PeTeOh One

Psypath Thouon One

Psypath Thouon One


S. C.
Diese Lernkarten bieten einen umfassenden Überblick über psychische Störungen und deren Diagnostik, insbesondere für den mittleren Schulbereich. Sie konzentrieren sich auf verschiedene Persönlichkeitsstörungen, ihre Kriterien, Symptome und den Verlauf, sowie auf die Anwendung von Ratingskalen und deren psychometrische Aspekte. Die Karteikarten sind besonders nützlich für Schüler, die sich mit psychologischen und medizinischen Konzepten vertraut machen möchten, da sie sowohl theoretische Grundlagen als auch praktische Anwendungen abdecken.
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Langue
Allemand
Catégorie
Médecine
Niveau
Collège
Créé / Mis à jour
02.01.2015 / 04.01.2015

Lernkarten

Welche Unterschiede zwischen ICD-10 und DSM-IV gibt es bei nichtorganischen sexuellen Funktionsstörungen?

DSM-IV:

  • Phasen des sexuellen Reaktionszyklus nach DSM-IV: Appetenz > Erregung > Orgasmus > Entspannung
  • Beginn:
    • Lebenslanger Typus: Die sex. Funktionsstö-rung tritt mit Beginn der sex. Funktionsfähigkeit auf.
    • Erworbener Typus: Die Störung entwickelt sich nach einer Phase normaler Funktionsfähigkeit.
  • Kontext:
    • Generalisierter Typus: Die sex. Funktionsstö-rung ist nicht begrenzt auf bestimmte Situationen, Partner oder Stimulationsarten.
    • Situativer Typus: Die Störung tritt unter bestimmten Bedingungen auf.
  • Ätiologie
    • Aufgrund Psychischer Faktoren: Diese Faktoren sind hauptsächlich massgebend für Beginn, Schwere und Verlauf der Störung)
    • Aufgrund Kombinierter Faktoren: Med. Faktoren oder Substanzgebrauch liegen vor, erklären die Störung aber nicht vollständig. → medizinische resp. organische Faktoren und den Einfluss einer Substanz (Droge, Medikament, Toxin) als Ursache zugelassen.

ICD-10-Kriterien für Mangel/Verlust von sexuellem Verlangen

→ Forschungskriterien

  • allgemein (3)
  • spezifisch (3)
  • zudem (1)

Allgemeine Forschungskriterien

  • G1: Unfähigkeit, eine sexuelle Beziehung nach eigenem Wunsch zu gestalten
  • G2. Häufiges Auftreten der Funktionsstörung (nicht zwingend jedes Mal)
  • G3: Besteht seit mindestens 6 Monaten

Spezifische Kriterien

  • A. Die allgemeinen Kriterien für eine sexuelle Funktionsstörung (links) müssen erfüllt sein.
  • B. Der Mangel oder der Verlust des sexuellen Verlangens äussert sich in einer Verminderung
    • von Suchen nach sexuellen Rei-zen,
    • von Denken an Sex mit ent-sprechendem Verlangen oder Lust oder
    • von sexuellen Fantasien.
  • C. Das Interesse an sexuellen Aktivitäten (mit Partnern zu beginnen oder an Masturbation allein), besteht seltener als erwartet (unter Berücksichtigung des Alters und der Umstände), oder die Häufigkeit ist im Gegensatz zu früher deutlich gesunken.

Ebenfalls beachtet / ausgeschlossen werden muss: G4. Die Störung ist nicht auf eine andere psychische oder Verhaltensstörung der ICD-10, auf körperliche Störungen (wie eine endokrine Störung) oder auf medikamentöse Behandlung zurückzuführen.

Wodurch zeichnet sich eine Persnlichkeitsstörung allgemein aus?
 

