Human- & Physische Geografie
Vorlesungen & dazugehörigen Übungen von Humangeografie I Physische Geografie I
Vorlesungen & dazugehörigen Übungen von Humangeografie I Physische Geografie I
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Flashcards
Coriolis-Kraft
Ablenkung nach
- Rechts auf Nordhalbkugel
- Links auf Südhalbkugel
Coriolis-Kraft C (Effekt) hängt ab von:
- Geogr. Breite φ
- Geschwindigkeit v
- ω=Winkelgeschw. (360°/Tag)
C=2ω * sin(φ) * v
--> Coriolis-Effekt stärker in hohen Breiten
Kräfte und resultierende Windrichtung
Druckgradientkraft: senkrecht zu isobaren
Corioliskraft: parallel zu Windvektor
--> daher in der Höhe: "Geostropischer Wind" (da keine Reibung) fast schon parallel zu isobaren (Jetstream: zwischen den Zellen)
an Boden allerdings noch Reibung, reduziert Windkraft
--> Wind wird abgelenkt gg. Tiefdruck (in tiefen Breiten noch stärker, da Coriolis-Kraft kleiner) "Geotriptischer Wind""
Faustregel bzgl. Drehsinn Hoch- und Tiefdruckgebiete
Hochdruckgebiete:
N-Halbkugel: Uhrzeigersinn
S-Halbkugel: Gegenuhrzeigersinn
Tiefdruckgebiete:
N-Halbkugel: Gegenuhrzeigersinn
S-Halbkugel: Uhrzeigersinn
Klima, Wetter
climate is what we expect, weather is what we get (vgl. 2 Würfel, oft 7, 2 und 12 sehr selten)
Klima definiert über 30 Jahre
Föhnlage
Hoch in Südeuropa (Italien o.ä.), Tief eher nördlich (GB, F)
Wind aus Süd, Südosten (an Alpen feuchte Luft aufgestaut, sinkt nach Alpen und trocknet aus) Wetter auf Alpennordseite also warm und trocken, gute Fernsicht, Wolkenberge, Föhnstau oberhalb der Berge
Merkmal: Föhnknie auf Alpensüdseite
advektive Lage
Geschwindigkeiten Warm- und Kaltfront
warm: ca. 30 km/h
kalt: ca. 50 km/h
Prozesse Kaltfront
Temperatur: Abkühlung
Stratus --> Cirren
rascher Frontendurchgang
Winde: Böen
nach Gewitter sehr gute Sicht
Kaltluft schiebt sich unter Warmluft, "verdrängt"
Luftdruck steigt
Prozesse Warmfront
Temperatur: Erwärmung
Cirren --> Stratus
Landregen
träger Frontendurchgang
kaum Winde
während Warmsektor nicht gute Sicht, eher "drückendes" Wetter
Warmluft schiebt sich über Kaltluft, "drückt weg"
Luftdruck sinkt
Chronologie eines Frontendurchgangs
- Bildung von Cirren
- allmählich zunehmende Bewölkung
- Himmel mit Schichtwolken bedeckt
- Anhaltender Landregen
- Nachlassen des Landregens
- Erwärmung
- Aufhellungen
- Rasche Abkühlung
- Gewitter
- Bewölkungsauflösung bei kaltem Wetter
Möglichkeiten der natürlichen Luftabkühlung
- Nacht: nächtliche Ausstrahlung + keine Sonnenerwärmung
- Luftaufstieg:
-> Druck nimmt ab, Luft dehnt sich aus; lokale Erhitzung
-> Gebirge als Hindernis
-> Verdrängung von Warmluft
- Mischung warm/kalt Luft (--> Küstennebel)
Prozesszusammenhänge in Hoch- & Tiefdruckgebieten
Tiefdruck:
1. Luft steigt auf
2. Luftfeuchtigkeit simmt zu (kühlere Luft hält weniger Wasser)
3. Kondensation setzt ein
4. es bilden sich Wolken
Hochdruck:
1. Luft steigt ab
2. Luftfeuchtigkeit nimmt ab
3. Verdunstung überwiegt
4. Wolken lösen sich auf
Wind
Luftströmungen zum Druckausgleich (von hohem Druck zu tiefem Druck)
warme Luft steigt auf, da ausgebreitet weniger Druck hat
kalte Luft sinkt ab, da hoher Druck
Hadley-Zelle
grenzen äquatorialer Tiefdruckfurche an
Ferrel-Zelle
zwischen subtropischem Hochdruckgürtel und polarer Tiefdruckfurche
Jetstream
Region knapp unterhalb der Tropopause mit sehr starken Westwinden (im Kern bis zu 500 km/h)
Wind zwischen den Zellen (Ferrell & Hadley)
2 pro Halbkugel: Polarfrontjet & Subtropenjet
Schwankungen bsp Nordhalbkugel
Polarfrontjet: tägliche Schwankung von 50°N bis 75°N
Subtropenjet: im Sommer 40°N, Winter 30°N
X: Energie wird aufgenommen (i.e. muss zugeführt werden)
Y: Energie wird freigesetzt
1) Eis --> flüssig: Schmelzen (X)
