Produktion und Logistik - Skript 3

HTW Berlin, BWL(B) 3. Semester, Wilksch

HTW Berlin, BWL(B) 3. Semester, Wilksch


J. W.
Diese Lernkarten behandeln die Grundlagen der Produktion und Logistik auf Universitätsniveau. Sie konzentrieren sich auf Themen wie CAD-Systeme, Produktentwicklung, Lizenzarten und Schutzrechte, die für Studierende der Betriebswirtschaftslehre relevant sind. Die Karteikarten decken auch die Planung von Produkten, Marktstrategien und die Senkung von Komplexitätskosten ab, was sie besonders nützlich für Studierende macht, die sich auf Prüfungen oder praktische Anwendungen in der Industrie vorbereiten.
Flashcards
23
Students
4
Language
German
Category
Micro-Economics
Level
University
Created / Updated
07.06.2015 / 19.01.2024

Flashcards

Welche Bereiche und Strukturen gibt es innerhalb der Kostenverursachung und -beeinflussung ?

- Verusachung: Materialkosten > Fabrikationskosten > Konstruktion/Entwicklung

- Beeinflussung: Produktgestaltung > Fabrikationsgestaltung > Materialbewirtschaftung

Aus welchen Teilen besteht der Bereich F&E?

- Forschung:

-> Grundlagenforschung

-> angewandte Forschung

- Entwicklung:

-> Neuentwicklung

-> Weiterentwicklung

-> Erprobung

Was macht die Grundlagenforschung aus?

= Erweiterung der Grenzen der Naturwissenschaften

-> i.d.R. nicht direkt produktbezogen

-> meist staatlich gefördert

-> Problem: sehr teuer + Zielerreichung ungewiss (ob und wann)

Worum geht es bei der angewandten Forschung?

= Anwendung der Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung

-> Ziel: Nachweis der technischen Machbarkeit + Prüfung eventueller Risiken + Bestimmung der wahrscheinlichen Produktionskosten

-> Ergebnis = Prototyp

Was ist der Inhalt der Entwicklung?

- Aufgabe = Prototyp marktreif machen

-> Neuentwicklung = nicht gut planbar, da Vorgehensweise noch nicht bekannt

-> Weiterentwicklung = besser planbar, da (grundsätzliche) Vorgehensweise bereits bekannt

► Neu- und Weiterentwicklung miteinander kombinierbar

-> Erprobung = Testung (sehr zeit- und kostenintensiv)

Wodurch können Sortimentskomplexitätskosten enstehen?

- viele Varianten an Endprodukten

- hohe Fertigungstiefe

- hohe Anzahl von Einzelteilen pro Produkt

- exotische Materialien

- zu viele verschiedene Materialien

- verschiedene Bauteile für gleiche Funktionen in verschiedenen Produkten

- komplizierte Produktionsstruktur

- zu viele Nischenprodukte im Programm

- neue Formen und Fertigungstechnologien

 

Welche Strategien gibt es um Komplexitätskosten zu senken?

- Erhöhung der Verarbeitung von Standardteilen

-> Problem: "Kreativitätseinschränkung" des Produktentwicklers

-> Maßnahme: Einsatz von Prämien bei Erfüllung einer "Standardteile-Quote"

oder Rechtfertigungspflicht bei Nichterfüllung der Quote

- Senkung der Variantenanzahl

-> bei den Endprodukten

► eher schwierig dem Kunden ggü. zu erklären)

-> bei den Baugruppen (Plattform-Konzept)

► effizientere Produktion, größere Stückzahlen möglich

► bei Qualitätsmängeln einer Baugruppe sind alle Produkte mit dieser Baugruppe betroffen

-> bei Einzelteilen

► z.B. gleiches Material, gleiche Schrauben usw.

► oder möglichst wenige Einzelteile pro Produkt

- fertigungs-/ monatgegerechte Konstruktion

-> Gewährleistung einer leichten Fertigung, eines leichten Zusammenbaus, einer leichten Befestigung

-> oder design-to-process

► Konstruktion der Produkte, sodass sie (vorwiegend) mit bereits vorhandenen Maschinen/Werkzeugen gefertigt werden können

Was ist Simultaneous Engineering?