Eine Persönlichkeitsstörung zeichnet sich durch ein lang anhaltendes, unflexibles und fehlangepasstes Muster der Wahrnehmung, des Denkens, Fühlens und des Verhaltens aus. Diese weichen deutlich von den soziokulturellen Erwartungen der Umwelt ab. Betroffene werden bei der Bewältigung des alltäglichen Lebens in sozialen und anderen Kontexten stark beeinträchtigt.

Wodurch unterscheidet sich eine Persönlichkeitsstörung von einer Persönlichkeitsänderung?

(1 + 3)

Persönlichkeitsstörungen unterscheiden sich von Persönlichkeitsänderungen durch den Zeitpunkt und die Art und Weise ihres Auftretens:

  • PS beginnen definitionsgemäss in der Kindheit oder im Jugendalter und dauern bis ins Erwachsenenalter an.
  • PS beruhen nicht auf einer anderen psychischen Störung oder einer Hirnerkrankung.
  • PS können sie anderen Störungen voraus- oder mit ihnen einhergehen

Was versteht man unter dem Prototypenmodell der Persönlichkeitspsstörungen?

(3)

Persönlichkeitsstörungen werden anhand von Merkmalsgruppen unterteilt, die den häufigsten oder auffälligsten Verhaltensmustern entsprechen.

Abweichungen vom Prototyp sind in der Praxis möglich und auch die Regel, und es gibt Überschneidungen in den Merkmalen der einzelnen Typen.

Dieses Vorgehen entspricht einem Kompromiss zwischen starrer Kategorisierung und dimensionalem Ansatz

Was ist mit dem dimensionalen Ansatz gemeint?

Beurteilung, die nicht auf der Einteilung in eine einzige, klar umrissene Kategorie beruht, sondern kontinuierliche Übergänge und unterschiedliche Ausprägungen mehrerer Merkmale zulässt.

Welche Unterkategorien gibt es innerhalb der Kategorie F6 laut ICD-10?

(5 bzw. 6)

  • spezifische PS
  • kombinierte PS
  • andauernde Persönlichkeitsänderungen
  • sonstige Persönlichkeits- und Verhaltenstörungen
  • nicht näher bezeichnete Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen bei Erwachsenen
  • Die restlichen Unterkategorien von F6 beziehen sich auf Störungen der Impulskontrolle und der sexuellen Identität und Präferenzen

Welches sind spezifische PS?

(9 + 2)

  • paranoide PS
  • schizoide PS
  • dissoziale PS
  • emotional instabile PS
    • impulsiver Typus
    • Borderline-Typus
  • histrionische PS
  • anankastische (zwanghafte) PS
  • ängstliche (vermeidende) PS
  • abhängige PS
  • sonstige spezifische PS bspw.: narzisstische PS passiv-aggressive (negativistische) PS

Welche Menrkamle beschreiben den Prototypen der paranoiden PS?

(4)

  • misstrauisch
  • argwöhnisch
  • streitsüchtig
  • nachtragend

Welche Menrkamle beschreiben den Prototypen der schizoiden PS?

(4)

  • emotional kühl
  • distanziert
  • einzelgängerisch
  • eingeschränkte Bandbreite emotionalen Ausdrucks

Welche Menrkamle beschreiben den Prototypen der dissozialen PS?

(3)

  • verantwortungslos
  • aggressiv
  • Missachtung von Normen und von Rechten anderer

Welche Menrkamle beschreiben den Prototypen der emotional instabilen PS

impulsiver Typus + Borderline-Typus

(2)

  • instabile Stimmung
  • impulsives Handeln ohne Berücksichtigung von Konsequenzen

Welche Menrkamle beschreiben den Prototypen der histrionischen PS?

(5)

  • übermässig emotional
  • dramatisierend
  • theatralisch
  • manipulativ
  • Aufmerksamkeit erheischend

Welche Menrkamle beschreiben den Prototypen der anankastische (zwanghafte) PS?

(4)

  • übergewissenhaft
  • rigide
  • pedantisch
  • perfektionistisch

Welche Menrkamle beschreiben den Prototypen der ängstlich (vermeidende) PS?

