Proteine

therapeutische Proteine

therapeutische Proteine


N. K.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Herstellung, Indikation und Wirkmechanismen von Proteinen und deren Anwendungen in der medizinischen Behandlung. Sie decken Themen wie die Herstellung von Proteinen, ihre Indikationen, Wirkmechanismen und die Behandlung von Patienten ab. Diese Karteikarten sind besonders nützlich für Studierende und Fachleute im Bereich der Biologie, die sich mit der Anwendung und Forschung von Proteinen in der Medizin beschäftigen.
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Allemand
Catégorie
Biologie
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Université
Créé / Mis à jour
15.07.2016 / 24.08.2018

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Insulin glargin (Lantus®, Sanofi-Aventis)

- Indikation: insulinpflichtiger Diabetes Mellitus

praktisches Problem: Da der Insulinpen ein Vorratsbehältnis ist, kommt es bei Nicht-Austauschen der Kanülen zu verstopfen => keine gleichmäßige Dosierung => schlecht eingestellter Diabetes

o 1 ml Injektionslösung enthält 3,64 mg Insulin glargin entsprechend 100 I.E. Humaninsulin
o klare, farblose Lösung (pH 4)
o Darreichungsform: Fertigpen (OptiSet®)
o enthält 3-ml-Patronen, dosiert 2-40 I.E.
o Dosierung einmal täglich
o Lantus darf nicht mit anderen Arzneistoffen gemischt werden
o kombinierbar mit oralen Antidiabetika
o häufigste Nebenwirkung: Hautreaktionen an der Einstichstelle
o Lagerung bei 2-8°C (Kühlschrank)
o Zugelassen Februar 2001

- Wirkmechanismus: langswirksam

• Austausch einer Aminosäure in der A-Kette
• Einbau von zwei zusätzlichen Argininen am C-Terminus von Kette B Isoelektrischer Punkt verschiebt sich von pH 4 auf pH 7 -> Lösung wird auf pH 4 eingestellt, wo glargin noch löslich ist, bei der subkutanen Injektion kommt es mit der Gewebeflüssigkeit in Kontakt, welche pH 7 aufweist -> präzipitiert, Monomere lösen sich nur langsam -> verzögerter Effekt, gleichmäßige Freisetzung

- Herstellung: hergestellt in E. coli

Insulin glulisin (Apidra®, Sanofi-Aventis)

- Indikation: insulinpflichtiger Diabetes Mellitus

• als Injektionslösung in Fertigpen (OptiSet®)
• 100 E/ml (entspricht 3,49 mg/ml Insulinglulisin)
• klare, farblose, wässrige Lösung
• Applikation unmittelbar vor einer Mahlzeit (0-15 min)
• i.d.R. kombiniert mit einem Basalinsulin oder oralen Antidiabetika
• häufige Nebenwirkung: lokale Reaktion der Haut an der Einstichstelle
• Lagerung bei 2-8°C (Kühlschrank)
• erstmals zugelassen September 2004

- Wirkmechanismus: kurzwirksam

Austausch von zwei Aminosäuren in der B-Kette

- Herstellung: hergestellt in E. coli

Insulin lispro (Humalog®, Lilly)

- Indikation: Insulinpflichtiger Diabetes Mellitus

• als Injektionslösung in Durchstechflaschen oder Patronen für Pens
• 100 I.E/ml (entspricht 3,5 mg/ml Insulin lispro)
• Dosierung individuell angepasst
• klare, farblose, wässrige Lösung
• Applikation ~15 min vor einer Mahlzeit
• i.d.R. kombiniert mit einem Basalinsulin oder oralen Antidiabetika
• Lagerung bei 2-8°C (Kühlschrank)
• erstmals zugelassen September 1999

- Wirkmechanismus: kurzwirksam

zwei Aminosäuren in der B-Kette wurden vertauscht, was die Bildung von Hexameren erschwert. Dadurch sind nach der Applikation schneller aktive Monomere vorhanden. Der Ess-Spritz-Abstand verkürzt sich dadurch auf ca. 15 min vor der Mahlzeit

- Herstellung: hergestellt in E. coli

Interferon beta-1a (Rebif®)

- Indikation:

• zugelassen zur ambulanten Behandlung der schubförmig verlaufenden Multiplen Sklerose
• Dosierung:
o 3x wöchentlich s.c.-Injektionen mit 22 µg/44 µg Rebif®
• Nebenwirkungen:
o häufig Entzündungen an der Injektionsstelle
o grippeähnliche Symptome

