Produktionslogistik

Fragen zum Thema Produktionslogistik

Fragen zum Thema Produktionslogistik


Chris Baier
Diese Lernkarten behandeln die Planung und Bewertung von Logistik-, Materialfluss- und Fördermittelsystemen auf Universitätsniveau. Sie konzentrieren sich auf Kriterien wie Kosten, Flexibilität, Informationsfluss und Systemvergleiche, wobei Methoden wie Nutzwertanalyse und Kostenvergleichsrechnung im Mittelpunkt stehen. Besonders hilfreich sind sie für Studierende und Fachkräfte, die fundierte Entscheidungen in der Produktionslogistik treffen müssen.
Karten
55
Lernende
3
Sprache
Deutsch
Kategorie
BWL
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
30.01.2014 / 28.11.2020

Lernkarten

Was ist die Aufgabe der systematischen Planung?

Entwurf  einer Ordnung für das gezielte Vorgehen nach allgemeinen Grundsätzen. Sie umfasst das Vorausdenken und das Vorausberechnen aller zukünftigen betrieblichen Gegebenheiten und Abläufe.

Was sind die Vorgehensweisen bei Planungen?

Bei Planung 2 Vorgehensweisen:

1.      Analytisches Vorgehen (TOP-DOWN-Ansatz)

Prinzip: Planung vom Ganzen (Fabrik) zum Detail (Ausrüstung/Bereich)

2.      Synthetisches Vorgehen (BOTTOM-UP-Ansatz)

Prinzip: Planung vom Detail (Arbeitsplatz /Bereich) zum Ganzen (Gebäude/Standort)

 

In der Praxis häufig zu finden: TOP-DOWN

Beispiel:          Während des Baus einer Halle wird überlegt wie Produktionsanlagen aufgestellt werden und wie der Materialfluss erfolgen könnte. Dies kann dazu führen, dass Flächen- und Raumnutzung nicht optimal sind.

 

Günstiger: 1. Und 2. Kombinieren

            Integration zu nutzender Bereiche in den Planungsprozess.

            Planung „von oben“ + „von unten“

            d. h.     „optimaler“ Prozess bestimmt maßgeblich Standort und Bauhülle mit.

Was sind die Planungsprinzipien bei einer Fabrikplanung?

1. Systemtheoretische Betrachtungsweise

Ziel:     Optimum des Gesamtsystems

            Das bedeutet aber auf keinen Fall, das Subsysteme oder deren Elemente ebenfalls ihr     Optimum erreichen müssen.

Entscheidend für das Unternehmen ist die Gesamtoptimierung und nicht die       Einzeloptimierung.

Ganzheitliche Betrachtungsweise

            (z. B. mittels Prozesskettenanalyse)

 

2. Systematische Verfeinerung

Vorwärtsschreitende Planung vom Groben zum Feinen

Meist sinnvoll 1. Und 2.

Komplexe Systeme, wie Betriebsstätten, sind in ihrer Gesamtheit meist nicht auf einmal erfassbar.

Sinnvoll: Ordnen in Haupt- und Subsysteme

 

3. Sukzessive Einführung von Restriktionen

Ausgehend von einer theoretischen Ideallösung, die ausschließlich ideale und übergeordnete Gesichtspunkte berücksichtigt, wird durch die sukzessive Einführung von Restriktionen die Reallösung des Problems gefunden. Abweichungen vom Idealzustand (Idealplan) sind nur zulässig wenn eindeutig Widersprüche (Zielkonflikte) nicht anders gelöst werden können.

Wie wird der Planungszeitraum unterschieden?

 

  • Strategisch = langfristig ausgelegt (viele Jahre)
  • Taktisch = mittelfristig bis kurzfristig (Monate bis wenige Jahre)
  • Operativ = ganz kurzfristig (Tagesgeschäft bis einige Wochen)

 

 

 

Welche Rolle spielen die Kosten bei der Planung?