(4)

  • ständig angespannt
  • besorgt
  • unsicher
  • sozial gehemmt

Welche Menrkamle beschreiben den Prototypen der sonstigen spezifischen PS?

bspw.: narzisstische PS passiv-aggressive (negativistische) PS

 

Störungen, für die keine der obigen Kategorien zutreffen

Allgemeine ICD-10 Kriterien für spezifische Persönlichkeitsstörungen

(4 + 2)

G1. Die charakteristischen und dauerhaften inneren Erfahrungs- und Verhaltensmuster der Betroffenen weichen insgesamt deutlich von kulturell erwarteten und akzep-tierten Vorgaben ("Normen") ab. Diese Abweichung äußert sich in mehr als einem der folgenden Bereiche:

  • 1. Kognition (d.h. Wahrnehmung und Interpretation von Dingen, Menschen und Ereignissen; Einstellungen und Vorstellungen von sich und anderen)
  • 2. Affektivität (Variationsbreite, Intensität und Angemessenheit der emotionalen Ansprechbarkeit und Reaktion)
  • 3. Impulskontrolle und Bedürfnisbefriedigung
  • 4. die Art des Umganges mit anderen und die Handhabung zwischenmenschlicher Beziehungen

G2. Die Abweichung ist so ausgeprägt, dass das daraus resultierende Verhalten in vielen persönlichen und sozialen Situationen unflexibel, unangepasst oder auch auf andere Weise unzweckmäßig ist (nicht begrenzt auf einen speziellen auslösenden Stimulus oder eine bestimmte Situation).

G3. Persönlicher Leidensdruck, nachteiliger Einfluss auf die soziale Umwelt oder beides, sind dem unter G2. beschriebenen Verhalten zuzuschreiben.

G4. Nachweis, dass die Abweichung stabil, von langer Dauer ist und im späten Kindesalter oder der Adoleszenz begonnen hat.

Zudem beachtet / ausgeschlossen werden muss:

G5. Die Abweichung kann nicht durch das Vorliegen oder die Folge einer anderen psychischen Störung des Erwachsenenalters erklärt werden. Es können aber episodische oder chronische Zustandsbilder der Kapitel F0-F5 und F7 neben dieser Störung existieren oder sie überlagern.

G6. Ausschluss von organischer Erkrankung,Verletzung oder deutlicher Funktionsstörung des Gehirns
(falls eine solche Verursachung nachweisbar ist, soll die Kategorie F07 verwendet werden).

Was besagt die Drittelregel  der spezifischen Persönlichkeitsstlörung (nach Dittmann et al, 2002)?

  • Etwa ein Drittel zeigt einen ungünstigen Verlauf mit häufigen Konflikten und Ver-sagen.
  • Ein zweites Drittel bewältigt das Leben mit erheblichen Kompromissen und Ein-schränkungen in den Beziehungen.
  •  Ein letztes Drittel zeigt einen günstigen Verlauf mit ausreichender bis guter Le-bensbewältigung.

Worin bestehen die Unterschiede zwischen ICD-10 und DSM-IV bezüglich spezifischen Persönlichkeitsstörungen?

(4)

  • DSM-IV erfasst Persönlichkeitsstörungen (zusammen mit den geistigen Behinderungen) auf einer eigenen Achse (II)
  • DSM triff eine Unterteilung in Cluster
  • Die narzisstische Persönlichkeitsstörung bildet im DSM-IV eine eigene Störung, während diese in der ICD-10 unter die Restkategorie F60.8 "sonstige spezifische Persönlich-keitsstörungen" fällt.
  • ICD-10 hat Differenzierung der emotional-instabilen Persönlichkeits-störung in einen impulsiven und einen Borderline-Typ. Das DSM-IV kennt nur die Boderline-Persönlichkeitsstörung.

Welche Cluster der Persönlichkeitsstörungen werden  im DSM-IV unterschieden?

