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Diese Lernkarten decken medizinische Grundlagen zu Hämostase, Hämodynamik und Notfalltransfusionen ab, von Gerinnungsmechanismen über Blutdruckregulation bis zu Komplikationen wie TRALI oder Massentransfusionen. Zentrale Themen sind Ventrikelfunktion, Preload/Afterload, EKG-Interpretation und transfusionsassoziierte Risiken. Ideal für Medizinstudierende und Fachkräfte, die ihr Wissen zu kardiovaskulären und hämostaseologischen Notfällen vertiefen möchten.
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Langue
Allemand
Catégorie
Médecine
Niveau
Autres
Créé / Mis à jour
18.09.2026 / 22.09.2026

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Definition Hämodynamik

Beschreibt den Blutfluss in den Gefässen in Abhängigkeit von den verantwortlichen Kräften

Wesentliche Parameter der Hämodynamik

Strömungsgeschwindigkeit
- Strömungswiderstand
- Blutdruck
- Strömungsform

Hüfnerzahl

Sagt aus, wie viel ml O2 auf anhand des So2 und des Hb aktuell transportiert wird
1g Hb bindet 1.36ml O2
(Hb x So2 x 1.36) + (pO2 x HMV)

Notfallblut / Schockblut EC und Plasma

EC: 0- (keine Antigene)
Plasma: AB (keine Antikörper)

Definition Massentransfusion

- Ersatz des gesamten Blutvolumens innerhalb von 24h
- 50% Ersatz des Blutvolumens in 3h
- mehr als 10 Einheiten Blut transfundiert

Hämolytische, immunologische TR (akut und verzögert)

Akut: ABO-inkompatible Transfusion / Inkompatibilität anderer BG-Systeme
Kann zu Multiorganversagen führen
- Fieber
- Schweissausbruch / Schüttelfrost
- Hautrötung
- Nausea, Emesis
- Rücken-/ Flankenschmerzen
- Blutungen
- Tachykardie, Hypotonie, Schock
- Nierenversagen
- DIC (disseminierte, intravasale Gerinnung)
Verzögert: Inkompatibilität anderer BG-Systeme
- Anämie
- Ikterus
- Hämoglobinurie
- selten DIC

Nicht hämolytische immunologische TR

Febrile TR, Allergische TR, Transfusionsassoziierte Graft VS Host, akute transfusionsassoziierte Lungenschädigung (TRALI), Transfusionsassoziierte Dyspnoe, Post-Transfusions-Purpura
- Fieber >38° oder 1° über Ausgangstemperatur
- Schweissausbruch / Schüttelfrost
- Tachykardie, Hypotonie, Schock
- Dyspnoe
- Hautrötungen, Urtikaria, Pruritus
- Schluckbeschwerden, Husten, Bronchospasmus, Anaphylaxie

Nicht hämolytische nicht immunologische TR

Volumenüberlastung, Hypotensive TR, gravierende Hypothermie, Hyperkaliämie, Kalziummangel (Zitratintoxikation), Transfusionshämosiderose

TRALI (Transfusionsassoziierte Lungenschädigung)

Während oder bis zu 6h nach der Transfusion bildet sich ein Lungenödem aus
- Dyspnoe
- Hypotonie
- Fieber

Transfusionsassoziierte Dyspnoe

Symptome einer respiratorischen Insuffizienz innert 24h, welche die Kriterien für eine TRALI oder TACO (Volumenüberladung) nicht erfüllen

Post Transfusions Purpura

Auftreten einer Thrombozytopenie innerhalb von 5-12 Tagen nach Transfusion

Maximale Dauer einer EC-Transfusion

6h – optimal 1-2h

3 Stadien des hämolytischen Systems

1. Gefässkontraktion (Vaskuläre Faktoren)
2. Zelluläre / Primäre Hämostase (TC)
3. Plasmatische / Sekundäre Hämostase (Gerinnungsfaktoren)

Fibrinolyse

körpereigene Auflösung eines Blutgerinnsels durch das Enzym Plasmin
Plasmin schneidet die durch den Faktor XIIIa vernetzten Polymere an spezifischen Schnittstellen und der Thrombus zerfällt
Fibrinolyse beginnt mit der Aktivierung des Gerinnungssystems

Grundvoraussetzungen für eine normale Gerinnung / Hämostasetherapie

- Körpertemperatur (1° weniger – Aktivität der Gerinnungsproteasen um ca. 4 10%, fibrinolytische Aktivität wird verstärkt und TC Funktion gehemmt)
- Ca2+ (effektiver Kofaktor – nimmt bei metabolischer Azidose oder Massentransfusionen ab – Gefahr einer Hypokalziämie besteht – unter 1mmol/l Plasmakonzentration Therapie empfohlen)
- Hb und Hk (EC verdrängen durch Strömung TC und drücken sie an die Gefässwand)
- Säure-Basen-Haushalt (PH um 7.2 – Aktivität der meisten Gerinnungsfaktoren um 50% reduziert, TC und Fibrinogen werden abgebaut)