Qualität des Planungsergebnisses= Funktion von Personal, Zeit, Eingangsinformationen und Geld

 

d. h. hohe Planungsgenauigkeit = hohe Kosten

Es ist aus wirtschaftlichen Gründen nicht sinnvoll, ein absolutes Planungsoptimum anzustreben.

è Festlegung der Planungsgenauigkeit notwendig

So ist es z. B. zwecklos, die Planungsdaten mit 2 Stellen hinter dem Komma zu ermitteln, wenn die auf die Zukunft projizierten Daten mit ±10% abgeschätzt waren.

 

Planungskosten in Relation zu Investitionskosten

Vorstudie                               0,5 – 1%

Systemplanung                       4 – 6%                        10 – 15%

Ausführungsplanung              5 – 7%

 

 

                           Großprojekte          Kleinprojekte

                                                           (bei Umplanungen ggf. noch deutlich höhere Werte)

Welche Rolle spielt die Bewertung von Logistik-, Materialfluss-, Förder-,Lager, …-Systemen?

Im Rahmen von Planungsaufgaben gilt es, verschiedene Alternativen miteinander zu vergleichen und danach eine Auswahl zu treffen (Basis einer Auswahl ist eine Bewertung).

Entscheidungen im Bereich der Logistik haben eine besondere Tragweite, da sie den Betrieb langfristig beeinflussen. 

Was ist bei der Planung und Bewertung von Logistik-, Materialfluss-, Förder-,Lager, …-Systemen zu beachten?

Für Planungen und Bewertungen ist es wichtig, absehbare und mögliche Zukunftsentwicklungen zu berücksichtigen-

Zum Beispiel:

·         Bisher Personalkosten, stetig gestiegen (Ausnahmen in den letzten Jahren teilweise im Niedriglohnsektor)

·         Bisher Personalkosten stärker gestiegen als Materialkosten

·         Berücksichtigung absehbarer Neu- und Weiterentwicklungen

·         Flexibilität technischer Systeme

Berücksichtigen:

Zu erwartende technische Kosten und technische Entwicklungen.

Zum Beispiel:

  • Steigende Energie- und Rohstoffkosten
  • Verhältnis von Hardware- zu Lohnkosten
  • Erforderliche Flexibilität der Systeme

D. h. für eine Auswahlentscheidung ist es wichtig (möglichst) sämtliche relevanten Kriterien zu durchdenken und entsprechend ihrer Bedeutung zu berücksichtigen.

 

Welche Rolle spielt die Bewertung von Logistik-, Materialfluss-, Förder-,Lager, …-Systemen?

Im Rahmen von Planungsaufgaben gilt es, verschiedene Alternativen miteinander zu vergleichen und danach eine Auswahl zu treffen (Basis einer Auswahl ist eine Bewertung).

Entscheidungen im Bereich der Logistik haben eine besondere Tragweite, da sie den Betrieb langfristig beeinflussen

Was ist bei der Bewertung von Logistik-, Materialfluss-, Förder-,Lager, …-Systemen besonders zu beachten?

Für Planungen und Bewertungen ist es wichtig, absehbare und mögliche Zukunftsentwicklungen zu berücksichtigen-

Zum Beispiel:

·         Bisher Personalkosten, stetig gestiegen (Ausnahmen in den letzten Jahren teilweise im Niedriglohnsektor)

·         Bisher Personalkosten stärker gestiegen als Materialkosten

·         Berücksichtigung absehbarer Neu- und Weiterentwicklungen

·         Flexibilität technischer Systeme

Berücksichtigen:

Zu erwartende technische Kosten und technische Entwicklungen.

Zum Beispiel:

  • Steigende Energie- und Rohstoffkosten
  • Verhältnis von Hardware- zu Lohnkosten
  • Erforderliche Flexibilität der Systeme

D. h. für eine Auswahlentscheidung ist es wichtig (möglichst) sämtliche relevanten Kriterien zu durchdenken und entsprechend ihrer Bedeutung zu berücksichtigen.

Was sind die Kriterien für Fördermittelauswahl Systemvergleich?

