Projektmanagement
Vorlesung Projektmanagement, 4. Semester Studiengang Wirtschaftsinformatik
Vorlesung Projektmanagement, 4. Semester Studiengang Wirtschaftsinformatik
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Lernkarten
Projektstrukturplan
Ein Projektstrukturplan ist die austellung aller notwendigen Aktivitäten im Projekt. Baumstruktur wird verwendet.
Folgende Elemente werden verwendet:
- Wurzelelement
- Teilaufgaben, die zerlegbar sind in
- Arbeitspakete, welche nicht mehr zerlegbar sind
Es gibt folgende Gliederungsprinzipien:
- objektorientiert (am zu erstellenden Projekten)
- funktionsorientiert (an erforderlichen Funktionen im Projekt)
- phasenorientiert (an Projektphasen)
- organisationsorientiert (an zuständigen Organisationseinheiten)
Aufwandsschätzung Teil 1
Kernfrage:
- Wie hoch wird der Aufwand sein
Weiterführende Fragen
- Dauer der Entwicklung
- Anzahl benötigte Mitarbeiter
Methoden der Aufwandsschätzung
Expertenschätzung
- Einzelschätzung
- Schätzklausur
- Delphi
Analogie-Methoden
- Vergleich mit abgeschlossenen Projekten (Lessons Learned)
Prozentsatzmethode
- Vergleich mit abgeschlossenen Projekten
Parametrische Schätzsysteme
- CoCoMo, Function Point
Das Function Point Verfahren ist eine Softwaremetrik zur Bestimmung des fachlich funktionalen Umfang eines Systems.
Man ermittelt die Function Points durch Zerlegung der Anforderungen in Elementarprozesse und logische Datenbestände. Anschließend ordnet man Komplexitätsgrade (einfach, mittel, komplex) zu und vergibt die Werte in Function-Points. Dann gewichtet man diese mit Bewertungsfaktoren, die z.B. technische Einflussfaktoren widerspiegeln.
Das Ergebnis ist der justierte Function Point Wert. Dieser kann herangezogen werden um eine Aufwandsabschätzung durchzuführen, dies erfolgt anhand von Referenzdaten, die am bestem aus dem Unternehmen kommen. Je spezifischer die Referenzdaten, desto genauer die Aufwandsabschätzung.
Function Point - Kategorisieren der Anforderungen
Entweder als Elementarprozess oder als Datenbestand klassifiziert.
Elementarprozess:
- sinnvollste, kleinste Aktivität, die das system nach ihrer ausführung in einem konsistenen Zustand lässt.
- Lassen sich in drei Gruppen einteilen:
- Eingabe bzw Erfassung
- Ausgabe
- Auswertung, Abfrage, Anfrage
Datenbestand:
- interne Daten, Dateien im Sinne des Verbunds
- externe Daten, Schnittstellen, Referenzdaten
Function Point - Komplexität
Mittels den drei festegelegten Komplexitätsgraden (niedrig, mittel, hoch) und den Kategorien wird eine empirische Tabelle erstellt.
Function Point - unjustierter Function Point Wert
Die Werte addiert die sich aus der Komplexitätstabelle herauslesen lassen für die Anforderungen. Dieser Wert kann als Maß für den funktionalen Umfang, den das System dem Anwender bietet, angesehen werden.
Function Point - Einflussfaktoren
Phase ist unabhängig von unjustierten Function Point Wert. Es werden bestimmte Systemeigenschaften bewertet, diese spiegeln nicht funktionale Anforderungen wieder. Hierfür wurden 14 General System Characteristics definiert (GSC). Bekommen einen wert von 0 bis 5. Die Summe der GSC Werte ergibt den Total Degree of Influence (TDI).
- Datenkommunikation
- Verteilte Datenverarbeitung
- Geschwindigkeit
- Konfigurierbarkeit
- Transaktionsrate
- ...
Function Point - justierter Function Point Wert
Der Wert für Total Degree of Influence fließt in eine Formel ein, die den Function Point-Wert nochmals verändert; man bezeichnet das Ergebnis als justierter Function-Point-Wert (Adjusted Function Point, AFP).
UFP * (0,65 + 0,01 * TDI) = JFP
Function Point - Kritik
- Stammt aus der Zeit der Großrechner.
