Projektmanagement

Vorlesung Projektmanagement, 4. Semester Studiengang Wirtschaftsinformatik

Vorlesung Projektmanagement, 4. Semester Studiengang Wirtschaftsinformatik


J. H.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über Projektmanagement auf Universitätsniveau. Sie behandeln zentrale Themen wie die verschiedenen Phasen, Funktionen und Ziele eines Projekts, sowie die Aufgaben und Rollen des Projektleiters. Die Karteikarten beleuchten auch wichtige Aspekte wie Kostenplanung, Risikomanagement und die Bedeutung von Delegation. Besonders nützlich sind sie für Studierende und Berufseinsteiger, die sich mit den Grundlagen und fortgeschrittenen Konzepten des Projektmanagements vertraut machen möchten.
Cartes-fiches
80
Utilisateurs
4
Langue
Allemand
Catégorie
Informatique
Niveau
Université
Créé / Mis à jour
24.03.2014 / 28.08.2015

Flashcards

Projektstrukturplan

Ein Projektstrukturplan ist die austellung aller notwendigen Aktivitäten im Projekt. Baumstruktur wird verwendet.

Folgende Elemente werden verwendet:

  • Wurzelelement
  • Teilaufgaben, die zerlegbar sind in
  • Arbeitspakete, welche nicht mehr zerlegbar sind

Es gibt folgende Gliederungsprinzipien:

  • objektorientiert (am zu erstellenden Projekten)
  • funktionsorientiert (an erforderlichen Funktionen im Projekt)
  • phasenorientiert (an Projektphasen)
  • organisationsorientiert (an zuständigen Organisationseinheiten)

Aufwandsschätzung Teil 1

Kernfrage:

  • Wie hoch wird der Aufwand sein

Weiterführende Fragen

  • Dauer der Entwicklung
  • Anzahl benötigte Mitarbeiter

 

Methoden der Aufwandsschätzung

Expertenschätzung

  • Einzelschätzung
  • Schätzklausur
  • Delphi

Analogie-Methoden

  • Vergleich mit abgeschlossenen Projekten (Lessons Learned)

Prozentsatzmethode

  • Vergleich mit abgeschlossenen Projekten

Parametrische Schätzsysteme

  • CoCoMo, Function Point

Aufwandsschätzung - Function Point

Das Function Point Verfahren ist eine Softwaremetrik zur Bestimmung des fachlich funktionalen Umfang eines Systems.

Man ermittelt die Function Points durch Zerlegung der Anforderungen in Elementarprozesse und logische Datenbestände. Anschließend ordnet man Komplexitätsgrade (einfach, mittel, komplex) zu und vergibt die Werte in Function-Points. Dann gewichtet man diese mit Bewertungsfaktoren, die z.B. technische Einflussfaktoren widerspiegeln.

 

Das Ergebnis ist der justierte Function Point Wert. Dieser kann herangezogen werden um eine Aufwandsabschätzung durchzuführen, dies erfolgt anhand von Referenzdaten, die am bestem aus dem Unternehmen kommen. Je spezifischer die Referenzdaten, desto genauer die Aufwandsabschätzung.

 

Function Point - Kategorisieren der Anforderungen

Entweder als Elementarprozess oder als Datenbestand klassifiziert.

Elementarprozess:

  • sinnvollste, kleinste Aktivität, die das system nach ihrer ausführung in einem konsistenen Zustand lässt.
  • Lassen sich in drei Gruppen einteilen:
  • Eingabe bzw Erfassung
  • Ausgabe
  • Auswertung, Abfrage, Anfrage

Datenbestand:

  • interne Daten, Dateien im Sinne des Verbunds
  • externe Daten, Schnittstellen, Referenzdaten

Function Point - Komplexität

Mittels den drei festegelegten Komplexitätsgraden (niedrig, mittel, hoch) und den Kategorien wird eine empirische Tabelle erstellt.

Function Point - unjustierter Function Point Wert

Die Werte addiert die sich aus der Komplexitätstabelle herauslesen lassen für die Anforderungen. Dieser Wert kann als Maß für den funktionalen Umfang, den das System dem Anwender bietet, angesehen werden.

Function Point - Einflussfaktoren

Phase ist unabhängig von unjustierten Function Point Wert. Es werden bestimmte Systemeigenschaften bewertet, diese spiegeln nicht funktionale Anforderungen wieder. Hierfür wurden 14 General System Characteristics definiert (GSC). Bekommen einen wert von 0 bis 5. Die Summe der GSC Werte ergibt den Total Degree of Influence (TDI).