- Wirkmechanismus:  nicht ganz aufgeklärt, immunmodulatorische Komponente entscheidend, wahrscheinlich Hemmung der Synthese von proinflammatorischen Zytokinen wie Interferon γ und TNFα

- Herstellung: in CHO-Zellen produziert -> identisch mit humanem Interferon-beta (enthält eine Disulfid-Brücke und ist N-
glycosyliert)

Interferon beta-1b (Betaferon®)

- Indikation: Immunsuppressivum
o Behandlung der schubförmig verlaufenden Multiplen Sklerose
o Behandlung der sekundär progredienten Multiplen Sklerose
• 250 µg/ml als Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung, Dosierung: jeden zweiten Tag 180 µg Betaferon s.c.
• Bioverfügbarkeit ~50%
• häufigste Nebenwirkungen: grippeähnliche Symtome (Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen), Leukopenie, Reaktionen an der Einstichstelle

- Wirkmechanismus: nicht ganz aufgeklärt, immunmodulatorische Komponente entscheidend, wahrscheinlich Hemmung der Synthese von proinflammatorischen Zytokinen wie Interferon γ und TNFα

- Herstellung: in E.Coli produziert, unterscheidet sich vom humanen Beta-Interferon -> Cys 17 zu Ser-Mutation, durch Cys werden sonst Disulfidbrücken gebildet, deren Ausbildung durch Mutation verhindert wird

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=21631

Ipilimumab (Yervoy®)

- Indikation: zur Behandlung von fortgeschrittenen (nicht resezierbaren oder metastasierten) Melanomen bei Erwachsenen, die bereits zuvor eine Therapie erhalten haben -> nur 10-15% der Melanompatienten sprechen an, davon sind aber 50% Langzeitüberlebende (über 4 Jahre!)
• 5 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung Induktionstherapie(8700€) 4 Dosen als Infusion alle 3 Wochen (abhängig von Verträglichkeit)
• schwere immunversmittelte (gastrointestinale) Nebenwirkungen

- Wirkmechanismus: Checkpoint-Inhibitor humaner, monoklonaler IgG1-Antikörper gegen CTLA-4 -> fährt Immunsystem indirekt hoch, indem es das inhibierende CTLA4, welches mit CD28 konkurriert hochfährt -> die T-Zell Aktivität gegen Tumorabstoßungsantigene wird erhöht

- Herstellung: in CHO-Zellen hergestellt

lim: Immunsystem

u: human

Laronidase (Aldurazyme®)

- Indikation: zur Langzeittherapie bei Patienten mit gesicherter Diagnose einer Mukopolysaccharidose 1 (MPS I, Morbus Hurler) => lysosomale Speicherkrankheit, autosomal rezessiv vererbt, progrediente Skelettdeformitäten, Hepatosplenomegalie, vergröberte Gesichtszüge

• Durchstechflaschen mit 5 ml Laronidase (500 E.) als Konzentrat
• Infusion über 3-4 Stunden einmal wöchentlich
• rasche Aufnahme aus dem Plasma in (die Lysosomen) von Zellen
• (t1/2 = 2-3 h)
• Infusion muss in klinischem Umfeld erfolgen, das eine genaue Überwachung und ggf. sofortige Wiederbelebung ermöglicht
• ggf. Verlangsamung der Infusionsrate oder Vorbehandlung der Patienten mit Antihistaminika
• häufigste UAWs: Hitzegefühl (Flush), Kopfschmerzen
• Bildung von IgG-Antikörpern in allen Patienten
• Orphan drug Status

- Wirkmechanismus: humane α-L-Iduronidase => Supplementation des defekten Enzyms, welches das Chondroitinsulfat B (Dermatansulfat) abbaut

- Herstellung: produziert in CHO-Zellen

Liraglutid (Victoza®)

- Indikation:
in Kombination mit Metformin und/oder Sulfonylharnstoffen bei Typ-2-Diabetikern, die mit der maximalen Dosis oraler Antidiabetika  nur unzureichend eingestellt werden können

