Pharmakologie - Leitsubstanzen

Die wichtigsten Leitsubstanzen, ohne Handelsnamen

Die wichtigsten Leitsubstanzen, ohne Handelsnamen


C. J.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über die Pharmakologie von Leitsubstanzen auf Universitätsniveau. Sie decken die Wirkungen, Hemmungen und Blockaden verschiedener Substanzen wie H1-Rezeptorantagonisten, Glucocorticoiden, Opioiden und Calciumkanalblockern ab. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Medizinstudenten, die sich auf Prüfungen vorbereiten, da sie wichtige Informationen zu Nebenwirkungen, Indikationen und Kontraindikationen bereitstellen.
Karten
65
Lernende
2
Sprache
Deutsch
Kategorie
Medizin
Stufe
Universität
Erstellt / Aktualisiert
16.12.2013 / 10.12.2019

Lernkarten

Diclofenac

Cyclooxygenase-Hemmer (NSAID)

Häufig gebrauchtes Analgetikum und Antirheumatikum, gute Verträglichkeit

Antipyretisch, antiphlogistisch

UAWs: Magen- und Duodenalulzera, Gerinnungsstörungen, pseudoallergische Reaktionen, Nephropathien

KI: Magen- und Duodenalulzera, Leber- oder Niereninsuffizienz, Gerinnungsstörungen

Mefenaminsäure

Cyclooxygenase-Hemmer (NSAID)

In der Schweiz häufig verwendet

Antipyretisch, antiphlogistisch

UAWs: Magen- und Duodenalulzera, Gerinnungsstörungen, pseudoallergische Reaktionen, Nephropathien

KI: Magen- und Duodenalulzera, Leber- oder Niereninsuffizienz, Gerinnungsstörungen

Meloxicam

Cyclooxygenase-Hemmer (NSAID)

Gewisse präferentielle COX-2-Hemmung. Relevanz fraglich

Antipyretisch, antiphlogistisch

UAWs: Magen- und Duodenalulzera, Gerinnungsstörungen, pseudoallergische Reaktionen, Nephropathien

KI: Magen- und Duodenalulzera, Leber- oder Niereninsuffizienz, Gerinnungsstörungen

Paracetamol

Analgetikum

Auch antipyretisch, jedoch NICHT entzündungshemmend

Wahrscheinlich keine relevante Hemmung der PG Synthese

Cave: irreversible Leberschäden ab 1g/10kg KG

Metamizol

Analgetikum

Auch antipyretisch, jedoch NICHT entzündungshemmend

Spasmolytisch

Wasserlöslich, daher injizierbar (als Kurz-Infusion; Kreislaufschock nach Bolusinjektion)

UAWs: reversible, aber gefährliche Knochenmarksschädigungen. Daher nur anwenden, wenn andere Analgetika nicht wirksam/verträglich und möglichst kurzfristig

Morphin

Opioid-Analgetikum

Stark wirksam

Ind: starke Schmerzen, Myokardinfarkt, Lungenembolie

enterale Bioverfügbarkeit 30-50%

Gewöhnung möglich, Suchtpotential

Buprenorphin

Opioid-Analgetikum

Stark wirksam

Lange Wirkdauer und hohe Affinität

Cave: Naloxon nicht ausreichend antagonistisch wirksam

Codein

Opioid-Analgetikum

V.a. als Antitussivum eingesetzt

Methylmorphin: 10% werden langsam zu Morphin demethyliert. Cave: Poor- und ultra-rapid-metabolizers

Schwache analgetische Wirkung

Fast kein Suchtpotential

Tramadol

Opioid-Analgetikum

Schwächer als Morphin

Opioiderge und katecholaminerge Mechanismen

Diamorphin

Opioid-Analgetikum

Diacetylmorphin, Heroin

Primär unwirksam

Schnelle Überwindung der Blut-Liquor-Schranke

Schnelle Aktivierung im ZNS

Extrem hohes Suchtpotential

Naloxon

Opioidrezeptor-Antagonist

Anwendung i.v.