- Nicht frei von Subjektivität
- Nur eingeschränkt für objektorientierte Ansätze nutzbar
- Hoher Aufwand
Aufwandsschätzung - Multiplikationsmethode
Netzplan
graphische oder tabellarische Darstellung von Abläufen und deren Abhängigkeiten
Netzplantechnik
alle Verfahren zur Analyse, Planung, Steuerung und Überwachung von Abläufen, wobei Zeit, Kosten und weitere Einflussgrößen berücksichtigt werden können
Netzplan - Vorwärtsrechnung & Rückwärtsrechnung
Vorwärtsrechnung:
- Berechnung der frühesten Zeitpunkte aller Ereignisse im Netzplan
Rückwärtsrechnung:
- Berechnung der spätestens Anfangszeitpunkte sowie die spätesten Endzeitpunkte aller Ereignisse im Netzplan
Netzplan - freier Puffer
Zeitspanne um die ein Ereignis gegenüber seiner frühesten Lage verschoben werden kann.
Terminkontrolle
Jedes Arbeitspaket muss in regelmäßigen Abständen zurückmelden wie der aktuelle Fortschritt ist um gegebenenfalls im Netzplan neu zu berechnen können.
Projektinternes Controlling - Fertigungswert und -grad
Fertigstellungswert FW = PGK (geplante Gesamtkosten) x FGR (Fortschrittsgrad Ist)
Fertigstellungsgrad FGR = 100% * IK / PGK (oder je Vorgang) Fertigstellungswert eines Projektes zum Stichtag
Projektinternes Controlling - Abweichungen zum Stichtag
Planabweichung: PA= FW – PK
Planabweichung = Fertigstellungswert – Plan-Kosten
Zeigt zum Stichtag die Abweichung vom Plan
Kostenabweichung: KA = FW – IK
Kostenabweichung = Fertigstellungswert – Ist-Kosten
Zeigt die wahre Kostensituation was “fehlt” zum Stichtag
Gesamtkostenabw.: GKA = PGK – EGK
Gesamtkostenabw. = Plangesamtkosten – Erwartete Gesamtkosten
Projektinternes Controlling - Prognose der erwarteten Gesamtkosten
Lineare Prognose: EGK = PGK * IK / FW
Annahme: lineare Fortsetzung der Differenz zum Projektende
Additive Prognose: EGK = PGK + IK - FW
Annahme: Fehler kann nicht aufgeholt werden.
Kostenabweichung wird zum Plan addiert, Abweichung wird bis
zum Schluss „mitgeschleppt“
Projektinternes Controlling - Kennzahlen
Effizienzfaktor EF = FW / IK
Wirtschaftlichkeit der Leistungserbringung
EF > 1 : Effizienz besser / EF < 1 : Effizienz schlechter
Kostenplan-Kennzahl KK = IK / PK
Verbrauch/Ausschöpfung der geplanten Kosten
EF > 1 : wird teurer
Zeitplan Kennzahl ZK = FW / PK
Terminentwicklungsindex (Maßzahl für zeitl. Abweichung)
ZK > 1 : Zeitvorsprung / ZK < 1 : Zeitverzug
Nutzen der Delegation...
...die Führungskraft:
- Entlasten von Aufgaben die nicht unbedingt selbst erledigt werden müssen
- Mehr Zeit für wichtige Aufgaben
- Nutzung des Wissens und Erfahrungen der Mitarbeiter
- Bewältigung von Aufgaben die allein nicht oder nur schwer machbar wären
...die Zusammenarbeit:
- Effizienzsteigerung durch Arbeitsteilung und Einbeziehung des Mitarbeiterwissens
- Bildung von Teamgeist durch gemeinsame Aufgabenerledigung
- Etablieren von Güte- und Qualitätskriterien für die Aufgaben durch die Festlegung von Kriterien zur messung der Erfolge
...den Mitarbeiter:
- Bindung und Motivation durch neue Herausforderungen und Wachstum
- Kompetenzerweiterung durch die Steigerung des Anspruchniveaus
- Motivationssteigerung durch Vertrauen der Führungskraft
Delegation - Was? Wer? Warum? Wie ? Womit? Wann?
- Welches Ergebnis wird angestrebt?
- Wer ist für die Aufgabe am besten geeignet?
- Welchem Zweck dient die Aufgabe?
- Wie soll bei der Ausführung vorgegangen werden?
- Welche Hilfsmittel werden benötigt?
- Wann soll die Aufgabe beginnen, enden?
Projektabschluss
- Geplante und erreichte Ergebnisse gegenüberstellen
- Nachkalkulation (Ermittlung von Messdaten für Erfahrungssicherung)
- Wirtschaftlichkeitsanalyse überprüfen
- Projektauflösen (Ressourcen freigeben)