• Fertigpen mit 18 mg Liraglutid/3 ml Injektionslösung
• s.c.-Applikation in Fertigpen 1x täglich
• zunächst 0,6 mg, nach einer Woche auf 1,2 mg erhöhen
• langsame Resorption aus der Subcutis, Halbwertszeit ~13 h
• Ausscheidung über Nieren, kein Abbau über DPP-4
• UAW: Übelkeit, Erbrechen, Hypoglykämie (in Kombination mit Sulfonylharnstoffen)
• geringe Gewichtsreduktion

- Wirkmechanismus: 97% Sequenzidentität mit humanem GLP-1 => stimuliert in den β-Zellen der Bauchspeicheldrüse die Insulin-Ausschüttung. Reduktion der Ausschüttung des Insulin- Gegenspielers Glucagon, unmittelbar blutzuckersenkend. Es wird im Körper langsamer abgebaut als humanes GLP-1 und ist deshalb länger wirksam.

- Herstellung: rekombinant hergestellt in S. cerevisiae

Natalizumab (Tysabri®)

- Indikation: zugelassen zur Behandlung der hochaktiven, schubförmig remittierend verlaufenden Multiplen Sklerose bei Patienten die, 

o eine hohe Krankheitsaktivität trotz Behandlung mit Interferon-beta haben
o die eine rasch fortschreitende schubförmig remittierende MS haben

• Applikation als Infusion alle 4 Wochen


• Nebenwirkungen:
o Überempfindlichkeitsreaktionen
o Infektionen


• Gegenanzeigen:
o Progressive multifokale Leukoenzephalopathie (PML)
o Patienten mit erhöhtem Risiko für opportunistische Infektionen
o Kombination mit Interferon-beta oder Glatirameracetat

- Wirkmechanismus: bindet an die α4-Untereinheiten von Integrinen (α4β1, α4β7), verringert die Einwanderung von T-Zellen in das ZNS über die Blut-Hirn-Schranke

- Herstellung: in einer murinen Zelllinie produziert

li: Immunsystem

zu: humanisier

Methoxy-Polyethylenglycol-Epoetin beta (Mircera®)

- Indikation: Anämie bei Patienten mit chronischer Nierenkrankheit (CKD)

• Continuous Erythropoiesis Receptor Activator (C.E.R.A.)
• MW ca. 60 kDa
• Halbwertszeit 142 h

- Wirkmechanismus: pegylierte Form von Epoetin beta => längere HWZ

- Herstellung: hergestellt in CHO-Zellen

Nivolumab (Opdivo)

- Indikation: Lungenkrebs, Melanom, Nierenzellkarzinom

HWZ: 26 TAGE

- Wirkmechanismus:  Checkpoint-Inhibitor, humaner monoklonaler AK, bindet an den PD-1-Rezeptor auf T-Zellen und hemmt die Interaktion mit den Liganden PD-L1 und PD-L2 auf Krebszellen. Dadurch wird das Immunsystem stimuliert. Der PD-1-Rezeptor vermittelt eine Immunsuppression. Einige Tumore exprimieren die Liganden auf der Zelloberfläche und schützen sich so vor der körpereigenen Abwehr. Durch die Bindung an PD-1 stimuliert Nivolumab die T-Zell-Aktivierung und -Proliferation und ermöglicht so die Zerstörung der Krebszellen. 

- Herstellung:

Nonacog alfa (Benefix®)

- Indikation: Behandlung und Prophylaxe von Blutungen bei Hämophilie B

- Wirkmechanismus: Supplementation des Faktor IX

- Herstellung:

• hergestellt in CHO(dhfr–)-Zellen (CHO Zellen ohne Dihydrofolatreduktase: ist immanent wichtig für das Herausfinden einer erfolgreichen Transfektion => die CHO-Zellen ohne DHFR benötigen Thymidin, Hypoxanthin und Glycin zum Wachsen. In das Genom dieser CHO dhfr- Zellen wird der gewünschte Genabschnitt kloniert, welches ein Gen für DHFR enthält. Wenn man dieses rekombinante Produkt nun auf einen thymidinfreien Selektionsagar aufträgt, so können nur die erfolgreich transfizierten Zellen wachsen)
• Fermentation in serumfreiem Medium, aber unter Zusatz von humanem Serumalbumin und rekombinantem Insulin
• Koexpression mit PACE-Sol  (paired basic amino acid cleaving enzyme => eine Serin-Protease, die z.B. mit einer verkürzten, löslichen Form mit dem Blutgerinnungsfaktor Faktor IX zusammen transfiziert, da PACE-Sol für die Aktivierung des Blutgerinnungsfaktors nötig ist (spaltet Pro-Sequenz ab))

