Pharmakologie Semester 6
Pharmakologie aus Vorlesungen
Pharmakologie aus Vorlesungen
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Lernkarten
(Galantamin)
- Antidmentivum
- ACh-Esterase-Hemmer
- NW: Übelkeit, Erbrechen, Diarrhoe
(Nimodipin)
- Calcium-Kanal-Blocker -> cerebrale Gefässdilatation
- oft nach einem Schlaganfall verordnet
- NW: Hypotonie
Ginko biloba Extrakt
- kein Unterschied zu Placebo -> "Nahrungsergänzungsmittel" in USA
- NW: Magenbeschwerden, Kopfschmerzen, allerg. Hautreaktionen
Piracetam
- kein Effekt auf globalen Psycho-patho-Status, trotz hohen Dosen
- NW: sexuelle Stimulation, Aggressivität, psychomotorische Unruhe
Antiepileptika
-> Generelles
- mesit von Plasmaproteinen gebunden -> nur freier Teil passiert Blut-Hirn-Schranke, ist wirksam
- Interaktionen mit andern Pharmaka wegen CYP-Induktionen
- Überempfindlichkeitsreaktionen möglich
- Teratogene Wirkung
Barbiturate
- Antiepileptikum
- Wirkung:
- Hemmung der Glutamat-Freisetzung
- Allosterische Stimulation des GABAA-R.
- Anwendung:
- primär & sek. generalisierten tonisch-klonischen-Anfällen
- geringe Therapeutische Breite: 10-40µg/ml, toxisch bei 50µg/ml
- Kinetik:
- oral: 80-100% Bioverfügbarkeit
- lange t1/2: 24-120h
- via CYP 2C9/2C19 Metabolisierung zu p-OH-Derivat
- Ausscheidung über Niere
- NW:
- Sedation
- Hyperalgesie
- Herzrhythmusstörungen, Bradykardie, BD-Abfall
- Atemdepression
- Überempfindlichkeits-Reaktion wegen Histamin-Freisetzung
- Interaktionen:
- Starke Induktion der CYP 3A4 & 2B6
- -> beschleunigter Abbau anderer Pharmaka
- Interaktion mit CYP 2C19-Hemmern
Phenobarbital
- ein Barbiturat
- Antiepileptikum
Primidon
- ein Barbiturat
- Antiepileptikum
- Prodrug -> Desoxybarbiturat; aktiver Metabolit ist Phenobarbital
Barbexaclon
- Antiepileptikum
- Verbindung zwischen Phenobarbital & Levopropylhexedrin
- -> Barbiturat & Amphetamin, nach Leberpassage gespalten
- weniger sedative NW
- Abhängigkeit vom Amphetymin-Typ
Benzodiazepin
- Antiepileptikum
- Wirkung:
- Allosterische Stimulation des GABAA-R.
- Anwendung:
- langwirksame Benzodiazepine -> Status epilepticus
- i.v.
- Toleranzentwicklung!!
- Kinetik:
- oral: rasche & hohe Resorption
- Glukuronidierung in Leber
- Ausscheidung über Niere
- z.T. aktive Metabolite, Wirkung verlängernd
Clonazepam
- Antiepileptikum
- ein Benzodiazepin
Diazepam
- Antiepileptikum
- ein Benzodiazepin
Phenytoin
- Antiepileptikum
- Wirkung:
- stark antikonvulsiv
- schwach sedativ
- ohne generelle Hemmung cerebraler Funktionen
- hemmt spannungs-abhängige Na-Kanäle vom T-Typ
- (-> hemmt Glutamat-Freisetzung)
- (-> hemmt Weiterleitung des AP's)
- Anwendung:
- für generalisierte tonisch-klonische Anfälle
- für fokale Anfälle
- Kinetik:
- t1/2 nimmt mit steigender Dosis zu -> Sättigung (15-24h)
- metabolisiert durch CYP 2C9 & 2C19
- NW:
- reversible Veränderung der Haut & Schlaimhaut -> Hypertrophie des Zahnfleischs
- allerg. Hautreaktionen
- Anämie durch Folsäuremangel
- Osteopathie durch Vit.D3-Mangel
- Hypertrichose
- Teratogen
- Überdosis:
- neurotoxisch
- kardiodepressiv
- Interaktion:
- starker Induktor von CYP 2B6/3A4
Valproinsäure
- Antiepileptikum
- Wirkung:
- (Vermutlich via Hemmung von Na-&Ca-Kanälen + Hemmung des GABA-Abbaus + Stimulation der GABA-Synthese)
- Anwendung:
- breites Wirkspektrum
- Mittel der 1.Wahl für die meisten Anfallsformen
- günstige Behandlungskosten
- zusätzliche Anwendungsgebiete:
- Bipolarstörung
- Krebstherapie
- NW:
- gute Verträglichkeit
- sehr selten lebertoxisch
- GI-Beschwerden
- Haarausfall
- Gerinnungsstörung
- taratogen!