= gleichzeitiges Entwickeln/Konstruieren

-> Experten aus den Bereichen Konstruktion/Design/Entwicklung, Fertigung/Montage, Marketing, Controlling, Beschaffung usw. entwickeln zusammen ein Produkt-Konzept

-> Ziel: Zeit sparen, schnellere Kommunikation der Funktionsbereiche bei eventuellen Einwände, Schaffung einer Entscheidungsgrundlage für Führungspositionen

Aus welchen Phasen besteht der Produktlebenszyklus und welche Phasen sind vor allem für die Produktentwicklung wichtig?

  1. Produktfindung
  2. Produktrealisierung
  3. Markteinführung
  4. Wachstum
  5.  Reifezeit
  6. Marktsättigung
  7. Abstieg

=> in den ersten beiden Phasen hohe Entwicklungskosten und Festlegung der Komplexitätskosten zu 75%

Was unterscheidet den Innovator vom Imitator?

- Innovator = Vorreiter auf dem Markt durch technologischen Vorsprung

  ► Umsatz des Innovators meist höher

- Imitator benötigt gewisse Reaktionszeit

  ► Imitation ist Grundlage für Wettbewerb und somit für Preiskämpfe und Produktweiterentwicklung

Wie verläuft der Prozess der Produktplanung?

- Unternehmens-/ Umweltanalyse

  ► Potenzialanalyse des Unternehmens

  ► Festlegung und Analyse eines Suchfelds (= Widerspiegelung von Markttrends und aktuellen Kundenanforderungen)

- Produktfindung

- Produktrealisierung

- Produktbetreuung

- Produktplanungsverfolgung

- Produktüberwachung

Beschreibe die Produkt-Markt-Matrix.

- bestehendes Produkt / bestehender Markt

-> Planung des laufenden Geschäfts

-> Marktdurchdringung, Intensivierung durch Marketing-Kampagnen, Einführung von Zusatz-Services usw.

- bestehendes Produkt / neuer Markt

-> Planung von bestehenden Produkten in neuen Märkten

-> Markterweiterung

- neues Produkt / bestehender Markt

-> Planung neuer Produkte in bestehenden Märkten

-> Produktneuplanung

- neues Produkt / neuer Markt

-> Planung neuer Produkte in neuen Märkten

-> Diversifikation

Wie verläuft der Prozess der Produktfindung?

- Ideenfindung

-> intuitiv (Brainstorming, Brainwriting)

► spontan, kreativ, gruppendynamisch, freie Assoziationen

► Quantität vor Qualität

-> befragend/analysierend (Delphi-Methode = Experten-Befragung)

-> diskursiv (Morphologische Methode, Relevanzbaum-Methode)

► logisch kombinativ, systematisch

 

- Ideenauswahl und -bewertung (Marktanalyse, Wettbewerbsanalyse, Unternehmenspotenzial)

 

- Produktdefinition (systematischer Aufbau von Entwicklungsvorschlägen)

Wie erstellt man eine Potenzialanalyse?

-> Matrix aus Potenzialarten und -bereichen

- Potenzialarten:  ► Informationspotenzial

    ► Sachmittelpotenzial

    ► Personalpotenzial

    ► Finanzmittelpotenzial

- Potenzialbereiche:    ► Entwicklung

► Beschaffung

► Produktion

► Vertrieb

Wie ist die Wertschöpfungspyramide aufgebaut?

- an der Spitze: OEM (original equipment manifacturer) -> der, der an den Endkunden verkauft

- 1. Lieferantenebene = Systemlieferanten -> liefern schon fertige Systeme

► Vorteil für OEM: Reduzierung von Beschaffungs- und Produktionsprozessen

► Nachteil für OEM: hohe Abhängigkeit von Lieferanten

- 2 Lieferantenebene = Modullieferanten

- ... weitere Lieferanten

 

=> umso mehr die Ordnung der Pyramode innerhalb des Wertschöpfungsprozesses eingehalten wird, desto geringer ist der Aufwand für den OEM

Welche vertikalen und horizontalen Kooperationen kann es geben?

- horizontal:     - Einkaufsallianz

- Arbeitskreis

- Bildungsallianz

- Vertriebsallianz

- Transportallianz

- Forschungsallianz usw.