Ocriplasmin (Jetrea®)

- Indikation: intraokuläre Injektion bei Vitreomakuläre Traktion (VMT) => ein im Alter schrumpfender Glaskörper bleibt an der Retina „kleben“. Er zerrt dann an der Makula, dem Ort des schärfsten Sehens, an der Netzhaut, und schlimmstenfalls reißt er ein Loch in sie. Die Netzhaut verformt sich und der Patient sieht die Welt verzerrt. Es droht ein Verlust der Sehschärfe und im schlimmsten Fall eine Erblindung

- Wirkmechanismus: verkürzte Variante des Enzyms Plasmin => ist im Körper für die Auflösung von Blutgerinnseln zuständig, aber auch in der Lage, die Kollagenfasern zu verdauen, mit denen der Glaskörper an der Retina festhängt.

- Herstellung: erster Wirkstoff, der in Pichia pastoris produziert und zugelassen wurde

Octeotridacetat: Sandostatin® (Novartis)

- Indikation:

• zur symptomatischen Behandlung bestimmter endokrin aktiver Tumoren des Gastrointestinaltraktes
• zur Symptombehandlung und Senkung der hGH und IGF-1-Plasmaspiegel bei Patienten mit Akromegalie
• Dosisanpassungen anhand der hGH- und IGF-1-Spiegel, klinischen Symptome und Verträglichkeit
• Nebenwirkung: Störungen des Blutzuckerspiegels, Appetitlosigkeit, Übelkeit

• Sandostatin® 1500 µg/3 ml für Pen
• gleiche pharmakologische Eigenschaften wie Somatostatin, aber längere Halbwertszeit (100 min)

• Applikation: 2-3x tägl. s.c. => Dosisanpassungen anhand der hGH & IGF-1 Spiegel, klinischer symptome und Verträglichkeit

- Wirkmechanismus:  synthetisches Somatostatin-Analogon, Somatostatin besteht aus zwei Ketten mit 14 bzw. mit 28 Aminosäuren.

Es hemmt die Ausschüttung der folgenden Hormone: Somatotropin, Gastrin, Cholecystokinin, Sekretin, Motilin , GLP, Insulin, Glukagon, TSH, Cortisol. Außerdem hemmt Somatostatin die Magensäuresekretion, die exokrine Sekretion von Pankreasenzymen und die Peristaltik des Magens und der oberen Darmabschnitte. 

- Herstellung: 

Omalizumab (Xolair)

- Indikation: Zulassung zur Therapie des mittelschweren bis schweren Asthma bronchiale

- Wirkmechanismus: AK, bindet an lösliche IgE-Antikörper > veringert die Zahl von IgE-Antikörpern auf Mastzellen und basophilen Granulozyten um ca. 80-90%

- Herstellung:

Palifermin

- Indikation: Immunsuppressivum

Mukositis bei Patienten mit hämatologischen Krebsformen -> Reduzierung der Zytokin-Ausschüttung -> Entzündungsprozesse verringert durch Binden an FGF-Rezeptoren und blockieren der Kaskade)

- Wirkmechanismus: Fibroblast-growth factor 7 (Fibroblasten-Wachstumfsaktor, Keratinozyten-Wachstumsfaktor, FGF 7 -> hat proliferative Wirkung auf Epithelzellen) -> FGFRs sind Rezeptor-Tyrosinkinasen, die – nach Bindung des Liganden FGF – mittels Autophosphorylierung aktiviert werden und intrazellulär eine Signalkaskade mit nachfolgender Genaktivierung in Gang setzen. -> Das Protein bindet an den KGF(FGF)-Rezeptor, der in sehr vielen Geweben von den Epithelzellen exprimiert wird, und regt dadurch die Proliferation, Differenzierung und Migration von Epithelzellen an. Deren Apoptose sowie die Sekretion von proentzündlichen Zytokinen wie TNF-α und IFN-γ werden reduziert. Außerdem werden zytoprotektive Gene aktiviert, die für antioxidative und entgiftende Enzyme kodieren.