- Kinetik:
- schnelle & vollständige Resorption
- t1/2 10-18h
- z.T. aktive Metabolite
- Interaktionen:
- Substrat von CYP 2B6
- Hemmer der CYP 2C9, 2C19, 3A4
Carbamazepin
- Antiepileptikum
- Wirkung:
- Anwendung:
- am häufigsten verwendetes Anti-epilept.
- zusätzliche Anwendungsgebiete:
- Bipolarstörung
- neuropathische Schmerzen
- Alkoholentzug
- Kinetik:
- Resorption eher langsam & moderat
- t1/2 12-24h
- nach mehrfach-Applikation: raschere Elimination
- aktiver Metabolit -> Carbamazepin-epoxid
- NW:
- Sedation, Schwindel
- Araxie, Sehstörung
- allerg. Reaktion -> selten
- leukopenische Reaktion -> selten
- Ödeme
- Interaktionen:
- metabolisiert via CYP 3A4
- induziert CYP 3A4
Ethosuximid
- Antiepileptikum
- Wirkung:
- Hemmung des Ca-Kanals
- Anwendung:
- 1.Wahl bei Absencen
- Kinetik:
- rasche & vollständige Resorption
- keine Protein-Bindung
- sehr lange t1/2 50-70h -> 1x täglich
- NW:
- GI-Beschwerden (Übelkeit, Anorexie)
- ZNS: Müdigkeit, Schwindel, Ataxie
- Interaktionen:
- keine signifikanten Interaktionen
Lamotrigin
- neues Antiepileptikum
- Wirkung:
- Hemmung von Na-Kanälen
- Reduktion der Glutamat-Freisetzung
- Anwendung:
- bei fokalen Anfällen
- bei generalisierten Anfällen
- bei Absencen
- -> neues Breitband-Antiepileptikum
- zusätzliche Indikationen:
- bipolare Störungen
- Neuropathischer Schmerz
- NW:
- keine schweren NW
- (allerg.Reaktionen der Haut/Schleimhaut)
- (ZNS: Müdigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Sehstörungen)
- Interaktion:
Gabapentin
- Antiepileptikum
- Wirkung:
- genauer Mechanismus noch unklar
- Struktur ähnlich wie GABA
- Hemmung der spannungs-abhängig. Ca-Kanäle
- Anwendung:
- das erfolgreichste neue Antiepileptik.
- auch bei neuropathischem Schmerz wirksam
- Kinetik:
- keine Biotransformation
- NW:
- keine schweren NW
- Müdigkeit
- Schwindel
- Ataxie
- Teratogenität noch unklar
- Interaktionen:
- keine Protein-Bindung
- keine Interaktionen bekannt
Topiramat
- Antiepileptikum
- Wirkung:
- Hemmung der AMPA-Kanäle
- Hemmung der Na-Kanäle
- GABA-Verstärkung
- Anwendung:
- bei fokaler & generalisierten Anfällen -> die therapie-resistent sind
- zusätzlich Migräne-Prophylaxe
- Kinetik:
- rasche Resorption, max. Plasmaspiegel nach 2h
- t1/2 21h
- grösster Teil unveränder über Niere ausgeschieden
- NW:
- gering
- Müdigkeit
- Schwindel
- Ataxie
- Übelkeit
- Gewichtsverlust
- Interaktionen:
- minimale Proteinbindung (10%)
Retigabin
- neues Antiepileptikum (2011)
- Zusatz-Therapeutikum -> bei fokalen Anfällen, mit oder ohne sek. generalisierten Anfällen
- Wirkung: Kalium-Kanal-Öffner (Kv7.2 + Kv7.3), bindet & stabilisietr den offenen Kanal
Interferone
- Multiple-Sklerose-Therapeutikum
- Beta-Interferone -> immun-Modulation
- Modulation der Antigen-Präsentation
- Downregulation der Co-Stimulatiorischen Moleküle
- keine ZNS-Wirkung, wirkt nur peripher
- Bremsen des Eintritts der T-Lymphocaten ins ZNS
- Anwendung:
- s.c., i.m.