1. Planerische Gesichtspunkte

  • Rohbau, Hallenkonstruktion Tragfähigkeit
  • Nachrüstmöglichkeit Gebäude
  • Errichtung in Baustufen
  • Flächen- und Raumbedarf der technischen Lösungen

2. Leistungsangebot

  • Förderleistung/Lagerplatzangebot
  • Fördergeschwindigkeit
  • Flexibilität bei Mengen- und/oder Gutänderungen
  • Unregelmäßige Transporte
  • Anpassung an Fördermittel

3. Funktionssicherheit

  • Systemspezifische Zuverlässigkeit/Verfügbarkeit
  • Störungsfolgen (Notbetriebssystem)
  • Instandhaltungsaufwand

4. Kosten

Wie funktioniert die Kostenvergleichsrechnung?

Bei einem System ergeben sich immer

Fixe Kosten:

  • Kaufpreis
  • Steuern, Versicherung, Gebühren
  • Garage, feste Pflegekosten
  • Zeitlich festgelegte Inspektionen

Variable Kosten:

  • Betriebsstoffe, Verschleißteile
  • Instandhaltungsmaßnahme infolge Fahrleistung
  • Lohnkosten des Bedieners

Ökonomische Rechnung am Beispiel Kostenvergleichsrechnung

Wie funktioniert die NWA / NKA (Nutzwert-/Nutzwertkostenanalyse)?

Nutzwert = Vorteil, den ich als Nutzen von einer Maschine/Anlage/Produkt habe oder

Erreichen einer von mir gewünschten Eigenschaft/eines gewünschten Merkmals/eines gewünschten Kriteriums.

NWA

Kosten und andere Größen (auch nicht-monetäre) können Kriterien sein

NKA

Nutzwerte (oder andere Größen) werden getrennt voneinander betrachtet

Schritte einer NWA
  1. Kriterienliste aufstellen
  2. Kriterien gewichten
  3. Aufstellen von Wertefunktionen (Wertskala)
  4. Feststellen der Zielerfüllung

Bewerten jedes einzelnen Kriteriums

  1. Wertsynthese

Interpretation und Auswertung

  1. Empfindlichkeitsanalyse

Hätte sich die Ergebnisrangfolge geändert wenn eine etwas andere Bewertung erfolgt wäre

  1. Ergebnisermittlung
Verfahren des paarweisen Vergleichs
  1. Hier um Doppelungen zu Erkennen oder um Reihenfolge zu bestimmen

 

Welche Rolle spielt die Informationslogistik?

 

In zunehmender Maße:

            Information als Produktionsfaktor

 

Begriffsbestimmung:

 

Information: Daten, Signal, Zeichen

Nachricht, die dem Empfänger unbekannt ist, die verständlich ist und die er bereit ist anzunehmen.

Kommunikation: Übermittlung von Nachrichten zwischen Systemen

            Technische Übertragung und Reaktion des Empfängers

            Kommunikation ein- oder zweiseitig

            Information ist Objekt der Kommunikation

Wie wird ein Informationsfluss konzipiert?

Charakteristika

  • Strukturierung in Netzwerk
  • Hierarchischer Aufbau
  • Die zunehmende Automatisierung mittels EDV- und Datenbanksystemen
  • Die normierte Gestaltung von
    • Schnittstellen
    • Datensätzen
    • Dateninhalte
  • Die zunehmende Verwendung standardisierter Software

 

Rechnerunterstützung es Informationsflusses im Unternehmen

Work-Flow

Was sind Informationsflussmittel?

  1. Datenträger
    • Nur vorgangsweise erstellt    = Beleg
    • Über längere Zeit nutzbar      = Ausweis
  2. Datenerfassung
  3. Betriebsdatenerfassung (BDE)
  4. Technologische Daten (z. B. Maschinendaten, Werkzeugdaten)
  5. Arbeitsvorgangbezogene Daten (z. B. Vorgabezeiten)
  6. Auftragsbezogene Daten (z. B. Fertigmeldung, Zustandsmeldung)

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