(3)

  • Cluster A: Störungen, welche die Personen sonderbar oder exzentrisch erscheinen lassen (Paranoide, Schizoide und Schizotypische PS)
  • Cluster B: Störungen, welche die Personen dramatisch, emotional oder launisch erscheinen lassen (Antisoziale, Borderline, Histrionische und Narzisstische Persönlichkeitsstörung)
  • Cluster C: Störungen, welche die Personen ängstlich oder furchtsam erscheinen lassen (Vermeidend-Selbstunsichere, Dependente [abhängige] und Zwanghafte Persön-lichkeitsstörung)

Wie sieht das allgemeine Störungsbild einer Emotional instabile Persönlichkeitsstörung, Borderline Typ aus?

(10)

  • Gefühl innerer Leere, Orientierungslosigkeit und inkonsistenter resp. fehlender Identität
  • Instabilität betrifft das Selbstbild, Ziele und subjektive Präferenzen (auch sexuelle)
  • Instabilität verursacht eine grosse innere Spannung, die sich in vielen problematischen Verhaltensweisen (bspw. Selbstverletzungen)
  • Selbstmorddrohungen und -versuche sind nicht selten
  • Reduktion der Spannungszustände mittels selbstschädigendem Verhalten (Selbst-Verletzungen, Substanzmissbrauch, rücksichtsloses Fahren, Fressanfälle, wahlloser Geschlechtsverkehr)
  • Streben nach klaren und eindeutigen Beziehungen → versprechen Sicherheit
  • Reaktion auf uneindeutige SItuationen mit unangemessenen Gefühlen → Störung der Affektregulation
  • Schwierigkeiten in der Regulation von Nähe und Distanz im zwischenmenschlichen Kontakt → häufig intensive Angst vor dem Alleinsein oder Verlassenwerden
  • Führen lange, aber problematische Partnerschaften mit vielen Trennungen und Wiedervereinigungen oder haben häufig wechselnde Beziehungen
  • Zeitgleiche Aktivierung sich widersprechender Grundannahmen und Schemata

ICD-10 Kriterien der Emotional instabilen Persönlichkeitsstörung, Borderline Typ: spezifische (Forschungs)Kriterien für Borderline-Typ

  1. Störungen und Unsicherheit bezüglich Selbstbild, Zielen und "inneren Präferenzen" (einschließlich sexueller)
  2. Neigung, sich in intensive, aber instabile Beziehungen einzulassen, oft mit der Folge von emotionalen Krisen
  3. Übertriebene Bemühungen, das Verlassenwerden zu ver-meiden
  4. Wiederholt Drohungen oder Handlungen mit Selbstbeschädigung
  5. Anhaltendes Gefühl von Leere

Unterschiede zwischen ICD-10 und DSM-IV bezüglich der Emotional instabilen Persönlichkeitsstörung, Borderline Typ

Die ICD-10 führt die deutliche Tendenz, unerwartet und ohne Berücksichtigung der Konsequenzen zu handeln und Schwierigkeiten in der Beibehaltung von Handlungen, die nicht unmittelbar belohnt werden auf, welche im DSM-IV nicht erwähnt werden.

Umgekehrt werden im DSM-IV vorübergehende, durch Belastungen ausgelöste paranoide Vorstellungen oder schwere dissoziative Symptome als mögliche Symptome aufgeführt, welche in der ICD-10 nicht enthalten sind.

Welche Symptome entsprechen dem Kriterium B. der emotional instabilen Persönlichkeitsstörung, impulsiver Typus und  sind gleichzeitig Teil des Borderline Typus?