Fingolimod
- Multiple-Sklerose-Therapeutikum
- Immun-Modulatorisch
- synthetisches Analogon des Sphingosin-1-Phosphat -> moduliert dessen Rezeptor auf Thymo- & Lymphocyten
- Sequestration der Thymo- & Lymphocyten in den lymphoiden Organen
- können nicht ins ZNS auswandern
- Anwendung:
- oral
Monoklonale-Antikörper
- Multiple-Sklerose-Therapeutikum
- Immunsuppresion/-modulation
- binden spezifische Oberflächenmoleküle auf den T- & B-Zellen
Natalizumab
- Multiple-Sklerose-Therapeutikum
- Immunmodulatorisch:
- monoklonaler Antikörper gegen das Alpha4-Integrin VLA-4 auf Lekocyten
- dieses kann nicht mit seinem Liganden VCAM interagieren
- Überwindung der Blut-Hirn-Schranke verunmöglicht
- Anwendung:
- i.v.
Alemtuzumab
- Multiple-Sklerose-Therapeutikum
- Immunmodulierend/-supprimierend:
- monoklonare Antikörper gegen CD52-Oberflächenantigen auf Thymocyten, B-Zellen, NK-Zellen
- -> T-Zell-Depletion
- Anwendung:
- i.v.
Lokalanästhetika des Ester Typ's
- Wirkstoffe
- Cocain
- Procain
- Tetracain
- Metabolismus
- enzymatische Hydrolyse bereits im Gewebe/Plasma
- Cholinesterase -> P-Aminobenzoesäzre & Diethylaminoethanol
- Anwendung
- wegen kurzer Wirkdauer (30-60min) nicht als Oberflächenanästhetikum verwendbar
EMLA
- Eutektische Mischung von Lidocain & Prilocain -> Salbe
Cocain
- 1884 entdeckt
- Wirkungen
- Lokalanästhesie
- Vasokonstriktiv
- Psychostimulans : Hemmt Wiederaufnahme von Dopamin & Serotonin & NA in die Präsynapse
Lokalanästhetika des Amid-Typs
- Wirkstoffe
- Lidocain -> mittellang (1-2h); auch ein Antiarrhythmikum
- Articain-> mittellang (1-2h)
- Prilocain-> mittellang (1-2h)
- Mepivacain-> mittellang (1-2h)
- Bupivacain -> langwirksam
- Ropivacain -> langwirksam
- Metabolismus
- Abbau in Leber
- N-Desalkylierung -> Mono-ethyl-glycin-xylidid, antiarrhythmisch & emetisch
- Hydrolyse -> 2,6-Xylidid
- Oxidation -> 4-Hydroxy-2,6-Dimethyl-Anilin
Nebenwirkungen von Lokalanästhetika
- ZNS
- zuerst stimulierend -> Hemmung inhibitorischer Neurone
- Tremor
- Ruhelosigkeit
- tonisch-klonische-Krämpfe
- Später Lähmung grosser Teile des ZNS
- Depression
- Atemdepression
- Bewusstlosigkeit
- zuerst stimulierend -> Hemmung inhibitorischer Neurone
- Kardiovaskulär
- neg. bathmotrop
- neg. dromotrop
- neg. inotrop
- neg. chronotrop
- -> Bradykardie, Herzstillstand
- Gefässsystem
- Hemmung der Sympathikus-Fasern: Hypotension
- Allergien
- Allerg. Dermatitis
- Athma-Anfall (p-Aminobenzoesäure des Ester-Typ's)
TRH= Thyreotropin-Releasing-Hormone
-> Indikation
- zentral
- Diagnostische Tests von Schilddrüsen-Funktionsstörungen
CRH= Corticotropin-Releasing-Hormone
-> Indikation
- zentral
- Diagnostische Tests für Hypophysen-Funktionsstörungen
GHRH= Growth-Hormone-Releasing-Hormone
-> Indikation
- zentral
- Diagnostische Tests bei Wachstumsstörungen
GHRIH= Somatostatin
-> Indikation
- zentral und/oder peripher
- bei Gastrointestinalen Blutungen -> senkt BD im Splanchnicus-Gebiet
Octreotid
- Eigenschaften
- Halbwertszeit
- Indikation
- zentral und/oder peripher wirksam
- ein Somatostatin-Agonist, aber mit längerer Wirkung (t1/2 = 1.5-2h)
- Applikation i.v.