2) flüssig --> Eis: Gefrieren (Y)
3) flüssig --> Gas: Verdunstung (X) [bsp. Abkühlung d. Haut durch Schwitzen]
4) Gas --> flüssig: Kondensation (Y)
5) Eis --> Gas: Sublimation (X)
6) Gas --> Eis: Deposition (Y)
Absolute & relative Feuchtigkeit
absolut: in g/m3 wieviel Gramm Wasser in einem Kubikmeter Luft enthalten sind
relativ: in %, wie nahe die absolute Feuchtigkeit an Sättigungsmenge herankommt (bei Temperatur ca. 22°C mit 5 g/m3 25%)
--> je wärmer, desto mehr Wasser kann gehalten werden, je kälter desto weniger Wasser
--> bei 100% Sättigung: Kondensation (Regen, Schnee, Nebel)
feucht- und trockenadiabatisch
adiabatisch: Zustandsänderung ohne Wärmeaustausch mit Umgebung
trocken: 1°C pro 100m
feucht: 0.6°C pro 100m (setzt latente Wärme frei) weil gleichzeitig auch noch Kondensation
Solarkonstante
S=1365 W/m2 (Strahlenmenge, die auf der Oberfläche der Atmosphäre auftrifft)
räumliche/zeitliche Variation: flacher Winkel=grössere Fläche --> weniger Energie; rechter Winkel=kleinst mögliche Fläche --> mehr Energie
Milankovitch Zyklen: ca. alle 100'000 Jahre, Ursache langfristiger Klimaänderungen, Kombination aus 3 Effekten
- Exzentrizität (ca. 100'000 Jahre)
- Neigunswinkel 21.5-24.5° (ca. 40'000 Jahre)
- Präzession
Sonnenflecken: durch solare Magnetfelder erzeugte Bereiche (10'000 bis 50'000km)
Konvektion unterhalb der Troposhpäre d. Sonne wird gestört --> nach aussen fliessender Energiestrom wird abgeschwächt
--> Fläche der Sonnenflecken eher kalt
Strahlungsbilanz & Energiehaushalt
Albedo
Sonne: fast Hälfte sichtbare Strahlung, ca. 45% IR (grosse Wellenlänge, geringe Energie), ca. 10% unltraviolett (kurze Wellenlänge, hohe Energiedichte)
Durchschnittliche Menge der Strahlung auf Erdoberfläche: 342 W/m2 (SErde=1365*(AKreis/AKugel)=1365/4≈340)
Reflexion: Wolken 22%, Erdoberfläche 9%; Absorbtion: Atmosphäre 20%, Erdoberfläche 49%
Strahlungs-/Energiehaushalt
wenn im Gleichgewicht Qin-Qout=0, ansonsten Erwärmung od. Abkühlung
Qin=S * (1-α) * sin(β) [α=Albedo, β=Einfallswinkel]
Qout=S * α * sin(β)
Strahlungsbilanz:
- Sonnenstrahlung kommt durch Atmosphäre, Wärme wird bei Rückstrahlung durch Treibhausgase zurückgehalten --> es kommt mehr Energie hinein, als in Weltraum hinaus geht, deshalb Erde 14°C und nicht -19° (ursprünglich kurzwellig kommt durch, langwellig (IR) bleibt bei Rückstrahlung zurück, kommt nicht durch) - bei Zuanhme von Treibhausgasen nimmt diese Temperatur zu
- Ausgleich von Äquator zu Polen durch Ozean- & Atmosphärische Zirkulation
Albedo=Reflektivität: Wert zw. 0 (alles wird absorbiert) und 1 (alles wird reflektiert) oder in %
Vegetationsindex: Vegetation stark = niedrige Albedo
Chlorophyll-Index:
Stefan-Boltzman-Gesetz
Schwarzkörper Strahlung
Q=ε * σ * T4
Q=Strahlungsenergie; ε=Konstante; σ=Emissivität; T=Temperatur
d.h. Energie steigt nicht-linear mit Temperatur & heisse Oberflächen strahlt mehr Energie ab
Wien'sches Verschiebungsgesetz
λmax * T=konst=2898μmK
λ=Wellenlänge in μm; T=Temperatur in K
d.h.: Wellenlänge nimmt ab mit höherer Temperatur (Sonne heisser, kurzwelligere Strahlung (sichtbar) als kältere Erde (IR))
See-Land-Wind
Land wärm tagsüber schnell auf --> Tiefdruck (Luft steigt auf), kühlt nachts schnell ab: umgekehrt
d.h. tags Wind vom Meer aufs Land (Hoch zu Tief) und nachts vom Land aufs Meer
Klimasystem Zeitskalen
Atmosphäre: min-monat (boundary layer 1d)
Ozean:
mixed layer: monat-1y
Meereis: Monat-103y
Tiefsee: 102-103y
Kontinent:
Schnee auf Oberfläche: min-monat
Litho-biosphäre: monat-103y
Gletscher: 10-102y
Eisschilder: 102-105y
wichtigste Treibhausgase und deren Wirksamkeit
- Wasserdampf (H2O)
- CO2 (400ppm)
- Methan (x25 mal effektiver alsCO2) (1.75ppm)
- Ozon (x1000 mal effektiver alsCO2) (bis zu 10ppm)
