Präzisionsbearbeitung

Prüfungsvorbereitung TU Ilmenau

Prüfungsvorbereitung TU Ilmenau


K. J.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über Präzisionsbearbeitungsverfahren für Studierende. Sie behandeln verschiedene Techniken wie Honen, Erodieren und Drehen, wobei Werkzeuge, Werkstücke und Toleranzen im Fokus stehen. Besonders relevant sind ultrapräzise Methoden und die Ursachen von Verschleiß. Praktiker profitieren von den detaillierten Beispielen und Anwendungsfällen, um hochpräzise Oberflächenqualitäten zu erreichen.
Karten
161
Lernende
1
Sprache
Deutsch
Kategorie
Technik
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
16.08.2015 / 16.08.2015

Cartes-fiches

Faustformel Kosten

Die Halbierung der Toleranz hat eine Vervierfachung der Fertigungskosten zur Folge

Formtoleranzen

  • Rundheit
  • Zylindrität
  • Geradheit
  • Ebenheit
  • Linienform
  • Flächenform

Lagetoleranzen

  • Parallelität
  • Winkelabweichung
  • Neigung
  • Konzentrizität
  • Koaxilität
  • Symmetrie
  • Rundlauf
  • Position

Anforderungen an technische Oberflächen

  • Verschleißfestigkeit
  • Reibungsarmut
  • Oberflächenhärte
  • Dichtungseigenschaften
  • Korrosionsbeständigkeit
  • Aussehen
  • ...

Gestaltsabweichungen der Oberfläche: Ordnungen

  1. Formabweichungen
  2. Welligkeit
  3. Rauheit - Rillen
  4. Rauheit - Riefen
  5. Rauheit - Gefüge
  6. Gitteraufbau

Formabweichungen: Beispiele und Ursachen

  • Unebenheit, Unrundheit
  • Führungsfehler der WZM, elastische Durchbiegung, falsche Einspannung

Welligkeit: Beispiele und Ursachen

  • Wellen
  • Außermittige Einspannung; Schwingung

Rillen: Beispiele und Ursachen

  • Rillen
  • Schneidenform, Vorschub (kinematische Rauheit)

Riefen: Beispiel und Ursachen

  • Riefen, Schuppen, Kuppen
  • Vorgang der Spanbildung, Knospenbildung, Galvanik

Gestaltabweichung 5. Ordnung: Beispiel und Ursachen

  • Gefügestruktur
  • Kristallisationsvorgänge, Korrosion

Gestaltabweichung 6. Ordnung: Beispiel und Ursachen

  • Gitteraufbau
  • Physikalische und chemische Vorgänge im Gitteraufbau

Def.: Einzelrauhtife Rei

Rei ist die Summe aus der Höhe der größten Profilspitze und der Tiefe des größten Profiltals der Rauheitsprofils innerhalb einer Einzelmessstrecke.

Def.: Rauhtiefe Rz

Rz ist der arithmetische Mittelwert der Einzelrauhtiefen Rei aufeinanderfolgender Einzelmessstrecken.

Def.: Maximale Rauhtiefe Rmax

Rmax ist die größte Einzelrauhtiefe innerhalb der Gesamtmessstrecke.

Empfohlene Rauhtiefe Rz der Oberfläche im Vergleich zu Maßtoleranz T.

\(R_z =k\times{T}\)

k: Faktor zur Berücksichtigung der Funktionsanforderungen; k= 0,5 ... 0,05 (keine besonderen Anforderungen - sehr hohe Anforderungen an die Funktion)

Def.: Mittenrauhwert Ra

Ra ist der arithmetische Mittelwert der Beträge aller Profilwerte des Rauheitsprofils.

Def.: Mittenrauhwert Rq

Rq ist der quadratische Mittelwert aller Profilwerte des Rauheitsprofils.

Varianten Oberflächenfeinwalzen

  • Maßwalzen
  • Glattwalzen
  • Festwalzen

Maßwalzen Eigenschaften

  • Einschränken der Maßabweichungen
  • Minimierung von Rundheitsfehlern

Glattwalzen Eigenschaften

  • Erhöhen der Oberflächengüte
  • Optimierung des Verschleißverhaltens

Festwalzen Eigenschaften

  • Steigern der Dauerfestigkeit

Vorteile des Walzen

  • Reduzierung der Rauhtife um mehr als 60%
  • Verrunden der Resstrauhspitzen
  • Steigerung der Oberflächenhärte
  • Steigerung der Verschleißfestigkeit
  • Umweltfreundlich, da kein Materialabtrag und geräuschlos
  • Sehr kurze Prozesszeiten
  • Hohe Prozesssicherheit
  • Geringe Investitionskosten