- vertikal:         - Hersteller-Zulieferer-Kooperation

- Industrie-Handels-Kooperation

- Entwicklungskooperation usw.

Welche relevanten Schutzrechte gibt es in der Produktion?

- technische Schutzrechte

-> Patent:        sowohl Produkte als auch Prozesse

Anmeldung kostengünstig (ca. 350€)

Schutz gilt ab Antrag, aber immer nur für ein Land

Prüfdauer auf benötigte Erfindungshöhe max. 4 Jahre

Schutzdauer max. 20 Jahre

-> unnötig, wenn Konkurrenz Produkt nicht durch Zerlegung analysieren kann

-> Gebrauchsmuster:  nur Produkte

Schutzdauer max. 10 Jahre

Erfindungshöhe irrelevant

- ästhetische Schutzrechte

-> Geschmachsmuster: 2- oder 3-dimensionale Gestaltungen

  Schutzdauer max. 20 Jahre

Worin besteht der Lizenzvertrag?

- übereinstimmende Willenserklärungen von Lizensgeber und Lizensnehmer

-> Lizenzgeber hat Verhandlungsmacht und Vertragsgestaltungsfreiheit

Welche Arten von Lizenzen gibt es?

- nach Existenz von Schutzrechten

► Patentlizenz (Schutzrecht vorhanden)

► Know-how-Lizenz (kein Schutzrecht)

► gemischte Lizenz (teilweise geschützt, teilweise nicht)

- nach Nutzungsrechtumfang

► unbeschränkte Lizenz

► beschränkte Lizenz (sachlich, räumlich oder zeitlich)

- nach Anzahl der Lizenznehmer

► ausschließliche Lizenz ( LN hat alleiniges Recht)

► einfache Lizenz (mehrere LN)

- nach Freiwilligkeit bei Zustandekommen der Lizenz

► Zwangslizenz (bei öffentlichem Interesse)

► vereinbare Lizenz (freiwillige Basis)

- nach Berechnungsart des Entgeltes

► nutzungsunabhängige Lizenz (pauschale Gebühr)

► nutzungsabhängige Lizenz (abhängig von Stückpreisen, Gewinn usw.)

Wie verläuft der Prozess der Produktentwicklung?

- Planen (Bestimmung der Gesamtfunktion)

- Konzipieren (Bestimmung der Teilfunktionen, Festlegung von Lösungprinzipien, Bewertung von Lösungen, Kombination von Prinzipien, Skizzenanfertigung)

- Entwerfen -> längste Phase (maßstäbliche Entwürde, Ausgestaltung des Lösungskonzepts, Varianten von Gestaltungszonen, Berechnungen, Beachtung der Herstellbarkeit, Kostenoptimierung)

- Ausarbeiten (Detailgestaltung, Zeichnungserstellung, Stücklistenerstellung, Normprüfung)

 

-> Zunahme des Detaillierungsgrads und der Konkretisierung

Worin besteht der Informationsgehalt von Zeichnungen?

- technologische Daten (Geometrie, Maße, Toleranzen, Oberflächen, Werkstoffangaben)

- organisatorische Sachdaten (Identnummer, Klassifizierungsnummer, Benennung, Gewicht, Änderungszustand, Status)

- organisatorische Zeichnungsdaten (Zeichnungsnummer, Bearbeiter, Erstellungsdatum, Maßstab, Zeichnungsformat, Firma, Prüfer, Prüfungsdatum)

Was ist das Ziel von Normierungen?

- gewisse Qualität

- Sicherung der Austauschbarkeit von Einzelteilen -> Grund für Wettbewerb und Preiskämpfe

Wie unterscheidet man CAD-Systeme?

- 2D-CAD-Systeme-

-> zweidimensionale Zeichnungen

-> ähnlich der klassischen Zeichnung

-> Beschleunigung bei Erstellung, Ausdruck und Wiederverwendung

- 3D-CAD-Systeme:

-> dreidimensionale Modelle

-> Behandlung von Freiformen

-> im Raum drehbar

-> erweitere Arbeitsweise (automatische Kollisionsprüfung, Einbauuntersuchungen)

-> virtuelles Prototyping

-> beliebige Schnitte und Zeichnungen

-> Verwendung für Marketing

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