Ablauf primäre Hämostase (zellulär)

Endothelschaden – Freiledung von Bindegewebsproteinen (v.a. Kollagen) –
Mittels Kollagenrezeptor folgt die Adhäsion der TC an das freiliegende Kollagen – Bindung des von-Willebrand-Faktors aus dem Blut an Kollagen und an von-Willebrand-Faktor auf der Thrombozytenmembran
Dann Aktivierung der TC – verändern ihre Form (Pseudopodien) – helfen beim verschliessen der Wunde – Granula der TC schütten gespeicherte Substanzen aus (Adenosinphosphat, Serotonin, TXA2, Plättchenfaktor 3
TC Aggregation – Blutung wird durch Trombozytenpfropf vorerst zum Stillstand gebracht – nun sekundäre Hämostase

Ablauf sekundäre Hämostase (plasmatisch)

Wird durch eine Abfolge von Aktivierungsschritten durch bestimmte Gerinnungsfaktoren ausgelöst
Faktor IV (Ca2+) wird benötigt um Faktor X, IX, VII und II und die Membranoberfläche in Verbindung zu bringen
Faktor III, V und VIII sind Hilfsfaktoren, die die Gerinnungskaskade unterstützen
Ziel ist die Fibrinbildung
Wird gegliedert in extrinsische und intrinsische Aktivierung zum Auslösen der Kaskade – beide münden in derselben Endstrecke


Extrinsisch: TF (Gewebefaktor - Glykoprotein) kommt bei Endothelverletzung mit Blut in Verbindung und aktiviert Faktor VII – es entsteht ein Tenasekomplex – dieser aktiviert X und IX, kann kleine Mengen Prothrombin in Thrombin umwandeln – Thrombin aktiviert die Faktoren V, VIII, XI und XII und fördert über positive Feedbackschleife seine eigene Freisetzung

Intrinsisch: Aktivierung von FXII durch Kollagen- nachdem er mit Fremdmaterial (z.B. synthetische Herzklappe) in Kontakt gekommen ist
Aktivierung Faktor XI durch XIIa und Thrombin – Aktivierung IX durch Xia, Aktivierung von Faktor VIII durch Xia und Thrombin – es entsteht erneut der aktivierende Komplex (Tenasekomplex)
Gemeinsame Endstrecke: Aktivierung von Faktor X – Entstehung des Prothrombintenasekomplex – Umwandlung von Prothrombin (Faktor II) in Thrombin (Faktor IIa) – Thrombin aktiviert Faktoren XI, VIII und V – Thrombin spaltet vom Fibrinogen (Faktor I) Peptide ab – Fibrin entsteht – Resultat: instabiles Gerinnsel
Thrombin aktiviert Faktor XIII (fibrinstabilisierender Faktor) – dieser baut Alpha-2-Antiplasmin und Fibronectin ein – Gerinnsel wird von vorzeitiger Fibrinolyse geschützt – durch Kontraktion der TC verschliesst sich die Wunde, Bildung eines roten Thrombus durch verfangene EC

Manifestation des SIRS (systemic inflammatory response syndrom)

- Verbrauchskoagulopathie
- Dissiminierte intravasale Gerinnung (DIC)

Wie viel % Wasser befindet sich im Körper?

Intrazellulärraum ca. 67%


Extrazellulärraum 33%
     -Interstitium ca. 25%
     -Intravasalraum (Plasma) ca. 8%

Normwerte pO2, pCo2, PH, HcO3, Cl, Na+, K+

pO2: 10-13 kpa

pCo2: 4.7-6 kpa
PH: 7.4
HcO3: 22-26 mmol/l
Cl: 98-106 mmol/l
Na+: 135-145 mmol/l
K+: 3.6-5 mmol/l

BGA Interpretation Reihenfolge

1. Oxygenation
2. PH
3. Co2 und HCo3
4. SID berechnen
5. Lactat
6. Chlorid und Elektrolyte

Metabolische Alkalose

pH erhöht

HCO3 erhöht

pCO2 erhöht (Hypoventilation)

Primär erhöhtes HCO3 -> pH steigt. Kompensation: Lunge reduziert Atmung -> pCO2 steigt

Respiratorische Alkalose

pH erhöht (basisch)

HCO3 erniedrigt /Niere scheidet Bikarbonat aus)

pCO2 erniedrigt/sinkend durch Hyperventilation.