Walzen: 

Ursachen für Kratzer

  • Verschmutzung
  • Verschlissene Rollen

Walzen

Lösungen bei Kratzern

  • Kühlschmierstoff ersetzen
  • Rollen ersetzen

Walzen

Ursachen für schuppige Oberflächen

  • Zu große Werkzeugzustellung
  • Zu große Reibung

Walzen

Lösungen bei schuppigen Oberflächen

  • Weniger Zustellung
  • Mehr Schmierung

Walzen 

Ursachen für spiralförmige Abdrücke oder zurückbleibende Werkzeugmarken

  • Vorbearbeitung zu glatt oder zu ungleichmäßig
  • Zu wenig rolliert
  • Rollen stecken fest
  • Fremdkörper im System
  • Rollenbahnen überlappen nicht
  • Späne in Bohrung

Walzen

Lösungen bei spiralförmigen Abdrücken und zurückbleibenden Werkzeugmarken

  • Kleinerer Schneidenradius oder höherer Vorschub des Zerspanwerkzeugs
  • Werkzeugdurchmesser vergrößeren
  • Druckunterstützung bei geringen Wandstärken
  • Verwendung von Bearingizing-Werkzeug
  • Vorschub reduzieren
  • Werkstück vor Rollieren reinigen

Walzen

Ursache für zu großes oder zu kleines Maß nach dem Rollieren

  • Falsches Aufmaß beim Zerspanen

Walzen

Lösung bei zu großem oder zu kleinem Maß nach Rollieren

  • Zerspanwerkzeug präziser einstellen

Walzen

Ursachen für Trichter- oder Kegelförmige Formabweichung

  • Verarbeitungsproblem
  • Fluchtung
  • Werkzeug verläuft
  • Bauteil ist dünnwandig
  • Bauteil hat unregelmäßige Geometrie

Walzen

Lösungen bei trichter- oder kegelförmigen Formabweichungen

  • Fluchtung der Werkstüberträger und des Werkzeugs kontrollieren
  • Ändern der Aufspannung für mehr Stabilität
  • Bearingizing-Werkzeug verwenden

Anforderungen an Schneidstoffe

  • Härte und Druckfestigkeit
  • Biegefestigkeit
  • Zähigkeit
  • Kantenfestigkeit
  • Innere Bindefestigkeit
  • Warmfestigkeit
  • Geringe Oxidations-, Diffusions-, Korrosions- und Klebneigung
  • Abriebfestigkeit

Merkmale Werkzeugstähle

  • C-Gehalt von 0,6% - 1,3%
  • Geringe Warmhärte: bis 300°C
  • Härte bis 900 HV30
  • Für Handwerkzeuge
  • Kaum noch Bedeutung in der Zerspanung

Merkmale Schnellarbeitsstähle

  • Hochlegierte Werkzeugstähle
  • Warmhärte bis etwa 600°C
  • Härte bis 1000 HV30
  • Beschichtung mittels PVD, z.B: TiN

Wichtige Legierungselemte bei Schnellarbeitsstählen

  • Kohlenstoff (Härte)
  • Chrom (Durchhärtbarkeit)
  • Molybdän / Wolfram (Warmhärte, Verschleißwiderstand, Zähigkeit)
  • Vanadium (Verschleißfestigkeit)
  • Kobalt (Warmhärte / Anlassbeständigkeit)

Merkmale Hartmetalle

  • Gesintertes Stoffsystem
  • Temperaturbeständig bis 1200°C
  • Härte: 1300 - 1700 HV30
  • Metallcarbide als Härteträger
  • Bindemetalle für Zähigkeit

Übliche Metallcarbide in Hartmetall als Schneidstoff

  • Wolframcarbid
  • Titancarbid
  • Tantalcarbid
  • Niobcarbid

Bindemetalle in Schneidstoff-Hartmetall

  • Kobalt
  • Nickel
  • Molybdän

Merkmale Schneidkeramiken

  • Härte: 1400 - 2400 HV30
  • Temperaturbeständig bis 1300° - 1800°C
  • Gesintert ohne Bindemittel
  • Sehr hohe Schnittgeschwindigkeit/ -temperatur da nicht durch Bindemittel beschränkt
  • Geringe Bruchfestigkeit
  • Hohe Schlag- und Thermoschockempfindlichkeit
  • Basis: Al2O3 ; Si3N3 (Siliciumnitrid)

Étudier