücke«negativ»
▪ (Subtraktionsazidosen=Basenverlust
▪ Retentionsazidosen=Säurenretention)

 

  • Diarrhoe
  • Fistel (Pankreas, Dünndarm)-
  • Renal-tubuläre Azidose
  • Niereninsuffizienz
  • NaCl 0.9% (Infusion)

Nebenwirkungen von Cordarone beschreiben

-Betablocker-Wirkung”= Bradykardie, Hypotonie
-Pro-Arrhythmie (3-5%)
-Hepatotoxizität
-Hypo-/ Hyperthyreose
-Interstitielle Pneumopathie
-Dermatose (Sonnenschutz), graues Kolorit
-Kornea Ablagerungen

Behandlung Ventilationsstörung

-Ursachen beheben, wenn möglich
-NIV
- angepasste Lagerung Sitzposition mit Freilagerung der Arme
-Tachypnoe führt zu kleinen TV, deshalb: Angst nehmen, Schmerzen behandeln, Massnahmen zur Stressreduktion

Wie wird N. facialis überprüft

-Zähne zeigen
-Stirn runzeln
-Backen aufblasen
-Augenbrauen hochziehen

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