- Herstellung: E.Coli

Panitumumab (Vectibix®)

- Indikation:
• Monotherapie des EGFR-exprimierenden kolorektalen Karzinoms mit nicht- mutiertem (Wildtyp) KRAS-Gen bei Patienten, bei denen Fluoropyrimidin-, Oxaliplatin- und Irinotecan-haltige Therapien versagt haben

• Dosierung:

• Durchstechflaschen mit Konzentrat 20 mg/ml
• Infusionslösung in 0,9% NaCl ≤ 10 mg/ml Wirkstoff
• als Infusion 6 mg/kg KG über 60 Minuten
• einmal alle zwei Wochen
• Nebenwirkung: Hautreaktionen (bei 90% der Patienten), Diarrhoe
• Zulassung durch EMEA Dezember 2007

- Wirkmechanismus: auch AK gegen EGFR -> Wachstumshemmung

- Herstellung: hergestellt durch XenoMouse®-Technologie, produziert in CHO-Zellen -> humaner, monoklonaler IgG2-Antikörper

tum: Tumor

u: Mensch

Parathyroidhormon (Preotact)

Parathormon (PTH)

- Indikation: manifeste Osteoporose bei postmenopausalen Frauen und Männer (Männer nur off label) mit erhöhtem Frakturrisiko, Langzeitglucocorticoidtherapie-assoziierte Osteoporose -> wirken am stärksten, aber nicht first line wegen vielen NW

Doppelkammerpatrone, Pulver mit Injektionslösung NICHT schütteln!

- Wirkmechanismus: PTH bindet an Osteoblasten, welche dann proliferieren, wodurch Osteoklasten weniger produziert werden durch die negative Rückkopplung -> weniger Knochenabbau

- Herstellung: E.Coli

Pegfilgrastim (Neulasta®)

pegylierter Granulozyten-Kolonie-Stimulierender Faktor (G-CSF)

- Indikation: Neutropenie infolge myeloablativer Therapie (Vernichtung aller blutbildenden Zellen des Patienten) => Verkürzung der Dauer neutropenischen Fiebers (n. Fieber ist lebensgefährlich, betrifft Neutrophile, die fressende Phagozyten sind)

- zur Mobilisierung peripherer Blutstammzellen bei gesunden Spendern vor einer allogenen Stammzelltransplantation (=> Verstärkte Bildung von Blasten => so viel, dass es absichtlich ins Blut geschwämmt wird und dort dann Afiltriert wird für die Spende)

- Wirkmechanismus: rekombinanter Granulozyten-Wachstumsfaktor, verstärkt die Bildung reifer Granulozyten aus Vorläuferzellen

- Herstellung: E. Coli

Peginterferon-alpha-2b (Pegintron)

- Indikation: im Vordergrund steht antivirale Wirkung, zugelassen zur Behandlung von Hepatitis-C-Infektionen => HEILEN es, zuvor wurde IFN-alpha gegeben, welches die Infektion nur therapiert hat

- Wirkmechanismus: rekombinantes alpha-Interferon (pegyliert) => Produziert antivirale Proteine über Kaskade, welche zum einen virale doppelstrang-RNA abbauen, als auch die Virusreplikation stoppen

- Herstellung:

Peginterferon-beta-1a (Pegintron)

- Indikation: im Vordergrund steht immunmodulatorische Wirkung => Zulassung zur Therapie der schubförmig remittierend verlaufenden Multiplen Sklerose (Standardtherapie)

- Wirkmechanismus: rekombinantes beta-Interferon, Wirkmechanismus unbekannt

- Herstellung:

Pegloticase (Krytexxa)

pegylierte Uricase (Uratoxidase, UOX)

- Indikation: chronische Gicht, durch Pegylierung längere HWZ und weniger allergische Rkt., da "abgeschirmt"

- Wirkmechanismus: baut Harnsäure zu Allantoin ab, was leichter ausscheidbar ist 

- Herstellung: E.Coli

aus Schwein

Pembrolizumab (Keytruda)

- Indikation: zur Behandlung des Nichtkleinzelligen Bronchialkarzinom (NSCLC) und des fortgeschrittenen, nicht-resezierbarem oder bereits metastasiertem schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom).