Primär pCO2 niedrig -> pH steigt. Kompensation: Niere scheidet HCO3 aus , daher erniedrigt

Metabolische Azidose

pH niedrig (sauer)

HCO3 niedrig

pCO2 niedrig durch Hyperventilation

Primär: Verlust/Bildung von säure -> pH niedrig. Kompensation: Lunge bläst Co2 ab, daher pCO2 niedrig

Respiratorische Azidose

pH niedrig (sauer)

HCO3 erhöht (Niere speichert Bikarbonat)

pCO2 erhöht wegen Hypoventilation

Primär CO2 anstieg -> pH sinkt. Kompensation: Niese speichter HCO3 -> HCO3 steigt

Folgen einer Alkalose

- Pfötchenstellung
- Hypoventilation
- Linkverschiebung der O2-Bindungskurve

Folgen metabolische Azidose

- Inotropie sinkt
- CO2 sinkt
- Hypotonie
- hepatischer / renaler Blutfluss sinkt
- Arrhythmiegefahr
- Somnolenz bis Koma
- Hyperkaliämie
- Laktatabbau ineffektiv

Kompensationsmechanismen PH-Wert

- Renale Kompensation (Chlorid-Adaption – Urinausscheidung / Retention)
- respiratorische Kompensation (pCo2-Adaption – Hypo-/Hyperventilation)
- metabolische Kompensation (Bikarbonatadaption – Kohlensäure wird abgeatmet (aus H+ Ionen und HCo3) funktioniert also nur wenn Atmung i.o.)

Vorteile der enteralen Ernährung

- Aufrechterhaltung der physiologischen Magen-Darmtätigkeit
- Normalisierung des Magensäuregehalts
- Schleimhautbarriere bleibt intakt
- benötigt keinen Venflon / ZVK

Was ist ein Postaggressionsstoffwechsel?

Intensivierter Metabolismus nach grossen OPs, Traumatas, Verbrennungen,schweren Infektionen – gesteigerte Sypathikusaktivität und endokrinologische Veränderungen, Physiologische Bereitstellung an Nährstoffen für den geschwächten Organismus durch Freisetzung von: Cortisol, Katecholaminen (Adrenalin), Glukagon und ADH/Aldosteron
→ Führt zu Lipolyse, gesteigerter Gluconeogenese – zusammen mit insulinantagonisierenden Katecholaminen zu Hyperglykämie, erzeugt mehr Harnstoff (gesteigerte Diurese), vermehrter Katabolismus

Massnahme bei Postaggressionsstoffwechsel

Zunächst keine Ernährung, erst Flüssigkeit-, Elektrolyt- und Säurebasenhaushalt stabilisieren

3 Phasen Postaggressionsstoffwechsel

Akutphase/Ebbphase – Minuten bis Stunden
Sekundärphase/Flowphase – Kritische Periode, einige Tage
Reparationsphase – Wochen bis Monate


→ sobald Pat. stabilisiert ist, mit Ernährung beginnen, am besten in den ersten 24-48h (Vollernährung erst nach ca. 3-5d)

Grundumsatz kcl/kg

Grundregel 25 kcl/kg

Auswirkungen einer Malnutrition

Erschwertes Weaning, Abnahme Muskulatur, erhöhte Infektanfälligkeit, Wundheilungsstörungen

Wie sieht die optimale Verteilung der 3 Energielieferanten in % aus?

Kohlenhydrate 50%, Fette 30%, Eiweiss 20%

Welche zwei Beatmungsformen sind der invasiven Beatmung vorzuziehen?

NIV und Highflow (Ventilationsstörung, Oxygenationsstörung)

Zwei übergeordnete Mechanismen der Oxygenationsstörung

Ventilations-Perfusions-Mismatch (V/Q-Mismatch)
- Teile der Lunge sind gut perfundiert aber schlecht belüftet (Shunt) oder gut belüftet aber schlecht perfundiert (Totraum)
- z.B. COPD, Pneumonie, Asthma bronchiale, Lungenödem, Lungenembolie


Diffusionsstörung
- Hier Diffusion von O2 über die alveolokapilläre Membran behindert
- O2 Aufnahme ins Blut ist verlangsamt oder unvollständig – v.a. unter Belastung sichtbar – zu kurze / gar keine Kontaktzeit zwischen Luft und Blut
- z.B. Lungenfibrose, Interstitielle Erkrankungen, Emphysem, ARDS

Hyperkapnie Symptome und Auswirkungen

>6kpa (führt zu Azidose)
Symptome: BD-Anstieg, Schwitzen, Tachykardie, Arrhythmie, Hyperventilation, Somnolenz bis Koma
Auswirkungen: Vasokonstriktion A. pulmonalis (reflektorisch um Perfusion zu erhöhen) – erhöhter PAP und Rechtsherzbelastung, Vasodilatation in ZNS Arterien, erhöhter IPP und ICP, Rechtsverschiebung der O2 Dissoziationskurve, Arterielle Vasodilatation – Aktivierung Sympathikus, Venöse Vasokonstriktion

Hypokapnie Symptome und Auswirkungen

<4kpa (führt zu Alkalose)
Symptome: Pfötchenstellung, Tetanie, Bradypnoe, Schwindel, Somnolenz bis Koma
Auswirkungen: Vasokonstriktion ZNS Arterien, Senkung der cerebralen Perfusion cerebrale Hypoxie

Horrowitz Index

0-13.5 kpa – schweres ARDS
13.5-25 kpa – moderates ARDS
25-40 kpa – mildes ARDS
>40 kein ARDS / keine Oxygenationsstörung

Étudier