  • Datenkommunikation
  • Verteilte Datenverarbeitung
  • Geschwindigkeit
  • Konfigurierbarkeit
  • Transaktionsrate
  • ...

Function Point - justierter Function Point Wert

Der Wert für Total Degree of Influence fließt in eine Formel ein, die den Function Point-Wert nochmals verändert; man bezeichnet das Ergebnis als justierter Function-Point-Wert (Adjusted Function Point, AFP).


UFP * (0,65 + 0,01 * TDI) = JFP

Function Point - Kritik

  • Stammt aus der Zeit der Großrechner.
  • Nicht frei von Subjektivität
  • Nur eingeschränkt für objektorientierte Ansätze nutzbar
  • Hoher Aufwand

 

Aufwandsschätzung - CoCoMo

  • Algorithmisches Kostenmodell
  • Zusammenhang zwischen Kosten eines Projektes und Softwaremetriken hergestellt wird
  • Gesamtprojektdauer kann abgeschätzt werden
  • firmenspezifische Parameter enthalten

Aufwandsschätzung Vergleichsmethode

Prinzipdarstellung siehe Bild.

Aufwandsschätzung - Multiplikationsmethode

Ziel:

  • Schätzung der Projektkosten
  • durch Nachkalkulation alter Projekte werden Kennzahlen ermittelt (bspw. : Personalkosten pro Leistungseinheit)
  • diese Kennzahlen werden zur Vorkalkulation neuer Projekte verwendet

Problem:

  • linearer Zusammenhang zwischen Leistung und Kosten angenommen

Aufwandsschätzung - Expertenbefragung

  • Einzelschätzung
  • Mehrfachbefragung
  • Delphi-Methode
  • Schätzklausur

Details siehe Bild.

Netzplan

graphische oder tabellarische Darstellung von Abläufen und deren Abhängigkeiten

Netzplantechnik

alle Verfahren zur Analyse, Planung, Steuerung und Überwachung von Abläufen, wobei Zeit, Kosten und weitere Einflussgrößen berücksichtigt werden können

Netzplan Vorgangsknoten

  • Normalfolge (Ende-Anfang)
  • Anfangsfolgen (Anfang-Anfang)
  • Endfolgen (Ende-Ende)

Details siehe Bild.

Netzplan - Vorwärtsrechnung & Rückwärtsrechnung

Vorwärtsrechnung:

  • Berechnung der frühesten Zeitpunkte aller Ereignisse im Netzplan

Rückwärtsrechnung:

  • Berechnung der spätestens Anfangszeitpunkte sowie die spätesten Endzeitpunkte aller Ereignisse im Netzplan

Netzplan - Gesamtpuffer

Zeitspanne zwischen frühester und spätester Lage eines Ereignisses.

Um diese Zeitspanne kann der Vorgänger verschoben werden.

Netzplan - freier Puffer

Zeitspanne um die ein Ereignis gegenüber seiner frühesten Lage verschoben werden kann.

Einsatzmittel Planung

siehe Bild.

Einsatzmittel Optimierung - Kapazitätstreu und Termintreu

  • Kapazitätstreu: Kapazitätsgrenze wird eingehalten, Termin wird überschritten
  • Termintreu: Termin wird eingehalten, Kapazitätsgrenze wird überschritten

Details siehe Bild.

Kostenplanung

  • Kostenganglinie: anfallende Kosten pro Zeiteinheit
  • Kostensummenlinie: Summe der Plankosten zum Stichtag

Details siehe Bild.

Projektsteuerung - Was muss beachtet werden?

  • Terminsituation
  • Zielerreichungsgrad
  • Ressourceneinsatz
  • Kosten
  • Organisation
  • Vorherschau/ Risiken

Projektsteuerung - Wann und Wie beobachte ich ?

  • Wöchentlich (kritischer Pfad)
  • Monatlich (Geamtes Projekt)
  • Arbeitspaketverfolgung im Detail
  • Meilenstein und Review Veranstaltungen
  • reine Ausrichtung auf Abschlusstermin

Terminkontrolle

Jedes Arbeitspaket muss in regelmäßigen Abständen zurückmelden wie der aktuelle Fortschritt ist um gegebenenfalls im Netzplan neu zu berechnen können.

Meilensteintrendanalyse

Damit kann der tatsächliche und geplante Projektverlauf verglichen werden.

Achtung: Achsenverlauf!

"Fast schon fertig Syndrom"

Die letzten 10% einer Aufgabe brauchen oft 40% der Gesamtzeit.

Aufgrund von Fehleinschätzungen.