Bei Opiatvergiftung (Trias aus Atemdepression, Miosis, Bewusstlosigkeit)

Cave: Gabe löst bei Abhängigen sofort Entzugssyndrom aus; u.U. besser symptomatische Behandlung

Sumatriptan

Migränetherapeutikum

Lidocain

Lokalanästhetikum

Säureamidtyp

pH-Abhängige Penetrations- oder Wirkform

UAWs:

Kardiotoxizität (neg. inotrop und bathmotrop); verstärkt durch Hypoxie

Hemmung inhibitorischer Neurone im ZNS (Ruhelosigkeit, Tremor, Angstzustände; auch Krämpfe und Atemdepression)

Allergische Reaktionen

 

Stickoxydul

Inhalationsnarkotikum

Lachgas, N2O

gut analgetisch, schlecht narkotisch

nicht muskelrelaxierend

schlecht löslich im Blut

rasche Elimination

Cave: Diffusionshypoxie bei Elimination, Spannungspneumothorax, Hirndruck steigt

 

Isofluran

Inhalationsnarkotikum

Halogenierter Ether

geringere kardiovaskuläre Beeinflussung als Halothan

wirkt muskelrelaxierend

stechender Geruch

Thiopental-Natrium

Injekionsnarkotikum

Sofortiger Wirkungseintritt

Wirkdauer 20-30 min

Halbwertszeit 6h

Bindet an Barbiturat-Bindungsstellen der GABAA-Rezeptoren

UAWs: Herz (neg. inotrop), Lunge (atemdepressiv), Leber (vermehrte Synthese von Porphyrinvorstufen)

Ketamin

Injektionsnarkotikum

Blockade des NMDA-Rezeptors

Wirkungseintritt ~1 min

Wirkungsdauer 10-15 min

stark analgetisch, weniger narkotisch

keine Muskelrelaxation

UAWs: Sympathikusaktivierung, Halluzinationen in der Aufwachphase (4-8 Std)

Celecoxib

Cyclooxygenase-Hemmer

COX-2 selektiv

analgetisch

antiphlogistisch

keine erhöhte Blutungsneigung

geringere Magenschleimhautschädigung

Colchicin

Gichtmittel

 

Prednisolon

Glucocorticoid-Analogon

entzündungshemmend und immunsuppressiv

Regulation von KH-, Fett- und Eiweissmetabolismus

4-5 mal so potent wie endogenes Glucocorticoid

wenig Mineralcorticoid-Wirkung

kurze Wirkzeit

UAWs bei Langzeittherapie: Cushing-Syndrom, Bluthochdruck, Diabetes, Infektanfälligkeit, ... Gewisse Gewöhnung oder Sucht möglich. Nur langsam absetzen

UAWs bei lokaler Applikation: Heiserkeit, Hautatrophie, Glaukom

Hydrocortison

Glucocorticoid-Analogon

entzündungshemmend und immunsuppressiv

Regulation von KH-, Fett- und Eiweissmetabolismus 

Gleich potent wie Glucocorticoide UND Mineralcorticoide

kurze Wirkzeit

UAWs bei Langzeittherapie: Cushing-Syndrom, Bluthochdruck, Diabetes, Infektanfälligkeit, ... Gewisse Gewöhnung oder Sucht möglich. Nur langsam absetzen

UAWs bei lokaler Applikation: Heiserkeit, Hautatrophie, Glaukom

Dexamethason

Glucocorticoid-Analogon

entzündungshemmend und immunsuppressiv

Regulation von KH-, Fett- und Eiweissmetabolismus 

~18 mal so potent wie endogenes Glucocorticoid

keine Mineralcorticoid-Wirkung

lange Wirkzeit

UAWs bei Langzeittherapie: Cushing-Syndrom, Bluthochdruck, Diabetes, Infektanfälligkeit, ... Gewisse Gewöhnung oder Sucht möglich. Nur langsam absetzen

UAWs bei lokaler Applikation: Heiserkeit, Hautatrophie, Glaukom

Beclomethason

Glucocorticoid

entzündungshemmend und immunsuppressiv

hohe lokale Potenz

niedrige systemische Bioverfügbarkeit

zur Behandlung des Asthma bronchiale

UAW: Candidiasis

Clemastin

Antiallergikum

H1-Rezeptorantagonist der ersten Generation

Loratadin

Antiallergikum

H1-Rezeptorantagonist der zweiten Generation

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