(5)

  1. Deutliche Tendenz, unerwartet und ohne Berücksichtigung der Konsequenzen zu handeln
  2. Deutliche Tendenz zu Streitereien und Konflikten mit anderen, v.a. dann, wenn impulsive Handlungen unterbunden oder getadelt werden
  3. Neigung zu Wut oder Gewalt mit Unfähigkeit zur Kontrolle explosiven Verhaltens
  4. Schwierigkeiten in der Beibehaltung von Handlungen, die nicht unmittelbar belohnt werden
  5. Unbeständige und launische Stimmung

►Mindestens drei dieser Symptome müssen vorliegen

Wie sieht das allgemeine Störungsbild einer Paranoide Persönlichkeitsstörung aus?

(11)

  • Erwarten, dass andere sie schädigen oder täuschen wollen, auch wenn ihnen ein Beleg für diese Vermutung fehlt
  • Motive anderer werden habituell als böswillig interpretiert → tief greifendem Misstrauen und Groll
  • Zweifel an der Loyalität oder Glaubwürdigkeit ihrer Bekannten oder Partner → Handlungen werden genauestens auf Beweise einer feindseligen Absicht hin überprüft
  • Äusserst zurückhaltend mit der Preisgabe persönlicher Informationen oder damit, sich jemandem anzuvertrauen → Befürchtung, dass dies später gegen sie verwendet wird
  • Viele Aussagen anderer oder Ereignisse werden negativ fehlinterpretiert: Reaktion = Schnelle zornige Gegenangriffe
  • Gedanken über vermeintliche Verschwörungen hinter alltäglichen Ereignissen in ihrer Umgebung
  • Gefühl, von anderen tief verletzt worden zu sein, obwohl es auch dafür keinen objektiven Beweis gibt.
  • Krankhafter Eifersucht in Beziehungen
  • Selbstgenügsamkeit
  • Starkes Bedürfnis nach Autonomie und Kontrolle über Mitmenschen
  • Schwierigkeiten mit der Akzeptanz von Kritik gegenüber der eigenen Person

Abgrenzung der paranoiden Persönlichkeit gegenüber verwandten Störungen

  • Phänomene sind nicht Teil der paranoiden Persönlichkeitsstörung → Als Teil der paranoiden Persönlichkeitsstörung kommen psychotische Symptome höchstens sehr kurzfristig (Minuten oder Stunden) vor
  • Misstrauen ist bei der paraniden PS umfassend und nicht nur auf wenige Personen bezogen: Grund für Reserviertheit
  • Allfälliges antisoziales Verhalten hat weniger die Ausbeutung anderer oder persönlichen Gewinn zum Ziel, sondern ist Ausdruck eines Rachewunsches als Reaktion auf einen vermeintlichen Affront

ICD-10 Kriterien, die spezifisch sind für paranoide PS

(7)

  1. Übertriebene Empfindlichkeit auf Rückschläge und Zurücksetzungen
  2. Neigung, dauerhaft Groll zu hegen, d. h. Beleidigungen, Verletzungen, oder Missachtungen werden nicht vergeben
  3. Misstrauen und eine anhaltende Tendenz, Erlebtes zu verdrehen, indem neutrale oder freundliche Handlungen anderer als feindlich oder verächtlich missdeutet werden
  4. Streitsüchtiges und beharrliches, situationsunangemessenes Bestehen auf eigenen Rechten
  5. Häufiges ungerechtfertigtes Misstrauen gegenüber der sexuellen Treue des Partners
  6. Ständige Selbstbezogenheit, besonders in Verbindung mit starker Überheblichkeit
  7. Häufige Beschäftigung mit unbegründeten Gedanken an „Verschwörungen“ als Erklärungen für Ereignisse in der näheren Umgebung des Patienten oder der Welt im Allgemeinen

► Mindestens vier der folgenden Eigenschaften oder Verhaltensweisen müssen vorliegen

Beschreibe das allgemeine Störungsbild der Schizoiden Persönlichkeitsstörung

(9)