- Wolken
Wärmetransport:
Konvektion, Wärmeleitung & Wärmestrahlung
[am Bsp. einer Heizung]
Konvektion (convection)
Bewegung von Gas oder Flüssigkeit aufgrund Dichteunterschiede [Aufstieg erwärmter Luft]
Wärmeleitung (conduction)
Energie wird ohne Materialtransport übertragen [warmes Wasser erwärmt Metall]
Wärmestrahlung (radiation)
Energietransport durch elektromagnetische Wellen, v.a. im infraroten Bereich (Boltzmann) [Abstrahlung von Wärme]
Wettersatelliten
IR (Infrarot)
misst Frequenzen, in denen Wasserdampf Strahlung emittiert, d.h. Strahlung, die Wolkenoberfläche (oder wolkenfreie Erdoberfläche) verlässt
kalte Gebiete erscheinen hell (wenig Strahlung), warme dementsprechend viel Strahlung = dunkel (kann in Temperaturen umgerechnet werden, was wiederum etw. über Höhe d. Wolken aussagen kann: höher = kälter)
Faustregel: Wolkenoberflächen mit Temperaturen <32°C = Niederschlag
VIS (im sichtbaren Bereich)
Frequenzbereich, wo Wasserdampf das einfallende Sonnenlicht reflektiert (--> nur am Tag)
hohe Albedo weiss, Land häufig heller als Meer, aber dunkler als Wolken
helle Wolken also hohe Albedo, d.h. dick, grosser Wasser(-Eis)-Anteil, kleine mittlere Tröpfchengrösse (dunklere Wolken Gegenteil)
WV (Wasserdampf, Water Vapour)
mit Wellenlängen gemessen, wo Wasserdampf bei Absorption das dominierende atmosphärische Gas ist
d.h. je weniger Strahlung den Satelliten erreicht, desto mehr Wasserdampf vorhanden (geeignet für Analyse der Strömung in mittlerer Troposphäre zw. 300 - 600 hPa)
Geostationäre Satelliten
immer an selben Punkt, wegen energetischem Aufwand nur über Äquator
Flughhöhe gegeben (Zentrifugalkraft & Erdanziehung müssen sich aufheben)
immer min. 5 im Einsatz (jeder Punkt um den Äquator muss von min. einem Satelliten gesehen werden)
Bsp. METEOSAT (Afrika, Ostatlantik, Naher Osten & Europa) 0° Ost/West
Polumlaufende Satelliten
auf Umlaufbahn um Erde, sodass beide Pole überflogen werden
Vorteil: hochauflösendere Bilder, da Flughöhe nicht fix (Fluggeschwindigkeit nicht durch Drehgeschwindigkeit d. Erde gegeben) - dafür aber zeitliche Auflösung eingeschränkt
Komponente der Kryosphäre
Bedingungen: kalt (Höhe in m.ü.M. und/oder in Breitengraden)
- Schnee
- Gletscher & Eisschilde
24'000'000 m3, 10% der Landfläche
70% des Süsswassers (≈60-70m Meerspiegel)
- Meereis
396'400 km3, 6% der Meeresfläche
- Fluss- & Seeeis
- Permafrost
300'000 km3, 9-12% der Landfläche
Schnee
Fester Niederschlag von unterkühltem Wasser an Kristallationskeimen (Firn: ein Haushaltsjahr überdauernd)
typische Eigenschaften
Dichte: 150-500 kg/m3
Saisonal: 1-30% der Landoberfläche (v.a. Nordhemisphäre, auf Südhalbkugel nur ca. 2%)
ca. 4.5% Abnahme pro 1°C Erwärmung (seit 1920 ca. 1.5°C wärmer)
Einfluss auf das Klimasystem
- Wärmeisolation
- stark erhöhte Albedo (saisonal) --> mehr Reflektion
Neuschnee: 90% (vgl. Cirrus-Wolken: 40-50%)
Firn: 50%
Eis: 15-50%
Permafrost
Def.: Litho- und Pedosphärenmaterial das über die Dauer von 2 Jahren Temperaturen ≤0°C aufweist
(kann also Eis enthalten, muss aber nicht)
Auftauschicht: einige dm bis wenige m die saisonal auftauen
räumliche klassifizierung: kontinuierlich, diskontinuierlich
Faktoren:
- kalte Temperaturen (hohe Breiten & Höhe)
- Schneedecke (im Frühling kühlend, im Winter isolierend)
- Eis in Auftauschicht: muss zuerst gefroren/aufgetaut werden (braucht Energie & Zeit);
- Oberflächenbeschaffenheit (Vegetation, Schutt ...)
räumliche Verbreitung und Dicke:
zp=TG * GT [zp=Permafrostmächtigkeit; TG=Bodentemperatur an Oberfläche; GT=Inverser Temperaturgradient ≈ 30-50m/°C]
Zusammenhang mit der mittleren jährlichen Luft- & Bodentemperatur
-8 bis -6°C --> kontinuierlich
-6 bis -1 --> diskontinuierlich