Thema 1: Meine Berufsausbildung

Übungskarten für das Thema 1 "Meine Berufsausbildung"

Übungskarten für das Thema 1 "Meine Berufsausbildung"


Ö. H.
Flashcards
51
Students
0
Language
German
Created / Updated
22.10.2026 / 22.10.2026

Flashcards

Welche drei Lernorte gehören zur beruflichen Grundbildung?

  1. Lehrbetrieb
  2. Berufsfachschule
  3. überbetriebliche Kurse (üK).

Welche Hauptaufgabe hat die Berufsfachschule?

Sie vermittelt den obligatorischen schulischen Unterricht. Der Besuch zählt als Arbeitszeit und erfolgt ohne Lohnabzug.

Welche Hauptaufgabe haben die überbetrieblichen Kurse (üK)?

Sie ergänzen die betriebliche Praxis und vermitteln grundlegende berufliche Fertigkeiten. Lernende müssen die üK besuchen und die Anordnungen der Kursleitung befolgen.

Welche Form muss ein Lehrvertrag haben?

Er muss schriftlich abgeschlossen und vom kantonalen Amt für Berufsbildung genehmigt werden.

Wer unterschreibt den Lehrvertrag?

Die lernende Person und der Lehrbetrieb.

Ist die lernende Person noch nicht 18 Jahre alt, unterschreiben zusätzlich die gesetzlichen Vertretungen bzw. Eltern.

Welche Mindestangaben gehören in den Lehrvertrag?

  1. Art und Dauer der Ausbildung,
  2. Probezeit,
  3. Arbeitszeit,
  4. Lohn und Ferien.

Vereinbarungen zur Berufsmaturität und zu Kosten sollten ebenfalls schriftlich festgehalten werden.

Wo finden Sie die verbindliche Arbeitszeit und den Lohn Ihrer Lehre?

Im genehmigten Lehrvertrag. Gesetzliche Höchstgrenzen und Jugendschutzbestimmungen bleiben zusätzlich verbindlich.

Ist die Höhe des Lehrlingslohns gesetzlich vorgeschrieben?

Nein.

Die Höhe wird vereinbart und im Lehrvertrag festgelegt. Empfehlungen der Berufsverbände dienen als Richtwerte.

Welche Arbeitszeit gilt für Lernende unter 18 Jahren?

Inklusive Überstunden höchstens 9 Stunden pro Tag und 45 Stunden pro Woche. Der obligatorische Berufsfachschulunterricht zählt zur Arbeitszeit.

Was bedeutet das Recht auf eine gute Ausbildung?

Der Betrieb muss fachgerecht, systematisch und verständnisvoll ausbilden, die Ausbildung mit der Schule abstimmen und regelmässig Rückmeldungen geben.

Welche Arbeiten dürfen Lernenden zugewiesen werden?

Arbeiten, die zum Beruf gehören und die Ausbildung fördern.

Dauernd berufsfremde Hilfs- oder Routinearbeiten sind nicht zulässig, wenn die Ausbildung darunter leidet.

Welche Rechte bestehen beim Besuch von Schule und Kursen?

Obligatorischer Berufsfachschulunterricht sowie Berufsmaturitäts-, Frei- und Stützkurse dürfen grundsätzlich ohne Lohnabzug besucht werden.

Welcher Ferienanspruch gilt bis zum vollendeten 20. Altersjahr?

Mindestens fünf Wochen bezahlte Ferien pro Jahr. Mindestens zwei Wochen sollen zusammenhängen.

Wie werden Überstunden ausgeglichen?

Durch Freizeit gleicher Dauer oder durch Lohn mit einem Zuschlag von 25 Prozent, sofern keine andere zulässige Regelung besteht.

Was gilt bei Krankheit, Unfall oder Militärdienst?

Es besteht für eine beschränkte Zeit Anspruch auf Lohnfortzahlung.

Im ersten Lehrjahr beispielsweise besteht eine Lohnfortzahlungspflicht von drei Wochen pro Jahr.

Welche Rechte bestehen beim Qualifikationsverfahren (QV)?

Der Betrieb meldet die lernende Person an und gewährt für die Prüfung ohne Lohnabzug frei.

Das QV kann höchstens zweimal wiederholt werden.

Was ist die Hauptpflicht der Lernenden?

  1. Alles zu tun, um das Lehrziel zu erreichen,
  2. Anordnungen der Berufsbildenden zu befolgen
  3. und zugewiesene Arbeiten gewissenhaft auszuführen.

Welche Pflichten bestehen gegenüber Berufsfachschule und üK?

Pflichtunterricht und üK regelmässig besuchen, Hausaufgaben und Prüfungen erledigen, den Unterricht nicht stören und Anordnungen von Schule und Kursleitung befolgen.

Was bedeutet Sorgfaltspflicht?