  • Wenig Interesse an anderen Menschen
  • Oft mit eigenen Phantasien beschäftigt, wirken in sich gekehrt
  • Fallen auf durch mangelndes Erkennen und Befolgen gesellschaftlicher Konventionen
  • Ohne sichtliche emotionale Reaktivität wie Gesten oder Gesichtsausdrücke
  • Berichten selten über starke Gefühle wie Wut oder Freude und erleben nur wenig erfreuliche Ablenkungen
  • Wenig Interesse an partnerschaftlicher Sexualität
  • Hobbies ohne soziale Interaktion
  • Vorliebe für mechanische oder abstrakte Aufgaben wie Computer- oder mathematische Spiele
  • Unnahbar, gelangweilt und ohne warme Empfindungen für andere

Abgrenzung der schizoiden Persönlichkeitsstörung gegenüber verwandten Störungen

Der schizoiden fehlt es einerseits an paranoiden Vorstellungen und grundlegendem Misstrauen gegenüber anderen Menschen, andererseits an kognitiven Einschränkungen und Wahrnehmungsverzerrungen

ICD-10 Kriterien, welche spezifisch sind für schizoide Persönlichkeitsstörung

(9)

  1. Wenn überhaupt, dann bereiten nur wenige Tätigkeiten Freude
  2. Emotionale Kühle, Distanziertheit oder abgeflachter Affekt
  3. Reduzierte Fähigkeit, warme, zärtliche Gefühle für andere oder Ärger auszudrücken
  4. Erscheint gleichgültig gegenüber Lob oder Kritik von anderen
  5. Wenig Interesse an sexuellen Erfahrungen mit einem anderen Menschen (unter Berücksichtigung des Alters)
  6. Fast immer Bevorzugung von Aktivitäten, die alleine durchzuführen sind
  7. Übermäßige Inanspruchnahme durch Phantasien und Introvertiertheit
  8. Hat keine oder wünscht keine engen Freunde oder vertrauensvollen Beziehungen (oder höchstens eine)
  9. Deutlich mangelhaftes Gespür für geltende soziale Normen und Konventionen; wenn sie nicht befolgt werden, geschieht das unabsichtlich.

►Mindestens vier der Eigenschaften oder Verhaltensweisen müssen vorliegen

Beschreibe das allgemeine Störungsbild der Dissozialen Persönlichkeitsstörung

(9)

  • Gleichgültigkeit gegenüber den Gefühlen anderer
  • Verantwortungslosigkeit, Unfähigkeit zur Aufrechterhaltung von Beziehungen, geringe Frustrationstoleranz und Tendenz zur Aggressivität
  • Fehlen von Schuldbewusstsein und keine Fähigkeit, aus Bestrafung und anderen negativen Erfahrungen zu lernen
  • Rationalisierungen, wenn Betroffenen was neg. erfährt
  • Eklatante Verletzung von Grundrechten anderer
  • Häufige Täuschungen oder Manipulationen mit dem Ziel eines eigenen Vorteils
  • Lügen, Betrügen, Simulieren, Verwendung falscher Namen
  • Impulsivität und rücksichtslose Missachtung der eigenen und fremder Sicherheit
  • Finanzielle Verantwortungslosigkeit

Abgrenzung der dissozialen Persönlichkeitsstörung gegenüber verwandten Störungen

(3 +)

  • Menschen mit dissozialer Persönlichkeitsstörung brauchen nicht den Neid oder die Bewunderung anderer und zeigen nicht die emotionale Übertriebenheit und Dramatik von Personen mit histrionischer Persönlichkeitsstörung
  • Bei der Tendenz zum Manipulieren steht ein Macht- oder materieller Gewinn oder ein ähnlicher Nutzen im Zentrum (nicht wie bei Borderline / Histrionischer PS = Aufmerksamkeit)
  • Emotionale Instabilität von dissozialen Personen geringer als Borderline, die Aggressivitätsbereitschaft dagegen grösser.