- Wirkmechanismus: Immun-Checkpoint-Inhibitor: PD1- Inhibitor (programmed cell death-1 („Programmierter-Zelltod-Rezeptor 1“) und blockiert die Interaktion zwischen PD-1 und dessen Liganden PD-L1 und PD-L2. Dieser Rezeptor schaltet normalerweise die Aktivität der T-Zellen aus. Durch Blockieren dieses PD-1-Rezeptors hindert Pembrolizumab den PD-1-Rezeptor daran, diese Immunzellen auszuschalten, und steigert somit die Fähigkeit des Immunsystems, z. B. Melanomzellen abzutöten. Pembrolizumab kann die körpereigene anti-Tumor-Immunantwort reaktivieren

- Herstellung:

lim: Immunsystem

zu: humanisiert

Pegvisomant: Somavert® 10 mg/2 ml (Pfizer)

- Indikation:

o Akromegalie bei Patienten, bei denen Operation und/oder Strahlentherapie nicht den gewünschten Behandlungserfolg erzielten und die nicht auf eine Behandlung mit Somatropin-Analoga ansprechen
• häufige Nebenwirkungen: Hautreaktionen an der Einstichstelle, Schwitzen, Kopfschmerzen, Asthenie (Schwächegefühl, Kraftlosigkeit)
• Bioverfügbarkeit ~57%, cmax nach 33-77 Stunden, t1/2 74-172 Stunden
• erstmals zugelassen November 2002

• Pulver + Lösungsmittel separat in Durchstechflaschen
• für s.c.-Applikation einmal täglich

- Wirkmechanismus: Somatotropin-Rezeptorantagonisten, pegyliert => HWZ deutlich erhöht

- Herstellung: hergestellt in E. coli

Pertuzumab (Perjeta®)

- Indikation:

Anwendung in Kombination mit Trastuzumab und Docetaxel bei erwachsenen Patienten mit HER2-positivem metastasiertem oder lokal rezidivierendem, inoperablem Brustkrebs indiziert, die zuvor noch keine anti-
HER2-Therapie oder Chemotherapie zur Behandlung ihrer metastasierten Erkrankung erhalten haben

- Wirkmechanismus: hemmt die Aktivität von HER2
o bindet an ein Epitop der Subdomäne II von HER2
o verhindert Heterodimerisierung, vor allem mit HER3
o induziert ADCC
o hemmt die Proliferation HER2-überexprimierender Tumorzellen

- Herstellung: in CHO-Zellen produziert

tu: Tumor

zu: humanisiert

Ranibizumab

- Indikation: Altersbedingte Feuchte Makuladegeneration

- Wirkmechanismus: VEGF-Inhibitor: humanisiertes Fab-Fragment, hat bis auf 4 AS gleiche Sequenz wie Bevacizumab, welches in vollständiger IgG-AK ist, ist aber viel teurer (548 €/mg vs 5€/mg)

- Herstellung: Phage Display

zu: humanisiert

Rasburicase (Fasturtec)

Uricase (Uratoxidase, UOX)

- Indikation: akute Hyperurikämie ->akutes Nierenversagen durch hämatologische Malignome 

- Wirkmechanismus: baut Harnsäure zu Allantoin ab, was leichter ausscheidbar ist -> bei zu rascher Tumorlyse kann Tumorlysesyndrom auftreten, wobei massenweise intrazelluläre Stoffe wie Nukleinsäuren freigesetzt werden, wobei es dann vermehrt zu Harnsäurekristallisationen in der Niere etc. kommen kann, weshalb es dann zu einem akuten Nierenversagen führen kann -> durch Abbau der Harnsäure wird das verhidnert

- Herstellung: Hefezellen

ist  Aspergillus-Uricase

Reteplase

nicht-glykosylierter Gewebe-Plasminogen-Aktivator (Tissue-type-plasminogen-activator, tPA)

- Indikation: Fibrinolytikum

Herzinfarkt, akut ischämischer Schlaganfall, akute massive Lungenarterienembolie 

Therapie des Herzinfarktes: keine Dauerinfusion, zweifache Injektion!