  1. Mit Arbeitsgeräten, Materialien und Einrichtungen sorgfältig umgehen
  2. Arbeiten gewissenhaft ausführen.

Was bedeutet Treuepflicht?

  1. Die Interessen des Lehrbetriebs in guten Treuen wahren,
  2. keine Schwarzarbeit leisten und
  3. Geschäftsgeheimnisse vertraulich behandeln.

Wann haften Lernende für Schäden?

Wenn sie einen Schaden absichtlich oder fahrlässig verursachen.

Beurteilt werden auch Berufsrisiko, Bildungsgrad, Fähigkeiten und Erfahrung.

Wann müssen Lernende Überstunden leisten?

Wenn sie betrieblich notwendig und für die lernende Person zumutbar sind.

Was umfasst die Ausbildungspflicht des Lehrbetriebs?

  1. Lernende fachgemäss, systematisch und verständnisvoll auszubilden.
  2. Die verantwortliche Person muss fachlich und persönlich qualifiziert sein.

Was umfasst die Fürsorgepflicht des Lehrbetriebs?

  1. Persönlichkeit und Gesundheit schützen,
  2. Unfälle verhindern,
  3. vor sexueller Belästigung schützen
  4. den Datenschutz beachten.

Welche Lohn- und Versicherungspflichten hat der Lehrbetrieb?

  1. Den vereinbarten Lohn bezahlen und
  2. die lernende Person gegen Unfall versichern

Welches Zeugnis muss der Lehrbetrieb am Ende ausstellen?

Ein Lehrzeugnis mit Angaben zum erlernten Beruf und zur Dauer der Lehre. Auf Wunsch enthält es auch Kompetenzen, Leistungen und Verhalten.

Muss der Lehrbetrieb Lernende nach Lehrabschluss weiterbeschäftigen?

Nein. Er muss aber spätestens drei Monate vor Ende mitteilen, ob eine Weiterbeschäftigung vorgesehen ist.

Was ist die Unfallversicherung in der Lehre?

Sie deckt Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen.

Der Betrieb bezahlt die Berufsunfallversicherung; wer die Nichtberufsunfallversicherung bezahlt, wird im Lehrvertrag geregelt.

Was ist das kantonale Mittelschul- und Berufsbildungsamt (MBA)?

Die kantonale Behörde für Berufsbildung.

Sie genehmigt Lehrverträge, beaufsichtigt die Berufsbildung und unterstützt bei Problemen oder einer Lehrvertragsauflösung.

Wer sind die Vertragsparteien eines Lehrvertrags?

Die lernende Person und der Lehrbetrieb. Bei Minderjährigen wirken die gesetzlichen Vertretungen bzw. Eltern mit.

Wann endet ein Lehrvertrag normalerweise?

Automatisch am im Vertrag festgelegten Termin. Eine Kündigung ist dafür nicht nötig.

Wann kann der Lehrvertrag nach der Probezeit vorzeitig aufgelöst werden?

Wenn beide Vertragsparteien zustimmen oder wenn ein wichtiger Grund vorliegt.

Welche wichtigen Gründe können eine vorzeitige Auflösung rechtfertigen?

Zum Beispiel:

  1. körperliche oder geistige Überforderung
  2. gesundheitliche oder sittliche Gefährdung
  3. fehlende fachliche oder persönliche Eignung der Ausbildenden
  4. Diebstahl, Mobbing, sexuelle Belästigung,
  5. Arbeitsverweigerung oder körperliche Gewalt.

Was geschieht bei einer Auflösung aus wirtschaftlichen Gründen?

Die kantonalen Behörden bemühen sich nach Möglichkeit um eine neue Lehrstelle, damit die Ausbildung abgeschlossen werden kann.

Wann kann die Lehrzeit verlängert werden?

Unter bestimmten Umständen mit Bewilligung des kantonalen Amts für Berufsbildung, etwa wenn früh absehbar ist, dass das Ausbildungsziel sonst nicht erreicht wird.

Warum spricht man von der dualen Berufsbildung?

Weil die schulische und die berufspraktische Ausbildung aufeinander abgestimmt und koordiniert werden.

Wo findet die praktische Ausbildung statt?

Im Lehrbetrieb beziehungsweise Ausbildungsbetrieb.

Wonach richtet sich die praktische Ausbildung im Lehrbetrieb?

Nach den berufsspezifischen Bildungsverordnungen, kurz BiVo.

Welche Aufgabe haben die überbetrieblichen Kurse (üK)?

Sie ergänzen die betriebliche Ausbildung und vermitteln grundlegende branchenspezifische Kompetenzen, Fertigkeiten und Kenntnisse.

Wann finden die überbetrieblichen Kurse statt und wer organisiert sie?

Sie finden an schulfreien Tagen statt und werden von den Berufsverbänden organisiert.

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