- Wirkung:
- wie Somatostatin
- hemmt Sektretion von Wachstumshormon
- Hemmung auch der Sekretion von Insulin, Glukagon, Gastrin...weiteren Peptid-Hormonen
- Hemmung auch der Sekretion von TSH
- Indikation:
- Akromegalie
- Endokrine Tumore (Karzinoid, Glucagonom)
Buserelin
- Eigenschaften
- Unterschied zum GnRH
- Anwendungs-Arten & deren Indikationen
- Eigenschaften:
- GnRH-Analogon, "Super-Agonist"
- Unterschied zum GnRH
- t1/2 nicht nur 4 min, sondern 1-2h
- GnRH -Indikationen:
- Kryptorchismus
- hypothalamische Amenorrhö
- Hypogonadismus beim Mann
- Anwendungs-Arten & deren Indikationen
- Einmalige Gabe:
- LH & FSH Anstieg
- für Diganose-Stellung (Hypothalamus "ersetzt", Gonaden-Funktionsstörung behoben oder noch bestehend?)
- Pulsatile Gabe:
- gesteigerte FSH- & LH-Sekretion
- bei hypothalamisch bedingter Sterilität
- Kontinuierliche Gabe:
- kurzfristiger Anstieg von LH & FSH
- danach Desensibilisierung der GnRH-Rezeptoren
- -> Hemmung der Freisetzung von FSH & LH
- funktionelle reversible Kastration
- Indikationen: Mamma-CA, Endometriose, hormon-abhängiges Prostata-CA
- Einmalige Gabe:
Cetrorelix
- Eigenschaften
- Wirkung
- Indikationen
- Eigenschaften
- GnRH-Rezeptor-Antagonist
- Wirkung
- Hemmung der Hypophysären GnRH-Rez.
- Hemmung der FSH- & LH-Ausschüttung (ohne vorherige Stimulation)
- Indikationen
- Fertilitäts-Behandlung
- (Unterdrückung eines vorzeitigen Eisprungs bei kontrollierter ovarieller Stimulation)
- Fertilitäts-Behandlung
Testosteron-Propionat
- Eigenschaften
- Wirkung
- Indinkation
- NW
- Anwendung
- Eigenschaften
- Androgen
- Testosteron-Derivat
- Wirkung
- androgene Wirkung
- Förderung der Spermatogenese in Hoden
- Förderung der Libido, Aggressiven-Verhaltens
- Förderung des Wachstums & Differenzierung der männlichen Fortpflanzungs-Organe
- während fetalen Phase Steuerung zum männlichen Geschlecht
- während Pupertät Steuerung der Ausprägung der sekundären männlichen Geschlechtsorgane
- anabole Wirkung: Zunahme des Muskelmasse & Längenwachstum der Knochen
- androgene Wirkung
- Indinkationen:
- Substituations-Therapie bei Androgen-Mangel
- primärer & sekundärer Hypogonadismus beim Mann
- Doping, Anabolikum
- NW:
- übermässige Virilisierung
- Sistieren der Spermatogenese
- vorzeitiger Verschluss der Epiphysenfugen bei Kindern
- Verändeurngen am Gefäss-Kreislauf-System
- Hypophysen-Funktionsstörungen
- Anwendung:
- Testosteron nur kurze t1/2, weil oral keine Wirkung transdermal angewandt
- Testosteron-propionat: all 2-4 wochen i.m.
- (Testosteron-undecanoat: oral)
Flutamid
- Eigenschaften
- Wirkung
- Indinkation
- NW
- Anwendung
- Eigenschaften
- Androgen-Rezeptor-Antagonist -> am Testosteron-Rez. antagonistische Wirkung
- keine Steroid-Struktur
- Wirkung
- Kompetitive Hemmung der Androgen-Wirkung
- Unterdrückung der Libido
- Unterdürckung der Spermatogense
- Indinkation
- Mann
- Triebverbrecher
- Prostata-CA
- Frau
- Acne vulgaris
- Androgene Alopezie
- Hirsutismus
- in Menopause Hormonersatz
- Mann
- NW:
- Gynäkomastie
- Anwendung:
- p.o., t1/2=7-8h
Cyproteron-Acetat
- Eigenschaften
- Wirkung
- Indinkation
- NW
- Anwendung
- Eigenschaften:
- Andorgen-Rez.-Antagonist (intrazellulär)
- Wirkung:
- Kompetitive Hemmung der Androgen-Wirkung
- Hemmung der Spermatogenese
- Unterdrückung der Libido
- auch starke gestagene-Wirkung: Empfängnis-Verhütung, wenn gleichzeitig Vermännlichung
- Indinkation:
- Mann:
- Triebverbrecher
- Prostata-CA (verhindert wachstumsfördernde Effekte des Testosteron)
- Frau:
- schwere Acne vulgaris
- Hirsutismus
- Androgene Alopezie
- in Menopause Hormon-Substitution
- Mann:
- NW:
- Gynäkomastie
- Anwendung:
- p.o., t1/2= 40-50h