- Wirkmechanismus: aktiviert Fibrinolyse -> wandelt Plasminogen in Plasmin um

- Herstellung: CHO-Zellen, auch E.Coli möglich

Rituximab (MabThera®)

- Indikation: Immunsuppressivum, Krebstherapeutikum

o Chemotherapie-resistentes follikuläres Lymphom (Stadium III-IV)
o Erstbehandlung des follikulären Lymphoms (Stadium III-IV) in Kombination mit CVP(Cyclophosphamid, Vincristin, Prednisolon)-Chemotherapie
o CD20-positives Non-Hodgkin-Lymphom in Kombination mit CHOP-Chemotherapie (Cyclophosphamid, Doxorubicin, Vincristin, Prednisolon)
o Rheumatoide Arthritis in Kombination mit Methotrexat, die auf DMARDs oder Anti-TNFα-Therapien nicht ansprechen oder sie nicht vertragen

- Wirkmechanismus:

• bindet spezifisch an CD20-Antigen von reifen und späten Vorstufen von normalen B-Zellen und B-Zell-Lymphomen
• induziert komplementvermittelte (CDC) und NK-Zellen vermittelte Lyse der Tumorzellen (ADCC), aber auch alle normalen reifen B-Zellen

- Herstellung: hergestellt in CHO-Zellen, monoklonaler, chimärer Antikörper

tu: Tumor

xi: chimär

Secukinumab

- Indikation: Immunsuppressivum

  • bei schwerer Plaque Psoriasis bei systemischer Therapie (auch als First Line möglich)
  • s.c. 0,1,2,3,4. Woche und dann Erhaltungsdosis alle 4 Wochen
  • pro Vial 150 mg Pulver zur Herstelllung von Injektionslösungen
  • laut iQWiG kein Zusatznutzen

- Wirkmechanismus: Antikörper gegen IL-17 -> hemmt die IL-17 vermittelte (von TH1-Zellen vom Subtyp TH17 ausgeschüttet) Induktion von Endothelzellen und die Stimulation der Keratinozyten zur Proliferation -> keine Bildung proinflammatorischer Zytokine 

- Herstellung: in CHO-Zellen, rein humaner Antikörper

kin: Interleukine

u: Mensch

Somatostatin DeltaSelect 3 mg

- Indikation:

o Adjuvante Therapie zur Hemmung der Sekretion von stark sezernierenden postoperativen Fisteln des Pankreas und des oberen Dünndarms
o Prophylaxe von postoperativen pankreatischen Komplikationen nach Pankreaschirurgie
o Schwere akute gastroduodenale Ulkusblutung
o Schwere akute Blutung bei akuter erosiver bzw. hämorrhagischer Gastritis

NICHT bei Akromegalie!

• Applikation i.v. als Dauerinfusion ca. 3,5 µg/kg KG pro Tag
• Plasmahalbwertszweit 1-3 min

Ausscheidung über die Niere, Abbau über Proteasen

- Wirkmechanismus: synthetisches Somatostatin => Gegenspieler zu Somatotropin, Somatostatin besteht aus zwei Ketten mit 14 bzw. mit 28 Aminosäuren.

Es hemmt die Ausschüttung der folgenden Hormone: Somatotropin, Gastrin, Cholecystokinin, Sekretin, Motilin , GLP, Insulin, Glukagon, TSH, Cortisol. Außerdem hemmt Somatostatin die Magensäuresekretion, die exokrine Sekretion von Pankreasenzymen und die Peristaltik des Magens und der oberen Darmabschnitte. 

- Herstellung:

Somatropin (hGH-Biosimilar): Omnitrope® 5 mg/ml

- Indikation:

o Wachstumsstörung bei kleinwüchsigen Kindern als Folge einer intrauterinen Wachstumsverzögerung, die bis zum Alter von 4 Jahren oder später kein Aufholwachstum zeigten
o Prader-Willi Syndrom (PWS), zur Verbesserung des Wachstums und der Körperzusammensetzung.

5 mg/ml Lyophilisat zur Rekonstitution

- Wirkmechanismus: Referenzprodukt: Genotropin®, Supplementation

- Herstellung: hergestellt in E. coli

Somatropin: Genotropin® 5 mg/ml (Pharmacia)

- Indikation:

o Kinder: Kleinwuchs aufgrund unzureichender hGH-Produktion
o Kinder: Kleinwuchs aufgrund des Ullrich-Turner-Syndroms
o Kinder: Kleinwuchs aufgrund Prader-Willi-Sydrom => einziges Mittel dagegen (Biosimilar ausgenommen)
o Erwachsene: ausgeprägter hGH-Mangel aufgrund Erkrankungen des Hypothalamus bzw. der Hypophyse

• als Pulver (5 mg) in + Lösungsmittel in Zweikammer-Zylinderampulle
• für s.c.-Applikation