ICD-10 Kriterien, welche spezifisch sind für dissoziale Persönlichkeitsstörung

(6)

  1. Herzloses Unbeteiligtsein gegenüber den Gefühlen anderer
  2. Deutliche und andauernde verantwortungslose Haltung und Missachtung sozialer Normen, Regeln und Verpflichtungen
  3. Unfähigkeit zur Aufrechterhaltung dauerhafter Beziehungen, obwohl keine Schwierigkeit besteht, sie einzugehen
  4. Sehr geringe Frustrationstoleranz und niedrige Schwelle für aggressives, einschließlich gewalttätiges Verhalten
  5. Fehlendes Schuldbewusstsein oder Unfähigkeit, aus negativer Erfahrung, insbesondere Bestrafung, zu lernen
  6. Deutliche Neigung, andere zu beschuldigen oder plausible Rationalisierungen für Verhalten anzubieten, durch welches die Betreffenden in einen Konflikt mit der Gesellschaft geraten sind

► Mindestens drei Eigenschaften oder Verhaltensweisen müssen vorliegen

Beschreibe das allgemeine Störungsbild der Anankastische (zwanghafte) Persönlichkeitsstörung

(9)

  • Übermässige Zweifel, extreme Gewissenhaftigkeit, Details, Regeln, Listen, Ordnung und Organisation beschäftigen Betroffene
  • Starke Leistungsbezogenheit und vernachlässigen deshalb Vergnügen und zwischenmenschliche Beziehungen
  • Wesentliches gerät leicht aus dem Fokus
  • Mühe mit dem Delegieren von Arbeiten → lehnen Hilfe oft ab, trotz Verzug
  • Fehlen an Kompromissfähigkeit, andere müssen sich unterordnen - ausser: Bereitschaft der Unterordnung gegenüber Autoritäten
  • Im zwischenmenschlichen Kontakt förmlich und ernst → Fehlender Sinn für Humor und hohe Rigidität
  • Wenig Freunde, stabile Partnerschaften und Anstellungsverhältnisse sind nicht ungewöhnlich
  • Freizeit wird oft stark organisiert und eher als ernstzunehmende Aufgabe denn als Erholung aufgefasst
  • In finanziellen Angelegenheiten oft geizig → leben weit unter ihren Möglichkeiten

Abgrenzung der Anankastische (zwanghafte) Persönlichkeitsstörung gegenüber verwandten Störungen

  • Personen des anankastischen Typs sind übermässig selbstkritisch und können nichts recht machen (und man kann ihnen nichts recht machen). Dahingegen machen Narzistische Persönlichkeiten selbst alles recht aber man kann ihnen kaum was recht machen
  • Anankastische PS fehlt die Nachsichtigkeit gegenüber sich selbst, die sowohl Betroffene mit narzisstischer wie auch solche mit dissozialer Persönlichkeitsstörung aufweisen
  • Formalismus und Distanziertheit findet man auch beim schizoiden Typ, aber bei diesem fehlt die Fähigkeit zur Intimität grundlegend.

ICD-10 Kriterien, welche spezifisch sind für anankastischen PS

(8)

  1. Gefühle von starkem Zweifel und übermäßiger Vorsicht
  2. Ständige Beschäftigung mit Details, Regeln, Listen, Ordnung, Organi-sation oder Plänen
  3. Perfektionismus, der die Fertigstel-lung von Aufgaben behindert
  4. Übermässige Gewissenhaftigkeit und Skrupelhaftigkeit
  5. Unverhältnismässige Leistungsbezo-genheit unter Vernachlässigung oder bis zum Verzicht auf Vergnügen und zwischenmenschliche Beziehungen
  6. Übertriebene Pedanterie und Befol-gung sozialer Konventionen
  7. Rigidität und Eigensinn
  8. Unbegründetes Bestehen darauf, dass andere sich exakt den eigenen Gewohnheiten unterordnen oder unbegründete Abneigung dagegen, andere etwas machen zu lassen.