Projektinternes Controlling - Fertigungswert und -grad

Fertigstellungswert FW = PGK (geplante Gesamtkosten) x FGR (Fortschrittsgrad Ist)
Fertigstellungsgrad FGR = 100% * IK / PGK (oder je Vorgang) Fertigstellungswert eines Projektes zum Stichtag

Projektinternes Controlling - Fertigungswert und -grad

Fertigstellungswert FW = PGK (geplante Gesamtkosten) x FGR (Fortschrittsgrad Ist)
Fertigstellungsgrad FGR = 100% * IK / PGK (oder je Vorgang) Fertigstellungswert eines Projektes zum Stichtag

Projektinternes Controlling - Abweichungen zum Stichtag

Planabweichung:         PA= FW – PK
                                     Planabweichung = Fertigstellungswert – Plan-Kosten
                                     Zeigt zum Stichtag die Abweichung vom Plan


Kostenabweichung:      KA = FW – IK
                                      Kostenabweichung = Fertigstellungswert – Ist-Kosten
                                      Zeigt die wahre Kostensituation was “fehlt” zum Stichtag


Gesamtkostenabw.:      GKA = PGK – EGK
                                      Gesamtkostenabw. = Plangesamtkosten – Erwartete Gesamtkosten

Projektinternes Controlling - Prognose der erwarteten Gesamtkosten

Lineare Prognose:     EGK = PGK * IK / FW
Annahme: lineare Fortsetzung der Differenz zum Projektende

Additive Prognose:     EGK = PGK + IK - FW
Annahme: Fehler kann nicht aufgeholt werden.
Kostenabweichung wird zum Plan addiert, Abweichung wird bis
zum Schluss „mitgeschleppt“

Projektinternes Controlling - Kennzahlen

Effizienzfaktor    EF = FW / IK
Wirtschaftlichkeit der Leistungserbringung
EF > 1 : Effizienz besser / EF < 1 : Effizienz schlechter

Kostenplan-Kennzahl KK = IK / PK
Verbrauch/Ausschöpfung der geplanten Kosten
EF > 1 : wird teurer

Zeitplan Kennzahl ZK = FW / PK
Terminentwicklungsindex (Maßzahl für zeitl. Abweichung)
ZK > 1 : Zeitvorsprung / ZK < 1 : Zeitverzug

Rolle des Projektleiters

PL wirkt auf und muss Erwartungen und Reaktionen von ... beachten

  • Auftraggeber
  • Lenkungsausschuss
  • Projektteam
  • Umfeld

Details siehe Bild.

Hauptaufgaben der Führung

  • Motivation
  • Koordination (eher Steuerung)
  • Kommunikation

Details siehe Bild.

Hauptaufgaben des Projektleiters

  • sorgt für Rahmenbedingungen
  • motiviert und steuert Projektteam
  • behält Projektziels im Fokus

Details siehe Bild.

Nutzen der Delegation...

...die Führungskraft:

  • Entlasten von Aufgaben die nicht unbedingt selbst erledigt werden müssen
  • Mehr Zeit für wichtige Aufgaben
  • Nutzung des Wissens und Erfahrungen der Mitarbeiter
  • Bewältigung von Aufgaben die allein nicht oder nur schwer machbar wären

...die Zusammenarbeit:

  • Effizienzsteigerung durch Arbeitsteilung und Einbeziehung des Mitarbeiterwissens
  • Bildung von Teamgeist durch gemeinsame Aufgabenerledigung
  • Etablieren von Güte- und Qualitätskriterien für die Aufgaben durch die Festlegung von Kriterien zur messung der Erfolge

...den Mitarbeiter:

  • Bindung und Motivation durch neue Herausforderungen und Wachstum
  • Kompetenzerweiterung durch die Steigerung des Anspruchniveaus
  • Motivationssteigerung durch Vertrauen der Führungskraft

Delegation - Was? Wer? Warum? Wie ? Womit? Wann?

  • Welches Ergebnis wird angestrebt?
  • Wer ist für die Aufgabe am besten geeignet?
  • Welchem Zweck dient die Aufgabe?
  • Wie soll bei der Ausführung vorgegangen werden?
  • Welche Hilfsmittel werden benötigt?
  • Wann soll die Aufgabe beginnen, enden?

Produktübergabe

  • nach Realisierung folgt die Produktübergabe
  • wird festgehalten im Produktabnahmebericht
    • Übergabeprotokoll
    • Übernahmeprotokoll

 

Details siehe Bild.

Projektabschluss

  • Geplante und erreichte Ergebnisse gegenüberstellen
  • Nachkalkulation (Ermittlung von Messdaten für Erfahrungssicherung)
  • Wirtschaftlichkeitsanalyse überprüfen
  • Projektauflösen (Ressourcen freigeben)

Study