• häufige Nebenwirkungen: Hautreaktionen an der Einstichstelle,
Antikörperbildung
• Bioverfügbarkeit ~80%, tmax 4-6 Stunden
• erstmals zugelassen Oktober 2000

- Wirkmechanismus: Supplementation

- Herstellung: hergestellt in E. coli

Somatropin: Humatrope® für Pen (Lilly)

- Indikation: 
o Kinder: Kleinwuchs aufgrund unzureichender hGH-Produktion
o Kinder: Kleinwuchs aufgrund des Ullrich-Turner-Syndroms
o Erwachsene: ausgeprägter hGH-Mangel aufgrund Erkrankungen des Hypothalamus bzw. der Hypophyse

• als Pulver (6/12/24 mg) => patientenindividuell, in Zylinderampulle + Lösungsmittel in Fertigspritze
• für s.c.-Applikation

• häufige Nebenwirkungen: Überempfindlichkeit gegen das Lösungsmittel (m-Cresol/Glycerol) (1-10%), Hypothyreose (1-10%), leichte Hyperglykämien (1- 10%), Hautreaktionen an der Einstichstelle
• t1/2 ~4 Stunden: trotzdem nur 1x tägliche Gabe
• erstmals zugelassen November 2001

- Wirkmechanismus: Supplementation des fehlenden Wachstumshormons

- Herstellung: hergestellt in E. coli, möglich, da nicht glykosyliert

Streptodornase

- Indikation: zur Wundbehandlung bei eitrigen Wunden

- Wirkmechanismus: DNAse! Enzym aus Streptomyceten, spaltet DNA

- Herstellung:

Streptokinase

- Indikation:

- Wirkmechanismus: Coenzym, keine Protease! aus Streptomyceten -> Bindet an Plasminogen -> Komplexbildung => Ausbildung eines aktiven Zentrums, das weiteres Plasminogen in Plasmin spaltet.

- Herstellung:

Tenecteplase

Tissue-type-plasminogen-activator (tPA)

- Indikation: Fibrinolytikum

Herzinfarkt, akut ischämischer Schlaganfall, akute massive Lungenarterienembolie 

20 min längere Plasma-HWZ und höhere „Fibrinspezifität“ als körpereigener Gewebe-Plasminogen-Aktivator

- Wirkmechanismus: aktiviert Fibrinolyse -> wandlet Plasminogen in Plasmin um

- Herstellung: CHO-Zellen

unterscheidet sich vom natürlichen Gewebe-Plasminogen-Aktivator durch Austausch von sechs AS (meist basische AS gegen Ala) -> lipophiler

Teriparatid (Forsteo)

Parathormon (PTH)

- Indikation: manifeste Osteoporose bei postmenopausalen Frauen und Männer mit erhöhtem Frakturrisiko, Langzeitglucocorticoidtherapie-assoziierte Osteoporose 

- Wirkmechanismus: PTH bindet an Osteoblasten, welche dann proliferieren, wodurch Osteoklasten weniger produziert werden durch die negative Rückkopplung -> weniger Knochenabbau

- Herstellung: E.Coli

Thyrogen (Thyrotropin alpha)

Thyreotropin beta (TSHB)

- Indikation: Diagnostikum zur Detektion von restlichem oder wiedergekehrtem Schilddrüsentumor 

- Wirkmechanismus: bindet an Thyreotropin-rezeptoren (TSH-Rezeptoren), die auch auf Schilddrüsentumorzellen vorhanden sind -> stimuliert Aufnahme des radioaktiven Iods -> besseres Bild

- Herstellung:

Toculizumab (RoActemra®)

- Indikation:

• zur Behandlung der Rheumatoiden Arthritis in Kombination
• mit Methotrexat bei Patienten, die auf andere DMARDs inkl. Methotrexat und andere TNFα-Inhibitoren nicht ansprechen
• auch als Monotherapie bei Methotrexat- Unversträglichkeit
• Applikation 8 mg/kg KG (aber nicht weniger als 480 mg, aus Konzentrat 20 mg/ml zur Herstellung einer Infusionslösung) alle 4 Wochen als Infusion über 1 Stunde
• Vorsicht bei bestehenden oder latenten Infektionen

- Wirkmechanismus: humanisierter IgG1-Antikörper gegen den IL-6-Rezeptor -> verhindert Osteoklastenaktivierung

- Herstellung: hergestellt in CHO-Zellen

Étudier