►Mindestens vier Eigenschaften oder Verhaltensweisen müssen vorliegen

Beschreibe das allgemeine Störungsbild der Ängstliche (vermeidende) Persönlichkeitsstörung

(9)

  • Schüchternheit und Selbstunsicherheit, verbunden mit ständiger Anspannung und Besorgtheit
  • Überempfindlichkeit vor Zurückweisung und Kritik durch andere
  • Wunsch nach Wärme und Sicherheit menschlicher Gesellschaft - rechtfertigen aber deren Vermeidung mit der Angst, eben diese nicht zu bekommen
  • Wirken unsicher, nervös und angespannt
  • Sind überzeugt, sozial unbeholfen, unattraktiv und minderwertig zu sein
  • Interpretieren Äusserungen andere Leute leicht als hämisch oder herabwürdigend
  • Angst davor, öffentlich zu sprechen oder andere um etwas zu bitten
  • Weichen oft schulischen oder beruflichen Herausforderungen und Veränderungen aus, die zwischenmenschlichen Kontakt und Verantwortung mit sich bringen → besetzen selten einflussreiche Positionen bei der Arbeit
  • Geringe Selbstachtung und soziale Überempfindlichkeit ist oft mit einem Mangel an zwischenmenschlichen Kontakten und einer gewissen Isolation verbunden

Abgrenzung der ängstlichen Persönlichkeitsstörung gegenüber verwandten Störungen

(3+)

  • Das Meideverhalten bei der ängstlichen Persönlichkeitsstörung tritt früh auf, hat keine ersichtlichen Vorboten und ist stabiler als jenes bei Agoraphobie
  • Einsamkeit ist bei der Schizoiden PS selbst gewählt und die Betroffenen sind mit ihrer Situation zufrieden. Personen mit ängstlicher Persönlichkeitsstörung hingegen leiden unter ihrer Einsamkeit.
  • Anders als Menschen mit paranoider Persönlichkeitsstörung haben ängstlich-vermeidende Persönlichkeiten Angst davor, unzulänglich zu wirken oder in Verlegenheit zu geraten, weniger vor böswilligen Absichten anderer.

ICD-10 Kriterien, welche spezifisch sind für ängstlich-vermeidende PS

(6)

  1. Andauernde und umfassende Gefühle von Anspannung und Besorgtheit
  2. Überzeugung, selbst sozial unbeholfen, unattraktiv oder minderwertig zu sein im Vergleich mit anderen
  3. Übertriebene Sorge, in sozialen Situationen kritisiert oder abgelehnt zu werden
  4. Persönliche Kontakte nur, wenn Sicherheit besteht, gemocht zu werden
  5. Eingeschränkter Lebensstil wegen des Bedürfnisses nach körperlicher Sicherheit
  6. Vermeidung beruflicher oder sozialer Aktivitäten mit intensivem, zwischen-menschlichem Kontakt, aus Furcht vor Kritik, Missbilligung oder Ablehnung.

► Mindestens vier Eigenschaften oder Verhaltensweisen müssen vorliegen

Worin bestent der Unterschied von Andauernden Persönlihckeitsveränderungen zu Persönlichkeitsstörungen

(3)

  • Auslöser: Persönlichkeitsänderungen sind von einem spezifischen Auslöser abhängig → kann zu irgendeinem Zeitpunkt im Leben auftreten. Vor der Änderung soll keine Persönlichkeitsstörung bestanden haben
  • Symptome: Besondere Symptomatik, welche in Zusammenhang mit den erlebten Belastungen steht, deckt sich nur teilweise mit denjenigen von einigen spezifischen Persönlichkeitsstörungen
  • Dauer: Veränderungen sollen über einen Zeitraum von mindestens 2 Jahren vorliegen

Gemeinsamkeit: Die Veränderung zeigt sich aber wie bei den primären Persönlichkeitsstörungen in starren, unangepassten Verhaltensweisen mit Beeinträchtigungen im sozialen und beruflichen Bereich.

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